Hallo,
Ich stecke da mitten in einer interessanten kleinen Geschichte, die ansich nicht bedeutend ist. Aber ich finde, sie birgt eine interessante Frage - wie wäre hier ein wahrhaft faires Urteil? Wie würde hier ein salomonisches Urteil lauten, das möglichst allen gerecht wird?
Also gleich vorweg, ich überbewerte diese Geschichte nicht und mache mir keine schlaflosen Nächte deswegen - ich finde sie nur disskutierenswert. Was würdet ihr also an meiner Stelle
machen?
Ich (weiblich) habe eine flüchtige mailbekanntschaft mit einem Typ namens X. Ganz normal nett eben, ohne zuviel privaten Kram. Die mailadresse von X steht auf meine hp, da X bestimmte Informationen an Interessierte geben kann.
Nun schrieb mir vor einem halben Jahr eine Frau, sie habe diese Infos von X eingeholt, man sei sich auch näher gekommen, habe mehr gemailt, mehr privates, er habe sie über die Tatsache, daß
er verheiratet sei im Unklaren gelassen und wohl eine Beziehung zu ihr angestrebt. So richtig hab ich nicht mehr alles im Kopf, auf jeden Fall fühlte sie sich wohl hintergangen und verletzt und forderte mich auf, im Namen „der anderen, denen das auch passieren kann“, die Adresse von meiner hp zu streichen.
Ich schrieb ihr, daß ich nicht für die Handlungen von X verantwortlich bin, und ja nicht jeder eine Beziehung anstreben muß, wenn es um die reine Info geht. Sie meinte, er würde meine hp „entwürdigen“ und es sei nicht gut, wenn ich ihm „erlauben“ würde, Frauen anzubaggern aufgrund meiner kostenlosen „Werbung“.
Ich entschied mich für X und ließ die Adresse, da ich der Meinung war, seine Lebensart über die Tatsache der Info hinaus ginge mich nichts an.
Nun schrieb sie mir wieder, ich solle langsam reagieren und ihn entfernen, er habe mit derselben Masche schon eine Bekannte „einfangen“ wollen (Konnte sie die nicht „warnen“?)
Nun habe ich objektiv gesehen mehrere Möglichkeiten, die ich gern mal zur Diskussion stellen möchte. Ich übertreibe es mal der besseren Darstellung wegen.
Ich entscheide mich für X:
pro: ich bin nicht für X`s Handlungen verantwortlich, die Leute sind alt genug selbst zu entscheiden, ob sie näher mit ihm zu tun haben wollen oder nicht.
contra: ich eröffne X Wege mit gutgemeinten Mitteln seine falschen Handlungen voranzutreiben. Ich könnte ihn stoppen, ignoriere das aber. Enthalte mich also der Verantwortung.
Ich entscheide mich für die Frau:
pro: ich verstehe, daß sie verletzt wurde und ihr guter Glaube - sowie der von potentiell anderen - zerstört wurde durch einen verantwortungslosen Typen. Ich versperre dem Typen den Weg. Andere Wege stehen ihm offen, aber das ist seine Wahl.
contra: ich bin unfair, da ich nur ihre Aussage habe und die klingt nach einem Rachefeldzug. Schließlich ist oft bei „damit es anderen nicht auch so geht“ der verdeckte Rachewunsch dahinter.
Ich spreche mit X darüber:
pro: es würde sich herausstellen, wie er die Sache sieht und ich hätte zwei Meinungen die ich abwägen könnte.
contra: ich überschreite meine Kompetenzen, da mich sein Leben nun wirklich nichts angeht.
Ich lösche die Adresse wegen Rücksicht auf die Seriösität meiner hp:
pro: ich habe es allen recht gemacht. Denen, die halt in einen Fettnapf getreten sind und denen, die es nun nicht mehr können. Ich habe meine Ruhe und gehe allen Streiterein aus dem Weg. Der Grund „damit meine hp seriös bleibt“ ist eine gute Ausrede damit ich mich raushalten kann.
contra: ich will mich nur nicht tatsächlich damit auseinandersetzen. Zudem enthalte ich anderen die
Möglichkeit der Infos. Ich behaupte, für andere Leute entscheiden zu müssen, da die das ja offensichtlich
nicht selbst können.
Für was bin ich also verantwortlich?
Bin schon gespannt auf eure Antworten, aber wie gesagt. Ich persönlich finde das nur interessant, ich nehme es nicht so ernst.
Tschüssi Kerstin
) Du kannst ihr ja den Rat geben, sich psychologische Hilfe für ihre Probleme…oooooooder besser nicht!!! Nein lass es lieber…das arme Team!