Vrantwortung eines Geschworenen

Hallo,

ich platze gleich mal mit der Tür ins Haus, weil ich nicht weiß, wie ich mit dieser makabren Geschichte anfangen soll…

Also: vor einigen Tagen habe ich im Chat jemanden aus den Staaten kennengelernt, der vor Jahren Mitglied einer Jury war, die einen Menschen wegen ‚first degree murder‘ schuldig sprach. Der Typ wurde zum Tode verurteilt und inzwischen auch hingerichtet. Meine Chat-Bekanntschaft wollte partout nicht Geschworener sein, aber das geht ja in den Staaten nicht. Und er kaut immer noch daran, daß er einen Menschen in den Tod geschickt hat.

Die Diskussion um die Todesstrafe hatten wir schon öfters im Reli- & Ethik-Brett geführt, deswegen eine Bitte: keine Todesstrafen-Diskussion, die ist hier absolut fehl am Platz. Mir geht es auschließlich um die psychologische Seite und dazu habe ich nur eine Frage:

Würdet Ihr Euch zutrauen, ein wirklich gerechter und unvoreingenommener Geschworener zu sein?

Gespannte Grüße

Tessa

Hi Tessa!

also von mir ein ganz klares Nein.
Voreingenommen (von der Person, die angeklagt ist) wäre ich schätzungsweise nicht mal nur bei der Todesstrafe, sondern auch bei einer minderen Strafe (nur läßt sich erstere schlecht wieder gut machen…).

Ich weiß bei genauerer Überlegung nicht mal, ob ich in der Lage wäre, ein Todesurteil mit zu tragen.

Wenn ich dazu gezwungen wäre zu entscheiden?
Wie ginge es mir hinterher?

Meine PT sagte immer: „weiß nicht“, gilt nicht!
Also: wahrscheinlich würde ich sehr emotional und kurzfristig entscheiden und hinterher eine rechte Zeit lang an den Folgen knabbern…entweder weil ich den Menschen mit ausgelöscht hätte, oder weil so ein Schwein (sorry, aber die Todesstrafe fällt man ja nun nicht für Diebstahl) eine Chance erhält, die er seinem Opfer nicht gegeben hat.

Nächtliche Grüße
HylTox

PS: Da denkt man die halbe Nacht schon an Sterben und Tod, dann kommst Du mit dieser Frage…

Hi Tessa,

Hallo,

ich platze gleich mal mit der Tür ins Haus,

as usual :smile:)

weil ich nicht

weiß, wie ich mit dieser makabren Geschichte anfangen soll…

Also: vor einigen Tagen habe ich im Chat jemanden aus den
Staaten kennengelernt, der vor Jahren Mitglied einer Jury war,
die einen Menschen wegen ‚first degree murder‘ schuldig
sprach. Der Typ wurde zum Tode verurteilt und inzwischen auch
hingerichtet. Meine Chat-Bekanntschaft wollte partout nicht
Geschworener sein, aber das geht ja in den Staaten nicht. Und
er kaut immer noch daran, daß er einen Menschen in den Tod
geschickt hat.

Die Diskussion um die Todesstrafe hatten wir schon öfters im
Reli- & Ethik-Brett geführt, deswegen eine Bitte: keine
Todesstrafen-Diskussion, die ist hier absolut fehl am Platz.
Mir geht es auschließlich um die psychologische Seite und dazu
habe ich nur eine Frage:

Würdet Ihr Euch zutrauen, ein wirklich gerechter und
unvoreingenommener Geschworener zu sein?

Was bitte ist gerecht im Leben?

Deine Frage ist für mich mit einem ganz klaren Nein zu beantworten. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, von der er sich nicht frei machen kann. Ist jemand nun Geschworener hängt es davon ab, ob er sich mehr mit dem Täter oder mehr mit dem Opfer identifizieren kann.

Beispiel: verhandelt wird der sexuelle Mißbrauch einer Schutzbefohlenen

  1. Geschworene ist Mutter einer geliebten Tochter im Alter des Mißbrauchsopfer. Ich glaube, sie wird hier weniger unvoreingenommen sein können, und sich wohl für eine längere Haftstrafe aussprechen.

  2. Geschworener hatte eine ähnlich schwere Kindheit wie der Angeklagte, kommt in der Verhandlung raus. Er hat Verständnis und Mitleid. Er fühlt sich vielleicht sogar schuldig, daß er Glück hatte, an die richtigen Menschen zu geraten, die ihm aus diesem Ghetto herausgeholfen haben im Vergleich zum Angeklagten. Er möchte dem Beklagten eine Chance geben.

Das kann man x-beliebig lange fortsetzen. Es geht darum, eine möglichst große Annäherung an ein gerechtes und unvoreingenommenes Urteil zu bekommen, doch es spielen viele, oft unbewußte Aspekte, eine Rolle, z.B. Stimme, Dialekt, Kleidung, Auftreten, Verhalten, Bildung, Ausstrahlung, das Verbrechen selbst…

Ein nicht außer acht zu lassender Aspekt ist für mich, wieviele Menschen einerseits trotz Schuld nicht im Knast sitzen, indes doch auch ein paar Menschen auch schuldlos einsitzen.

Ich könnte keinen Menschen zum Tode verurteilen und ich finde es auch ein Unding, daß man zum Geschworenen zwangsverpflichtet werden kann. Das ist für mich Nötigung.

Ciao,
Romana

Gespannte Grüße

Tessa

Hallo Tessa,
ich glaube du kannst nicht wirklich unvoreingenommen irgendwo reinsitzen bei so was.

Bei der Medienflut heutzutage, hast du schon irgendwas aufgenommen und dir ein Bild gemacht.

Wirklich unvoreingenommen kannst du nur sein, wenn du wirklich keine Ahnung hast worum es da geht.

Gruß Ivo

Das gibt es gar nicht.

Was, bitte, ist wirklich gerecht und unvoreingenommen ? Das setzt voraus, das es eine vom Menschen losgelöste Instanz gibt, die die Wahrheit und Gerechtigkeit „an sich“ verkörpert. Man kann doch nur aus dem gesellschaftlichen und zeitgenössischen Kontext heraus handeln und man muß letztlich mit seiner Entscheidung leben. Und man muß oft Entscheidungen fällen, die einem selber zwar nicht angenehm sind, jedoch summa summarum das beste für das Allgemeinwohl. Was das aber ist, auch darüber kann man streiten. Hier wirds dann philosophisch oder religiös oder sonstwas.

Gruß
Moriarty

Hi Moriarty,

„Nichts ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Ganz selten beklagt sich einer zu kurz gekommen zu sein.“

-)

Ciao,
Romana

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huhu!

Da will ich doch auch mal was zu schreiben!!

Ich würde NIE IM LEBEN ein Geschworener( eine Geschworene) sein wollen!
Man muß sehr objektiv handeln, aber ich glaube, dass man seine Subjektivität nie ganz ablegen kann, und somit ist es immer etwas heikel! Es gibt zwar Beweise, aber dennoch kann man „aus seinem Kopf und seiner Meinung nicht ganz raus“.
In den Staaten ist es noch etwas anderes, weil es dort ja nun die Todesstrafe gibt! Und wie oft ist es da schon passiert, dass unschuldige Menschen zum Tode verurteilt worden sind?!
Und ich könnte es nicht, über das Leben eines anderen zu richten, die Verantwortung wäre mir viel zu groß!
Und außerdem könnte ich mir das „Recht über den anderen zu richten“ nicht herausnehmen!

„Der der frei von Schuld ist, der werfe den ersten Stein…“
Das sollte, wie ich finde, in jedem Gerichtssaal auf der Welt hängen.

Grüßle
„das Fledermäußchen“
Berlind

Hallo Tessa,

…ich glaube es einfach nicht mehr!

Die Frage die ich mir als Mitglied einer Jury stellen würde wäre
die…warum war ich für beide Seiten tragbar?

Warum waren sowohl Staatsanwalt als auch Starverteidiger der
Meinung ich wäre zu manipulieren?

Würdet Ihr Euch zutrauen, ein wirklich gerechter und

unvoreingenommener Geschworener zu sein?

Ja, aber das ist ja nicht gefragt, beide Seiten würden mich
ablehnen.

Gerechtigkeit ist relativ…leider !

Gruß
Kerbi

ein klares…
nein.

hi tessa,
ab & zu habe ich darüber schon nachgedacht.
es scheint eine gute idee zu sein, „unvoreingenommenen“ menschen
so ein urteil zu übertragen.
da ich um die möglichkeiten der manipulationen ein wenig weiß,
halte ich es für fragwürdig.

ich erlaube mir nur urteile über dinge, die ich selbst erfahren
habe, und selbst hier muß ich in betracht ziehen, daß meine
sinneswahrnehmung bzw. die erinnerung nicht unbedingt mit der
realität übereinstimmt, da es persönliche filter gibt.

wenn natürlich die fakten unwiderlegbar sind, wird es schwierig.
dafür gibt es dann ja gesetzestexte, die fern jeder
emotionalität festgelegt sind, aus gutem grund.
auch hier wieder persönliche differenzierung, aber über die
todesstrafe wollen wir ja nicht reden…)
oha, mal wieder ein weites feld, wie der dichter sagt.
ansonsten wäre ich ein schlechter geschworener, weil ich
garnicht auf eine bibel schwören könnte. da müßte ich schon
lügen.

gruß,
frank

Würdet Ihr Euch zutrauen, ein wirklich gerechter und
unvoreingenommener Geschworener zu sein?

Gespannte Grüße

Tessa

Hi Tessa,

Würdet Ihr Euch zutrauen, ein wirklich gerechter und
unvoreingenommener Geschworener zu sein?

Definitiv nein.

Ich sehe für mich folgende Probleme, die ich aber auch prinzipiell jedem anderen Menschen unterstelle: niemand kann sich der Gruppendynamik entziehen, die sich auch innerhalb einer Gruppe von Geschworenen entwickeln wird. Es kann zu Koalitionen oder Meinungsgruppen kommen, zu bestimmten Mehrheiten, und wie diese Konstellationen ausfallen ist vorher nicht berechenbar. Somit ist auch nicht berechenbar bei welcher Konstellation sich die Teilnehmer in welcher Art und Weise frei fühlen ihre Meinung zu vertreten, oder aber aufgrund des „Drucks“ überwiegend anderer Meinungen einknicken obwohl sie vielleicht insgeheim eine andere Meinung hätten.

Weiterhin kann der Geschworene in den Zwiespalt geraten daß die vorgelegten Beweise zwar vielleicht recht eindeutig sind und eine Schuld oder Unschuld des Angeklagten beweisen - was dann verlangen würde eine entsprechende Meinung als Geschworener abzugeben - daß die dann folgende Strafe (hier die Todesstrafe) oder der dann folgende Freispruch aber vielleicht nicht im Einklang mit meinen moralischen Werten stünde.
Wie soll man sich dann verhalten?
Es wäre mir beispielsweise unmöglich ein Todesurteil zu bejahen, weil ich das moralisch ablehne. Als Geschworener könnte ich aber ja in die Situation geraten daß die vorgelegten Beweise die Tat eines Angeklagten zweifelsfrei beweisen, demnach also kein Weg an der Verurteilung vorbeiführen würde…

MecFleih

Hi Tessa,

Würdet Ihr Euch zutrauen, ein wirklich gerechter und
unvoreingenommener Geschworener zu sein?

wenn ich mal so darüber nachdenke, nein das könnte ich wohl nicht.

schon allein, wenn man weiß, was genau dieser Mensch getan haben soll, dann wäre man doch schon voreingenommen, oder? also wenn da jemand vor mir sitzt, der vielleicht Kinder mißhandelt hat oder Leute kaltblütig ermordet - dann wäre die Wut in mir zu groß um „rational“ zu entscheiden.

andererseits, wenn sich zB jemand gegen häusliche Gewalt gewehrt hat, vielleicht jahrelange Mißhandlungen - dann wäre ich von vornherein milder gestimmt.

ich denke, dass es den meisten Menschen so geht. einfach aus den Erfahrungen und Gefühlen heraus, die man bisher so hatte. das kann man halt nicht abstellen.

ich frage mich, ob man objektiver wäre, wenn man zB den Angeklagten nicht vor sich sehen würde, nicht live erleben würde? wäre es dann einfacher?

Gruß
Queedin

Hi Tessa!
Auch meinerseits ein klares NEIN. Ich bin mir sicher ich wäre nicht gerecht oder unvoreingenommen.
Ich bin froh, daß ich das nie habe machen müssen (und wahrscheinlich auch nie machen werde). Aber ich frage mich auch wofür sollen dann die Geschworenen da sitzen. Man sollte doch davon ausgehen können, daß so gut wie keiner sich traut diese frage zu bejaen! Ich vermute dagegen, daß derjenige der sich dafür einsetzte, Geschworenen im Gerichtssaal zuzulassen und entscheiden lassen, schon damit gerechnet hat, daß 100%-ige Gerechtigkeit kann so nicht geben.
Aber was Deine frage betrifft, so ich denke, als Geschworene würde ich mich IN ERSTER LINIE von meinen Gefühlen und mein Empfinden leiten lassen (was sowieso der Grundstein eines Ungerechtigkeits ist). Und dauernd fragen wie der Angeklagter in so eine Lage kam (also als unschuldige Angeklagter sich verteidigen zu müssen und als schuldiger warum er so einen Tat begangen hat). Ich würde mich sehr, sehr gut die Plädoyers der Rechts- und Staatsanwalten hören und versuchen mit da hineinzuversetzen.
Also, alles im allem, sehr persönlich und deshalb auch ungerecht.
Nächtlichen Grüßen!
Helena

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Queedin,

ich frage mich, ob man objektiver wäre, wenn man zB den
Angeklagten nicht vor sich sehen würde, nicht live erleben
würde? wäre es dann einfacher?

Das finde ich eine sehr interessante Überlegung!

Ich könnte mir einerseits vorstellen, dass man die Vorstellung (die man sich von dem Betreffenden dann zweifellos machen würde)der subjektiven Einschätzung der Tat anpassen würde, so dass es „stimmig“ für einen selbst wird (extrem vereinfachtes Beispiel: Der Mann, der seine Frau verprügelt, ist in meiner Vorstellung ein primitiver, brutaler Typ - und sieht auch so aus). Dieses Klischeedenken könnte die Entscheidung vielleicht erleichtern - aber würde sie dadurch gerechter?

Andererseits geht es zumindest mir so, dass ich bei allem Bemühen um Objektivität instinktiv auf gewisse Äußerlichkeiten reagiere. So würde ich wahrscheinlich - bei gleichem Sachverhalt - einen Menschen, der einem meiner „Negativ-Bilder“ entspricht, skeptischer betrachten als einen, der in mein „Gutmensch-Schema“ passt. Also wäre ich mir da auch nicht sicher, ob ich wirklich fair entscheiden könnte.

Ich hoffe, ich habe meine verschlungenen Gedankengänge nicht allzu wirr rübergebracht!

Gruß
Kreszenz

Hallo Tessa,

Würdet Ihr Euch zutrauen, ein wirklich gerechter und
unvoreingenommener Geschworener zu sein?

was ja die anderen bereits geschrieben haben, wenn Du mit wirklich „absolut“ meinst, natürlich nicht, denn das ist für einen Menschen als subjektives Wesen von vorn herein ausgeschlossen.

Wenn Du allerdings mit wirklich „nach bestem Wissen und Gewissen“ meinst, dann ja, da ich mich für einen überdurchschnittlich objektiven, rationalen und fairen Menschen halte, der sich zumindest aktiv bemüht, seiner Vorurteile Herr zu werden… (Wer anderer Meinung ist, möge jetzt sprechen, oder für immer schweigen:smile:) Also würde ich vor der Pflicht zum Schöffen nicht davonlaufen (außer es würde die Todesstrafe drohen, da würde ich mich so verkaufen, dass sie mich nicht nehmen täten, da ich die Strafe für maßlos halte, aber das wolltest Du ja nicht wissen…:smile:)

Grüße
Jürgen

hallo,

interessante frage, die ich vor einiger zeit im rechtsbrett gestellt habe (suche mal nach „laienrichter“ im topic).

ich bin auch der ansicht, dass ein laienrichter etwas problematisches ist.

ich waere keine unvoreingenommene geschworene. wer sowas von sich behauptet, leidet entweder an selbstverleugnung oder luegt. jeder hat voruerteile und klischees, denen er sich nicht entziehen kann. das wuerde sich natuerlich auch auf die entscheidung auswirken. nur in den wenigsten faellen ist die beweislage „beyond reasonable doubt“.

die antworten der experten haben mich allerdings auch in gewisser weise ueberzeugt:

punkt 1: geschworenen sind das symbol der macht des volkes. kein richter darf sich zum alleinherrscher ueber leben und tod aufspielen.

punkt 2: die 12 geschworenen werden so ausgewaehlt, dass sie einen repraesentativen durchschnitt der bevoelkerung darstellen. einzelne vorurteile wuerden dann im rauschen untergehen. wieder stichwort „macht des volkes“ vs. „macht des staates“ (wer sagt, dass der richter unvoreingenommen ist? er ist auch nur ein mensch!)

die verantwortung als geschworener ist sicherlich belastend. man kann sich auch nicht davon befreien lassen. vor allem wenn die todesstrafe im raum steht. das muss sehr schlimm sein. aber grade in diesen faellen wird man als geschworener besonders penibel darauf achten, dass die schuld zweifelsfrei feststeht, und beim geringsten zweifel freispruch erwirken. es besteht die gefahr eines mordes, naemlich wenn der angeklagte unschuldig ist. diese schuld wuerde unweigerlich der geschworene zu spueren bekommen.

filmtip „12 angry men“, kuerzlich im remake. da geht es genau um diese problematik.

gruesse lehitraot.

Bei der Medienflut heutzutage, hast du schon irgendwas
aufgenommen und dir ein Bild gemacht.

hi ivo,

deswegen werden die geschworenen auch isoliert und duerfen keine medien konsumieren.

gruss lehtitraot.

Würdet Ihr Euch zutrauen, ein wirklich gerechter und
unvoreingenommener Geschworener zu sein?

Ja, das würde ich sein. Aber das funktionierte nur, würde ich mich von der Gerechtigkeit des Gesetzbuches verabschieden und meinen eigenen Sinn für Gerechtigkeit walten lassen. Ein Fehler kann das nicht sein. Und spätestens hier beginnt ein riesiges Problem.

Was spricht dagegen?
Nun, leider einiges! Dieses Verfahren wäre in sich ein sehr fehlerträchtiges, weil Menschen - gemeinhin - nur unter großen Schwierigkeiten frei denken und somit nur unfrei entscheiden können. Gefällt mir die Nase nicht? Schuldig! Glaube ich an die Schuld… scheiß doch auf die schwachen Indizien? Vorsichtshalber mal schuldig! Setze ich mit der Verurteilung ein Zeichen, das die Welt und die bösen Buben verstehen? Klar, schuldig… es kann nur besser werden… ein Opfer muß halt erbracht werden zum Wohle der Gemeinschaft!
Machtmissbrauch zieht sich durch alle Schichten.
Oder ganz anders: Traue ich mich überhaupt?

Ein neues Kriterium gefällig?
Todesstrafen werden nicht mehr vom Henker vollstreckt. Geschworene können selbst die Verantwortung übernehmen.
Ein riesiges Feld neuer Ideen… aber das Gesetzbuch macht sich mal wieder auf dem Weg breit.

Würdet Ihr Euch zutrauen, ein wirklich gerechter und
unvoreingenommener Geschworener zu sein?

Ja. Dazu muß ich nur ein anderes Gerüst besteigen.
Und ich habe die Antwort auf die Frage, was es für mich bedeuten würde: Nichts!

Gruß!
Tino

Hallo Tessa,

Würdet Ihr Euch zutrauen, ein gerechter und unvoreingenommener
Geschworener zu sein?

Nein! Und ich bin froh darüber, dass meine Beurteilungen so frei und ohne nennenswerte Konsequenzen sein können.
Ich denke, dass es nicht auf ein Richtig oder Falsch ankommt, sondern auf die Fähigkeit, mit der Verantwortung seines Urteils leben zu können. Und das geht nur in einer Gesellschaft mit ihrem Strafmaß. In einer anderen Gesellschaft mit einem anderen Strafmaß wäre die Sichtweise wahrscheinlich eine andere.
Was ist schon Recht und Gerechtigkeit.

Gruß
Renate

Unheimlich witzig

deswegen werden die geschworenen auch isoliert und duerfen
keine medien konsumieren.

Nehmen wir doch einfach mal den Fall OJ Simpson. Jetzt sag mir mal wo da die Geschworenen herkommen sollen, die keine Meinungzum Fall hatten? Die Bilder hat vor der Berufung zum Geschworenen doch eh sxchon jeder gesehen.

Die Abschirmung funktioniert nur für das Medienecho während des Prozesses.

Gruß Ivo

Die Abschirmung funktioniert nur für das Medienecho während
des Prozesses.

und ich glaube daß es genau darum geht, also um beeinflussung während des prozesses. naja, bin wirklich kein experte auf diesem gebiet.

btw: warum findest du das unheimlich witzig? ich finde das eher problematisch.

gruß lehitraot.