Widerspruch oder nicht?

Hallo zusammen,

bevor ich meine Frage(n) stelle, muss ich kurz ausholen.
Ich bin seit gut drei Jahren mit meiner Freundin zusammen. Seit gut anderthalb Jahren hat die anfängliche Leidenschaft stark nachgelassen, mittlerweile eklige ich mich fast davor mit Ihr intim zusein.
Trotzdem hält mich irgendetwas davon ab, mit Ihr Schluss zu machen. Es ist vielleicht eine Mischung aus sie-nicht-verletzen- wollen, Mitleid, vielleicht auch selbst Angst zu haben vor dem Gefühl ohne sie zu sein oder vielleicht doch noch Liebe?
Ich weiss, dass dies alles nicht richtig ist, also bitte keine Moralpredigten.
Nun habe ich mich vor kurzen in eine Arbeitskollegin verliebt als ich auch Geschäftsreise war. Es war da wieder ein Prickeln, dass mich ganz tief berührt hat und ich schon lange nicht mehr gespürt habe. Ich weiss nicht, ob es möglich sein wird mit dieser Frau zusammenzukommen, da Sie selbst in einer (unglücklichen) Beziehung steckt. Aber dass ist mir auch relativ egal, vielmehr beschäftigt mich der Gedanke, dass meine Beziehung schon so kaputt sein muss, dass ich mich in eine andere Frau verlieben kann.
Doch selbst jetzt fällt es mir unendlich schwer eine endgültige Entscheidung zu treffen. Ich habe mich schon öfters mit meiner Freundin getroffen, mit dem Vorsatz Schluss zu machen, habe es aber nie geschafft.

Kann es denn sein, dass ich diesen Menschen so unendlich liebe und mag, trotzdem mir keine dauerhafte Zukunft mit Ihm vorstellen kann und nicht (mehr) mit Ihm schlafen kann??
Kann es sein, dass die andere Frau nur wieder Gefühle, Träume und Wünsche in mir geweckt hat, die ich schon verloren glaubte.
ist es so, dass Verliebtsein und Liebe zwei gänzlich verschiedene Dienge sind, ja sich gegenseitig sogar fast ausschliessen? Oder wie sonst kann ich mir selbst mein Verhalten erklären und keine klare EWntscheidung treffen???

Gruss Salvo

BVerliebtsein ist eine u.a. hormonbedingte Gefühlsaufwallung. Liebe ist eine bewußte ENtscheidung für eine Partnerschaft und für einen Partner.

Man „verliebt“ sich immer wieder mal in einen anderen Menschen, wenn man allerdings in einer glücklichen Partnerschaft steckt, dann widersteht man dieser Versuchung. DIes ist oftmals auch nicht gerade leicht, aber man tut es, weil man sich für seinen Partner entschieden hat.

In deinem Falle ist es einfach so, dass du zu feige bist, die alte Beziehung, die du nich tmehr willst, zu beenden, einfach, weil es einfach unangenehm ist, und die Einsamkeit und Unsicherheit danach auch sicherlich unbequemer ist als in der unbefriedigenden Beziehung zu bleiben.

Meine Empefhlugn:
Trenne Dich von Deiner alten Freundin, oder führe zumindest ein klärendes, ehrliches Gespräch mit ihr. dann wird sich zeigen, was noch übrig ist.

Ich hatte gerade vor zwei Wochen das gleiche Problem: Ich habe an meiner neuen Beziehung gezweifelt und hatte im Rahmen dieses Zweifels einen „Rückfall“ mit meiner EX. Aber gerade durch diesen Rückfall un dindem ich diesen gebeichtet habe und darafuhin einige sehr intensive Gespräche mit meiner Freundin gefü+hrt habe, habe ich mcih endgültig für sie dun diese Beziheung entschieden.

DIese Gespräceh sind sehr hart, aber klärend und können so eurer Beziehgun entweder einen Neuanfang oder ein würdiges Ende ermöglichen.

busy

It’s not unusual
Hallo, Salvo!

Ich halte es für absolut nicht ungewöhnlich, nach drei Jahren Beziehung sich in der Entscheidung über eine Trennung schwer zu tun. Nimm Dir meinetwegen noch einen Abend/Tag für Dich, an dem Du alle Möglichkeiten ernsthaft durchspielst und versuchst, der Angst vor dem Alleinsein danach und der wahrscheinlichen Reaktion Deiner Freundin möglichst genauso klar ins Auge zu sehen, wie möglichen drei weiteren Jahren in genau dieser Beziehung.

Dann spätestens wird es wirklich Zeit, sich zu entscheiden, denn es ist für Dich vielleicht ein schreckliches Ende, aber doch besser als ein Schrecken ohne Ende und definitiv Deiner (vielleicht Ex-)Freundin fairer gegenüber. Immerhin hast Du Dich mehr oder weniger neu verliebt. Ich denke, nach drei mal dreihundertfünfundsechzig Tagen zusammen kann man den Mut und den Anstand aufbringen, alle Karten auf den Tisch zu legen, in der Hoffnung, dass sie es Dir gleichtut.

Vielleicht gibt es eine gemeinsame Lösung, vielleicht versucht sie Dir ohne Diskussion alles in die Schuhe zu schieben oder vielleicht einigt ihr euch auf eine Trennung. Doch sei Dir im Klaren darüber, dass es oft nur eine Illusion von Liebe, die Erinnerung daran oder eine gewisse Bequemlichkeit ist, die einen in einer Beziehung bleiben lässt, die offensichtlich leidet oder nicht mehr funktioniert. Definitiv jedenfalls ist eine Veränderung der Lage eingetreten, die von Dir ausgeht, und jetzt musst Du eines: Handeln!

Ich wünsche Dir den richtigen Ton und ein gutes Händchen dabei; vielleicht berichtest Du uns hier im Brett in einiger Zeit von den Folgen Deines Handelns.

Beste Grüße!
Chris

Hi Salvo,

zu dem schon Gesagten noch ein paar Gedanken von mir.

Ich denke es ist ganz einfach schwer, einem Menschen, mit dem ich gute und schlechte Zeiten verbracht habe, zu sagen: Es ist aus. Ich habe Angst sie zu verletzen, ihr weh zu tun und ich denke einfach, dass es natürlich und menschlich ist. Die Gesellschaft (wir erleben ja immer wieder so Promi-Geschichten z.Zt. der angeblich Beste Torwart der Welt) allerdings, also alle die, die noch nicht, oder gerade nicht in so einer Situation sind, urteilen anders. Sie sprechen nicht von Angst vor Verletzung, sondern vielmehr von FEIGHEIT, vor allem von den FEIGEN Männern. Sie heben ihre moralischen Finger und urteilen: so was tut man nicht, so ein Schwein und all so ein Blödsinn.

Natürlich tut „man“ es. Überall auf der Welt kommen Menschen zusammen und irgendwann kommt für viele die Zeit, dass sie wieder auseinandergehen. Es ist normal- nichts ist normaler.

Das wir uns mit der Entscheidung, der Mitteilung so schwer tun, hat ME aber auch etwas damit zu tun, dass wir als Looser bezeichnet werden- die Beziehung ist GESCHEITERT-was für ein Wort- der UNTERGANG- alles ist aus. Die Ehe ist KAPUTT- die braven Moralisten zeigen mit dem Finger auf uns und tuscheln: Der betrügt doch seine Frau. Bevor Du in Deinem Posting zur Sache kommst, schiebst Du vorweg: Bitte keine Moralpredigt- genau das ist es aber, womit Du allüberall im Freundes- und Kollegenkreis rechnen musst- sie werden sich keine Chance entgehen lassen, das gefundene Fressen zu verköstigen.

Dein Signal: „Bitte keine Predigt“ macht mir deutlich, wieviel Bedeutung Du den Dummschwätzern zukommen lässt. Du WILLST es nicht hören. Du kennst das URTEIL.

Sich diesem allgemeingültigen „Moralischen Gericht“ zu entziehen ist sehr schwer.
Die Gesellschaft gibt uns vor, was anständig ist, was sich gehört und was man nicht tut. Wer gegen diese Unsinns-Gesetze handelt- hat schon verloren. Die Zweifel, die in Dir aufkeimen- (liebe ich sie doch noch?) können ME z.T. mit darin begründet sein. Es könnte hilfreich sein, sich frei zu machen von den Moralpredigern und selbsternannten Richtern und NACHZUSPÜREN, was Dein Gefühl sagt. Beim NACHSPÜREN und in-sich hinein- horchen, wäre es schön, die schlechten UND die guten Zeiten Revue passieren zu lassen.

Beziehungen können, DÜRFEN auseinandergehen. Sie müssen keineswegs GESCHEITERT sein- Die Zeit ist einfach um- und Ende.
Jeder von uns hat das RECHT, etwas zu beenden, wenn er die Zeit für gekommen hält.
Ich habe eine Zeit mit einem Menschen verbracht- und das war SCHÖN- jetzt kommt etwas Neues, Anderes- vielleicht eine neue Liebe.

Und weil wir gerade bei den Moralaposteln sind, ich kenne verdammt viele Menschen, die schon ein Jahrzehnt und mehr miteinander verbringen, ohne wirklich ZUSAMMEN zusein. Sie haben sich nichts mehr zu sagen und sie lieben sich nicht mehr. Sie tun es wegen der ungeschriebenen „Moralischen Gesetze“ und sie tun es der GEWOHNHEIT wegen. Etwas Neues zu beginnen, ist viel zu anstrengend.
Eine Trennung erscheint mir einfacher, wenn wir uns der Belastung von außen entledigen, uns klar machen, dass es zum Leben dazu gehört und das es Mut und Respekt verdient, etwas Neues zu beginnen.

Ein oft gehörter Satz der Moralisten ist: Der hat seine Frau VERLASSEN. Er hat sie ALLEINE gelassen- Schwachsinn. Niemand ist alleine auf der Welt und das eine Beziehung auseinandergeht hat immer mit ZWEI Personen zu tun.
Es entsteht bedauerlicher Weise aber oft ein Gefühl des Verlassen-werdens. Das entsteht in der Regel aber nur dann, wenn es Sieger und Verlierer gibt- und die sollte es in Partnerschaften niemals geben. Das dieses Gefühl nicht bei einem Partner zurückbleibt, darauf wäre bei einer Trennung zu achten. Es darf keinen Besiegten, keinen Verlierer geben. Hat man drei überwiegend schöne Jahre gehabt- sind ALLE Gewinner- hat man nicht- ist es sowieso besser auseinanderzugehen.

Gruß

Frank

Hallo Salvo…

für mich eine wichtige Aussage:

Ich weiss nicht, ob es möglich sein
wird mit dieser Frau zusammenzukommen, da Sie selbst in einer
(unglücklichen) Beziehung steckt. Aber dass ist mir auch
relativ egal, vielmehr beschäftigt mich der Gedanke, dass
meine Beziehung schon so kaputt sein muss, dass ich mich in
eine andere Frau verlieben kann.

Das eine nicht vom anderen abhängig zu machen, finde ich schon mal sehr wichtig.
Ich denke, es ist jederzeit- auch in einer glücklichen Beziehung - möglich, dass man sich in jemanden anderen verliebt. Sicher ist es wahrscheinlicher, wenn man Dinge in der besteheden Partnerschaft vermisst.
Ohne aber die „alte“ Beziehung aufgearbeitet zu haben, wird auch die Neue keinen wirklich fruchtbaren Boden haben.
Du solltest Dir wirklich darüber klar werden, was genau Dich in Deiner Partnerschaft hält. Im Zweifelsfall schreib doch einfach eine Liste mit pro´s und contra´s und schau sie Dir genau an.
Dass es gerade in punkto Leidenschaft immer mal Flauten gibt, ist eher normal. Den Ekel, den Du dabei empfindest solltest Du Dir aber mal genauer anschauen. Was genau ekelt Dich? Was ist anders als früher? Warum hast Du Dich einmal für diese Frau entschieden?

ist es so, dass Verliebtsein und Liebe zwei gänzlich
verschiedene Dienge sind, ja sich gegenseitig sogar fast
ausschliessen? Oder wie sonst kann ich mir selbst mein
Verhalten erklären und keine klare EWntscheidung treffen???

Ja, ich denke es sind wiklich zwei verschiedene Dinge. Ist man verliebt, sieht man den Anderen eher oberflächlich. Jeder gibt sich von seiner Schokoladenseite und das ganz automatisch, ohne es wirklich bewusst so zu planen.
Wenn man verliebt ist, bemerkt man die niedlichen Grübchen beim lachen, die schönen Augen, etc.
Wenn man liebt, dann schätzt man das Vertrauen des Anderen, die Geborgenheit, man weiß was es heißt jemanden an seiner Seite zu haben, der zu einem steht, etc.
Für Verliebtsein und Liebe gelten unterschiedliche Kriterien.
Das ist meine Sicht.

Ich wünsch Dir alles Gute und viel Kraft für Deine Entscheidung
liebe Grüße
l.w.

Gruss Salvo