Hi Salvo,
zu dem schon Gesagten noch ein paar Gedanken von mir.
Ich denke es ist ganz einfach schwer, einem Menschen, mit dem ich gute und schlechte Zeiten verbracht habe, zu sagen: Es ist aus. Ich habe Angst sie zu verletzen, ihr weh zu tun und ich denke einfach, dass es natürlich und menschlich ist. Die Gesellschaft (wir erleben ja immer wieder so Promi-Geschichten z.Zt. der angeblich Beste Torwart der Welt) allerdings, also alle die, die noch nicht, oder gerade nicht in so einer Situation sind, urteilen anders. Sie sprechen nicht von Angst vor Verletzung, sondern vielmehr von FEIGHEIT, vor allem von den FEIGEN Männern. Sie heben ihre moralischen Finger und urteilen: so was tut man nicht, so ein Schwein und all so ein Blödsinn.
Natürlich tut „man“ es. Überall auf der Welt kommen Menschen zusammen und irgendwann kommt für viele die Zeit, dass sie wieder auseinandergehen. Es ist normal- nichts ist normaler.
Das wir uns mit der Entscheidung, der Mitteilung so schwer tun, hat ME aber auch etwas damit zu tun, dass wir als Looser bezeichnet werden- die Beziehung ist GESCHEITERT-was für ein Wort- der UNTERGANG- alles ist aus. Die Ehe ist KAPUTT- die braven Moralisten zeigen mit dem Finger auf uns und tuscheln: Der betrügt doch seine Frau. Bevor Du in Deinem Posting zur Sache kommst, schiebst Du vorweg: Bitte keine Moralpredigt- genau das ist es aber, womit Du allüberall im Freundes- und Kollegenkreis rechnen musst- sie werden sich keine Chance entgehen lassen, das gefundene Fressen zu verköstigen.
Dein Signal: „Bitte keine Predigt“ macht mir deutlich, wieviel Bedeutung Du den Dummschwätzern zukommen lässt. Du WILLST es nicht hören. Du kennst das URTEIL.
Sich diesem allgemeingültigen „Moralischen Gericht“ zu entziehen ist sehr schwer.
Die Gesellschaft gibt uns vor, was anständig ist, was sich gehört und was man nicht tut. Wer gegen diese Unsinns-Gesetze handelt- hat schon verloren. Die Zweifel, die in Dir aufkeimen- (liebe ich sie doch noch?) können ME z.T. mit darin begründet sein. Es könnte hilfreich sein, sich frei zu machen von den Moralpredigern und selbsternannten Richtern und NACHZUSPÜREN, was Dein Gefühl sagt. Beim NACHSPÜREN und in-sich hinein- horchen, wäre es schön, die schlechten UND die guten Zeiten Revue passieren zu lassen.
Beziehungen können, DÜRFEN auseinandergehen. Sie müssen keineswegs GESCHEITERT sein- Die Zeit ist einfach um- und Ende.
Jeder von uns hat das RECHT, etwas zu beenden, wenn er die Zeit für gekommen hält.
Ich habe eine Zeit mit einem Menschen verbracht- und das war SCHÖN- jetzt kommt etwas Neues, Anderes- vielleicht eine neue Liebe.
Und weil wir gerade bei den Moralaposteln sind, ich kenne verdammt viele Menschen, die schon ein Jahrzehnt und mehr miteinander verbringen, ohne wirklich ZUSAMMEN zusein. Sie haben sich nichts mehr zu sagen und sie lieben sich nicht mehr. Sie tun es wegen der ungeschriebenen „Moralischen Gesetze“ und sie tun es der GEWOHNHEIT wegen. Etwas Neues zu beginnen, ist viel zu anstrengend.
Eine Trennung erscheint mir einfacher, wenn wir uns der Belastung von außen entledigen, uns klar machen, dass es zum Leben dazu gehört und das es Mut und Respekt verdient, etwas Neues zu beginnen.
Ein oft gehörter Satz der Moralisten ist: Der hat seine Frau VERLASSEN. Er hat sie ALLEINE gelassen- Schwachsinn. Niemand ist alleine auf der Welt und das eine Beziehung auseinandergeht hat immer mit ZWEI Personen zu tun.
Es entsteht bedauerlicher Weise aber oft ein Gefühl des Verlassen-werdens. Das entsteht in der Regel aber nur dann, wenn es Sieger und Verlierer gibt- und die sollte es in Partnerschaften niemals geben. Das dieses Gefühl nicht bei einem Partner zurückbleibt, darauf wäre bei einer Trennung zu achten. Es darf keinen Besiegten, keinen Verlierer geben. Hat man drei überwiegend schöne Jahre gehabt- sind ALLE Gewinner- hat man nicht- ist es sowieso besser auseinanderzugehen.
Gruß
Frank