Verhalten gegenüber grenzwertigem Verfolgungswahn?

Hallo Leute,
ich habe ein Problem mit meiner Vermieterin und weiss nicht wie man sich am geschicktesten verhalten soll. Nein, kein Problem wegen ungeputzter Treppe oder zu lauten Kindern, wie man sie normalerweise mit Vermietern, die im selben Haus wohnen hat. Sondern:
Die Dame ist der Meinung, daß wir sie abhören (vor einem Jahr als wir einzogen, ist in ihrer Abwesenheit in ihrer Wohnung ein Abzweig für unser Telefon gelegt worden), kontrollieren oder mobben. Auf die direkte Nachfrage, welche Anhaltspunkte Sie habe um von derartigen Motivationen auszugehen, bekommt man keine schlüssige Antwort. Im übrigen ist sie der völlig unbegründeten Meinung wir (als Mieter) wollten Ihr das Haus wegnehmen. Ich bin inzwischen, da Sie sonst auch extremen emotionelan Schwankungen unterliegt (bei Zufallsbegegnung: mal normal freundliches „Guten Tag“, mal nur giftiger Blick mit wutverzerrten Gesicht ohne Lautäusserung) zu der Meinung gekommen, daß Sie unter dem leidet, was man landläufig Verfolgungswahn nennt.( Sie hat einmal meine Frau angefahren, sie würde die Fenster mit System öffen und schließen um anderen Leuten etwas zu signalisieren, sie solle das ruhig zugeben …).
Da wir eine Familie mit allem drum und dran (2 Kinder(2,75 und 1,5 Jahre), Hund, Katze usw.)sind und damit auch ziemlich verletzlich, werden wir uns so schnell wie es geht eine neue Bleibe suchen…
Nun meine Frage: Wie gehen wir in der Zwischenzeit mit einer solchen Person um?
Meine Frau neigt dazu sehr aggressiv zu reagieren, während ich eher der beschwichtigerende Typ bin. Beide Verhaltensweisen führen Ihr gegenüber jedoch nicht dazu, daß wir in Ruhe gelassen werden, oder keine Bedenken wegen der Kinder mehr haben müssen.
Wir haben mit den Angehörigen (Söhne) gesprochen und die sagen, solange sie nicht irgendetwie eine Gefahr für sich oder andere darstellt, seien ihnen die Hände gebunden.
Ich bin für jede Hilfe dankbar!

Schizophrenie: Distanz, aber freundlich
Hallo!
Was Du schreibst könnte wirklich eine schizophrene Psychose sein. Unter diesem Stichwort kannst Du Dich belesen oder auch in einer psychiatrischen Klinikabteilung mal nachfragen.
Wenn es Schizophrenie ist, kann sich die Frau von diesem Wahn nicht lösen. Es gibt keine Chance, sie durch rationale Argumente zu überzeugen, der Versuch geht eher nach hinten los. Egal, was Ihr tut, wird es als neuer Trick ausgelegt, jedenfalls letztlich nicht die Krankheit heilen.

Allgemein gilt beim Umgang mit Schizophrenen, möglichst wenig Streß zu erzeugen, weil der die Krankheit verschlimmern kann (Streit also vermeiden, lieber nachgeben, verständnisvoll und feundlich reagieren). Die Erkrankung läuft in Schüben ab, also lieber aus dem Weg gehn, wenns schlimm ist und Themen besser dann besprechen, wenn sie einen guten Tag hat.

Die genaue Krankheitsursache ist bislang unbekannt, medikamentöse Behandlung meist unumgänglich. Es kommt aber auch vor, daß eine solche Phase von allein wieder vorbeigeht und die Person sozusagen wieder gesund ist. Eine Beurteilung durch Fachleute halte ich für sehr wichtig, auch um evtl. rechtzeitig mit einer Behandlung anzufangen. allerdings müßte das von Leuten angeregt werden, denen die Vermieterin vertraut, also Angehörige, die aber meist sehr wenig über solch eine Krankheit wissen.
Den Kontakt zu den Söhnen finde ich gut. Vielleicht solltet Ihr auch weiter mit ihnen gemeinsam nachdenken, was man tun könnte, u.U. auch über die Art der Krankheit informieren, die ernst zu nehmen ist.

Tschuess, Sven.

Hallo,

mein Vorschlag wäre, dass Ihr zunächst versucht zu einem „Urteil“ über das Verhalten der Frau zu kommen. Dann solltet Ihr daraus konsequent Euer Verhalten in und nach den unangenehmen Situationen ableiten.

Wahrscheinlich ist die Frau wirklich psychisch angeschlagen oder sogar krank. Dann dürft Ihr ihre Vorwürfe nicht so verarbeiten, als ob sie von jemandem kämen, der völlig „normal“ ist. Ansonsten unterliegt Ihr selbst einem Fehlschluss, indem Ihr ein falsches Motiv (die böse Absicht, Euch etwas Falsches zu unterstellen) bei der Frau vermutet. Natürlich ist es gerechtfertigt, erbost zu sein, wenn einem jemand ABSICHTLICH falsche Dinge unterstellt. Bei einer psychischen Ursache unterstellt Euch die Frau nicht ABSICHTLICH etwas falsches, sondern die Sache STELLT SICH IHR TATSÄCHLICH SO DAR. Sachargumente werden dann kaum etwas nützen und wahrscheinlich immer wieder von der Frau falsch verstanden werden. Es wäre dann auch falsch, der Frau z.B. vorzuhalten, „dass sie spinnt“. Das wäre dann ungefähr so, als ob man einen Körperbehinderten wegen seiner Körperbehinderung schlägt. Versucht es einmal mit einem positiven Feedback, ohne direkt auf ihre Vorwürfe einzugehen.

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