Hi Polyester,
das ist ganz schön starker Tobak. Ich kann verstehen, daß Dich das sehr mitnimmt. Wobei wenn er Dir vertraut, wird er auch verstehen, daß es nicht nur darum geht, ihn vor sich selbst zu schützen sondern auch die Menschen, die er eventuell in seinem momentanen Zustand, mit den Tod reißen könnte.
Kennst Du jemanden aus der Nachbarschaft Deines Freundes? Vermutlich sollte man die Polizei vorsorglich einschalten. Allerdings traue ich wenigen Polizisten einen kompetenten Umgang in solchen Sachen zu. Ergo, ich würde vorort eine psychologische Einrichtung auszumachen versuchen und bittten, ob von dort aus jemand hinfahren kann, der auf Krisentinterventionen spezialisert ist, um dort die Situation vorort zu checken und Deinem Freund zu helfen. Er will nicht sich töten, sondern das Leben das er führt bzw. Teile davon.
Wenn er die Möglichkeiten hat, sich und andere in den Tod zu reißen, ist er für alle Menschen einen Gefahr. Er kann ebenso eine Gefahr für die Polizei und Deine Lebensabschnittsgefährtin sein. Möglicherweise ist er gerade selbst eine wandelnde Zeitbombe, die dringendst entschärft werden muß. Je früher hier jemand hilft umso besser. Und lieber geht man hier etwas zuviel auf Nummer sicher als daß es hinterher viel mehr Leid zu beklagen gibt, z.B. in Form verletzter oder gar getöteter Menschen.
Ich denke, wenn Dein Freund ein Freund ist, dann wird er verstehen, daß Du Hilfe von Dritten einschalten mußtest. Es geht einfach darum ihn und seine Umwelt vor sich selbst zu schützen.
Versuche ruhig zu bleiben und ihn immer wieder anzurufen. Vielleicht ist er auch nur gerade Erledigungen machen, z.B. Lebensmittel einkaufen, vielleicht besucht er Freunde, weil er sich selbst davon ablenken möchte. Die Ankündigung kommt ja ganz offensichtlich einem Hilferuf gleich. Und gegenwärtig ist hier professionelle Hilfe einfach das Einzige das effizient helfen kann.
Ich befürchte, Du solltest die Polizei einschalten, denn diese weiß gegebenenfalls im Notfall sich zur Wehr zu setzen. Sie sollten einen Therapeuten der auf Krisenintervention spezialisert ist mitnehmen. Auch wenn Du das vermutlich sehr ungern tun magst, was ich sehr gut verstehen kann, so geht es doch einfach darum ihn und seine Umwelt zu schützen. Und lieber zuviel als zuwenig getan.
Wenn er Dein Freund ist, wird er später auch sicher verstehen können, daß Du Dich um ihn, um sein Leben und das was er tun könnte, Sorgen gemacht hast. Und es wäre an ihm, den Leidensdruck unter dem er offenbar steht, sich in einer Therapie anzuschauen. Dort kann er lernen Wahlmöglichkeiten zu bekommen, kann eigene Anteile am Geschehen erkennen und künftig erst gar nicht mehr in solche Situationen zu geraten bzw. anders damit umzugehen lernen.
Schweren Herzens würde einen Therapeuten spezialisiert für Kriseninterventionen anrufen und ihn bitten mit der Polizei hinzufahren bzw. ihn suchen zu lassen.
Alles Gute,
Romana