Fragen zu psycholog. Fragen

Hallo Experten!

Ich habe mich gewundert, welche Fragen man in psychologischen Tests beantworten muss. Was wird zum Beispiel mit den folgenden Fragen bezweckt:

a) Haben Sie schon mal gelogen?
b) Würden Sie eine Notlüge machen?

oder:

c) Schlafen Sie oft schlecht ein?
d) Schlafen Sie schlecht, wenn sie vor einem großen Problem stehen?

a und b, sowie c und d gehören meiner Meinung nach zusammen.
Was soll hier geklärt werden. Gelogen hat glaube ich jeder schon mal - oder bin ich da der einzige?

Ich schlafe immer recht gut und ausgiebig. Es kann aber schon vorkommen, dass ich, wenn ich vor einem großen Problem stehe, von dem sehr viel abhängt, schlechter einschlafe.

Natürlich haben meine Frage einen Grund. Ich möchte eine führende Stelle annehmen, muss aber zuvor einen psychologischen Test ablegen, in dem meine Fähigkeiten geprüft werden sollen. Da mir diese Stelle sehr viel bedeutet, möchte ich vorbereitet sein. Wie sind solche Fragen also zu bewerten und worauf sollte man in meinem Fall besonders Acht geben?

Ich danke euch vorerst, mfg
Luggi

Hallo,
a & b sind Fragen, die Deine Ehrlichkeit bei der Testbeantwortung überprüfen (in der Annahme der Lügner zum übertreiben neigt resp. das Maß aus den Augen verliert).

c) Schlafen Sie oft schlecht ein?
d) Schlafen Sie schlecht, wenn sie vor einem großen Problem
stehen?

c würde ich verneinen (das könnte als Symptom einer psychischen Störung ausgelegt werden). d würde ich in Anbetracht der angestrebten Position ebenfalls verneinen (schlechter Schlaf vorher deutet auf verminderte Belastbarkeit hin).

Gruss
Enno

Hi!

a & b sind Fragen, die Deine Ehrlichkeit bei der
Testbeantwortung überprüfen (in der Annahme der Lügner zum
übertreiben neigt resp. das Maß aus den Augen verliert).

Hm. Soll bei den Fragen dann gelogen werden und „NEIN“ angekreuzt werden? Ist das glaubhaft?

Luggi

Hallo,

Hm. Soll bei den Fragen dann gelogen werden und „NEIN“
angekreuzt werden? Ist das glaubhaft?

Nein, Du solltest sie mit „Ja“ beantworten. „Nein“ würde evtl. als Unehrlichkeit bei der Fragenbeantwortung gewertet werden.

Gruss
Enno

Hallo Luggi,

Ich habe mich gewundert, welche Fragen man in psychologischen
Tests beantworten muss. Was wird zum Beispiel mit den
folgenden Fragen bezweckt:

a) Haben Sie schon mal gelogen?
b) Würden Sie eine Notlüge machen?

Du kannst diese Fragen beantworten, wie Du willst. Die Antwort wird Dir von einem tüchtigen Psychologen so oder so negativ ausgelegt werden. „Haben Sie schon mal gelogen?“ „Ja!“ –> Luggi ist als Lügner entlarvt. „Nein!“ –> Luggi ist nicht ehrlich, denn schließlich hat – wie Du schon völlig richtig sagtest – jeder schon mal irgendwann in seinem Leben gelogen. „Würden Sie eine Notlüge machen?“ „Ja!“ –> Luggi ist fähig, die Unwahrheit zu sagen. „Nein!“ –> Luggi hat Probleme, von zwei Übeln (Notlüge machen oder ehrlich sein und die schlimmen Konsequenzen tragen) die Notlüge als kleinere zu erkennen.

Wie sind solche Fragen also zu bewerten

Als Bullshit!

und worauf sollte man in meinem Fall besonders Acht geben?

Achte besonders darauf, Dich bei der Beantwortung der Fragen nicht am Kopf zu kratzen oder an der Nase zu reiben. Das ist nämlich für so einen wackeren Herrn Psychologen ein gefundenes Fressen, um eine Menge (natürlich ebenfalls negative!) Schlüsse über Deine Persönlichkeit ziehen zu „können“.

Viel Glück und Erfolg bei Deinem Test.

Gruß
Martin

Hi Luggi,

es hilft nur eins:

Alle Fragen intuitiv beantworten. und vor allen dingen ehrlich.

denn nicht nur diese 4 Fragen gehören zusammen, sondern in den Tests sind eine ganze Reihe von kontrollfragen drin, die die Ehrlichkeit der antworten zu anderen Fragen überprüfen.

Also was dir am wenigsten hilft ist nachzudenken, was die Beantwortung einer Frage für eine Wertung nach sich zieht.

denn wenn ein Psych. hinginge und aus jeder einzelnen antwort eine Analyse deiner person machen wollte, dann würde er bei 10 Bewerbern auch 10 Wochen für die Auswertung brauchen.

Keiner liest die antworten. Es wird ein Schema drübergelegt und die Antwortkreuze gezählt. Das macht das Ergebnis.

Es ist also schnurz wie du die 4 Fragen beantwortetest. Alle 10 - 20 - oder 30 Fragen zu dem Themenkomplex ergbenen zusammen einen Wert.

also ein paar negative antworten ergen kein falsches Bild deiner Person.

Abe hir sollten mal ein paar Psychologen was für ihr Image als Personen-Negativ-Bewerter arbeiten.

Diese Tests haben nicht die Aufgabe jemanden als negativ auszusortieren, sondern den besten herauszufinden. die 9 von 10 die durchfallen werden also nicht herabgewertet.

gruss
winkel

Hallo Experten!

Hallo!

Vorab: Ich bin Psychologe und arbeite als Test- und Fragebogenkonstrukteur.

Ich kann Dir hier kein komplette Erklärung dafür geben, warum psychologische Fragebogen so aussehen, wie sie aussehen. Eine solche Erklärung würde ein kleines Buch füllen und notwendigerweise sehr ins Detail gehen. Von denen, die hier bisher geantwortet haben, hat winkel am ehesten Recht. Bei der Art von Fragebogen, aus dem die von Dir zitierten Fragen stammen, ist die Antwort auf eine einzelne Frage nicht so entscheidend - hinsichtlich der AUSWERTUNG! Wieso das so ist, hat mit komplexen statistischen Methoden zu tun, die zu beschreiben jeden Rahmen sprengen würden. Hinsichtlich der psychologischen Prozesse, die eigentlich interessieren, ist es dagegen außerordentlich wichtig, wie der / die Befragte einen solchen Fragebogen beantwortet. Daher sollte man Fragebögen so beantworten, wie der Testleiter oder die Anweisung es möchten. In dem Fall steigt die Wahrscheinlichkeit, daß das Ergebnis, das am Ende des Prozesses steht, eine gültige Aussage über das macht, was der Fragebogen messen soll.

Es ist nicht richtig, wenn behauptet wird, daß Du bei bestimmten Fragen immer schlecht abschneidest. Bei den Fragen, die Du zitiert hast, kannst Du gar nicht schlecht abschneiden, weil es sich um Fragen aus einem Persönlichkeitsfragebogen handelt. Bei solchen Fragebögen „fällt“ man nicht „durch“. Wie sollte das auch gehen?

Natürlich haben meine Frage einen Grund. Ich möchte eine
führende Stelle annehmen, muss aber zuvor einen
psychologischen Test ablegen, in dem meine Fähigkeiten geprüft
werden sollen. Da mir diese Stelle sehr viel bedeutet, möchte
ich vorbereitet sein. Wie sind solche Fragen also zu bewerten
und worauf sollte man in meinem Fall besonders Acht geben?

Auf gar nichts. Beantworte den Fragebogen so, wie die Anweisung es vorschreibt. Es ist für Laien unmöglich, das Ergebnis in einem Persönlichkeitsfragebogen hinzu"schummeln", das sie gerne hätten.

Persönlichkeitsfragebogen werden manchmal für die Personalauswahl benutzt. In Deutschland ist es vor allem das Freiburger Persönlichkeitsinventar (FPI), das verwendet wird. Von der Verwendung von Persönlichkeitsfragebogen zur Personalauswahl halte ich nicht viel, u.a. weil der statistische Zusammenhang zwischen den Ergebnissen in solchen Fragebogen und der beruflichen Leistung nicht sehr hoch ist. Die Fragebogen sind für die Zwecke der Personalauswahl in den allermeisten Fällen auch gar nicht konstruiert worden. Für den FPI in der Fassung von 1987 (in den letzten Jahren kam eine neue Auflage heraus) haben die Fragebogenkonstrukteure selbst davor gewarnt. Auch das Testkuratorium der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen „rät dringend“ davon ab, solche Fragebogen für die Personalauswahl einzusetzen.

Wofür die Fragen, die Du genannt hast, im einzelnen stehen, sollte Dir kein verantwortungsbewußter Psychologe sagen. Wenn es sich nämlich ´rumspricht, dann kann man die Fragebogen, die mit viel Aufwand und für viel Geld konstruiert wurden, wegwerfen. Für diese „Geheimniskrämerei“ gibt es gute Gründe. Keiner davon ist unethisch.

Freundliche Grüße,

Oliver Walter

Hallo,

Es ist für Laien unmöglich, das Ergebnis in einem Persönlichkeitsfragebogen hinzu"schummeln", das sie gerne hätten.

Warum ? Wenn mir als Laie das Bewertungsschema bekannt ist, was spricht dagegen im Test als eine x-beliebige hinreichend verinnerlicherte Persönlichkeit zu erscheinen ?

Wofür die Fragen, die Du genannt hast, im einzelnen stehen, sollte Dir kein verantwortungsbewußter Psychologe sagen.

Umgangssprachliche (kontextlose) Fragen lassen viel Fehlinterpretationen zu. Es wäre für den Prüfling zumindest hilfreich, jmd. bei Bedarf fragen zu können. Häufig sind solche Tests allerdings ohne Beisitzer zu beantworten. Ein bisschen Vorabinformation kann eigentlich nur beiden Seiten zuträglich sein.

Gruss
Enno

Hallo Oliver!

Erstmal danke für alle Antworten!

Vorab: Ich bin Psychologe und arbeite als Test- und
Fragebogenkonstrukteur.

Ich kann Dir hier kein komplette Erklärung dafür geben, warum
psychologische Fragebogen so aussehen, wie sie aussehen. Eine
solche Erklärung würde ein kleines Buch füllen und
notwendigerweise sehr ins Detail gehen.

Eines wüsste ich noch gerne. Wenn für eine Frage die Möglichkeit besteht, sie mit „ja“, „teils-teils“, „nein“ zu beantworten, ist dann eine klare Äußerung („ja“, „nein“) zu bevorzugen?

mfg
Luggi

Hallo!

Es ist für Laien unmöglich, das Ergebnis in einem
Persönlichkeitsfragebogen hinzu"schummeln",
das sie gerne hätten.

Warum ?

Weil man als Laie nicht weiß, was das für ein Fragebogen ist, welche Skalen er hat, was die Skalen bedeuten, welche Items zu welchen Skalen gehören, wie die Auswertung aussieht usw.
Wie stellst Du Dir einen Laien vor, der auf den 10+2 Skalen des FPI-R genau das Persönlichkeitsprofil hinschummelt, das er sich vorher als „gut“ überlegt hat?

Wenn mir als Laie das Bewertungsschema bekannt ist,

Seit wann ist Laien das "Bewertungs"schema bekannt?

was spricht dagegen im Test als eine x-beliebige hinreichend
verinnerlicherte Persönlichkeit zu erscheinen ?

Seit wann kann man mit solchen Fragebogen herausfinden, ob eine „Persönlichkeit“ hinreichend „verinnerlicht“ ist?

Umgangssprachliche (kontextlose) Fragen lassen viel
Fehlinpretationen zu.

Während der Fragebogenkonstruktion wurde die Frage der Validität (hoffentlich) berücksichtigt. Wenn der Fragebogen fertig ist, können die Befragten interpretieren, wie sie wollen. Aufgrund der Konstruktion ist ein guter Fragebogen in diesem Bereich robust. Der FPI-R ist ein Beispiel für einen guten Persönlichkeitsfragebogen.

Es wäre für den Prüfling zumindest
hilfreich, jmd. bei Bedarf fragen zu können.

Seit wann ist ein durch einen Persönlichkeitsfragebogen Befragter ein „Prüfling“? Es handelt sich um Persönlichkeitsfragebogen, nicht um Leistungstests.

Häufig sind
solche Tests allerdings ohne Beisitzer zu beantworten. Ein
bisschen Vorabinformation kann eigentlich nur beiden Seiten
zuträglich sein.

Die Persönlichkeitsfragebogen sind für eine bestimmte Situation standardisiert. Diese Situation sieht in der Regel keinen „Beisitzer“ vor. Jede Abweichung von der standardisierten Situation macht die Befragung strenggenommen wertlos, weil die Ergebnisse der Befragung dann mit dem im Testmanual vorgegebenen Auswertungsschema nicht mehr bearbeitbar sind.

Für weiteres empfehle ich Dir die Standardliteratur der Testtheorie. Eine gute Einführung ist „Die Fragebogenmethode“ von Mummendey.

Freundliche Grüße,

Oliver Walter

Frage an den MOD oder Enno:
Wieso wurde das 8:29 Uhr-Posting von Enno zwischenzeitlich gelöscht und dann ohne ersichtliche Änderung wieder eingestellt?

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Hallo,

Frage an den MOD oder Enno:
Wieso wurde das 8:29 Uhr-Posting von Enno zwischenzeitlich
gelöscht und dann ohne ersichtliche Änderung wieder
eingestellt?

ich lediglich einen peinlichen Schreibfehler korrigiert. Ansonsten danke für den Buchtip.

Gruss
Enno

Hallo!

Eines wüsste ich noch gerne. Wenn für eine Frage die
Möglichkeit besteht, sie mit „ja“, „teils-teils“, „nein“ zu
beantworten, ist dann eine klare Äußerung („ja“, „nein“) zu
bevorzugen?

Offensichtlich hat mein Geschreibsel zu keiner Aufklärung geführt. Bei Persönlichkeitsfragebogen gibt es keine „richtigen“, „besseren“ oder „zu bevorzugenden“ Antworten. Kreuze das an, von dem Du meinst, daß es auf Dich am besten zutrifft! Wenn Du meinst, daß „teils-teils“ bei einer Frage am besten paßt - na, dann los!

Gruß,

Oliver Walter

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