Frau Holle
Hallo, Enno, da erinnere ich mich mit einem wohlig-leichtgruseliegen „Eingeweihten/Insider“-Gefühl besonders an ein häufiges Spiel von uns 3 Geschwistern früher (Bruder und Schwester sind 5 ubd 7 Jahre älter als ich): ne (Tisch-, aber eben große, am besten ne wollene Schlaf-)decke über den Tisch ziehen, sodaß er ganz verhüllt ist (aha!!! wie heißt der BrandenburgerTor- und Eiffelturm[nochnicht] Verhüller noch? Krist doch die Motten, bei meim schlechten Gedächtnis!!!). Da hat man dann sogar noch nen Eingang, da, wo die beiden Ränder der Decke unten zuzsammenkommen. Und da haben wir drin(ne!) gespielt, kannimi nur jetzt echt nicht erinnern, was. Am wichtigsten war das „drinsein“.
Ich sehe das aber (schon lange) nicht mehr psycholisierend an, als „Rückkehr zur Natur“ (des weg vom), in die Traute (re-intrauterin), mehr enaktiv (mit Geborgenheit auch, klar!), suchend, so wie meine Radtour mit 16 jahren nach Frankreich wohl auch eine „Flucht in die Welt“, aber auch eine „Sucht in die Welt“ war.
Suchen-säugen!!!
Dabei bedeutet `säugen´ doch beides: Milch nehmen und Milch geben, oder?
Es ist irgendwie so ein „heimeliches Gefühl“, aber i n Unterschied zum „Zuhause“, bei den Eltern.
Es ist irgwendwie etwas „Eigenes“ sowohl zum Zurückziehen, als auch (und wozu zurückziehen?) zum tätig werden, in einer „eigenen“ Sphäre, im aktiven/direkten wie auch im gedanklich/gefüphlsmäßigen, übertragenen Sinne.
Die Vorliebe meiner Katzen für „geheime Winkel“ und alle neuen nur angelehnten Öffnungen, und ihr unwirsches Gekratze an allen einmal offen gesehenen Türen/Öffnungen scheint mir damit (aber nur) verwandt zu sein.
Eher verwandt empfinde ich heute mein Gefühl in der Beschäftigung mit mathematischen oder sprachwissenschaftlichen offensichtlich un- oder falsch gelösten Problemen: „Ich bin es, der den Schlüssel habe!“ und: „hier bin ich zuhause, und kein anderer Uneingeweihter!“
Bei Kleinkindern halte ich das (leider keine eigenen als „Studiensubjekte“ gehabt) für erste halbbewußte Schritte „nach außen“, erste Suchen nach Konstruktion einer eigenen (nicht nur von der Erwachsenenwelt abgeschirmten) Welt.
Wie? „Nach außen“? Irgendwie! Wir suchen ja gerade, nach wo! Und „nach!“ ??? Also weg! Stopp, Kind!!!
All diese verbrämte Eifersucht!
Also bittebitte nicht alles immer mit erstickender Fürsorge nur auf fehlendes Maß an Geborgenheit erklären wollen!
Beispielhaft/metaporisch empfinde ich jetzt in diesem Zusammenhang die „Entdeckung Amerikas“.
Columbus hatte sein „Amerika“ möglicherweise schon im Kopf (auch wenn er vielleicht nur den Seeweg nach Indien suchte; er wollte ja auch die Rundheit der Welt, diese beweisend, nutzen!!! Vergessen wir all diese „weisen“ konservativen Märchen von der bloßen Suche nach dem Seeweg. Eher ein Sehweg! Aber keinerlei „Sieh weg!“ !!!)
Und nicht nur das, hatte er vielleicht schon von Anfang an im Kopf, „sein Amerika“ der welt dann auch zu präsentieren?
Man hat als Kind irgendwie das Gefühl, in „der Höhle“ (umso mehr im eigenen Baumhaus, da oben) die „draußen“ in einem entstehenden/entstandenen Fantasien ausbauen zu können.
Hat Columbus „seine Höhle“ gesucht und gefunden?
Und warum ist er nicht geblieben?
Ja, wem hätter er es denn dann präsentieren können??!!
Eine ebenfalls sinnträchtige Frage, meine ich.
Klar, haben wir nicht in unserer Höhle bleiben weder können noch wollen.
Nun gut, wir hätten ja uns unser Essen wie einer Katze vor „die Tür“ stellen lassen können.
Neenee, es ist anders, es ist mehr. Es handelt sich irgendwie um 2 Welten. Aber das mehr als „Welten“.
Viel mehr!!
Merkwürdig finde ich (heute und damals) dieses Gefühl der doppelten Geborgenheiten. Ja, die eigentlich eher „geborgte“ Geborgenheit bei den Eltern, und die eher „authentische“ in der „eigenen“ Höhle.
Klar, sind auch die Eltern die „eigenen Eltern“. Aber das sind 2 verschiedene „Eigen“(tlick)heiten.
Dramatische Folgen zeitigt jedes elterliche Tabu gegen diese „eigenen“ Welten/Höhlen für die authentische Eigenständigkeit der wachsenden Menschen/Individuen/Gruppenwesen.
Warst du mal in Segeberg (Kalkhöhlen)?
Mich haben auch „magisch“ die Höhlen in den Pyrenäen angezogen, als ich mal auf dem Weg durch Andorra nach Spanien da längs fuhr. Bin auch annehalten und hoch, und hab dadrin denn irngwatt „historisches“ gemacht (weißnich mehr; vielleicht auch nur drinne nen Stein „ganz runter“ geworfen).
Das „Höhlenerlebnis“ ist ja nicht nur in der Philosophie markant (Platons Gleichnis); auch zB im großen Saal der Peterskirche in Rom habe ich (als Nichtchrist! Nur „Tourist“) ähnliches gesehen.
Da hält ja Johannes Paul jeden Sonntag Hof; und zu besonderen Gelegenheiten.
Denk auch an den „Nürnberger Parteitag“ und wochenndliche Stadion-Erlebnisse! Auffallenderweise hat man nicht entfernt ein ähnliches Gefühl, wenn man nur „mit der Kamera dabei ist“.
Stimmt also auch wieder mal garnicht: „Mitten drin, nicht nur dabei!“
Ist von daher ein ähnliches Fänomen wie das
„Nicht suchen: Finden“ Dingens.
E. Wasserzieher schreibt zu Höhle´: "mhd hüle, ah. hulí, Höhlung, engl. hole Loch, entl. fz houle hohle, d.h. stark bewegte See" - s t a r b e w e g t!!! und whole´ = ganz, heil (!)
Verwandt ist auch lt cavus, engl. cave - Käfig.
Und ein Käfiug ist ja auch beiderlei: Gefängnis und Entfaltungszone; wie die indianerreservate. („Reservate“!!!)
Ist es genehm, daß ich nur mal wieder so eher narrativ erzählt habe? Oder sogar an-? Oder eher un- und unan-?
Hollow greetings out of the cave,
moinmoin, manni
P.S.: Ne´er beard the lion in his den!
But you´re good (friend) to birds.
Denn du bist gut zu Vögeln! (`denn´ als Konjunktion im Sinne von „es sei denn“)
P.P.S.S. „Wahnsinn, warum schickst du mich in die…“
Wahnsinn~hollol~Höhle?