Wer kann mir Tips oder Ratschläge geben, für unseren Sohn der unter Prüfungsangst leidet. Er ist Schüler der 3. Klasse Grundschule. Bisher war er ein sehr guter Schüler. Er beherrscht seinen Stoff, in schriftlichen Arbeiten leidet er unter Prüfungsangst. - Danke- Karlheinz
Prüfungsangst: Anspruchsniveau u.Attribuierung
Guten Morgen!
Zwei Ziele sehe ich.
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Das Anspruchsniveau zu senken. Jeder hat vor sich selbst Vorstellungen über die Leistungen, die er erbringen will/kann. Wenn dieses Niveau sehr hoch ist, muß er logischerweise einen Mißerfolg befürchten. Wenn er sich hingegen auch mit ner Drei oder Vier zufrieden gibt…
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Die Erklärungsursache für Erfolge/Mißerfolge ändern. Wenn man eine schlechte Note sich selber zuschreibt, ist es ein schlimmerer Mißerfolg, als wenn man sich sagt, mal Pech gehabt zu haben oder vom Lehrer ungerecht beurteilt worden zu sein. Besonders deprimierend wirkt, wenn man sich selbst für dauerhaft zu dumm hält, statt sich zu sagen, diesmal eben schlecht gelernt zu haben. Psychologisch heißt das Attribuierungstendenz.
Man könnte einwenden, daß man sich selbst doch nicht belügen sollte. Aber so weit muß es ja nicht gehen. Es bedeutet mehr, sein Augenmerk mal auf andre Ursachenmöglichkeiten zu lenken. Könnte ja sein, die negative Attribuierung ist schon die ‚Lüge‘.
Zur umsetzung kann ich leider wenig sagen. Drüber nachdenken, drüber sprechen. hat er vor konkreten Dingen Angst? In jeder Arbeit oder nur bei ner bestimten Lehrerin? Wartt Ihr es, die Ihr sehr hohe Erwartungen an ihn gestellt habt, die er jetzt vielleicht verinnerlicht hat? Mein Mutter war auch nicht begeistert, wenn ich mit ner schlechteren Note kam, hat aber immer gesagt, daß sie früher auch etwa Zwei stand, bzw. versucht, einzuschätzen, wo meine Leistungsgrenzen liegen, daß sie nicht mehr erwartet.
Tschuess, Sven.
Hi Karlheinz,
ich habe nicht Psychologie studiert, kann also nicht mit Fachausdrücken durch die Gegend werfen
))
Meine Frage an Dich ist die, hast Du eine Ahnung, wo der Leistungsdruck her kommt? Macht er sich den nur selbst oder wird er von außen aufgedrückt? Kann es sein, daß er das Gefühl hat, als Person weniger Wert zu sein, wenn er keine perfekten Leistungen erbringt? Ich habe als Kind grausamen Leistungsdruck seitens meiner Eltern erfahren… man hat mit mir nicht mehr gesprochen, wenn ich nicht mindestens (!) eine Eins mit Stern geschrieben habe, dementsprechend Angst hatte ich vor jeder Prüfung.
Das soll jetzt keine Unterstellung sein, aber vielleicht eine Anregung. Der Druck muß von Dir bzw. der Mutter ja gar nicht bewußt vermittelt werden. Vielleicht glaubt Dein Sohn ja nur, daß da Druck wäre… oder der Druck kommt von Mitschülern, Lehrern, Geschwistern, oder wie auch immer. Vermittelt ihm, daß Ihr ihn liebt, so wie er ist, und auch wenn er schlechte Noten heim bringt. Und daß sein Wert als Person nicht von Leistungen abhängt. Das wird ihm vielleicht bei seinem Problem sehr helfen.
greetings, Nena
Ergänzung
Tröstet ihn für die nächste schlechte Note.
Gebt ihm jeden Trost der Welt. Am besten ist immer noch körperliche Nähe (in den Arm nehmen, drücken) und ihm sagen, dass es nichts ausmacht, vielleicht gehst ja nächstes mal besser.
Eine Lehrerin von mir hat ihre Tochter, die zerknirscht mit einer Latein-Fünf heimkam, spontan auf eine Pizza eingeladen.
Ein Lehrherr hat einem mir bekannten Lehrmädchen, das mit einer Steno-Fünf zum Unterschreiben kam, 100 ATS als Trost gegeben.
Macht dem Jungen klar, dass sein Wert nicht von seinen Noten abhängt!!!
Lobt ihn für sein Bemühen! Wenn er sein Bestes gegeben hat und er dennoch versagt hat, braucht er wirklich doppelt Anerkennung und Trost!
Hanna
100 ATS
by the way: was bedeutet „100 ATS“ (als belohnung). steht das für „austrian shillings“, oder wie?
bin gespannt!
mfg - george
by the way: was bedeutet „100 ATS“ (als
belohnung). steht das für „austrian
shillings“, oder wie?
bin gespannt!
mfg - george
Richtig geraten! 100 Punkte!
Hanna