So oder so - du musst deine Einstellung ändern!
Hallo Anke!
So, dann will ich mal meinen selbsterlebten Senf dazugeben.
Hatte das gleiche Thema in grün; Familienbetrieb, ständigen Kontakt zu den „Familienchefs (-innen“), Büro mit Glasfenster zum Gang, permantente Stresssituationen, weil Familie sich ja profilieren musste. Kollegen standen auch nicht hinter mir, da ich als Neuling u. jüngste Person der perfekte schwarze Peter war.
Bei mir manifestierte sich diese unangenehme Arbeitssituation natürlich auch gleich seelisch + körperlich (morgendliches und bis nachmittags sich hinziehendes Unwohlsein, freizeitliche Wutanfälle u. Heulkrämpfe, schlechter Schlaf…).
Ich erkannte schnell, dass ich in dieser Firma nie einen Fuß auf den Boden bekommen würde.
Schon nach einem Monat sah ich mich nach einer anderen Stelle um, bewarb mich also (klar heimlich) bei anderen Firmen.
Es dauerte dann noch einen Monat, und ich hatte einen anderen Job gefunden, obwohl ich mir bei allen Vorstellungsgesprächen natürlich die Fragen gefallen lassen musste, warum ich denn so schnell eine neue Stelle suche und was ich denn leisten könne als so junge Kraft.
Nachdem ich den neuen Arbeitsvertrag in der Tasche hatte, wurde ich auf meiner alten Arbeitsstelle mutiger. Ich hatte die Chance, mir meinen Frust vor der Chef-Familie von der Seele zu reden - ohne irgend welche Konsequenzen zu fürchten. Das waren die schönsten Tage in der Firma. Ihre Reaktion war Beweis genug für mich zu gehen.
Jetzt arbeite ich seit über drei Jahren woanders und fühle mich dort sehr wohl!
Ich habe es nie bereuht, dass ich knapp 3 Monate in dieser „Diktatur“ gearbeitet habe, denn ich bin daran gewachsen. Ich bin flexibler, entscheidungsfreudiger und mutiger geworden. Ich habe gelernt, gut dosiert (immer mit Blick auf die Eitelkeiten) meine Meinung zu äußern und auch dazu zu stehen.
Es bringt einem wirklich nichts, wenn man sich ständig über andere Menschen und deren Verhalten seinen eigenen Kopf zerbricht.
Wenn du etwas in deinem Leben nicht ändern kann, dann ändere deine Einstellung dazu - oder deine Arbeitsstelle!
Mein Rat an dich: Bewirb dich woanders und stell dein Licht nicht so unter den Scheffel. Ich bin mir sicher, dass jemand, der sich so gut artikulieren kann wie du, auch in der Lage ist, einen neuen Job zu finden (und sein Selbstbewusstsein aufzubauen!).
Das heißt nicht, dass du kündigen musst, wenn du etwas Neues gefunden hast. Du könntest dann abwägen, ob du wirklich gehen willst und auch einfach mal mutiger gegenüber dieser Dame werden. Du könntest sie dann ohne schlechtes GEwissen zu einem GEspräch unter vier Augen bitten und ihr die Meinung sagen.
Vielleicht würde sich eurer Verhältnis entspannen und sich einiges klären (z.B. ihr eigenes schlechtes Selbstbewusstsein).
Vielleicht aber kommt dann der Punkt, wo du einsiehst, dass es besser ist zu gehen.
Wünsche dir viel Erfolg bei der Lösungssuche!
Danielle