nochmal anders gesagt
Hi Tobias
was empfiehlst du denn stattdessen, um sein gegenüber schnell einzuschätzen?
Diese Frage kommt besser rüber 
Nun, es ist so, daß ein schnelleres Einschätzungsvermögen einer Persönlichkeit oder - wie hier - eines miserablen dialogischen Verhaltens (wie du es von deinem Gespräöchspartner schilderst) nur gewonnen werden kann durch Gespräche, Gespräche, Gespräche und natürlich aufmerkasame Beobachtung dabei - vor allem auch Beobachtung der Wirkungen, die das Verhalten auf einen selbst ausübt und auch der eigenen Reaktionen daraufhin. Insofern tust du ja das richtige.
Es ist genauso, wie man andere Bewegungsformen erlernt, bei denen es u.a. auch auf Schnelligkeit ankommt - Schlagfertigkeit, Klavierspielen, Karate, um mal Beispiele aus sehr verschiedenen Katgorien zu nennen.
Man lernt zunächst in Zeitlupe die Bewegungen. Bei sprachlichen Angelegenheiten kommt noch die sorgfältige Reflektion über den gesprochen Ausdruck (Inhalt, Sprachstil, Tonfall usw.) dazu, die in der Regel im erinnernden Nachspielen der Szene geschieht. Ebenso wie beim Klavierspiel die Reflektion über den musikalischen Inhalt und die möglichen Ausdrucksformen zu den mechanischen Fingerübungen dazukommen.
Es gilt aber - und daher meine Kritik an der Weise, wie du deine Frage dargestellt hast - auf jedenfall, daß stereotype Deutungsmuster (und erst recht solche - ähm - „elementaren“, wie es die TA macht) jede wirkliche Menschenkenntnis regelrecht verhindern.
Statt sensibel wahrzunehmen und auf Töne, Stimmungen zu lauschen - verzeih, daß auch das wieder eine Metapher ist, aber es entspricht meinem screenname
- wird man dadurch dazu verleitet, in einem auswendiggelernten Register nachzuschlagen, das notwendigerweise viel zu grob ist, um das Wahrgenommene abzubilden. Und dadurch kommt es zu solchen Reaktionen, wie du sie von dir beschreibst, wo man in Zweifelsfragen steckenbleibt … Verzögerungen und Unsicherheiten in deiner Reaktion, die jeder geschulte Redner ausnutzen kann, um dich rhetorisch über den Tisch zu ziehen.
Also, um es nochmal auf den Punkt zu bringen: Sorgfältige (erinnernde) Analyse des Geschehen, Gesprochenen - und zwar unter der Lupe (= eine Metapher) - ist durchaus eine Stufe der Übung, insofern lagst du mit deinem Begriff „Analyse“ durchaus richtig. Ein gesprochener Text enthält nämlich viel viel mehr Informationen (und damit Reaktionsmöglichkeiten), als sich mancher Sprechende zunächst träumen mag - geschriebene Texte ebenfalls, wie du ja durch meine „Attacke“ am eigenen Leib erfahren hast 
Ein radikales Hinterfragen eigener Reaktionsmuster, falls solche vorliegen (wie bei dir in deinem Beispiel, wenn ich dich recht verstanden habe) ist dann das nächste.
Danach kommt eine Einübung möglichst vieler reaktiver (verbaler, textlicher) Varianten. Aber das Spektrum solcher Varianten ist kontinuierlich (d.h. es gibt unendlich viele), daher ist ein im Hinterkopf vorhandenes „primitives“ Muster wie die drei von dir erwähnten „Ebenen“ für eine Weiterentwicklung der eigenen Rhetorik tödlich.
Und alle diese Dinge kannst du entweder lernen im Tetrapack in einer guten Rhetorikschule, oder - viel besser - durch den Umgang mit 100ten, 1000en Menschen und ein Vielfaches an Gesprächssituationen …
Ich hoffe, das war jetzt etwas hilfreicher für dich?
Grüße
Metapher