Was tun wenn Freund unter Schizophrenie leidet?

Hallo!

Ein guter Freund leidet unter Schizophrenie, oder besser gesagt, ich vermute es, da er schon seit ca. einem Jahr an Wahnvorstellungen (Paranoia, Komplotte werden gegen ihn geschmiedet) und an erotischem Wahn leidet.

Wie kann ich ihm helfen???

Ich möchte nicht seine Freundschaft verlieren, kann ja nicht zu ihm hingehen und sagen, „hi, du bist schizophren, lasst dir helfen!“…

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht im eurem Freundes/Bekanntenkreis?

grüsse
catmad

Hi,
hab’ deinen Eintrag zufällig gesehen und muss erst mal sagen,
dass ich mich mit Psychologie so ganz und gar nicht auskenne.
Mir ist nur aufgefallen, dass du Ängste und evt. Neurosen,
als Schizophrenie bezeichnest.
Ich würde Schizophrenie eher als „gespaltene Persönlichkeit“,
einschätzen. Doofes Beispiel: „Mr. Jeckyl und Dr. Hyde“.
Was du beschreibst kommt eher in Richtung Verfolgungswahn und
Wahnvorstellungen
(kenne den Fachausdruck nicht), oder?
Greetz,
Erik

Schizophrenie ist nicht Multiple-Persönlichkeit
Hallo Erik!

Zitat aus www.medicine-worldwide.de:
„In den Medien wird Schizophrenie häufig mit der Multiplen Persönlichkeitsstörung verwechselt. Bei dieser Erkrankung existieren zwei oder mehr verschiedene Persönlichkeiten innerhalb eines Individuums. Typisches Beispiel für diese Krankheit ist die Geschichte von Dr. Jekyll und Mister Hyde. Bei der Schizophrenie treten solche Phänomene jedoch nicht auf.“
Quelle: http://www.medicine-worldwide.de/krankheiten/psychis…

Hatte damals auch gedacht, dass Schizophrenie und Multiple-Persönlichkeit das selbe ist. Aber es sind zwei verschiedene Krankheitsbilder.
Schizphrenie hat unter anderem folgende Symptome:

  • Wahn
  • Halluzinationen
  • Ich-Störungen
  • Formale Denkstörungen
  • Affektive Störungen
  • Psychomotorische Störungen

Die Multiple-Persönlichkeit taucht bei der Schizophrenie nicht auf.

ciao
catmad

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Hi Cadmat

Ein guter Freund leidet unter Schizophrenie, oder besser gesagt, ich vermute es,

Da du wohl kaum in der Lage sein dürftest
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
zu beurteilen, ob etwas Schizophrenie ist, solltest du vielleicht auch nicht mit dieser Bezeichnung hantieren und solchen groben Unfug wie „hi, du bist schizophren, lasst dir helfen!“ wenn es geht, vermeiden …

Wie kann ich ihm helfen???

Gar nicht, es sei denn, er habe auf einer Astralreise (siehe Link oben) ein Umleitungsschild übersehen - dann wäre deine Sachkenntnis gefragt.

Was viel wichtiger ist:
Leidet er?
Sucht er Hilfe?
Richtet er Schaden an bei sich selbst oder anderen?

Gruß

Metapher

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht im eurem
Freundes/Bekanntenkreis?

Hi Catmad,

Suche mal nach „Angehörigen- und Selbsthilfegruppen Psychisch Kranker“

Ich empfehle dir http://www.hilfeatlas.de

solltest du dort nichts finden, weil dein PLZ-Bereich dort noch nicht eingetragen ist, dann wende dich per mail an mich, ich suche dann nach einer Gruppe in deiner Nähe.

gruss
winkel

hi erik,

und in der psychologie heute vom vergangenen monat stand ein artikel, in dem darauf hingewiesen wird, daß es diese multiple persönlichkeit nicht gibt, sie in keinem einzigen fall nachgewiesen werden konnte.
der artikel heißt „die erinnerungen waren falsch“.

strubbel
§:o)

Hallo!

Da du wohl kaum in der Lage sein dürftest
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
zu beurteilen, ob etwas Schizophrenie ist, solltest du
vielleicht auch nicht mit dieser Bezeichnung hantieren und
solchen groben Unfug wie „hi, du bist schizophren, lasst dir
helfen!“ wenn es geht, vermeiden …

Wie kann ich ihm helfen???

Gar nicht, es sei denn, er habe auf einer Astralreise (siehe
Link oben) ein Umleitungsschild übersehen - dann wäre deine
Sachkenntnis gefragt.

chi te murt

Was viel wichtiger ist:
Leidet er?

Was glaubst du? Natürlich leidet er!!!
Oder sollte er absolut glücklich in Ekstase schwelgen?! (denk nach Junge!)

Sucht er Hilfe?

Wenn er Hilfe suchen würde, dann hätte ich ja wohl kaum die Frage gestellt! (hä, liest du die Beiträge oder lutscht du sie ab?)

Richtet er Schaden an bei sich selbst oder anderen?

Ja, schlägt seiner Ex voll ins Gesicht! Er wird auf jeden Fall Handgreiflich. Und zwar urplötzlich!

grüsse
catmad

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Diagnose „Multiple Persönlichkeit“ wurde tatsächlich oft mißbraucht!
Was aber nicht gleich bedeutet das es keine Menschen gibt die MP haben!

Außerdem:
„Denn inzwischen ist es wissenschaftlicher und juristischer Konsens: Die „multiplen Persönlichkeiten“ waren ein Fabrikat der Therapeuten. Sie redeten ihren Patientinnen ein, sexuell missbraucht oder von satanischen Sekten gequält worden zu sein. Und hatten ein leichtes Spiel bei Menschen, die in hohem Grade empfänglich für Suggestionen sind, zumal unter Hypnose.“

Unwahr ist die Aussage: „In hohem Maße empfänglich für Suggestionen unter Hypnose“
Hollywood-Filme und die ganzen Showhypnosen haben die Vorstellung verbreitet das man unter Hypnose „willenlos auf die Suggestionen des Hypnotiseur unterworfen wäre“. Das stimmt jedoch nicht!
Diese „Patienten“ haben dem Therapeuten etwas vorgespielt.

Es wäre nicht richtig die „falschen Patienten“ mit den anderen Patienten in einem Topf zu werfen.

und in der psychologie heute vom vergangenen monat stand ein
artikel, in dem darauf hingewiesen wird, daß es diese multiple
persönlichkeit nicht gibt, sie in keinem einzigen fall
nachgewiesen werden konnte.
der artikel heißt „die erinnerungen waren falsch“.

Der Journalist muss ist ein Sensationsjäger, der die Wahrheit verzerrt darstellt. Er hätte darauf hinweisen müssen, dass diese Diagnose sehr oft missbraucht wurde, jedoch nicht immer falsch lag. Also zwar eine Modeerscheinung, dennoch nicht nichtexistent!

grüsse
catmad

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Was viel wichtiger ist:
Leidet er?

Was glaubst du? Natürlich leidet er!!!

Ich glaube gar nichts, sondern ich nehme nur, was du geschirben hast:
Für jede Art therapuetischer Hilfe ist die Voraussetzung, daß er selbst sogenannten Leidensdruck hat. Das, was du geschrieben hast, läßt

  1. nicht auf „Schizophrenie“ schließen und at a distance schon gar nicht.
  2. nicht darauf schließen, daß jemand, der diese Symptome zeigt, notwendigerweise auch leidet. So ist das nun mal.

Oder sollte er absolut glücklich in Ekstase schwelgen?!

Das gibt es, ja.

(denk nach Junge!)

Frechheit schützt vor Naivität nicht.

Sucht er Hilfe?

Wenn er Hilfe suchen würde, dann hätte ich ja wohl kaum die Frage gestellt! (hä, liest du die Beiträge oder lutscht du sie ab?)

Siehe oben. Denk nach, Junge! Aus deinem Posting ging nicht hervor, daß er von sich aus nicht auch Hilfe sucht. Wenn er selbst keine Hilfe sucht, dann laß ihn - mit der Einschränkung siehe unten.

Man kann psychologische Hilfe nämlich nicht aufdrängen.

Richtet er Schaden an bei sich selbst oder anderen?

Ja, schlägt seiner Ex voll ins Gesicht! Er wird auf jeden Fall
Handgreiflich. Und zwar urplötzlich!

Denk nach, Junge!! Das steht in deinem ersten Posting nicht drin!
Und das ist die einzig wichtige Information, die wir brauchten!

Und als Antwort gibt es in diesem Fall keine bessere, als die, die dir winkel schon geschrieben hat.

Mit vorzüglicher Hochachtung vor deiner Höflichkeit

Metapher

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Hallo!

Diagnose „Multiple Persönlichkeit“ wurde tatsächlich oft
mißbraucht!

Stimmt.

Was aber nicht gleich bedeutet das es keine Menschen gibt die
MP haben!

Stimmt auch.

Außerdem:
"Denn inzwischen ist es wissenschaftlicher und juristischer
Konsens:

Typisches Journalisten-bla-bla. Wer keine Ahnung von Psychologie hat, der schreibt so ´was und glaubt so ´was.

Die „multiplen Persönlichkeiten“ waren ein Fabrikat
der Therapeuten. Sie redeten ihren Patientinnen ein, sexuell
missbraucht oder von satanischen Sekten gequält worden zu
sein.

Die Hypothese gibt´s schon lange und wird in einigen Fällen wohl auch stimmen.

Und hatten ein leichtes Spiel bei Menschen, die in hohem
Grade empfänglich für Suggestionen sind, zumal unter Hypnose."

Auch das ist eine Hypothese, die in einigen Fällen wohl stimmen wird.

Unwahr ist die Aussage: „In hohem Maße empfänglich für
Suggestionen unter Hypnose“

Doch, die Hypothese gibt es auch und sie stimmt wohl in einigen Fällen.

Hollywood-Filme und die ganzen Showhypnosen haben die
Vorstellung verbreitet das man unter Hypnose „willenlos auf
die Suggestionen des Hypnotiseur unterworfen wäre“. Das stimmt
jedoch nicht!

Genau. Ist der gleiche Murks, wie wenn jemand behauptet, der olle Freud sei der Vater der Psychologie. (BTW: Die beiden Väter heißen Wilhelm Wundt und William James.)

Diese „Patienten“ haben dem Therapeuten etwas vorgespielt.

Na ja, auch nur eine Hypothese.

Es wäre nicht richtig die „falschen Patienten“ mit den anderen
Patienten in einem Topf zu werfen.

True.

Der Journalist muss ist ein Sensationsjäger, der die Wahrheit
verzerrt darstellt. Er hätte darauf hinweisen müssen, dass
diese Diagnose sehr oft missbraucht wurde, jedoch nicht immer
falsch lag. Also zwar eine Modeerscheinung, dennoch nicht
nichtexistent!

Du verlangst differenziertes Denken von Journalisten?

Grüße,

Oliver Walter

PS: Ich darf Dir versichern, daß Du über psychologisches Fachwissen verfügst und nicht so blöd bist, wie Dich mancher hinstellt. Da hat ´mal wieder einer seine Tage.

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Hallo!

Mal ganz unbescheiden einen Thread mit lauter informativen Postings dazu:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Gruß,

Oliver Walter

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Hallo Oliver!

Der Journalist muss ist ein Sensationsjäger, der die Wahrheit
verzerrt darstellt. Er hätte darauf hinweisen müssen, dass
diese Diagnose sehr oft missbraucht wurde, jedoch nicht immer
falsch lag. Also zwar eine Modeerscheinung, dennoch nicht
nichtexistent!

Du verlangst differenziertes Denken von Journalisten?

Du hast recht, vielleicht erwarte ich zuviel von den Menschen die ihre Brötchen mit Sensationberichten verdienen!

PS: Ich darf Dir versichern, daß Du über psychologisches
Fachwissen verfügst und nicht so blöd bist, wie Dich mancher
hinstellt. Da hat ´mal wieder einer seine Tage.

Danke! Ich dachte schon, dass ich schizophren wäre…
Meine unhöffliche Reaktion auf Metaphers Antwort tut mir leid. Aber wenn er mich so darstellt als ob ich ein Spinner wäre, nur weil ich mich für Paranormale Phänomene interessiere, dann werde ich sauer, auch weil ich nicht verstehe warum Skeptiker sich die Zeit nehmen um ihren Senf in der Gegend zu verstreuen!

Naja, ich geh erstmal ein Bier trinken!

grüsse
catmad

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Wundt und James? (offtopic)
Hallo Oliver,

Ist der gleiche Murks, wie wenn jemand behauptet, der
olle Freud sei der Vater der Psychologie. (BTW: Die beiden
Väter heißen Wilhelm Wundt und William James.)

dass Freud nicht der „Vater der Psychologie“ ist, ist eindeutig, denke ich. Bei Wundt (1874 oder meinetwegen schon 1863) stimme ich zu bezüglich der experimentellen Psychologie, obwohl er ja auch ein „Völkerpsychologie“ (ok, das war erst ab 1904) geschrieben hat. Aber mich würde interessieren, inwiefern du James hier so bezeichnest. Vorausgesetzt, dass es überhaupt sinnvoll ist, solche einen Begriff zu bilden: Müsste man nicht noch weiter zurückgehen, vielleicht nicht unbedingt bis Aristoteles, aber möglicherweise mindestens bis zu Herbart? Im Prinzip finden sich solche Ideen auch schon etwa bei Spinoza oder Hobbes.

Mich interessiert, was du dazu denkst.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

P. S. Falls ich ggf. wegen Urlaub nicht mehr antworten kann, sei nicht böse. Bis Freitag bin ich noch da.

Hallo Thomas!

Wundt gründete als erster 1879 ein psychologisches „Laboratorium“, James lehrte in den USA als erster ab 1875 „Psychologie“. Daher werden beide als Väter der Psychologie bezeichnet. Zwischen Europäern und Amerikanern gibt es allerdings - wie das bei Vaterschaften häufiger der Fall sein soll - Streit, wer nun DER Vater der Psychologie ist: Wundt mit seinem Labor oder James mit seiner Lehre. Mir ist das wurscht. Einzig wichtig ist, daß Psychologieinteressierte von dem Holzweg herunter kommen, Psychologie sei mit Psychoanalyse oder Tiefenpsychologie identisch. Im Gegenteil: Die Psychologie entwickelte sich weitgehend parallel zur Psychoanalyse. Freud hat sich - ich denke auf einem Treffen seiner Mittwochsgesellschaft - einmal zu der Beziehung der PA zu Wundt in Leipzig geäußert. Wohlwollend, aber doch auch distanzierend, weil er - sinngemäß - meinte, daß die Leipziger Sinnvolles auf dem Gebiet der „Bewußtseinspsychologie“ täten, er seine Aufgabe aber darin sehe, das Unbewußte, das für die Entwicklung von psychischen Störungen eine große Rolle spiele, zum Wohle seiner Patienten zu erforschen. In dieser Meinung Freuds spiegelt sich das wieder, was PA und Psychologie trennt: PA war von Anfang an ein medizinisches außeruniversitäres Unternehmen mit der klassischen Arbeitsweise von in der Praxis arbeitenden Medizinern (also auf Fallgeschichten beruhend), Psychologie ein von Akademikern, besonders Philosophen, betriebenes Universitätsunternehmen mit Schwerpunkt auf experimentellen Forschungen (wenn auch damals mit der Introspektionsmethode, gegen die Watson dann berechtigterweise Sturm gelaufen ist).

Müsste
man nicht noch weiter zurückgehen, vielleicht nicht unbedingt
bis Aristoteles, aber möglicherweise mindestens bis zu
Herbart? Im Prinzip finden sich solche Ideen auch schon etwa
bei Spinoza oder Hobbes.

Daß die Wurzeln der Psychologie in der Philosophie liegen, ist klar. Philosophie ist unsere Mutterdisziplin, weshalb die psychologischen Institute auch häufig noch den Philosophischen Fakultäten angehören. Die - meinetwegen - Geburtshelfer, die die Psychologie institutionell von der Philsophie trennten, waren nach allgemeiner Auffassung Wundt und James.

Gruß,

Oliver Walter

PS: Schönen Urlaub!

Hallo Oliver,

Wundt gründete als erster 1879 ein psychologisches „Laboratorium“
James lehrte in den USA als erster ab 1875 „Psychologie“

richtig, aber eben letztere auch ohne experimentellen Bezug, und deshalb schien mir die Bezeichnung nicht zu deiner Einstellung zu passen. James hat nun gar nichts von dem, was du immer als Spezifikum der Psychologie hervorhebst, keine Statistik, keine Experimente. Er versuchte allerdings - das ist wiederum richtig - das psychophysische Problem unter Umkehrung der Begründung zu lösen. Angesichts des Unsinns, der gerade über dieses Spezialproblem in der Geschichte der Philosophie und angrenzender Gebiete geschrieben wurde, ist das natürlich anzuerkennen. Freilich geht er mir aus philosophischer Sicht gerade zu reduzierend vor, was ja nicht verwunderlich ist angesichts seiner pragmatischen Tendenz. Allerdings scheint er mir diesbezüglich die Dinge wiederum zu einfach zu sehen.

Ich bin also von der Berechtigung der Bezeichnung immer noch nicht wirklich überzeugt, kann aber selbstverständlich damit leben … :smile:

Ich denke übrigens, dass man das natürlich trennen kann, aber dazu nicht unbedingt gezwungen ist. Mir wird das Trennende immer zu stark betont. Dabei könnte man doch gegenseitig voneinander lernen.

PS: Schönen Urlaub!

Herzlichen Dank. Das Mittelmeer hat eine so feine Küche, das kann gar nicht schiefgehen!

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Thomas!

richtig, aber eben letztere auch ohne experimentellen Bezug,
und deshalb schien mir die Bezeichnung nicht zu deiner
Einstellung zu passen.

Spielt meine „Einstellung“ eine Rolle für historische Ereignisse? Wohl kaum, und da eines meiner nichtpsychologischen Interessengebiete die Geschichte ist, werde ich mich hüten, absichtlich Geschichtsklitterung zu betreiben. :wink:

James hat nun gar nichts von dem, was
du immer als Spezifikum der Psychologie hervorhebst, keine
Statistik, keine Experimente.

Zum einen für die Mitelesenden: Ein großer Teil wissenschaftlich-akademischer Psychologie beruht auf statistischen Auswertungen experimentell gewonnener Daten. Weil das aber in der Öffentlichkeit oft nicht so durchkommt, muß es häufiger einmal gesagt werden.

Zum anderen für Thomas: Wundt und James sind Psychologen der ersten Stunde. Daß damals noch vieles nicht so war wie heute, dürfte klar sein. Die introspektive Vorgehensweise hatte sich Anfang des 20. Jahrhunderts selbst diskreditiert und ist mit der behavioristischen Revolution ad acta gelegt worden. Die Methodik der heutigen Psychologie ist Ergebnis des - wohlgemerkt! - methodologischen Behaviorismus.

Ich habe noch weiter recherchiert und gefunden, daß James ab 1880 „Psychologie“ gelehrt haben soll. Somit rücken Wundts Gründung des ersten psychologischen Laboratoriums 1879 und der Beginn der Jamesschen psychologischen Lehrtätigkeit zeitlich noch enger zusammen. Von James hört man heute während des Studiums im Zusammenhang mit Emotionspsychologie. Zeitgleich mit dem dänischen Physiologen Carl Lange hat James eine Theorie der Emotion entworfen, nach der Menschen nicht aufgrund von Emotionen (z.B. Angst) Verhalten (z.B. Wegrennnen) zeigen, sondern aufgrund von Verhalten (z.B. Wegrennen) Emotionen (z.B. Angst) entwickeln. Daß kein mentaler Zustand („Gefühl“), sondern Verhaltensweisen bzw. die sie auslösenden Reize zu psychischen Zuständen oder - radikal-behavioristisch ausgedrückt - zu „covert behavior“ führen, das kann also auch ein nichtbehavioristischer Psychologe wie James finden.

Ich bin also von der Berechtigung der Bezeichnung immer noch
nicht wirklich überzeugt, kann aber selbstverständlich damit
leben … :smile:

Da Du Europäer bist, kannst Du Dich ohne schlechtes Gewissen der These anschließen, daß Wundt the one and only father of psychology ist. :wink:)

Ich denke übrigens, dass man das natürlich trennen kann, aber
dazu nicht unbedingt gezwungen ist. Mir wird das Trennende
immer zu stark betont. Dabei könnte man doch gegenseitig
voneinander lernen.

Ich frage mich, was Du mit „das Trennende“ meinst. Dilthey unterschied zwischen verstehender und erklärender Psychologie. Die verstehende Psychologie - so einer unserer Prof.s - gebe es nicht mehr. Da dieser Prof. auch schon den Behaviorismus vorzeitig beerdigt hat, bin ich skeptisch und erinnere gern an die Worte des Behavioristen John Staddon („The new behaviorism“): „The corpse is still creeping out of its coffin.“ Wenn Du also auch eine Leiche im Keller hast, dann laß mich ´mal sehen, ob sie bei Tageslicht nicht in Flammen aufgeht. *g*

Genieß die mediterrane Küche. Essen und Trinken halten nicht nur Leib und Seele zusammen, sondern sind auch enorm positive Verstärker. Aber paß auf die antizipatorischen Zielreaktionen auf. Wirken uncool. *sabber*

Herzliche Grüße,

Oliver Walter

Erkenntnisinteresse und Methode
Hallo Oliver,

Spielt meine „Einstellung“ eine Rolle für historische
Ereignisse? Wohl kaum …

mir ging es darum, dass die Gleichstellung von Wundt und James doch darauf zielte, eben die von dir genannte Unterscheidung Diltheys zu nivellieren, auch indem du die These deines Professors heranziehst, die verstehende Psychologie gäbe es nicht mehr. Das hieße doch m. a. W., dass es nur noch erklärende Psychologie gäbe und alles andere Nonsens, zumindest aber veraltet, trivial oder was auch immer sei.

Diese Einstellung schien mir auf den Experimentalansatz Wundts zurückzugehen, nicht aber mit dem Ansatz von James vereinbar. Denn zumindest die pädagogischen Ausläufer bei James - ich meine mich zu erinnern, dass das auch für den psychologischen Ansatz selbst gilt - basieren geradezu auf dem verstehenden Zweig.

Insofern ist also die Reduktion auf Behaviorismus eine Richtung, die bewusst reduziert, ohne Alternativen auch nur im Ansatz anzuerkennen. Diese Reduktion ist richtig, insofern sie sich auf das Erkenntnisinteresse des Behaviorismus bezieht, aber sie ist falsch, wenn man auch andere Erkenntnisinteressen innerhalb der Psychologie zulässt. Die Reduktion des (aktuellen) Begriffes „Psychologie“ ist aus meiner Sicht ein (unnötiges) Machtspielchen zwischen zwei psychologischen Richtungen, die jeweils zu Recht auf ihrem Erkenntnisinteresse beharren. Richtig wäre es aus meiner Sicht zu sagen: Für das eine Erkenntnisinteresse ist die eine Methode und für das andere Erkenntnisinteresse die andere Methode sinnvoll.

Aber ich denke, das führt wieder - inbesondere des „drohenden“ Urlaubs wegen - zu weit.

Aber paß auf die antizipatorischen Zielreaktionen
auf. Wirken uncool. *sabber*

Moment: Es hat geläutet … *schleck* :smile:

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo!

Schizophrenie hat nach neusten medizinischen Forschungs-Erkenntnissen oft eine organische Ursache, die man mittels spezieller Labortest (Urin) herausfinden kann. Diese Erkenntnisse sind fast nicht bekannt und erst noch nicht bis in den deutschsprachigen Raum gedrungen.

Sehr oft hilft die Einnahme von Omega3 Fettsäuren und eine hohe Dosis des Vitamins Niacin. Versuche es mal damit, kann sicher nicht schaden und hilft oft.
Um weitere mögliche Ursachen sagen zu können, solltest Du mir folgende Fragen beantworten (Ich weiss, gewisse fRAGEN SIND ETWAS KOMISCH, ABER DIE eRKLÄRUNGEN wären zu lange):

  • Hat er eine weisslich beschlagene Zunge?
  • Hat er oft Verstopfung/harter Stuhl, oder immer weicher heller Stuhl?
  • Hat er gewisse Vorlieben für gewisse Nahrungsmittel zB Milchprodukte und/oder Getreideprodukte?
  • Hat er ein etwas aufgeblasenen Bäuchlein?
  • Ist er oft verschnupft?
  • Hat er überdurchschnittlich lange Wimpern?
  • Hat er andere körperliche Auffälligkeiten wie zB Hyperaktivität, Rücken- oder Hautprobleme, etc?
  • Seit wann hat er dies? Hat er einige Zeit davor Antipiotika eingenommen?

Einige (nicht vollständig) weitere informationen kannst du unter www.greatplainslaboratory.com/schizophrenia_files/fr… entnehmen

Wenn er bei mindestens 2 Fragen mit ja beantwortet, hast Du grosse Chanchen, dass ich Dir/Ihm helfen kann. Wenn er alle mit nein beantwortet, dann kann ich Ihm ausser mit dem geschilderten Tip nicht weiterhelfen.

Wie Du zu den Antworten kommst ist eventuell schwierig. Sag ihm vielleicht, dass er manchmal etwas aufgezogen auf Dich wirkt, oder sprich ihn auf einen allfälligen körperliches negatives Anzeichen an und sag ihm, dass dies eine organische Ursache haben könnte und Du deshalb noch diese Antworten brauchst, die Du oder andere von ihm nicht wissen.
Wenn ein oder 2 Antworten fehlen, wäre es auch nicht tragisch.

Gruss
Beat

Hallo!

Schizophrenie hat nach neusten medizinischen
Forschungs-Erkenntnissen oft eine organische Ursache, die man
mittels spezieller Labortest (Urin) herausfinden kann. Diese
Erkenntnisse sind fast nicht bekannt und erst noch nicht bis
in den deutschsprachigen Raum gedrungen.

Sehr oft hilft die Einnahme von Omega3 Fettsäuren und eine
hohe Dosis des Vitamins Niacin. Versuche es mal damit, kann
sicher nicht schaden und hilft oft.
Um weitere mögliche Ursachen sagen zu können, solltest Du mir
folgende Fragen beantworten (Ich weiss, gewisse fRAGEN SIND
ETWAS KOMISCH, ABER DIE eRKLÄRUNGEN wären zu lange):

  • Hat er eine weisslich beschlagene Zunge?

Ab und zu, …

  • Hat er oft Verstopfung/harter Stuhl, oder immer weicher
    heller Stuhl?

muss ich fragen, problem er isoliert sich, so dass ich nicht fragen kann!

  • Hat er gewisse Vorlieben für gewisse Nahrungsmittel zB
    Milchprodukte und/oder Getreideprodukte?

Er mag kein Bier, dass ist sicher! Und kein Marzipan!

  • Hat er ein etwas aufgeblasenen Bäuchlein?

Nein, (Lycopodium? Kann schon sein, er geht öfters fremd, bläht sich auf)

  • Ist er oft verschnupft?

nein

  • Hat er überdurchschnittlich lange Wimpern?

(Phosphor ?) Nee, normale Länge

  • Hat er andere körperliche Auffälligkeiten wie zB
    Hyperaktivität, Rücken- oder Hautprobleme, etc?

Er ist Hyperaktiv, jawohl! Hat Probleme mit der Schilddrüse (Eltern und Großeltern auch!), ansonsten keine weiteren körperliche Merkmale!

  • Seit wann hat er dies? Hat er einige Zeit davor Antipiotika
    eingenommen?

Antibiothika? Nein.

Einige (nicht vollständig) weitere informationen kannst du
unter
www.greatplainslaboratory.com/schizophrenia_files/fr…
entnehmen

Wenn er bei mindestens 2 Fragen mit ja beantwortet, hast Du
grosse Chanchen, dass ich Dir/Ihm helfen kann. Wenn er alle
mit nein beantwortet, dann kann ich Ihm ausser mit dem
geschilderten Tip nicht weiterhelfen.

Wie Du zu den Antworten kommst ist eventuell schwierig. Sag
ihm vielleicht, dass er manchmal etwas aufgezogen auf Dich
wirkt, oder sprich ihn auf einen allfälligen körperliches
negatives Anzeichen an und sag ihm, dass dies eine organische
Ursache haben könnte und Du deshalb noch diese Antworten
brauchst, die Du oder andere von ihm nicht wissen.
Wenn ein oder 2 Antworten fehlen, wäre es auch nicht tragisch.

Gruss
Beat

Vielen Dank!

Endlich jemand mit Kompetenz!

Gruß
catmad

Hallo cadman

Hyperaktivität und Schilddrüse, eventuell die weisse Zunge, sind Anzeichen, aber noch zu spüärlich um eine definitive Aussage machen zu können.
Wäre gut, wenn Du ihn dazu bringen könntest, die vorgeschlagenen Vitalstoffe einzunehmen.
Im weiteren soll er ca 8 mg Magnesium und 16 mg Vitamin B6 pro kg Körpergewicht einnehmen. Die Dosis bei rund 4 resp 8 mg beginnen und nach 3 Tagen langsam steigern, bis die Hyperaktivität abnimmt. wenns nichts nützt, bei 10 bzw 20 mg pro kg aufhören und langsam absetzen. Erfolgsquote rund 50%

Noch etwas, hat er Mundgeruch?
Wenn ja, hat er wahrscheinlich ein übermässiges Pilzwachstum im Darm. Kurz erklärt, dieser Pilz scheidet Stoffwechselprodukte aus, welche auf das Gehirn wirken und gleichzeitig greift er den Darm und das Immunsystem an.
Dann soll er Nystatin zb Mycostatin nehmen, in D rezeptfrei in Apotheken erhältlich, in CH leider nicht rezeptfrei in A keine Ahnung.

Wenn Du englisch kannst und Dich grob informieren willst, empfehle ich Dir
www.greatplainslaboratory.com/schizophrenia_files/fr…. Dort sind auch einige Labortest beschrieben, die sinnvoll für ihn sein könnten. Die Tests sind jedoch auch in 2 oder 3 Laborsin Europa möglich.

Denke das schwierige wird sein, in zu Fragen und ihn zu überzeugen die Produkte einzunehmen bzw die Tests zu machen.
Vieleicht merkt er ja selber^, dass etwas nicht stimmt mit ihm und er will es nicht wahrhaben. Wenn man ihm sagt, dass er eine rein organische Störung haben könnte welche sich negativ auf ihn auswirken könnte wird er vieleicght offener sein. Brauche der Vergleich mit zuviel Kaffee oder Weisswein (bei gewissen leuten). Dies Leute können völlig normal sein, aber wegen dem Kaffee eventuell anders reagieren als wie sie eigentlich sind. Der Kaffeeverglich ist übrigeens gar nicht so weit weg von der Realität

Gruss Beat

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