Hallo Enno,
befremdlich finde ich, daß die Entscheidung Ankes einen
Psychologen zu Rate zu ziehen, hier so einheitlich auf
Zustimmung trifft.
Anke hat eine Überweisung von ihrer Ärztin bekommen,
dir ihr zugehört hat und sich Zeit genommen hat.
Viel bedenklicher finde ich Hausärzte die Phsychopharma
verschreiben und nicht nach dem Grund der Probleme suchen.
Anke hat auch nicht gefragt, ob sie die Überweisung
ernst nehmen soll, sondern sich gute Wünsche erhofft und
etwas Rückenstärkung.
Anke hat auch den wichtigsten Grund erkannt und geschrieben…
Vielleicht hab ich danach auch den Mut zum Wechsel!
Will man das bei jeden als ernsthaft
empfundenen Lebensproblem praktizieren, führt dies letztlich
in die Dauerabhängigkeit/-therapie.
Anke ist nicht Jeder , Anke ist Anke und klingt auch in ihrem ersten Posting sehr wütend aber vernünftig.
Wenn Ankes Chefin wirklich so ist, wie sie schreibt,
Warum bezweifelst du das? Nach meiner Erfahrung untertreiben Mobbigopfer eher. Mit dem was mit ihnen passiert und mit dem, wie es ihnen wirklich psychisch geht.
wird die
Kenntnis, daß Anke wg. den Problemen mit ihr ärztliche Hilfe
sucht, kaum Schuldgefühle hervorrufen oder eine Änderung ihres
Verhaltens bewirken. Vielmehr wird sie die Schuld bei Anke
suchen oder sie schlichtweg als psychisch labil einstufen. Der
beste Umgang mit solchen Personen ist meiner Erfahrung nach
Konfrontation unabhängig vom Resultat.
Ich habe das Gefühl dass du Ankes Posting mit einem normalen Ärger und mit Problemen die jeder Arbeitnehmer öfter in seinem Berufsleben hat, vergleichst.
Für mich klingt Ankes erstes Posting nach enormer Schikane, nach Fertigmachen und sich an einem jungen Menschen austoben.
Nach Psychoterror pur und das fast täglich.
Das Problem ist ist einfach, dass der Mobbingeffekt weder vom Umfeld noch vom Gemobbten rechtzeitig erkannt wird, weil immer angenommen wird dass das normale harte Berufsleben im Spiel ist.
Weil die Gemobbten mit sich selber am härtesten zu Gerichte gehen, bis sie einfach nicht mehr können.
Ein Gemobbter kann außerhalb seines Leidensplatzes
sehr stark und vernünftig wirken, er versteht sich ja selber nicht warum er/sie sich so viel gefallen lassen,
warum ihm die ersichtlichen Schikanen an die Nieren gehen…er kann ganz normal beurteilen dass man so mit Menschen nicht umgeht. Wenn er am Leidensplatz ist
reagiert er/sie wie eine Maus vor der Schlange…sein Selbstbewusstsein ist nimmer da, sein Selbstvertrauen ist weg, das was er/sie kann ist weg…es ist Angst da und Wut. Mehr Angst pur wie Wut und die verdammte Angst lähmt einfach. Der Gemobbte ist nicht mehr der Mensch, die Person die er/sie IST , sondern das was der Mobber in gemeinster Weise überträgt.
Ich persönlich finde einen Stellenwechsel am hilfreichsten für Mobbingopfer, weil es eine Mähre ist dass man nur vehement genug auftreten muss. Das stimmt bei den Machtspielen von Chefs/Vorgesetzten(Psychopaten) leider nicht und es ist für das Opfer einfach unsinnig mühsam.
Zu einem Stellungswechsel brauchst du aber Selbstbewusstsein…und komischer Weise ist es ja genau dass, was dir in deinen Berufsjahren in diesen Firmen genommen wurde, oder bei den Jungen nicht gegeben wurde. Es ist Taktik dahinter und die muss das Opfer erkennen und durchbrechen können.
Dazu braucht das Opfer das Bewusstsein, dass so ein Verhalten nicht normal ist und darum kommen die berechtigten Fragen wie…
Ich weiß einfach nicht, wie ich mit der ganzen Sache umgehen soll und es wird einfach immer schlimmer! Ich komm mir schon sooo dämlich vor, so nichtsnützig… (ist das in jeder Firma so?)
Darum braucht Anke die Gewissheit dass das eine Ausnahmesituation ist und sie jede Hilfe in Anspruch nehmen soll…die sie will oder braucht.
wird die
Kenntnis, daß Anke wg. den Problemen mit ihr ärztliche Hilfe
sucht, kaum Schuldgefühle hervorrufen oder eine Änderung ihres
Verhaltens bewirken. Vielmehr wird sie die Schuld bei Anke
suchen oder sie schlichtweg als psychisch labil einstufen. Der
beste Umgang mit solchen Personen ist meiner Erfahrung nach
Konfrontation unabhängig vom Resultat.
Ist Ok dein befremdendes Empfinden, aber es ist eben der Hauptgrund warum immer noch so viel gemobbt werden kann, genau aus dem Grund weil die Mehrheit immer noch
solche Gründe wie…
oder sie schlichtweg als psychisch labil einstufen.
…und genau dort liegt die Gemeinheit von Mobbern und
die Mehrheit hat keine Ahnung!
Ich rede ja von Erfahrungen und die sagen dass es sich leichter Firmen wechseln lässt, als die Mobbingopfer bis zur Selbstaufgabe befürchten.
Die meisten Firmen sind bekannt in der Branche und bei den Arbeitsvermittlern, wenn der Gemobbte nicht wartet bis er zusammenbricht! Dann werden gerade die sich „Wehrenden“ und „Wechselden“ gerne eingestellt.
Das sind die motiviertesten Mitarbeiter wenn sie endlich Anerkennung erfahren, außer man sucht Opfer?
Das war meine Meinung
Kerbi