Vertrauen verloren

Hallo zusammen

Ich habe schon verdammt viel durchmachen müssen.
Als Kind angefangen vom Missbrauch bis zum Keller.
Ich habe schon einiges dazugelernt, aber die Probleme werden
wohl bleiben.
Da es eine Frau war, bekomme ich manche Sachen nicht in den Griff.
Für mich fehlt jemand der Verständnis hat und ich die
Möglichkeit habe erst einmal Vertrauen aufzubauen.
Vielleicht sehe ich es ja auch falsch.
Danke für das Zuhören

Gruß Eremit

Hallo Eremit,

ich glaub eher, Du hattest noch keine Chance, Vertrauen zu fassen.
Ein Mißbrauch egal welcher Art wird immer einer bleiben, den kannst Du nicht weglernen. Aber Du kannst versuchen, trotz ihm leben zu lernen und Vertrauen zu fassen. Was hier so einfach klingt, ist
furchtbar schwer, aber es geht. Sicher werden mir hier einige wieder-
sprechen, wenn ich jetzt sage, steck es in eine Art Schublade, die Du schließt und nur dann wieder öffnest, wenn Du es willst.
Mir hat dies sehr geholfen zu Zeiten, an die ich ab und an denke, aber ohne Bitterkeit, eher mit gesunder Wut und mit Verzeihen.

Was Du unbedingt sehen mußt, ist daß Du damit keineswegs allein stehst. Leider für alle, die ähnliches erlebten und zum Glück, des
Austauschs wegen. Lass Dir helfen, wenn Du allein nicht weiter kommst.

Herzliche Grüße
d.

Hallo D.

Vielen Dank für deine Antwort.
Hattest du schon mal das Gefühl immer etwas falsch zu machen,
oder dich fragst, warum so viele Sachen nicht klappen.
Es kommt von aussen, was für mich richtig ist, ist für die anderen falsch.
Das Gefühl alleine zu stehen, ist Mist.

Gruß
eremit

Hallo Eremit…

auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole…
Vertrauen zu haben ist eine Entscheidung - DEINE Entscheidung.
Ich muss Dir nicht erklären, dass nicht alle Frauen missbrauchen oder ihren Kindern sonstiges Leid antun, das weisst Du selbst.
Wäge ab, was Dir HEUTE passieren kann, wenn Du Dich auf einen Menschen einlässt, ihm vertraust? Wovor genau hast Du Angst?
Was Dir passiert ist, ist Vergangenheit. Verharre nicht in Deinen alten Ängsten, denn diese sind nicht mehr nötig.
Niemand wird Dich mehr missbrauchen, niemand in den Keller sperren.
Es kann Dir nichts passieren, wenn Du vertraust.
Du schreibst:

Ich habe schon einiges dazugelernt, aber die Probleme werden
wohl bleiben.

Damit beschränkst Du Dich. Du gehst davon aus, dass die Probleme bleiben werden.
Warum nicht anders: Ich werde die Probleme loslassen um Platz zu machen für Liebe und Vertrauen!

Was meine Vorrednerin sagte, so mit in die Schublade stecken und so, finde ich keinen schlechten Ansatz.
Es gab Zeiten, da waren Schmerz, Trauer, Wut wichtig. Jetzt ist die Zeit um loszulassen und zu vergeben.
Deine Bereitschaft zu vertrauen hast Du bewiesen, in dem Du Deine Gedanken hier mit uns teilst und im Namen aller die Dir antworten behaupte ich, Du wirst weder verletzt, noch enttäuscht werden.
Ich bin sicher, Du wirst hier einen ersten Impuls finden, dass es sich lohnt, den Menschen zu öffnen.

Ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem neuen Weg:smile:

Tanja

Ich war zwar nicht gemeint…

… möchte aber trotzdem dazu etwas sagen.

Hattest du schon mal das Gefühl immer etwas falsch zu machen,
oder dich fragst, warum so viele Sachen nicht klappen.
Es kommt von aussen, was für mich richtig ist, ist für die
anderen falsch.

Ist die selbe Thematik.
Wie Du den Menschen nicht vertraust, vertraust Du Dir ebenso wenig.
Was Du tust ist richtig und gut, denn wie Du schreibst empfindest Du es als solches.
Steh zu Deiner Meinung, sie macht Dich aus. Es gibt kein universelles richtig und falsch. Deine Sicht ist genauso richtig und wertvoll wie die der Anderen!

Gruss nochmal
Tanja

Hattest du schon mal das Gefühl immer etwas falsch zu machen,

oh ja, und immer mal wieder…:smile: aber darum geht es letztlich nicht. Jede Bemühung hat ihren Sinn, wer außer Dir selber bestimmt denn, was für Dich richtig ist?
Wir alle machen Fehler, aus denen wir lernen. Meist sind es gerade diese Dinge, die einen vorantreiben, haben also einen durchaus Sinn.

oder dich fragst, warum so viele Sachen nicht klappen.
Es kommt von aussen, was für mich richtig ist, ist für die
anderen falsch.

Nein, Du siehst es von deren Seite, nimm Position für Deine Sicht ein!

Das Gefühl alleine zu stehen, ist Mist.

Du bist aber nicht allein.
Vertrau Deinem Gefühl und

mit herzl. Grüßen
d.

Du bist nicht allein
Hallo Eremit,
so wies aussieht, bist du noch nicht lange Mitglied bei w-w-w.
Als ich vor ca 3 Jahren hierher fand gings mir auch sehr bescheiden. Durch Gespräche mit den andern weiß ich, dass auch sie oft in ner Krise steckten, als sie sich hier anmeldeten. Aber hier hat man mir geholfen und beigestanden. Die Leute hier haben mir die Augen geöffnet. Ich hab wieder Leben und Lachen gelernt.Ich wünsche dir von Herzen, dass auch du diese Erfahrung machst. Gib uns nun die Chance, dass das auch bei dir wieder klappt.
Ich hab hier viel gelacht, hab mich ausgeweint oder Frust abgelassen. Die Freunde, die ich hier fand mußten und werden, hoffentlich weiterhin, meine Launen ertragen.
Gruß *wink* Daggi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hi du,

Hattest du schon mal das Gefühl immer etwas falsch zu machen,

mir ging das anfangs beim schreiben so. hab das geschriebene dann mit den augen anderer gesehen, statt ich selbst zu bleiben. ich hab mich sofort angreifbar gefühlt. inzwischen weiß ich, dass der andere immer nur bruchteile von dem ahnen kann, was ich nicht ausspreche. schreibe ich, gebe ich ihm eine chance, mich zu verstehen. wenn du etwas tust, wirst du auch reaktionen auslösen. vor allem aber lernst du dabei auch selbst dazu.

oder dich fragst, warum so viele Sachen nicht klappen.

weil sie so schwierig sind, dass sie dich reizen.

Es kommt von aussen, was für mich richtig ist, ist für die
anderen falsch.

jeder mensch ist ein wunder. ein kontrast zu seinem gegenüber. komplemtäres miteinander muss nicht unbedingt falsch sein. manchmal ist es einfach bereichernd.

Das Gefühl alleine zu stehen, ist Mist.

das gefühl, frei zu entscheiden, ist toll. hoffnungslose nähe erstickt neue ideen.

Gruß

eremit

biggi

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Hallo Daggi
Vielen Dank für deine Antwort.

Ich hoffe das auch ich hier vielleicht Freunde kennenlernen kann.
Was mich wundert das nur Frauen geantwortet haben.

Na ja mal sehen wie es weitergeht.

Gruß Eremit

Hallo Eremit!

Was mich wundert das nur Frauen geantwortet haben.

…liegt vielleicht daran, dass Frauen normalerweise besser zuhören können und auch hilfsbereiter sind - ohne eine direkte Gegenleistung zu verlangen.

Andererseits war auch ich (m.) etwas verwirrt darüber, was oder wie Du Deine Frage geschrieben hattest; aber ich versuch’s mal…

Na ja mal sehen wie es weitergeht.

Siehe Posting zu Deinem Original-Artikel…

CU DannyFox64

Noch x Hallo, Eremit!

Ich habe schon verdammt viel durchmachen müssen.
Als Kind angefangen vom Missbrauch bis zum Keller.

Das ist traurig und sehr schmerzvoll (gewesen).

Ich habe schon einiges dazugelernt, aber die Probleme werden
wohl bleiben.

Nein, bleiben werden sie nicht. Probleme laufen einem auch nur so lange nach, bis dass man sie so wie sie sind/waren als „so wie sie sind/waren“ akzeptiert hat, trotz allen Schmerzes, Wut und anderen (niederen) Gefühlen.

Das grösste Problem ist dabei unser eigener Widerstand gegen die Dinge/Situationen, die wir als Problem(e) bezeichnen. Denn so lange wir eben diesen Widerstand machen, ist „das Problem“ als Wirklichkeit gerechtfertigt und wird als eine solche Wirklichkeit erlebt.

Da es eine Frau war, bekomme ich manche Sachen
nicht in den Griff.

Der Missbrauch, den eine Frau (Mutter) ausübt, kommt zwar seltener in dieser Form vor, meist sind das mehr Übergriffe auf einer nicht-körperlichen Ebene. Trotzdem, erscheint mir, passiert es, das das für Jungen/Männer fatale Folgen hat.

Übergriffe von der Mutter auf die Tochter offenbaren sich, vordergründig zumindest, als nicht ganz so tragisch, zumal unsere Gesellschaft sowieso von Frauen erwartet, dass sie sich anpassen. (Finde ich aber trotzdem nicht gut.)

Jeder Missbrauch suggeriert dem Opfer Schuldgefühle und zerstört sein Selbstwertgefühl.
(In etwas verändertem Kontext unter dem Stichwort „Machtmissbrauch“ findet das fast alltäglich in der Arbeitswelt statt.)

Das Wichtigste für Dich wird wahrscheinlich sein, zunächst mit Deinen Schuldgefühlen umzugehen. Wenn Du statt Schuld dauerhaft mehr eine Wut empfindest, bist Du schon auf dem rechten Weg, da raus zu kommen… (So nutze ruhig dieses Forum!) …auch wenn Wut weiterhin an die Ursache bindet. Verzeihen hilft, die Wut los zu lassen; sogar schon die Bereitschaft des Verzeihens.

Vielleicht glaubst Du ja an so etwas wie (D)einen Schutzengel oder Schutzgeist – ich weiss nicht, welche Erfahrungen Du damit hast – …kann Dir helfen, leichter in das Gefühl von Verzeihen zu kommen. Damit löst Du das Schmerzhafte, das Dich an die damaligen Situationen bindet, nach und nach ab bzw. auf. Gleichzeitig wirst Du bewusster und klarer, ggf. auch erst dann ganz deutlich nach einem Nachtschlaf.

Für mich fehlt jemand der Verständnis hat und ich die
Möglichkeit habe erst einmal Vertrauen aufzubauen.

Sage Dir nicht erneut, dass Dir jmd. fehle. Sondern danke im voraus (Dir selbst, anderen, Gott), dass Dir die richtigen jetzt gesandt werden. (So wie mit dem „Danke für das Zuhören“.)

Vielleicht sehe ich es ja auch falsch.
Danke für das Zuhören

Liebe Grüsse, Licht und Kraft
sendet Dir durch die Tiefen des Internets

DannyFox64

Hallo Tanja
Ich verstehe zwar warum du was aufbauendes sagen willst, aber m.E. gibt es schon Dinge und Ansichten die „universell“ falsch oder eben auch richtig sein können. Nicht alle Einstellungen von Menschen sind gleich wertvoll. Mit diesem Statement könnte man ja schließlich auch argumentieren, daß die Frau die ihm das angetan hat, auch eine Einstellung hatte die dann ja ebenfalls „irgendwie“ richtig ist. Für sie persönlich war sie das ja wohl, sonst hätte sie es nicht gemacht. Aber ich denke es ist sehr einfach sich darauf zu einigen, daß Kinder in den Keller sperren oder sie zu mißbrauchen, generell, universell und grundsätzlich falsch ist. Wenn aber bestimmte Einstellungen folgerichtig wirklich falsch sind hilft ein >Deine Sicht ist genauso richtig und wertvoll wie die der Anderen![Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Zig,

aus dem, was ich herauslese, denke ich Du hast mich verstanden.
Ich möchte auch nicht weiter darauf eingehen, weil ich befürchte, dies würde unnötige Diskussionen entfachen.
Im Kern triffst Du es schon damit, dass ich ihm Mut machen wollte.
Vielleicht formuliere ich die Aussage nochmal anders, dann störst Du Dich möglicherweise weniger:

Seine Meinung hat nicht weniger Gewicht als die der Anderen Menschen.

Ist vielleicht wertfreier so:smile:

Ich danke Dir, dass Du mich darauf aufmerksam gemacht hast, dass die Bemerkung vom „universellen richtig oder falsch“ nicht so ganz glücklich getroffen war.

Liebe Grüsse
Tanja

owt. OK :smile:
Schönen Abend noch Zig