Man weiss das es bald zuende ist

Hallo Wissende,

ich fange mal direkt an:
ein bekannter meiner eltern, den ich auch ganz gut kenne, hat vor einiger zeit erfahren dass er sterben wird.
Er hat krebs, an einer stelle die nicht erreichbar ist und ich denke auch dass sich schon metastasen gebildet haben. (wir haben wenig informationen weil er in polen lebt und wir ihn nicht so oft sehen).
die ärzte sagen, dass er nur noch ein halbes jahr zu leben hat. ich habe versucht mir vorzustellen wie das für mich wäre, aber ich weiss es einfach nicht. ich glaube es gibt eine blokade in meinem kopf die so ein denken gar nicht zulässt…
ich weiss auch nicht wie ich mich ihm gegenüber benehmen soll, tun als ob nichts ist? ihn ansprechen?
Vielleich habt ihr schon mal darüber nachgedacht…

traurige grüsse
Ilona

Hallo Ilonka,

schade, dass es für uns immer noch nicht selbstverständlich ist, dass das Sterben zum Leben nunmal dazugehört und uns dadurch der Umgang damit nach wie vor so schwerfällt. Da sind Naturvölker uns um einiges voraus. Es ist daher sehr wichtig dass man sich mit diesem Thema beschäftigt.

Die Autorin ist umstritten, aber ich kann trotzdem mal empfehlen ein Buch von Elisabeth Kübler-Ross zu lesen - die Interviews mit Sterbenden eröffnen einem gedankliche Horizonte, wie man sich mit diesem Thema nähern kann.

Ein Sterbender, der dieses gesagt bekommt, macht sicherlich einige Empfindungen und Prozesse durch, die von Person zu Person unterschiedlich sind - wie z.B. das Nichtwahrhabenwollen, Verzweiflung, Wut, Nichtverstehen, Lebenshunger, Agonie, Sich abfinden, Ruhe finden (bestenfalls und wünschenswert!)

Wie du dich eurem Bekannten gegenüber benehmen sollst: wie immer, so würde es wohl jeder gerne sehen. Wenn er dir gegenüber das Thema anspricht kannst du mit ihm darüber reden, aber besser nicht von dir aus.

Zu wissen WANN man in etwa stirbt kann auch eine Chance sein, mit sich und dem Leben ins Reine zu kommen, abzuschliessen, sich bewusst zu verabschieden.

Gruß Carolin

Hallo,

ob es Dir viel hilft was ich dazu sagen kann weiss ich nicht, aber
aus Erfahrung: man hat weniger Angst vor dem Tod ansich, als vor
der Art zu sterben. Krebs ist die gefürchteste Art (langwierig, schmerzhaft, qualvoll, aber linderungsfähig).
Wenn Du Deinem Bekannten also einen Gefallen tun willst, frag ihn direkt, wie es ihm zumute ist, ob er Schmerzen hat, was Du für ihn
tun kannst und vermittle das Gefühl, immer ansprechbar zu sein.
Du darfst ihm auch sagen, daß Du auch Angst hast vor dem was geschieht und Du nicht genau weisst, wie Du Dich verhalten sollst.
Jeder Mensch reagiert anders auf so eine Krankheit. Je ehrlicher Du
bist, desto besser für alle. Man muß schon sehr sensibel sein, um genau zu wissen bzw. zu erkennen, wie die von meiner Vorrednerin
angesprochenen Phasen des Sterbens, wenn sie denn durchlebt werden
(nicht alle kommen bis zum Ende), zu erkennen und zu verstehen.
Befreie Dich von Deiner eignen Angst vorm Tod wenigstens in der Zeit,
wo Du Kontakt mit Deinem Bekannten hast und Du wirst irgendwann vielleicht spüren, wie wichtig der Umgang mit ihm auch für Dich war/werden kann.

LG
d.

ich fange mal direkt an:
ein bekannter meiner eltern, den ich auch ganz gut kenne, hat
vor einiger zeit erfahren dass er sterben wird.
Er hat krebs, an einer stelle die nicht erreichbar ist und ich
denke auch dass sich schon metastasen gebildet haben. (wir
haben wenig informationen weil er in polen lebt und wir ihn
nicht so oft sehen).
die ärzte sagen, dass er nur noch ein halbes jahr zu leben
hat. ich habe versucht mir vorzustellen wie das für mich wäre,
aber ich weiss es einfach nicht. ich glaube es gibt eine
blokade in meinem kopf die so ein denken gar nicht zulässt…
ich weiss auch nicht wie ich mich ihm gegenüber benehmen soll,
tun als ob nichts ist? ihn ansprechen?
Vielleich habt ihr schon mal darüber nachgedacht…

traurige grüsse
Ilona

Hallo Ilona,

Du stehst sicher nicht alleine, denn sehr viele Menschen haben eine große Unsicherheit im Umgang mit Menschen, die nicht mehr lange zu leben haben. Der Tod gehört zum Leben und wird in diesem Lande leider immer noch als Tabu behandelt. Darüber spricht man nicht, denkt man nicht nach und schiebt es weit weg. Selbst in Familien in denen ein naher lieber Verwandter stirbt, möchte man es einfach „nicht wahrhaben“ Wir blenden die Realität aus, als könnten wir so mächtig sein, auf diese Art und Weise etwas zu beeinflussen.

Auffällig ist mir geworden, dass dieses ausblenden (Du nennst es Blockade) nicht hilfreich für die eigene Trauerarbeit ist. Wenn es dann soweit ist, sind viele so „geschockt“, denn dann ist urplötzlich wahrgeworden, was wir nicht wahr haben wollten.

ME sollte die Zeit des „Abschied nehmens“, so möchte ich es nennen, auch so genutzt werden. Wir können gemeinsame schöne Zeiten erinnern und uns noch sagen, was jeder zu sagen hat, um abzuschließen.
Es ist nicht einfach, auch für Dich nicht, die Sache in die Hand zu nehmen, vielleicht macht es Dir aber ein wenig Mut, wenn Du daran denkst, wie schade es doch wäre, wenn Du später feststellen würdest: Das und Das hätte ich doch gerne noch gesagt.

Vielleicht könnte auch hilfreich sein, wenn Du Deinem Bekannten einfach sagst, dass Du noch nicht in so einer Situation warst und deshalb auch unsicher bist und nicht weißt, wie Du Dich ihm gegenüber verhalten sollst… So ein Einstieg in ein Gespräch kann hilfreich für beide Seiten sein, denn Dein Bekannter wird auf jeden Fall feststellen, dass Du ehrlich und aufrichtig ihm gegenüber bist. Er wird es garantiert zu schätzen wissen und kann dadurch auch ehrlich und aufrichtig zu Dir sein.

Egal in welcher Situation auch immer, wir alle haben verlernt, über unsere Gefühle zu sprechen und so manch einer ist noch nicht einmal in der Lage, zu definieren was er fühlt.
Du kennst Dein Gefühl: Unsicherheit- Du brauchst nur noch darüber zu sprechen- Dein Bekannter wird Dir die Unsicherheit nehmen, wenn Du den Mut aufbringen kannst, den ersten Schritt zu tun- Alles wird gut-

Unser Ziel sollte sein, zu den Urpsrüngen zurückzukehren. Ein anständiger, respektvoller Abschied sollte wieder selbstverständlich werden.
Unsicherheit und Angst entstehen deshalb, weil wir ausweichen, verleugnen, nicht wahrhaben wollen und weil wir nicht mehr ehrlich miteinander umgehen und sprechen!

Ein lieber Gruß

Frank

Hallo Ilona,

unsere Nachbarin arbeitet in einem Hospitz (platt gesagt einen Sterbeklinik) und sie hat daher einige Erfahrung mit dem Sterben.
Ihrer Erfahrung nach haben die Menschen die geringsten Ängste vor dem Tot, die subjektiv empfunden, ein gutes Leben gelebt haben. Die die mit sich selber im reinen sind und ihre Wünsche gelebt haben.
Menschen, die meinen etwas verpasst zu haben können sehr viel schwerer von Leben lassen, haben Angst vor dem Tot sind zornig, daß sie sterben müssen etc.

Eine gute Vorbereitung auf den Tot ist also eine Reflektion, wie ich bisher gelebt habe, was ich noch möchte und wie ich angehe, das zu tun. Dabei spielt die Zeit nur insofern eine Rolle, daß eine bekannt beschränkte Zeit langfristige Projekte ausschließt, aber viele Sachen lassen sich auch in kurzer Zeit tun.
Mit Freunden und Verwandten spechen, Abschied nehmen, materielle Dinge regeln.
Mein Großvater z.B. hat seiner Frau kurz vor seinem Tot ein Heftchen in die Hand gedrückt und gesagt, dort sehe alles drin, was sie nach seinem Tot tun müsse.
Dort war dann ein Vertrag mit einem Bestatter über seine Beerdigung (alles war schon bezahlt) welche Amtgänge nötig sind etc.
Das hat meiner Oma viel Streß erspart.

Aber auch Du kannst im Umgang mit Menschen, die dem Tot nah sind viel lernen - über Deine eigenes Sterben.
Nur wenn Du Dir bewust bist, daß Du jederzeit sterben kannst, kannst Du m.E. das Leben richtig genießen, wenn Du unterbewust der Meinung bist, Du seist unsterblich ist doch alles fade.

Gandalf

Hallo Carolin,

Hallo Ilonka,

schade, dass es für uns immer noch nicht selbstverständlich
ist, dass das Sterben zum Leben nunmal dazugehört und uns
dadurch der Umgang damit nach wie vor so schwerfällt. Da sind
Naturvölker uns um einiges voraus. Es ist daher sehr wichtig
dass man sich mit diesem Thema beschäftigt.

das problem für mich ist nicht das sterben an sich, sondern das sterben zu einem zeitpunkt der nicht vorgesehen scheint, ich finde er ist mit 50 eigentlich zu jung, so wie ein abo dass zu einem zeitpunkt gekündigt wird.

Die Autorin ist umstritten, aber ich kann trotzdem mal
empfehlen ein Buch von Elisabeth Kübler-Ross zu lesen - die
Interviews mit Sterbenden eröffnen einem gedankliche
Horizonte, wie man sich mit diesem Thema nähern kann.

werde ich mir demnächst besorgen.

Ein Sterbender, der dieses gesagt bekommt, macht sicherlich
einige Empfindungen und Prozesse durch, die von Person zu
Person unterschiedlich sind - wie z.B. das
Nichtwahrhabenwollen, Verzweiflung, Wut, Nichtverstehen,
Lebenshunger, Agonie, Sich abfinden, Ruhe finden (bestenfalls
und wünschenswert!)

ich hoffe auch dass er ruhe findet, er hat sich sein ganzes leben sehr schwer gearbeitet, hat alles seinem sohn gegeben, ist nie in den urlaub gefahren, hat sich nie was gegönnt.
ich neige jetz dazu zu sagen dass seine frau daran schuld ist dass er sein leben nicht richtig genossen hat, aber im endeffekt ist jeder für sein leben verantwortlich.

Wie du dich eurem Bekannten gegenüber benehmen sollst: wie
immer, so würde es wohl jeder gerne sehen. Wenn er dir
gegenüber das Thema anspricht kannst du mit ihm darüber reden,
aber besser nicht von dir aus.

da er in polen lebt ist es natürlich sehr schwierig. einerseits weiss ich nicht ob ich bis dahin wieder in polen bin. ich will aber auch nicht unbedingt hinfahren um zu sagen: wollte dich nochmal sehen bevor du stirbst.
vielleicht sollte ich mir die errinnerung an ihn bewahren wie sie ist.
er hat in meiner jugend sehr viel für meine familie getan (da lebte er noch in deutschland)

Zu wissen WANN man in etwa stirbt kann auch eine Chance sein,
mit sich und dem Leben ins Reine zu kommen, abzuschliessen,
sich bewusst zu verabschieden.

eine chance für ihn und eine chance für die angehörigen und freunde,
aber es fällt trotzdem schwer.

Gruß Carolin

gruss
ilona

hallo dilarah,

wie ich gerade bei carolin schon geschrieben habe ist das alles recht schwierig, er lebt in polen- ich weiss nicht ob ich es noch hinschaffe.
ich könnte ja anrufen, aber leider weiss ich nicht in welcher verfassung er sich befindet, und am telefon sowas abzuhandeln möchte ich nicht, der mensch ist mir zu viel wert.

danke und lg
ilona

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Hallo Ilona,

unsere Nachbarin arbeitet in einem Hospitz (platt gesagt einen
Sterbeklinik) und sie hat daher einige Erfahrung mit dem
Sterben.
Ihrer Erfahrung nach haben die Menschen die geringsten Ängste
vor dem Tot, die subjektiv empfunden, ein gutes Leben gelebt
haben. Die die mit sich selber im reinen sind und ihre Wünsche
gelebt haben.
Menschen, die meinen etwas verpasst zu haben können sehr viel
schwerer von Leben lassen, haben Angst vor dem Tot sind
zornig, daß sie sterben müssen etc.

hallo gandalf,

ich denke das schlechtere wird bei ihm der fall sein wird, für seine
familie war er der geldverdiener, mehr nicht.
immer wenn er uns hier in deutschland besucht hat, nachdem er zurückgegangen ist, hat er hier immer glücklich ausgesehen. seine frau hat nie richtig zuhause gekocht, nur dünne süppchen, damit mehr geld an den sohn und seine frau gehen kann. bei uns gibt es dann immer zu viel zu essen wenn gäste kommen, deswegen war er auch immer gerne bei uns.
das sind so kleinigkeiten die mir einfallen: mein vater war auf montage und ich war sehr krank und musste ins krankenhaus gebracht werden. (wegen mangelnder sprachkentnisse und unwissenheit welche krankheit es war wurde kein krankenwagen gerufen) meine mutter hatte ihn spät in der nacht angerufen und er hat uns gefahren.

Eine gute Vorbereitung auf den Tot ist also eine Reflektion,
wie ich bisher gelebt habe, was ich noch möchte und wie ich
angehe, das zu tun. Dabei spielt die Zeit nur insofern eine
Rolle, daß eine bekannt beschränkte Zeit langfristige Projekte
ausschließt, aber viele Sachen lassen sich auch in kurzer Zeit
tun.

ich hoffe dass er sich nicht zu viel vornimmt, was er noch nachholen will. hoffentlich unterstützt ihn wenigstens seine frau und sein sohn noch solange er lebt…

Mit Freunden und Verwandten spechen, Abschied nehmen,
materielle Dinge regeln.
Mein Großvater z.B. hat seiner Frau kurz vor seinem Tot ein
Heftchen in die Hand gedrückt und gesagt, dort sehe alles
drin, was sie nach seinem Tot tun müsse.
Dort war dann ein Vertrag mit einem Bestatter über seine
Beerdigung (alles war schon bezahlt) welche Amtgänge nötig
sind etc.
Das hat meiner Oma viel Streß erspart.

Aber auch Du kannst im Umgang mit Menschen, die dem Tot nah
sind viel lernen - über Deine eigenes Sterben.
Nur wenn Du Dir bewust bist, daß Du jederzeit sterben kannst,
kannst Du m.E. das Leben richtig genießen, wenn Du unterbewust
der Meinung bist, Du seist unsterblich ist doch alles fade.

Gandalf

danke und gruss
ilona

Hallo,

ich glaube es gibt eine blokade in meinem kopf die so ein denken gar nicht zulässt…

Ja. Verdrängen ist ein Mechanismus den Kopf freizuhalten. In anderen Lebenslagen ist es die Überlebensstrategie schlechthin.

ich weiss auch nicht wie ich mich ihm gegenüber benehmen soll,
tun als ob nichts ist? ihn ansprechen?
Vielleich habt ihr schon mal darüber nachgedacht.

Ich würde Gespräche über die Krankheit vermeiden. Eher vergangenes Schönes oder Dinge die ihn momentan erfreuen könnten. Keine über zukünftiges, daß er evtl. nicht mehr erlebt. Keine Dispute, sondern nette, harmonische Gespräche.

Gruss
Enno

Hallo Ilona

Ihn ansprechen wie er sich fühlt und wenn er aufs Thema kommt nicht ausweichen oder begatellisieren.
Oder sagen was in Dir vorgeht. Du offenbarst Dich ihm dabei, entblöst Dich vieleicht sogar etwas. das gibt ihm die Möglichkeit selber offen zu sein, oder wenn er nicht möchte, wird er irgendwie Abweichen, Themawechseln oder so

Um mehr sagen zu können, müsste man wissen, wie er zum Glauben steht

Gruss
Beat

Hallo Frank,

Hallo Ilona,

Du stehst sicher nicht alleine, denn sehr viele Menschen haben
eine große Unsicherheit im Umgang mit Menschen, die nicht mehr
lange zu leben haben. Der Tod gehört zum Leben und wird in
diesem Lande leider immer noch als Tabu behandelt. Darüber
spricht man nicht, denkt man nicht nach und schiebt es weit
weg. Selbst in Familien in denen ein naher lieber Verwandter
stirbt, möchte man es einfach „nicht wahrhaben“ Wir blenden
die Realität aus, als könnten wir so mächtig sein, auf diese
Art und Weise etwas zu beeinflussen.

du hast recht, ich hatte alle mühe meinen freund darauf anzusprechen und fragen was er dazu sagt, er sagte nur ‚ja, das ist schlimm‘.
und das war es. (deswegen kam ich auf die idee hier zu posten, alleine würde ich damit nicht fertig)
ich muss ihn aber ein wenig in schutz nehmen, mein freund hat ihn erst bei seinen besuchen hier kennengelernt, und hat deswegen auch nicht so eine bindung zu ihm.

Auffällig ist mir geworden, dass dieses ausblenden (Du nennst
es Blockade) nicht hilfreich für die eigene Trauerarbeit ist.
Wenn es dann soweit ist, sind viele so „geschockt“, denn dann
ist urplötzlich wahrgeworden, was wir nicht wahr haben
wollten.

ich bin mir nicht sicher ob ich mich verständlich ausgedrückt habe. ich meinte wenn ich nur noch ein halbes jahr zu leben hätte, was würde ich machen?

mir ist klar dass er sterben wird, aber es gibt immer hoffnung. ich denke ich sollte nicht jetzt schon anfangen zu trauern obwohl er noch nicht tot ist. aber sich damit anfreunden dass er irgendwann plötzlich nicht mehr da ist kann ich schon anfangen.

ME sollte die Zeit des „Abschied nehmens“, so möchte ich es
nennen, auch so genutzt werden. Wir können gemeinsame schöne
Zeiten erinnern und uns noch sagen, was jeder zu sagen hat, um
abzuschließen.
Es ist nicht einfach, auch für Dich nicht, die Sache in die
Hand zu nehmen, vielleicht macht es Dir aber ein wenig Mut,
wenn Du daran denkst, wie schade es doch wäre, wenn Du später
feststellen würdest: Das und Das hätte ich doch gerne noch
gesagt.

Vielleicht könnte auch hilfreich sein, wenn Du Deinem
Bekannten einfach sagst, dass Du noch nicht in so einer
Situation warst und deshalb auch unsicher bist und nicht
weißt, wie Du Dich ihm gegenüber verhalten sollst… So ein
Einstieg in ein Gespräch kann hilfreich für beide Seiten sein,
denn Dein Bekannter wird auf jeden Fall feststellen, dass Du
ehrlich und aufrichtig ihm gegenüber bist. Er wird es
garantiert zu schätzen wissen und kann dadurch auch ehrlich
und aufrichtig zu Dir sein.

wie schon gesagt, er lebt in polen und ich weiss nicht ob ich ihn nochmal sehe.

Egal in welcher Situation auch immer, wir alle haben verlernt,
über unsere Gefühle zu sprechen und so manch einer ist noch
nicht einmal in der Lage, zu definieren was er fühlt.
Du kennst Dein Gefühl: Unsicherheit- Du brauchst nur noch
darüber zu sprechen- Dein Bekannter wird Dir die Unsicherheit
nehmen, wenn Du den Mut aufbringen kannst, den ersten Schritt
zu tun- Alles wird gut-

Unser Ziel sollte sein, zu den Urpsrüngen zurückzukehren. Ein
anständiger, respektvoller Abschied sollte wieder
selbstverständlich werden.
Unsicherheit und Angst entstehen deshalb, weil wir ausweichen,
verleugnen, nicht wahrhaben wollen und weil wir nicht mehr
ehrlich miteinander umgehen und sprechen!

Ein lieber Gruß

Frank

vielen Dank
und liebe grüsse
ilona

Hallo beat,

die frage mit dem glauben kann ich nicht mit sicherheit beantworten. nach aussen sah es auch als ob wenig glaube vorhanden waere. aber ich weiss nicht was in seienm inneren vorgegangen ist. ich denke dass es genau das gegenteil war, also er gläubig war.

gruss
ilona

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Hallo Ilonka

ich habe versucht mir vorzustellen wie das für mich wäre,
aber ich weiss es einfach nicht. ich glaube es gibt eine
blokade in meinem kopf die so ein denken gar nicht zulässt…

Ja, es fällt einem selber immer schwer, sich vorzustellen, was man selber in einer solchen Situation tun würde. Man geht - leider - immer automatisch davon aus, „es passiert ja nur den anderen“ …

ich weiss auch nicht wie ich mich ihm gegenüber benehmen soll,
tun als ob nichts ist? ihn ansprechen?
Vielleich habt ihr schon mal darüber nachgedacht…

Ich würde denjenigen direkt fragen, ob er darüber reden will. Verneint er das, okay, dann weisst Du wenigstens, woran Du bist. Andernfalls wird er Dir sagen, was ihm auf dem Herzen liegt - und sicher froh darüber sein, dass Du gefragt hast. Die meisten Leute reden nicht gern von sich aus über ihre Krankheiten o.ä. Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass die meisten Leute sogar froh sind, wenn man sie direkt fragt, was ihnen am liebsten ist - sie sagen meistens, sie hätten sich von sich aus nicht getraut, einen anderen darauf anzusprechen, aus Angst, diejenige Person würde ablehnend oder abweisend in irgend einer Art reagieren. Frag ihn, dann wirst Du’s rausfinden.

Liebe Grüsse
Moni

Hallo Ilona,

du hast eine wunderbares Geschenk erhalten.

Weisst du, solange dein Bekannter noch lebt, hast du immer die Möglichkeit, dich zu persönlich zu verabschieden. Verabschiedung hat nichts mit anrufen und nie wieder melden zu tun.

Vielmehr hast du genügend Zeit, dich mit Gedanken des Todes vertraut zu machen. Du wirst dich vielleicht wundern, wie dein Bekannter reagiert, aber das ist auch gut so. Es ist für dich und vielleicht sogar für deinen Bekannten sehr wichtig, dass ihr euch gegenseitig loslasst.

All deine Trauer, Wut über Ohmacht, Enttäuschung und dergleichen könnt ihr gemeinsam bearbeiten und du bist später in der Lage, frei über seinen Tod zu fühlen, zu denken und zu reden.

Suche dir die Gemeinsamkeiten, auch der Streit ist erlaubt.

Laufe nicht davor weg. Es wird dich früher oder später wieder einholen. Der Tod gehört zum Leben, und du hast nur dies eine und das Recht, dieses so gut als möglich zu gestalten.

Vielleicht ist die Zeit, die euch bleibt kürzer als du denkst. Nutze Sie, weil der Tod ist nur für denjenigen schlimm, der übrigbleibt.

Manchmal ist ein Brief, der offen und ehrlich geschrieben ist, mit all deiner Trauer, sehr hilfreich.

Ich wünsche dir und deinem Bekannten die nötige Stärke, diese Zeit ohne Verbitterung und Angst zu überstehen.

Grüße Lothar

Äh, selbstverständlich?
Hallo Carolin,

schade, dass es für uns immer noch nicht selbstverständlich
ist, dass das Sterben zum Leben nunmal dazugehört und uns
dadurch der Umgang damit nach wie vor so schwerfällt. Da sind
Naturvölker uns um einiges voraus. Es ist daher sehr wichtig
dass man sich mit diesem Thema beschäftigt.

Einspruch!

Dass das Sterben zum Leben dazugehört, ist wohl den allermeisten Menschen bekannt.
Das Problem ist aber, du machst es nur einmal , und danach ist’s aus. Für immer. Ende. Ist eben nicht, wie morgens mal eben auf’s Klo zu gehen.

Klar, „das Leben geht weiter“, aber eben nicht für mich!

Ich kann morgen aus der Haustür gehen und von einem Irren überfahren oder erschossen werden, aber damit kann ich mich logischerweise nicht vorher auseinander setzen. Weiß ich aber, dass ich in „etwa“ 6 Monaten sterbe, mache ich mir meine Gedanken. -

Gedanken, die sich viele Leute heute schon machen sollten, die sich „etwas zu wichtig“ fühlen. Wie nutze ich die restliche Zeit _wirklich_ sinnvoll? Wem kann ich noch etwas Nettes sagen, mit dem ich aus nichtigen Gründen zerstritten bin? Usw…

Insofern hast du mit deiner Aussage Rcht, dass es vielen Menschen NICHT bewusst ist.

Lebe jeden Tag, als wäre es dein Letzter, mach was Sinnvolles draus!

Gruß, Markus *puh, wie philosophisch heute :wink:*

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Hi Ilona

ich weiss auch nicht wie ich mich ihm gegenüber benehmen soll,
tun als ob nichts ist? ihn ansprechen?
Vielleich habt ihr schon mal darüber nachgedacht…

Darüber nachgedacht nicht, aber ich war vor kurzem in einer ähnlichen Situation.
Vor knapp zwei Monaten ist mein Opa nach langer Krankheit gestorben. Bauchspeichelkrebs. Sein Sterben hat sich über ein Jahr hingezogen. Wir (also die Familie) haben ihn möglichst „normal“ behandelt. Familienfeiern haben planmäßig stattgefunden, wenn er nicht gerade wieder im Krankenhaus war. Ausflüge, Besuche usw. gingen so weit möglich weiter wie vor seiner Erkrankung.
Wenn Opa im Krankenhaus war, wechselten wir uns mit den Besuchen ab, damit nicht zuviele oder zuwenige Menschen bei ihm waren.

Vor meinem ersten Besuch bei ihm im Krankenhaus hatte ich richtiggehend Angst, weil ich - so wie Du - nicht wußte wie ich mich verhalten sollte. Aber als ich im KH war, war alles plötzlich ganz einfach. Ich habe aufgehört darüber nachzudenken was richtig oder falsch wäre und habe mich mit ihm unterhalten. Manchmal hat mein Opa ein neues Thema begonnen, manchmal ich. Wir haben über alles und nichts geredet.

Ich weiß nicht wie es gewesen wäre, wenn ich meinen Opa nicht ständig hätte besuchen können, so wie es bei Dir und Deinem Bekannten der Fall ist.
Wie war denn der Kontakt früher? Hast Du mit ihm telefoniert oder ihm geschrieben (ich habe nicht alle Postings gelesen, sorry also sollte ich da was überlesen haben).
Wie auch immer Dein Kontakt war, setze ihn nach Möglichkeit fort und warte was passiert. Vielleicht geht es Dir wie mir, daß es plötzlich ganz einfach wird.

Gruß
Edith
*diedirvielkraftwünscht*

.

ich könnte ja anrufen, aber leider weiss ich nicht in welcher
verfassung er sich befindet, und am telefon sowas abzuhandeln
möchte ich nicht, der mensch ist mir zu viel wert.

Trau Dich, sonst bereust Du es irgendwann bestimmt.

Viel Mut
d. (und nichts zu danken)

Hallo Markus,

Lebe jeden Tag, als wäre es dein Letzter, mach was Sinnvolles
draus!

…grrrrr, verrat mir mal, wie das praktisch umsetzbar wäre, denn dann würdest Du ja jeden Tag nur an Dein evtl. Tod denken.
Der Satz ist illusorisch und nur manchesmal w i r k l i ch umsetztbar
(vor großen Reisen, bei Abschieden etc.). Aber ist er alltagstauglich? Ich glaub eher nicht.

LG
d.

Lebe jeden Tag, als wäre es dein Letzter, mach was Sinnvolles
draus!

…grrrrr, verrat mir mal, wie das praktisch umsetzbar wäre,
denn dann würdest Du ja jeden Tag nur an Dein evtl. Tod
denken.

Nö.

Zwar im Alltag oder Berufsleben nicht immer umsetzbar, aber du kannst es dir doch weniger oder mehr schwer machen.

„Kackt“ dich der Chef mal wieder an, weil er an seinen Wohlstand in 100 Jahren und seinen dritten Porsche denkt, denkst dir halt „klar, viel Spaß damit“ und „heute Abend lass ICH es mir gutgehen und DU mach dir deine Sorgen…“

Ich meinte sowas wie „easy living“; was soll ich mir Sorgen drum machen, was in zehn Jahren ist, ich will HEUTE gut drauf sein.

Soll nicht heißen, dass ich mir keine Gedanken um die Zukunft mache oder bedenkenlos handele, aber was zählt, ist das JETZT.

Grüße, Markus! *just do it!*

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Hallo Dilarah,

Lebe jeden Tag, als wäre es dein Letzter, mach was Sinnvolles
draus!

…grrrrr, verrat mir mal, wie das praktisch umsetzbar wäre,
denn dann würdest Du ja jeden Tag nur an Dein evtl. Tod
denken.
Der Satz ist illusorisch und nur manchesmal w i r k l i ch
umsetztbar
(vor großen Reisen, bei Abschieden etc.). Aber ist er
alltagstauglich? Ich glaub eher nicht.

Ich finde Markus Post gar nicht schlecht. Es hat sehr viel Bewußtwerdung.
Kennst Du den Satz: *Jeder Tag ist der Beginn vom Rest des Lebens*?
Im Prinzip sagt er genau das Selbe aus. Dieser eine Tag kann der Rest des Lebens sein. Wir nehmen ihn nur nicht allzeit als dieses kostbare Gut wahr. Werden wir uns dessen nun aber bewußt, huschen wir vielleicht mal nicht eben am Nachbarn vorbei, sondern nehmen uns einen kleinen, ganz kostbaren Moment. Dieser kleine Moment kann unter Umständen im Nachhinein wie ein Abschied sein. Wir wissen alle nicht, ob uns ein weiterer Moment gegeben wird. Machen wir uns diese Tatsache bewußt, und rufen wir sie uns immer öfter ins Gedächtnis, werden wir uns verändern. Ein nettes Lächeln, ein aufmunterndes Augenzwinkern, ein klein wenig mehr Ehrlichkeit und Offenheit fällt uns dann vielleicht gar nicht mehr so schwer. Wer weiß, vielleicht sehe ich diesen Menschen ja wirklich ein letztes Mal.

lieben Gruß,
fionny