Hallo Ilona,
Du stehst sicher nicht alleine, denn sehr viele Menschen haben eine große Unsicherheit im Umgang mit Menschen, die nicht mehr lange zu leben haben. Der Tod gehört zum Leben und wird in diesem Lande leider immer noch als Tabu behandelt. Darüber spricht man nicht, denkt man nicht nach und schiebt es weit weg. Selbst in Familien in denen ein naher lieber Verwandter stirbt, möchte man es einfach „nicht wahrhaben“ Wir blenden die Realität aus, als könnten wir so mächtig sein, auf diese Art und Weise etwas zu beeinflussen.
Auffällig ist mir geworden, dass dieses ausblenden (Du nennst es Blockade) nicht hilfreich für die eigene Trauerarbeit ist. Wenn es dann soweit ist, sind viele so „geschockt“, denn dann ist urplötzlich wahrgeworden, was wir nicht wahr haben wollten.
ME sollte die Zeit des „Abschied nehmens“, so möchte ich es nennen, auch so genutzt werden. Wir können gemeinsame schöne Zeiten erinnern und uns noch sagen, was jeder zu sagen hat, um abzuschließen.
Es ist nicht einfach, auch für Dich nicht, die Sache in die Hand zu nehmen, vielleicht macht es Dir aber ein wenig Mut, wenn Du daran denkst, wie schade es doch wäre, wenn Du später feststellen würdest: Das und Das hätte ich doch gerne noch gesagt.
Vielleicht könnte auch hilfreich sein, wenn Du Deinem Bekannten einfach sagst, dass Du noch nicht in so einer Situation warst und deshalb auch unsicher bist und nicht weißt, wie Du Dich ihm gegenüber verhalten sollst… So ein Einstieg in ein Gespräch kann hilfreich für beide Seiten sein, denn Dein Bekannter wird auf jeden Fall feststellen, dass Du ehrlich und aufrichtig ihm gegenüber bist. Er wird es garantiert zu schätzen wissen und kann dadurch auch ehrlich und aufrichtig zu Dir sein.
Egal in welcher Situation auch immer, wir alle haben verlernt, über unsere Gefühle zu sprechen und so manch einer ist noch nicht einmal in der Lage, zu definieren was er fühlt.
Du kennst Dein Gefühl: Unsicherheit- Du brauchst nur noch darüber zu sprechen- Dein Bekannter wird Dir die Unsicherheit nehmen, wenn Du den Mut aufbringen kannst, den ersten Schritt zu tun- Alles wird gut-
Unser Ziel sollte sein, zu den Urpsrüngen zurückzukehren. Ein anständiger, respektvoller Abschied sollte wieder selbstverständlich werden.
Unsicherheit und Angst entstehen deshalb, weil wir ausweichen, verleugnen, nicht wahrhaben wollen und weil wir nicht mehr ehrlich miteinander umgehen und sprechen!
Ein lieber Gruß
Frank