studium psychologie

Von: , Frage gestellt am So, 13. Jul 2003

Hallo...
Wenn man Psychologie fertig studiert hat, muss man dann auf jeden Fall eine Psychotherapeutenausbildung gemacht haben, um eine eigene Praxis aufzumachen? Und an alle praktizierenden Psychologen generell: hängen einem die Probleme der Patienten immer im Alltag nach? Hat man Angst vor manchen von ihnen?
es wäre schön, wenn mir jemand diese Fragen beantworten könnte, damit ich meine Zukunft besser planen kann, Danke...

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: studium psychologie

    Und an alle praktizierenden Psychologen generell: hängen einem die Probleme der Patienten
    immer im Alltag nach? Hat man Angst vor manchen von ihnen?
    HI Maia,

    wenn du dich nicht distanzieren kannst von den Problemen anderer, dann ist Therapeut keine geeignete Berufswahl.
    (Beispiel: Ein Beedrdigungsunternehmer kann nicht 3mal am Tag mit den Angehörigen zusammen herzzerbrechend weinen, daran geht er selbst kaputt)

    Damit sowas nicht passiert, gibt es aber die sog. Supervision.

    Auch wenn du nicht die Distanz hast und mit dem Klienten vorurteilsfrei umgehen kannst (Angst ist ein Vorurteil) gilt das vorige genauso. Das ist aber zu unterscheiden davon, daß du selbst natürlich beurteilen mußt, ob du dir die Therapie von z.B. einem Hannibal Lecter zutraust. es wäre schön, wenn mir jemand diese Fragen beantworten
    könnte, damit ich meine Zukunft besser planen kann, Danke...
    Ich hoffe, dir mindest bei den letzten beiden Fragen geholfen zu haben, die andere beantwortet sicherlich auch die FAQ-Liste am ende des Brettes.

    gruss
    winkel

  2. Antwort von nach 4 Tagen 1 hilfreich
    Re: studium psychologie

    hängen einem die Probleme der Patienten
    immer im Alltag nach?

    Hi, ich habe während meines Studiums in einem Altenheim gejobbt. Die ersten zwei Monate war ich nach jeder Schicht total ausgepowert und habe fürs Studium nix mehr auf die Reihe gekriegt. Dann setzte der Selbstschutz langsam ein. Mitleid, Hilfe, das Pensum dabei - ja, aber man läßt nicht alle Energie völlig aus sich herausfließen. Ich habe dann auch noch gut nach der Schicht noch Vorlesungen besuchen oder lernen können. Also keine Angst vor den Problemen der anderen. Am Anfang saugt einen das aus, dann aber distanziert man sich ganz automatisch. Ich habe auch im Gefängnis gearbeitet und dabei manchmal wirklich ätzende Fälle vor mir sitzen gehabt. Man setzt aber ein professionelles Gesicht auf und stellt bestimmte Fragen, systematisch. Weil man etwas rauskriegen will. Und wenn man einen Dreh dran kriegt, hat man auch ein Erfolgserlebnis. Trotzdem vergißt man gewisse Fälle nie. Aber es steckt auch Faszination drin.
    Viel Spass beim Studium, es lohnt sich.
    Alex

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