Hi Antwortende,
danke für Eure Resonanz.
Hi Ramona
@Metapher: das „A und O“ ist bei mir das „O und A“. 
ein selbstgrandioses und provokativ-konfrontatives Verhalten
anderen gegenüber wird zwar meist als „narzißtisch“ (es müßte
genauer heißen „narzißtisch gestört“,
In meiner Anfrage schrieb ich „narzißtisch gestört“. Grübel.
denn „narzißtisch“ ist
etwas anderes) bezeichnet, aber ob es sich um eine
narzißtische Persönlichkeitsstörung handelt, läßt sich so ohne
weiteres nicht mit ungeübtem Blick erkennen.
und dies:
… dahinter logischerweise seine Depressionen versteckend
gehört überhaut nicht dahin. Zwar sieht zumindest die
psychoanalytische Interpretation hinter der n.PSt eine
Schwäche der Persönlichkeitsstruktur (daher „Ich-Störung“, wie
alle PStn), die sich beim Zusammenbruch der Schutzfunktionen
durchaus den oberflächlichen Schein depressiver Zustände geben
mag, aber sie darf dennoch nicht damit verwechselt werden
(auch bei Borderlinern geschieht die Verwechslung oft, das
kann tragisch werden, weil es zu falscher therapeutischer
Intervention führt).
Das arrogant-grandios-provokante Konfliktpotential ist beim
echten „Narzißten“ die Strategie der Angstabwehr. Die Angst
besteht darin, daß die interaktiv durch Abwertung oder
Demütigung anderer gewonnene Selbst-Idealisierung nicht mehr
funktionieren könnte und dadurch das als minderwertig erlebte
Selbst offenbar werden könnte. Der Narzißt gewinnt also gerade
dadurch , daß er dafür sorgt, daß andere mit ihm
Konflikte erleben, seine Selbstabsicherung. Man könnte das
metaphorisch als eine Art Vampirismus bezeichnen.
Das ist mir klar, doch wie rauskommen?
Klartext: vor über 12 Jahren lernte ich ihn in einer Zeit kennen in der ich noch von sehr großem Lebensernst geprägt war. Mit seinem Wortwitz und seinem geistreichen Humor verflogen die Arbeitstage wie im Nu. Dies äußerten auch Kollegen, bei denen er scheinbar allseits beliebt war. In der werktags miteinander verbrachten Zeit von nur ein paar Monaten lachte ich mehr als ich mein ganzes Leben davor gelacht hatte. Über diesen ersten Eindruck hinaus ist er ein sehr intelligenter, wissender, künstlerisch begabter, sprachgewandter Mensch mit vielen Talenten. Wenn er sich wie sooft gerne als Herr und Meister, als göttlich, grandios darstellt, so sei dies bei Nachfrage nur sein Humor. Konflikte musste er wohl nie lösen, da er ja keine Probleme hat.
Heute bezeichnet er sich selbst als harmoniesüchtigen Teufel. Beruflich hat er was Soziales studiert und hat eine gewisse Machtposition inne. Die ihm gegenüber „schwächeren“ Menschen erlebte ich desöfteren als ihn bewundernd. Er sorgt dafür, daß es ihm gut geht. Und „trotzdem“ hat er eine große Fangemeinde. Er sagt zwar schöne, schmeichelnde Worte, doch will ich daß diesen Worten verbindliche Taten folgen, weist er mich zurück und geht auf Distanz. Beispielsweise sagt er schon gelegentlich mal, daß er mich mag, zeigt das auch bedingt. Alle paar Jahre hat er mich auch mal ganz doll lieb, doch wenn ich ihn um etwas bitte, z.B. mir aus dem Getränkemarkt was mitzubringen, weil er bei mir gerade wohnt und u.a. auch was trinkt, ich nicht motorisiert bin, hat er jedes Mal einen anderen Grund, weshalb er mir wieder nichts vom Getränkemarkt mitbringen konnte.
Der Kontakt zu ihm ist bis auf die ersten Monate nur noch privat.
Ich konnte sehr viel durch ihn lernen, allerdings weniger durch das was er sagte, als viel mehr durch das was er nicht sagte und nicht tat, eben primär lernte ich aus unseren Konfliktsituationen und den daraus reslutierenden Schmerzen, die ich teils akzeptieren kann, da sie zu persönlichem Wachstum führten. Für einige Dinge schätze ich ihn sehr, bewundere ich ihn, liebe ihn als Mensch.
Heute bin ich ihm gegenüber distanzierter, teils im Sinne von Freiraum lassen, ihn so sein zu lassen wie er ist. In den ersten Jahren bedrängte ich ihn sich mir zu öffnen, wollte ihn nötigen Konflikte anzusehen. Völlig klar, daß er sich zurückgezogen hat, zurückziehen mußte. Als ich ihm die nötige Distanz gewährte, verbesserte sich unser Kontakt. Eine tiefe Vertrautheit konnte sich dennoch nie entwickeln. Obwohl er sagt, ich hätte ihn noch nie belogen, traut er mir nicht, meint sogar ich könnte ihm tödlichen Schaden zufügen. Teils bin ich natürlich auch distanzierter aufgrund der ungelösten Konflikte und den Verletzungen die damit einher gehen.
Dieses Ausweichen vor Konflikten läßt uns nicht nur in vielerlei Hinsicht auf der Stelle treten sondern verletzt mich auch mitunter zutiefst. Daraufhin rutscht mein Selbstwertgefühl desöfteren in den Keller. Ich fühle mich von diesem grandiosen Menschen klein gemacht, und teils mache ich es auch noch leider selbst.
Folgedessen bin ich laut seiner Einschätzung in Moll gestimmt und mache ihm Vorwürfe. Zwar meine ich schon lange keine bzw. kaum Vorwürfe mehr zu machen, doch was weiß ich von meinem Unbewussten, was weiß ich wie konstruktiv gedachte Kritik bei ihm ankommt. Wobei ich durchaus denke, daß er auch Anklagen „hört“, wo gar keine von mir ausgesprochen worden sind. Dies jedoch wird nicht geklärt, da er über solche Dinge nicht spricht. Ergo, es beginnt ein Teufelskreislauf. Er will mich z.B. wegen trauriger Stimmung und angeblicher Vorwürfe, nicht sehen. Aus meiner Sicht ist es völlig verständlich und klar, daß mich das traurig macht. Daß diese gelegentliche traurige Stimmung durch ihn hervorgerufen wird, sieht er nicht. Ob mit mir, weiß ich nicht, doch mit manchen Menschen spielt er hier Spielchen. Er gibt sich distanziert. Und wenn die Leute ihm nachlaufen, freut er sich einerseits, andererseits gibt er sich bedrängt - je nachdem. Läuft ihm jemand nicht nach, kann er sich gar großartig quälen, wie gerne er doch mit diesem oder jenem Menschen was unternommen hätte. Dabei will oder kann er nicht sehen, daß er selbst diese Situation geschaffen hat.
Ein Beispiel: wir konnten uns ein paar Jahre nicht sehen, er wohnt ca. 800 km von mir entfernt, und er weiß, daß ich unangemeldete Besuche nicht mag, sogar ganz und gar nicht mag. Als er mich nach ein paar Jahren unangemeldet heimsuchte, und ich ihn fragte weshalb er sich nicht angemeldet hatte, meinte er, er wusste nicht ob er mich überhaupt besuchen will. Natürlich ist es sein gutes Recht mich nicht besuchen zu wollen. Gleichzeitig schmerzt es mich sehr, daß ich ihm scheinbar nicht so interessant und wichtig bin wie es umgekehrt der Fall ist. Gleichzeitig zweifelte ich teils an seiner Aussage, denn er ist ein sehr neugieriger Mensch, meiner Meinung nach schon krankhaft neugierig. Ich denke schon, daß er hat sehen wollen, ob und wie ich mich in den paar Jahren verändert habe. Immerhin hatten wir intensiveren Briefkontakt. Überdies schrieb er mir mal ganz traurig als ich Umgzugsabsichten äußerte, daß er nun meine Wohnung nicht kennenlernen würde. So was ist ihm sehr wichtig. Beiläufig hatte er bei diesem Besuch mal erwähnt, er habe nicht gewusst, ob ich ihn überhaupt empfangen würde. Sein Besuch fiel in eine Zeit in der ich mich etwas abschottete und nur zu wenigen Menschen Kontakt haben wollte / konnte. Hier kam mir der Gedanke, er hat diesen mich zurückweisenden Satz gesagt, weil er eben nicht wusste, ob meine Türe für ihn offen sein würde. Soll heißen, bevor er abgelehnt wird, lehnt er lieber selbst ab. Ob dem so ist, ich weiß es nicht. Wie dem auch sei, das ist eins der Beispiele, wenn auch eins der sehr verletzenden Beispiele, bei denen ich mich nach dem Sinn des Kontaktes frage.
Den aktuell letzten Brief las ich einer therapeutisch arbeitenden Frau vor, die auf mich einen kompetenten Eindruck macht. In dem Brief schrieb er was sich im Laufe der Jahre zwischen uns für ihn verbessert hat. Und just solch eine Aussage hätte mich früher wieder dazu gebracht mich noch mehr anzustrengen. So will ich das heute nicht mehr, denn die Anstrengungen stehen in keinem Verhältnis zu dem Ergebnis. Mit solchen Aussagen fühle ich mich von ihm gelockt weiter zu machen, gleichwohl er passiv in der Beziehungsgestaltung bleibt. Mache ich was gut, ist es okay bzw. es wird darüber kein Wort verloren. Mache ich für ihn was falsch oder tatsächlich einen Fehler, was menschlich ist, so bin ich z.B. übergriffig. Klar, wer nichts macht, der macht auch keine Fehler. 
Gegen Ende seines Briefes meinte er, daß ich mehr Probleme mit ihm habe als er mit mir, und daß ich doch besser den Kontakt zu ihm abbrechen soll. Und da ich von ihm Entscheidungen fordere, wolle er dieses hiermit tun, und den Kontakt mir alles Gute und Liebe wünschend, abbrechen. Zuerst war ich gefühlsmäßig am Boden zerstört. Er sagt mich zu mögen, und bricht dann lieber den Kontakt ab als Probleme zu lösen oder es wenigstens mal zu versuchen. Diese Reaktion deute ich so als würde er mich nicht mögen bzw. seine Konfliktscheue ist ihm lieber. Damit komme ich nicht klar. Dann jedoch wurde ich wütend, denn er stellt es so dar als würde er mir mit einem Kontaktabbruch einen Gefallen tun, und im Grunde hat er sich doch nur aus der Situation gewunden um sich nicht mit Konflikten auseinandersetzen zu müssen.
Die Therapeutin, der ich den Brief vorlas, sah dies soweit ebenso. Allerdings meinte sie, sie sei sich so gar nicht sicher, ob er denn wirklich den Kontakt zu mir abbrechen möchte. Hier bin ich mir dafür umso unsicherer, denn wenn ich ihm auch eine gutes Publikum bin, so scheut er offenbar Konflikte mehr als der Teufel das Weihwasser. Sie sagte, es mache sie wütend wie er seine Grandiosität von mir sich spiegeln lässt. Mir selbst fällt das gar nicht so auf bzw. ich mag ja tatsächlich viel an ihm, doch manches bin ich nun nicht mehr bereit hinzunehmen, z.B. Konflikten auszuweichen.
Ich erlebe es so, daß er die Rahmenbedingungen für unseren Kontakt vorgibt, in dem ich mich dann bewegen und größtenteils allein gestalten darf bzw. muß, soll die Beziehung laufen. Aufgrund von veränderter Lebenssituation teilte er mir in den ersten Jahren unseres Kontaktes eines Tages mit, wie für ihn nun fortan der Kontakt zu laufen habe. Bzw. er ließ ihn schon seit einer Weile in einer missbrauchenden Weise laufen, als ich ihm „zufällig“ dahinter gekommen bin. Als ich sagte dies nicht akzeptieren zu wollen, brach er den Kontakt zu mir in einer sehr verletzenden und herabwürdigenden Weise ab. Ein Jahr später rief ich seine wohl engste und langjährige platonische Freundin an, da ich ihn und seine Reaktionen verstehen wollte, verstehen mußte. Ich war sehr erstaunt, wie sehr wir ihn gleich einschätzten. Als ich hörte, daß vieles das er mit mir macht, auch mit ihr macht, wurde ich lockerer. Ich hörte teils auf „Schuld“ bei mir zu suchen und zu sehen. Was ich jedoch nicht gedacht hätte, daß er sich sehr positiv zu mir geäußert haben soll. Folgedessen tat ich das, weswegen er den Kontakt abgebrochen hatte. Ich nahm direkt Kontakt zu ihm auf, was er ursprünglich in dieser Lebensphase keinesfalls wollte. Auch wenn die erste Zeit etwas holprig war, und er gleich wieder den Kontakt am liebsten hätte bleiben lassen wollen, äußerten wir beide etwas von den Dingen die wir uns wünschen und für einen guten Kontakt brauchen. Daraufhin verbesserte sich der Kontakt auch deutlich. Wie leicht er Kontakte abbricht, hat mich zutiefst verletzt. Und es geht halt darum was für ihn richtig und wichtig ist. Die Bedürfnisse und der Schutz anderer Personen sind für ihn scheinbar nicht wichtig. Ich weiß, daß er nach dieser Lebensphase in der er war auch zu anderen Leuten wieder Kontakt aufgenommen hat, die allerdings von sich aus den Kontakt hatten einschlafen lassen, weil sie nicht gerne schreiben. Ob er auch zu mir nach dieser Zeit wieder den Kontakt aufgenommen hätte? Ich weiß es nicht, befürchte nein.
Nun bin ich wieder in einer ähnlichen Situation. So er sich gibt, kann ich mit ihm über intellektuelle Dinge reden, doch sobald ein Problem auftritt, bin ich die Leidtragende. Nach eigener Einschätzung habe ich sehr viele Menschen in meinem Leben kennengelernt, doch nur die wenigsten davon berührten mich tief im Herzen. Er ist einer davon. Sicherlich ist das was mich an ihn bindet nicht nur gesund. Neben dem kranken Anteil gibt er mir auch einiges das ich nicht missen möchte, das ich liebend gerne weiter entwickeln wollen würde.
Was tun? Scheinbar ist ihm der Kontakt mit mir nicht viel wert. Das Ausweichen vor Konflikten verletzt mich mitunter zutiefst. Er meint, er könne auf mich nur reagieren. Was soll ich also nun von einem Menschen wollen, durch den ich immer wieder schmerzlich erfahren muß nicht so gemocht zu werden wie ich ihn mag. Auf diese SM-Spielchen habe ich keine Lust mehr. Ich leide teils wie Hölle unter Konflikten die immer wieder unter den Teppich gekehrt werden. Das untergräbt mein Selbstwertgefühl immer wieder. Und wenn ich auch weiß, daß seine Konfliktscheue nicht meine „Schuld“ ist, so fühle ich mich dennoch in einer involvierten Situation oftmals schuldig und meine, ich müsse was tun, wenn ich auch nicht weiß was, damit er nun bereit ist, Konflikte mit mir zu lösen.
Möglich wäre also nun zu sagen, laß uns einfach über nicht persönliche Dinge reden und klammern wir alle Probleme aus. Doch das funktioniert nicht, kann meiner Meinung nach nicht funktionieren. Sobald er mir ein Stichwort gibt, muß ich Probleme wieder und wieder unter dem Teppich hervorholen, da ich unter ihnen leide. Und ich will nicht mehr leiden.
Welche Möglichkeit bleibt mir außer Kontaktabbruch bzw. diesen Kontaktabbruch zu akzeptieren?
Ciao,
Romana
:
Diese Strategie der Selbstidealisierung, die durch
Abwertungsarroganz gegen andere genährt wird wie Feuer durch
Öl, ist ein Szenarium, das sehr häufig zu Höchstleistungen
anspornt, egal in welchem Metier - meist in einem solchen, das
familiär (Beruf des Vaters oder der Mutter) schon
vorgezeichnet war (ein Hinweis auf die Beziehung zwischen
Familiengeschichte und der Aitiologie).
Der Narzißt erlebt also selbst gar keine Konflikte, sondern er
sorgt nur dafür, daß andere sie mit ihm erleben. Schuld an
Konflikten sind für ihn immer nur die anderen! Die
tiefer in seiner Psersönlichkeitsstruktur liegenden Konflikte
sind ihm nicht bewußt: Daher ist das, wonach du suchtest - die
Selbstkonfrontation (was auch immer du damit meinst) - nicht
nur das gefährlichste für ihn, sondern er ist in seinem
Interaktionsverhalten auch am sichersten dagegen geschützt.
Keine Chance also für seine Konfliktpartner - erst recht nicht
für psychologisch nicht geschulte.
Gerade wegen seiner oft enormen berufichen Leistungsfähigkeit
trifft man im Berufleben eben auch oft gerade auf diese
Persönlichkeit - in Führungshierarchien dann in der Regel von
„oben“ protegiert und von unten „gehaßt“.
Konfliktmanagement mit dieser Person gibt es erfahrunggemäß
nicht. Ein kundiges Konfliktmanagment wird dies vielmehr mit
denen machen, die unter dieser Person zu leiden haben. Dabei
gibt es zahlreiche Strategien der bewältigung von
Spannungspotentialen, das hängt ein wenig wiederum von der
Persönlichkeitsstruktur der Betroffenen ab.
Interessant ist übrigens immer der extremfall der Kombination
des narzißtisch-arroganten Kotzbrockens mit der
raffiniert-schmeichlerischen Nymphomanin, die ebenfalls von
allen anderen beneidet und gehaßt wird. Die wickelt ihn um den
Finger und er tanzt nach ihrer Pfeife.
Kein Kontaktabbruch. Das geht im Beruf ja eh meist nicht. Aber
auch im privaten Lebensraum, wo Kontraktabbruch das Einfachste
ist: Vorsicht! es bleibt meist das dringende Bedürfnis, für
die früheren Abwertungsattacken es Narzißten Rache zu üben …
Solange dieses bedürfnis da ist, ist der Kontakt nicht
abgebrochen.
Gruß
Metapher