Ads!

Hallo,
Hat einer von euch Erfahrungen mit ADS?
ich habe sehr viel im Internet rumgeforscht und bin zu der Erkenntnis gekommen, das ich es (Sehr wahrscheinlich) habe. Weiss zufällig jemand einen Guten Arzt im Ruhrgebiet, den ich damit konfrontieren kann?

Schonmal Danke
Carsten

Hallo Carsten,

noch etwas zu dem Thema kannst du im Archiv nachlesen:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Gruß
Camilla

Hallo Carsten.
Sicher kannst du dir einen Psychologen in deiner Gegend suchen. Ich würde aber mal mit einer Selbstdiagnose vorsichtig sein. Lass den Arzt mal selber suchen, nachdem du ihm die Symptome, bzw. das was dir an dir auffällt geschildert hast. Wenn du was vorgibst, findet er vielleicht auch was :smile:.

Grüße
T

Hallo Carsten,

also ich persönlich halte ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) -h oder +h (für Hyperaktivität) ehrlich gesagt ein bißchen für eine Modekrankheit…Aber es gibt hier im Forum einen Beat Schärer, der derzeit im Urlaub ist, der hat sich umfassend mit dem Thema auseinander gesetzt. Ich glaube nächste Woche ist er wieder da.

Wie kommst Du auf den Trichter, daß Du das hättest?
Wie lange hast Du DIch beobachtet?
Hast Du einen Ernährungsplan aufgestellt?

Fragen über Fragen :smile:

LG
Maja

Hallo Maja,

also ich persönlich halte ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom)
-h oder +h (für Hyperaktivität) ehrlich gesagt ein bißchen für
eine Modekrankheit

Wie kommst Du darauf ? Selbst die letzte Dorferzieherin dürfte inzwischen besser informiert sein !

*Kopfschüttel*,

Sylvia

Hallo Carsten,

auf jeden Fall würde ich von einer Selbstdiagnose abraten. Es gibt zu viele andere Krankheiten, die ähnliche Symptome mit sich bringen.

Inzwischen gibt es ein paar gute Bücher für erwachsene ADS’ler. Mein „Lieblingsbuch“ zum Einstieg ist „Zwanghaft zerstreut“, dürftest Du über amazon.de unter dem Titel finden.

Außerdem kann ich nur empfehlen, sich mal bei einem Gesprächskreis auszutauschen. In den meisten Elternkreisen sind inzwischen auch Erwachsene mit und ohne Kinder. Schau mal hier (weiter dann unter "Gesprächskreise): http://www.ads-ev.de/verein/index.html. Vielleicht gibt es ganz in Deiner Nähe eine Gruppe, an die Du Dich wenden kannst.

Sollte sich Dein Verdacht erhärten und Du das Gefühl haben, dass Du Unterstützung brauchst, dann wende Dich an eine(n) Psychologen/in mit Erfahrung auf diesem Gebiet (wichtig !).

Viel Erfolg wünscht

Sylvia (selbst betroffen)

Hi,

Wie kommst Du darauf ? Selbst die letzte Dorferzieherin dürfte
inzwischen besser informiert sein !

Ganz einfach…
Meiner einer hat einen sehr quirligen Sohn…der schon von Kinderärzten den Stempel „hyperaktiv“ auf der Stirne hängen hatte…in der städtischen Krabbelgruppe gar, meinte manch eine Erzieherin, er litte evtl unter ADS+h…also las ich diverse Bücher…und erinnerte mich an meinen Bruder, der als hyperaktiv eingestuft wurde…und extreme Reaktionen beim Verzehr von zB Phosphathaltigen Nahrungsmitteln zu erwarten waren…das war in den 80iger Jahren…aber Phosphate sind wichtig für alle Prozesse die im Körper ablaufen, nur mal so nebenbei…dann war jahrelang mehr oder weniger ruhe…irgendwann wurden dann vereinzelt Klassen für hyperaktive Kinder gegründet…
In der betreuten Gruppe in der ich war gibt es auch Wochenendfreizeiten…und wie merkwürdig…plötzlich brauchen die Kinder kein Ritalin mehr…
ADS ist dann die Steigerung…mich persönlich wundert es nicht, daß Kinder so austicken, bei der ständigen Reizüberflutung…und der Situation, daß sie ihre Umwelt gar nicht mehr wirklich unbeschwert entdecken können.
Aber ADS ist keine Krankheit, die mit ein paar Pillen schlucken geheilt wird…ich bringe das vielmehr mit einer MCD in Verbindung und die ist meßbar und nachweisbar.
Deshalb mag ich nicht, wenn Eltern ein unruhiges Kind haben, sich sofort rein durch verbale Äußerungen dazu genötigt fühlen ihr Kind als ADSler anzusehen, ohne weitreichende Untersuchungen…die aber auch erst Sinn machen, wenn das Kind ein bestimmtes Alter erreicht hat und der Zustand länger als ein Jahr unverändert geblieben ist.

*Kopfschüttel*,

Schüttel Du Deinen Kopf nur weiter.

Gruß
Maja

2 „Gefällt mir“

Hallo,

Schau doch auch mal in diese Links und versuche die Fragen, wenn Du magst, ehrlich zu beantworten:

http://www.hypies.de/diagnose/tests/check05.html

http://www.hypies.de/add/quest01.html

http://www.hypies.de/diagnose/tests/check02.html

http://www.hypies.de/diagnose/tests/check03.html

http://nibis.ni.schule.de/~as-lg2/lh1/themenundlinks…

Für eine möglichst genaue Diagnose sind bei dem Störungsbild ADS meist mehrere Besuche bei verschiedenen Experten notwendig: Neurologe, Psychologe, Psychiater, aber auch der Hausarzt, der aus dem Krankenblatt nachvollziehen kann, welche Auffälligkeiten sich evtl. bis dato in Deiner Krankengeschichte gezeigt haben, die vielleicht mit einem ADS einhergehen könnten. Auch müsssen unbedingt differenzialdiagnostisch weitere Krankheiten abgeklärt werden und eventuelle Komorbiditäten.

Wichtig ist: ruhig bleiben und versuchen, auch und gerade Dir selber gegenüber objektiv zu bleiben. Klar ist es faszinierend, wenn man endlich die eigenen Unzulänglichkeiten, Schwächen, aber auch Phänomene, die einen ausmachen, als geballtes Krankheitsbild beschrieben vorfindet. Aber überlasse die Diagnose einem der oben genannten Experten.

:wink:

Viele Grüße
Bettina

PS: Wichtig wäre, dass Du einen Experten findest, der sich auf das Thema ADS/Hyperaktivität usw. spezialisiert hat. Natürlich für Erwachsene

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Und aus folgendem Link:

http://www.hypies.de/diagnose/winkler1.html

Für das Erwachsenenalter fordert Wender zusaetzlich, dass der Betroffene selbst und mindestens eine nahe Bezugsperson eine Beurteilung abgibt. Hier gilt, dass ADHD-Betroffene relativ schlechte Selbstbeobachter sind und sich selber natuerlich eher als „unauffaellig“ beschreiben werden, da sie ja „schon immer“ so waren wie sie sind. Veraenderungen durch eine Behandlung werden so zunaechst vom Betreffenden selber auch gar nicht immer so stark wahrgenommen, fallen dafuer Aussenstehenden sehr positiv auf.

Andererseits ist natuerlich nicht jede erhoehte Ablenkbarkeit ein ADHD ! Die Symptomatik muss lebensgeschichtlich ueberdauernd und folgenreich fuer den Betroffenen nachweisbar sein. Man muss an eine Reihe von Differentialdiagnosen denken, so dass auf jeden Fall ein erfahrener Diagnostiker einbezogen werden sollte. Problematisch ist aber eben, dass es genau die in Deutschland noch nicht gibt ! Ich warne aber vor einer Selbstdiagnose mit Screening-Boegen oder anhand von Veroeffentlichungen.

Wender hat fuer die klinische Beurteilung die Targeted Attention-deficit Disorder Symptoms RatingScale TADDS entwickelt. Mir ist bisher keine deutsche authorisierte Version bekannt. Eine eigene Uebersetzung moechte ich vielleicht von Wender selber „genehmigen“ lassen. Es existieren noch zahlreiche aehliche Symptomchecklisten , wie z.B. die von BROWN. Zusaetzlich gibt es Versionen u.a. von Amen, Goldberg; Nadeau sowie eine Sammlung von Charakteristika von Hallowell. Eine Testdiagnostik im psychologischen Sinne ist dies nicht !

Zurueck zu WENDER´s Targeted Attention-deficit Disorder Symptoms :

Abgefragt werden dabei als Kernsymptome :

Hyperaktivitaet
Verminderte Konzentrationsfaehigkeit / Ablenkbarkeit
sowie weiteren Symptomen wie :

Gereiztheit / Wutausbrüche
Stimmungsschwankungen
Ueberempfindlichkeit / Temperamentausbrueche
Desorganisation von Arbeitsablauefen
Stress-Intoleranz
Impulsivitaet
A1 Hyperaktivitaet

Hyperaktivitaet tritt bei Erwachsenen nicht in Form von extremer Bewegungsunruhe in Erscheinung. Ueber die unbekannteren haeufigen Formen ohne Hyperaktivitaet moechte ich noch einmal getrennt eingehen. Wender geht aber eher von „milden“ Zeichen aus : wie :

  • Ruhelosigkeit in Form von Fingertrommeln, Nesteln, Spielen z.B. mit Gummibaendern, Stiften, Haar- bzw. Bartzupfen etc.

  • als Wender-sign also „Wender-Zeichen“ gilt das schnelle rhythmische Wippen bzw. Bewegen von Fuessen oder Knien

  • eine Unfaehigkeit zur Entspannung / Ruhe z.B. staendige Ruhelosigkeit, fruehes Aufstehen am Esstisch, Probleme beim Fernsehen oder Lesen. Starkes Unbehagen bei Situationen der Ruhe oder Bewegungslosigkeit wie z.B. Flugreisen oder Krankheiten.

Hyperaktivitaet galt „frueher“ als Kernsymptom des ADD-Komplexes. Insbesondere nach den Theorien von Barkley zur Behavioralen Inhibition ist die Hyperaktivitaet wie auch die Aufmerksamkeitsstoerungen nicht das Hauptproblem, sondern Folge einer mangelnden „Bremsung“ wichiger Impulse , Gedanken, Gefuehle, Erinnerungen , Koerperwahnehmungen etc.

A2 Konzentrationsstoerungen / Ablenkbarkeit

Der Begriff „Aufmerksamkeits-Defizit“ ist eigentlich eine unzutreffende Bezeichnung. Vielmehr sind die Betroffenen zumeist nicht unaufmerksam, sondern folgen vielmehr mehreren (inneren und aeusseren) Wahrnehmungen gleichzeitig.

Zum Thema „Konzentration“ muss man wissen, dass ADHD-Patienten sehr wohl eine ausgezeichnete selektive Konzentrationsfaehigkeit haben koennen, besonders wenn sie etwas interessiert sind ist die Aufnahmekapazitaet nahezu unbegrenzt. Schwieriger ist es bei der Daueraufmerksamkeit bzw. bei Aufgaben bei denen kein Interesse oder aber ein aeusserer Zwang vorhanden ist. Dabei wird eine starke Ablenkbarkeit durch andere Reize bzw. die Unfaehigkeit sich nur auf eine Sache dauernd zu konzentrieren deutlich. Hieraus resultieren Kritik von Anderen "Er / Sie koennte nur, wenn mehr Anstrengung / Wille / Fleiss vorhanden waere ". Die Fähigkeit Aufmerksamkeit bzw. Impulse zu kontrollieren, ist als bei den ADHDlern (wesentlich staerker als bei anderen ) von der Bedeutung und Interesse / Motivation abhaengig.

Wichig ist somit, dass in Untersuchungssituationen beim Arzt oder Psychologen oder wenn sog. Konzentrationstests durchgefuehrt werden, nichts auffallen muss. Die neue und damit herausfordernde Situation bedingt eine Aktivierung des Gehirns, so dass sehr gute Aufmerksamkeitswerte resultieren und die Diagnose „Aufmerksamkeits-Defizit“ widersinnig erscheint. Gerade intelligente ADHD-Patienten haben im Laufe des Lebens gelernt, sich auf ihre Besonderheiten einzustellen bzw. sehen sie als normal an, da kein absoluter Vergleich zu anderen moeglich ist.

B1 Gefuehlslabilitaet (affective lability)

Die besondere Empfindlichkeit des ADHD - Betroffenen macht sich auch bei Stimmungen und Gefuehlen bemerkbar. Daher faellt offenbar haeufiger eine emotionale Instabilitaet mit raschen Stimmungswechseln zwischen trauriger Verstimmung bis hin zu euphorischen Phasen oder einem Gefühl „auf Draht“ bzw. unter Spannung zu stehen auf. Aufgrund der wiederholten Misserfolge bzw. der Eigenwahrnehmung „anders als die anderen“ zu sein, stellt sich nicht selten aber auch eine manifeste depressive Entwicklung ein. Kennzeichnend ist besonders die Antriebsschwaeche bzw. Probleme bei Taetigkeiten, die ungern gemacht werden oder geistige Anstrengung erfordern wuerden. Da besonders morgens Probleme auftauchen sowie Schlafstoerungen bestehen, wird von Aerzten haeufig eine Depression diagnostiziert.

Mir persoenlich erscheint es jedoch in der Klinik haeufiger so, dass bei potentiellen ADHD-Patienten die Stimmungslabilitaet bzw. eine dysphorische Verstimmung faelschlich als Dysthymie oder Depressive Verstimmung oder gar als sog. bipolare Stoerung eingeordnet wird. ADHD´ler haben im Gegensatz zu den „klassischen“ depressiven Stoerungen, die durch eine 2 woechige bzw. mindestens 2 jaehrige depressive Phase gekennzeichnet werden, haeufigere Stimmungswechsel und koennen auch in Phasen von „depressiver Verstimmung“ sich noch fuer Dinge begeistern. Die Betroffenen beschreiben also nicht so sehr eine sog. „Anhedonie“ = Gefuehl der Gefuehllosigkeit, sondern fuehlen sich irgendwie eingeschraenkt, ohne rechten Kontakt zur Aussenwelt oder „down“ bzw. gelangweilt. Auch wenn sie eben nicht ihr volles Leistungspotential umsetzen koennen. Wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist, dass diese Stimmungslabilitaet eben das ganze Leben ueber nachweisbar sein muss. Differentialdiagnostisch fallen da dann allenfalls Persoenlichkeitsstoerungen ins Gewicht. Aber das waere ein eigenes Thema…

Also man kann eben auch „Lauese und Floehe“ haben. D.h. ADHD und Depressive Stoerungen. Diese Patienten werden von Wender aber zunaechst für die Forschungskriterien bewusst ausgeschlossen. Behandeln sollte man sie natuerlich trotzdem !

B 2 Organisationsprobleme / Desorganisation

Eigentlich ist das ADHD wahrscheinlich auf eine Stoerung der Impulskontroll zurueckzufuehren. D.h. die Betroffenen handeln schneller als sie denken bzw. reflektieren koennen. Oder mehrere Wahrnehmungen, Gedanken , Vorhaben finden gleichzeitig statt. Besonders „nervig“ fuer Aussenstehende sind daher Gefuehlsausbrueche bzw. ein „Ausrasten“ bei geringer Frustrationstoleranz.

B 3 Temperamentausbrueche

B 4 Stressintoleranz

B 5 Impulsivitaet


Ausschlusskriterien fuer die Utah-Kriterien :

Hierzu gilt : Diese Kriterien schliessen die Behandlungsbeduerftigkeit nicht aus ! Sie beziehen sich vielmehr auf wissenschaftliche Kritieren fuer eine Vergleichbarkeit der Patientengruppen bzw. Behandlungserfolge.

  1. Symtome einer bipolaren und depressiven Stoerung (Major Affecitive Disorder)

  2. Zeichen einer Schizophrenie, schizoaffektiven Storungen oder schizotypischen Persoenlichkeitsstoerung

  3. Folgende Symptome der Borderline-Persoenlichkeitsstoerung

ein Muster von instabilen und intensiven interpersonellen Beziehungen, die durch ein Muster von extremer Ueberidealisierung und Abwertung gekennzeichnet sind
Wiederholte Suiziddrohungen, -handlungen oder selbstschaedigendes bzw. parasuizidales Verhalten
Hochgradige Identititaetsstoerungen
Ausgepraegtes und chronisches Gefuehl der inneren Leere
Extremes Bemuehen ein reales oder imaginaeres Verlassenwerden zu verhindern, Angst vor dem Alleinsein
4. Kritierien einer Antisozialen Persoenlichkeitsstoerung, Alkohol- oder Drogenabhaengigkeit innerhalb des letzten Jahren, Vorgeschichte eines Stimulantienabusus.

Ich habe noch folgende anamnestischen Hinweise auf ein ADHD gesammelt :

ADHD / Minimale cerebrale Dysfunktion wurde bereits in Kindheit diagnostiziert (einfachster Fall, wird dennoch uebersehen !) ADHD waechst sich nicht mit dem 18. Lebensjahr „raus“, Symptome koennen auch bei Erwachsenen anhalten
ADHD bei Angehoerigen wie Eltern oder eigenen Kinder Es besteht eine genetische Praedisposition, so dass haeufig auch Eltern bzw. Verwandte 1. Grades betroffen sind. Dies kann sich auch „nur“ in einer Neigung zu depressiven Stoerungen oder Suchterkrankungen in der Familie zeigen
Bettnaessen nach dem 5. Lebensjahr Bisher wenig untersucht, offenbar aber ein deutliches Zeichen, was auf den Schweregrad rueckschliessen laesst. Ebenso koennen Schlafwandeln bzw. unruhiger Schlaf (pavor nocturnus) , Kraempfe in den Beinen / Muskelzuckungen mit ADHD im Zusammenhang stehen
Schreib- und Lesestoerungen Neben sog. Teilleistungsstoerungen bzw. Lernstoerungen, die ebenfalls mit ADD im Zusammenhang stehen koennen, finde ich eine motorische Ungeschicklichkeit mit schlechtem Schriftbild bei Schreibschrift auffaellig. Viele ADHDler druecken Stifte extrem auf, oder schreiben nur noch mit dem PC. Zusaetzlich kann ein Verdrehen oder Auslassen von Buchstaben oder Woertern auffallen.

Im Unterschied zur Legasthenie besonders bei einfachen Woertern, waehrend lange komplizierte Begriffe kein Problem darstellen.Ebenfalls auffaellig in meinen Anamnesen: Viele potentielle ADHDler sind „Beid-Haender“ oder „umerzogene“ Linkshaender.
Schlafstoerungen Bei vielen ADHD-Patienten fallen Schlafstoerungen mit Etappenschlaf bzw. fruehmorgendlichem Erwachen auf. Auch nach ausreichender Schlafdauer besteht eine Morgenmuedigkeit, bzw. ein Antriebsmangel. Dies ist nicht auf ein Schlafdefizit zurueckzufuehren. Vielmehr lassen sich im EEG Dysrythmien bzw. verstaerkte Theta und Delta-Aktivitaet nachweisen, die eigentlich eher in einer Schlafmuster passen.

Hypersensibilitaet / Hyperakusis Hauefig finden sich bei der Wahrnehmung fuer verschiedene Sinnesqualitaeten eine besondere Empfindlichkeit.

paradoxe Medikamenteneffekte Fuer einen Arzt vielleicht am interessantesten : Scheinbar „paradoxe“ Medikamenteneffekte wie eine Unwirksamkeit von Beruehigungsmitteln wie Benzodiazepine oder Neuroleptika, Narkosezwischenfaelle, Schmerzmittel (ASS, Benuron) oder Antihistaminika.

Suchterkrankungen Haeufig findet man bei Alkohol - oder Heroinabhaengigkeit ein ADHD ! Auch Cannabis bzw. Amphetamine koennen von einigen aufgrund der pharmakologischen Eigenschaften als natuerlich unerlaubte „Selbstmedikation“ eingesetzt werden. Es gilt allgemein : Bei Drogenabhaengigen sollte man eigentlich immer an ein ADHD denken ! Ich habe Kontakt zu einer schweizer Praxis , die zwischenzeitlich ADHD´ler mit Drogen bzw. Borderlineproblematik sehr erfolgreich auf ADHD screent und mit Ritalin therapiert !

Kaffee / Suessigkeitenkonsum sowie Tee , Cola aber auch Schokolade oder Theophyllin bzw. Asthmamittel haben einen stimulierenden Effekt. Ich habe eine Patientin mit bis zu 10 (angeblich sogar 15 l) Kaffee pro Tag als „Selbsttherapieversuch“ kennengelernt. Haeufiger „milde“ Dosen von 3 l. Eine besondere Empfindlichkeit bzw. Unvertraeglichkeit kann auch auf eine entsprechende neurobiologische Praedisposition hinweisen.

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Hallo Carsten,
Was willst du mit deiner Verdachtsdiagnose beim Arzt?

  1. wirst du kaum einen finden, der sich bezüglich ADS auskennt

  2. ist ein Arzt hier in der Regel genau so hilflos wie dein Friseur

Gruß
KH

Radio Eriwan
Moin Bettina

Schau doch auch mal in diese Links und versuche die Fragen,
wenn Du magst, ehrlich zu beantworten:

Ich hab mal versucht diesen Test zu machen, und bin bereits bei den ersten Fragen gescheitert, da mein Verhalten, das hier gefragt war, (IMHO selbstverständlich) situationsabhängig ist. Es gibt also Situationen, da hab ich eine endlose Geduld, Ausdauer, Frustrationstoleranz und kann stundenlang auf meinem Hintern hocken, und es gibt Situationen, da hält das kaum 10 Minuten. Und so geht das beides schon seit Jahren :smile:)

Und nun ?

fragt
Marion

aber Marion…

Moin Marion,

Ich hab mal versucht diesen Test zu machen,

Warum? Denkst Du, Du hast eine ADS+/-H - Störung?

und bin bereits
bei den ersten Fragen gescheitert, da mein Verhalten, das hier
gefragt war, (IMHO selbstverständlich) situationsabhängig ist.
Es gibt also Situationen, da hab ich eine endlose Geduld,
Ausdauer, Frustrationstoleranz und kann stundenlang auf meinem
Hintern hocken, und es gibt Situationen, da hält das kaum 10
Minuten. Und so geht das beides schon seit Jahren :smile:)

Wirklich merkwürdig, geht es mir doch genauso… :wink:

Und nun ?

Ich könnte Dir ja nun so einiges zum Erwachsenen ADS schreiben, aber ich denke, das wolltest Du mit Deinem Posting gar nicht bezwecken, nicht wahr? Fakt ist, dass gerade eine eindeutige Diagnose dieser „Störung“ bei Erwachsenen sehr schwer zu stellen ist. Und das hängt wiederum von verschiedenen Faktoren ab.

Wie es oben schon beschrieben wurde: der eine leidet extrem unter seinem Verhalten, welches teilweise in das sog. ADS-Störungsbild passt. Der/die andere geniesst seine Besonderheit und das kreative Chaos, obwohl er kriterienbedingt vielleicht dem „Störungsbild“ zuzuordnen wäre.

Desweiteren: Es gibt in den offiziellen Diagnosemanuals der DSM-IV und ICD-10 kein beschriebenes Störungsbild für ADS/Hyperaktivität für Erwachsene in dem Sinne, wie es eines für Kiddis gibt.

Trotzdem sollte man natürlich nicht wegwischen, dass Verhaltensauffälligkeiten dieser Art auch bei erwachsenen Menschen existieren. Und somit empfehle ich Dir folgenden, m.M. nach sehr gut beschriebenen Artikel. Vor allem das (von mir) hervorgehobene, fettgedruckte.

Liebe Grüße
Bettina
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ADHS: eine valide Diagnose?

Im November 1998 fand in den USA vom NIH eine Konsensus-Konferenz zur ADHS statt. William B. Carey kritisierte dabei das Konstrukt der ADHS. In seinem Abstrakt zur Konferenz schreibt er hierzu: Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit und ohne Hyperaktivität (ADHS) wird definiert durch das gleichzeitige Vorhandensein von 6 von 9 Symptomen von Unaufmerksamkeit (inattention) der 6 von 9 Symptomen von Hyperaktivität/Impulsivität, mit Einschränkungen (der Lebensführung) in zwei oder mehr Bereichen, die nicht durch eine andere Störung bedingt sind.

Zusätzliches allgemeines Übereinkommen bestehe darin, dass sich ADHS eindeutig von normalem Verhalten unterscheiden lassen muss, eine neurologische Entwicklungsstörung darstellt und (relativ) unbeeinflusst von sozialen Umgebungsbedingungen ist. Letztlich behauptet er, dass alle diese Bedingungen sehr vage seien bzw. dem subjektiven Urteil unterworfen blieben, dass sie dem normalen Temperament des Kindes (oder auch eines Erwachsenen) durchaus entsprechen und die Diagnose auch eine Stigmatisierung darstellen könne oder aber zu allgemeingültig und unspezifisch seien (Zaren, 1998). Damit fasst Zaren so ziemlich alle Vorurteile zusammen, die man sich so im Zusammenhang mit der Diagnose ADHS diskutieren kann.

Letztlich werden diese Bedenken jedoch auch von vielen (potentiell) Betroffenen bzw. ihren Angehörigen sowie einigen Ärzten bzw. Psychotherapeuten geteilt. Zudem stellt sich die Frage, welche Konsequenzen die Diagnose ADHS für die weitere Lebensgestaltung hat. Insbesondere hinsichtlich einer etwaigen pharmakologischen Behandlung (z.B. mit Stimulanzien) bestehen häufig erhebliche Befürchtungen hinsichtlich Nebenwirkungen der Medikation, einer Abhängigkeitsentwicklung oder aber irreversiblen Veränderungen der Persönlichkeit oder besonderer Fähigkeiten (z.B. Kreativität oder intuitives Wissen).

Das grösste Problem der Diagnosestellung ist damit jedoch noch ausgespart: Wie Russel Barkley ausführt, eignen sich potentielle ADHS-Betroffene praktisch überhaupt nicht als Informationsbasis für ihre eigene Symptomatik bzw. Auswirkungen im Verhalten und komorbiden Störungen. Die Selbstwahrnehmung bzw. -Beurteilung unterscheidet sich unter Umständen extrem von Fremdbeurteilungen in Zeugnissen oder Beschreibungen von Eltern, Lebenspartnern oder Arbeitskollegen. Somit wird häufig auch bei sehr typischen Lebensgeschichten bzw. Auftreten von extremen Symptomen eine Erkrankung vom Betroffenen nicht wahrgenommen, falsch bewertet bzw. bagatellisiert. Dies hängt neben der Angst vor Stigmatisierung sicherlich auch mit der im Rahmen der relativen Frontalhirnstörung eingeschränkten Selbstbeurteilung bzw. Selbstkontrolle zusammen.

Andererseits belegen wissenschaftliche Untersuchungen die Validität bei verschiedenen Diagnostikern und zu unterschiedlichen Untersuchungszeitpunkten sowie die Reliabiliät der Diagnosekategorie ADHS bei Kindern, aber auch Erwachsenen (Lahey, 1998).

Zweifellos stellt das Spektrum der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen (ADHS) mit und ohne Hyperaktivität ein relativ breites und erst noch genauer zu definierendes Störungsspektrum dar. Wie Lahey ebenfalls auf der Konsensus-Konferenz 1998 darlegte, wandelte sich dabei ausgehend von fortschreitenden klinischen, insbesondere aber neurobiolgischen und neuropsychologischen Untersuchungen, die Definition bzw. syndromale Zuordnung in den für die Diagnosestellung relevanten Klassifikationssystemen DSM bzw. ICD erheblich.

Die Diagnosekriterien des DSM-IV

Heute fassen die Klassifikationssysteme psychischer Störungen das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom als eine Störung mit Beginn im Kleinkindalter, der Kindheit und Adoleszenz auf. Das amerikanische Klassifikationssystem DSM-IV setzt folgende Kriterien, die z.T. auch auf die Problematik von Erwachsenen angepasst wurden:

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

A. Entweder Punkt (1) und/oder Punkt (2) müssen zutreffen:

  1. Sechs (oder mehr) der folgenden Symptome von Unaufmerksamkeit sind während der letzten sechs Monate in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und unangemessen Ausmass vorhanden gewesen:

Unaufmerksamkeit

a) beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler bei den Schularbeiten, bei der Arbeit oder bei anderen Tätigkeiten,

b) hat oft Schwierigkeiten, längere Zeit die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder beim Spielen aufrechtzuerhalten,

c) scheint häufig nicht zuzuhören, wenn andere ihn / sie ansprechen

d) führt häufig Anweisungen anderer nicht vollständig durch und kann Schularbeiten, andere Arbeiten oder Pflichten am Arbeitsplatz nicht zu Ende bringen (nicht aufgrund oppositionellem Verhaltens oder Verständigungsschwierigkeiten),

e) hat häufig Schwierigkeiten, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren,

f) vermeidet häufig, oder hat eine Abneigung gegen oder beschäftigt sich häufig nur widerwillig mit Aufgaben, die länger dauernde geistige Anstrengungen erfordern (wie Mitarbeit im Unterricht oder Hausaufgaben),

g) verliert häufig Gegenstände, die für Aufgaben oder Aktivitäten benötigt werden (z.B. Spielsachen, Hausaufgabenhefte, Stifte, Bücher oder Werkzeug),

h) lässt sich oft durch äussere Reize leicht ablenken,

i) ist bei Alltagstätigkeiten häufig vergesslich;

  1. sechs (oder mehr) der folgenden Symptome der Hyperaktivität und Impulsivität sind während der letzten sechs Monate beständig in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und unangemessenen Ausmass vorhanden gewesen:

Hyperaktivität

a) zappelt häufig mit Händen oder Füssen oder rutscht auf dem Stuhl herum,

b) steht in der Klasse oder in Situationen, in denen Sitzenbleiben erwartet wird, häufig auf,

c) läuft herum oder klettert exzessiv in Situationen, in denen dies unpassend ist (bei Jugendlichen oder Erwachsenen kann dies auf ein subjektives Unruhegefühl beschränkt bleiben),

d) hat häufig Schwierigkeiten, ruhig zu spielen oder sich mit Freizeitaktivitäten ruhig zu beschäftigen,

e) ist häufig „auf Achse“ oder handelt oftmals, als wäre er / sie „getrieben“,

f) redet häufig übermässig viel;

Impulsivität

g) patzt häufig mit Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist,

h) kann nur schwer warten, bis er / sie an der Reihe ist,

i) unterbricht und stört andere häufig (platzt z.B. in Gespräche oder Spiele anderer hinein).

B. Einige Symptome der Hyperaktivität-Impulsivität oder Unaufmerksamkeit, die Beeinträchtigungen verursachen, treten bereits vor dem Alter von sieben Jahren auf.

C. Beeinträchtigungen durch diese Symptome zeigen sich in zwei oder mehr Bereichen (z.B. in der Schule bzw. am Arbeitsplatz und zu Hause).

D. Es müssen deutliche Hinweise auf klinisch bedeutsame Beeinträchtigungen in sozialen, schulischen oder beruflichen Funktionsbereichen vorhanden sein.

E. Die Symptome treten nicht ausschliesslich im Verlauf einer Tiefgreifenden Entwicklungsstörung, Schizophrenie oder einer anderen Psychotischen Störung auf und können auch nicht besser durch eine andere psychische Störung besser erklärt werden (z.B. Affektive Störung, Angststörung, Dissoziative Störung oder eine Persönlichkeitsstörung).

Hierbei kodiert man je nach Subtypus:

314.01 (F90.00) Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung, Mischtypus : liegt vor, wenn die Kriterien A! und A2 während der letzten sechs Monate erfüllt waren.
314.0 (F98.8) Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung, Vorwiegend Unaufmerksamer Typus : liegt vor, wenn Kriterium A1, nicht aber Kriterium A2 während der letzten sechs Monate erfüllt war.

314.O1 (F90.1) Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung, Vorwiegend Hyperaktiv-Impulsiver Typus : liegt vor, wenn Kriterium A2, nicht aber Kriterium A1 während der letzten sechs Monate erfüllt war.
Bei Personen (besonders Jugendlichen und Erwachsenen), die zum gegenwärtigen Zeitpunkt Symptome zeigen, aber nicht mehr alle Kriterien erfüllen, wird Teilremittiert spezifiziert.

Die Diagnosekriterien des ICD 10 kann man unter folgendem Link der Uni Lübeck einsehen, entsprechen aber weitgehend den dargestellten Kriterien.

Probleme bei der Diagnosestellung im Erwachsenenalter

Leider gibt es bisher keinen allgemeinen Konsensus für die Diagnostik des ADHS im Erwachsenenalter. Gilt schon die Diagnostik des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms bei Kindern als nicht einfach, so ergeben sich für Erwachsene derzeit eine Reihe von Problemen:

Es liegen nur relativ wenige Verlaufsuntersuchungen zur Symptomatik ehemals hyperaktiver Kinder im Erwachsenenalter vor.

Dabei wurde von den Untersuchern speziell auf die Persistenz von Zeichen motorischer Hyperaktivität oder aber schwerwiegender Störungen des Sozialverhaltens (z.B. Delinquenz, Alkohol- und Drogenmissbrauch etc.) abgezielt. So begrenzen die Diagnostikkriterien des Amerikaners Paul Wender, welcher ein Pionier auf diesem Gebiet ist, sich denn bewusst auch auf die Problematik von motorisch hyperaktiven und impulsiven Erwachsenen bzw. die anhaltende Symptomatik ehemals hyperaktiver Jungen.

Aus dem heutigen Kenntnisstand heraus weiss man aber, dass diese Symptome des ehemals „Hyperkinetischen Syndroms“ mit zunehmenden Alter nicht mehr so deutlich imponieren müssen, dennoch jedoch erheblichen Störungen der kognitiven, emotionalen und psycho-physiologischen Funktionen fortbestehen können.

Es ist ferner nur relativ wenig über die Klinik der ADHS bei Frauen bekannt, bzw. den Verlauf des sogenannten unaufmerksamen Typus, also der ADS ohne Zeichen motorischer Hyperaktivität. Insbesondere fehlen hier Erhebungsinstrumente, die bereits länger und allgemein verbreitet wären.

Rein formal schliessen die aktuellen Diagnosekriterien die Existenz der ADHS bei Frauen quasi aus, da bei Frauen nicht immer Symptome vor dem 7. Lebensjahr auffallen. Dies ist u.a. durch einen hormonellen Einfluss des Östrogens bedingt, der erst mit der Pubertät zum Auftreten typischer ADHS-Symptome führen kann.

Die neurobiologischen Grundlagen der ADHS sind erst seit wenigen Jahren bekannt und konnten daher noch nicht zur Definition von Versuchsgruppen für Verlaufsuntersuchungen herangezogen werden. Da andererseits ADHS ja nur ein neues Syndrom, keinesfalls aber vorher inexistent gewesen ist, werden in der klinischen Praxis bis heute sehr viele Symptome der ADHS möglicherweise anderen Störungsbildern (z.B. agitierte Depressionen, bipolare Störungen, Persönlichkeitsstörungen) zugerechnet.

Besonders für den europäischen Raum kommt dazu, dass erfahrene Diagnostiker für ADD bzw. ADHS (bei Erwachsenen) sehr selten zu finden sind. Oder es bestehen bürokratische Hemmnisse und andere Unklarheiten. Häufig hört man so von dem Problem, dass Kinder- und Jugendpsychiater eigentlich keine Erwachsenen mit (potentiellem) ADHS diagnostizieren und behandeln dürfen. Andererseits wird von Erwachsenenpsychiatern berichtet, welche sich mit dieser Diagnose nicht auskennen oder aber die Therapie (ggf. mit Stimulanzien) verweigern. Auch diesbezüglich ist die rechtliche Lage noch unklar. Häufig wird von fachlicher Seite her auch die blosse Existenz dieses Syndroms in Frage gestellt (siehe oben) oder ADHS schlicht gilt als unbekannt. Derzeit beginnt sich hieran - u.a. durch Veröffentlichungen in deutschsprachigen Psychiaterzeitschriften und im Internet - langsam etwas zu verändern. Eine grundlegende Wende steht jedoch - zum Leidwesen der Betroffenen - noch aus.

Ausgehend von all den geschilderten derzeitigen Schwierigkeiten bleibt also eine möglichst präzise Begrenzung des Syndroms ADHS auf klinisch relevante Gesichtspunkte essentiell. Dies, um vorzubeugen, damit ADHS nicht in den unberechtigten Ruf einer Modeerkrankung kommt.

Diagnostik für wen?

Zunächst muss man sich verdeutlichen, wer in der Regel überhaupt eine Diagnostik hinsichtlich ADHS einfordern wird. Während bei ADHS im Kindesalter die jungen Patienten ja hauptsächlich fremdmotiviert durch die Eltern oder vielleicht auf Veranlassung von Lehrern geschickt werden, suchen im Erwachsenenalter die Patienten aus sehr unterschiedlichen Motiven eine Hilfestellung bzw. Diagnostik.

Hauptsächlich werden dies zumeist Eltern von hyperaktiven (oder aufmerksamkeitsgestörten Kindern) sein, die die Symptomatik der ADHS kennengelernt haben und auch bei sich selber entsprechende klinische Zeichen in der Vergangenheit oder Gegenwart festgestellt oder auch schon Selbstmedikationsversuche mit Stimulanzien angestellt haben.

Andere mögen über Ehepartner, Bekannte oder aus der Presse oder Bücher (z.B. Hallowell „Zwanghaft zerstreut“) von ADHS gehört haben und sich in den zunächst ja recht vagen Symptombeschreibungen wiederfinden oder aber zweifeln, ob die Diagnose auf sie zutrifft.

Fast regelhaft ergibt sich zusätzlich das Problem, dass mehrere Familienmitglieder potentielle ADHS-Betroffene sind, was zur Selbst- und Fremdbeurteilung (aber auch in einer späteren Therapie) nicht unproblematisch ist, da die Symptomatik z.T. als über viele Familiengenerationen „normal“ bzw. geradezu charakteristisch angesehen wird.

Nur relativ selten werden bisher Psychologen oder Ärzte von sich aus an die Diagnose ADHS denken, z.B. wenn die Patienten bei der Erhebung der Lebensgeschichte entsprechende Symptome wie Hyperaktivität, Ablenkbarkeit, Schulleistungsprobleme etc. angeben werden und auch in der Gegenwart erhebliche innere Unruhe und Leistungsprobleme imponieren.

Dabei ist noch mal darauf hinzuweisen, dass recht häufig die Diagnose „Minimale Cerebrale Dysfunktion“ oder eben auch schon „Hyperkinetisches Syndrom“ im Kindesalter gestellt wurde, jedoch keinesfalls immer therapiert wurde. Ausserdem ist damit zu rechnen, dass sich im Laufe des Lebens Copingstrategien, d.h. mehr oder weniger sinnvolle Bewältigungsversuche oder ein „Einrichten“ in bestimmten beruflichen oder sozialen Nischen entwickelt hat. Ein Beispiel wäre ein extrem perfektionistisch-zwanghaftes Verhalten einer in der Kindheit (bei ADHS eher chaotischen und unordentlichen Hausfrau, die sich an festen Listen und Pläne für Besorgungen, den Haushalt und Freizeitaktivitäten hält bzw. sich über einen eher geordneten Ehemann stabilisiert (oder natürlich mit umgekehrten Geschlechterverhältnis). Sie muss nie mit Problemen der Ablenkbarkeit oder Aufmerksamkeit auffallen. Und man kann sich natürlich auch Fragen, warum bei ihr überhaupt eine Diagnosestellung notwendig wäre, bzw. welche Konsequenzen sich hieraus ableiten lassen. In der Regel wird sich diese Frage aber auch erst stellen, wenn aus irgendwelchen Gründen (private Probleme, Überlastungen, Krankheiten) die bisherigen Kompensationsmechanismen (z.B. exzessives Arbeiten, Ordnung etc.) nicht mehr greifen oder sich erhebliche Veränderungen in den sozialen Bedingungen ergeben haben. Dann können allerdings ganz andere Probleme oder gar klinische Störungsbilder in den Vordergrund treten, so dass man zunächst ganz sicher nicht an ADHS sondern vielleicht an eine „agitierte“ oder atypische Depression denken wird. D.h. im Erwachsenenalter wird sich nicht immer sofort die Diagnose ADHS typisch präsentieren (wenn sie denn überhaupt dem Diagnostiker bekannt ist).

Wenn man schon von typischen Leitsymptomen sprechen kann, so wird sich dies auf folgende Bereiche konzentrieren und sich als wesentlich beeinträchtigender als in der „Normal“-Bevölkerung widerspiegeln:

Subjektiv zu geringes Leistungsvermögen, d.h. das volle Wissen, Engagement oder Leistungspotential kann nicht erzielt werden
Vergesslichkeit bzw. häufiges Verlegen von Dingen
Probleme in der Organisation bzw. in der Bewältigung von gleichzeitig mehreren Aufgaben
Impulsivität in verschiedensten Lebensbereichen (verbale Entgleisungen, Aggressivität, Essstörungen, Kaufrausch, etc.)
Extreme Abhängigkeit der Leistungsfähigkeit von äusseren Faktoren, wie z.B. herausforderndes Arbeitsklima, angenehme Wohnbedingungen oder Licht/Geräusche
Intoleranz von Langeweile bzw. fehlende Entspannungsfähigkeit
Fehlende Motivation für Alltagstätigkeiten, geringe Ausdauer bei monotonen Beschäftigungen
Motorische oder auch nur starke innerliche Unruhe mit Besserung bei Bewegung oder aber ständigem Nesteln oder Bewegen mit Fingern oder Füssen
Schliesslich muss erneut auf die bisher kaum beachtete Patientengruppe in den Kliniken oder Praxen hingewiesen werden, die von sich aus nicht auf Störungen der Aufmerksamkeit oder Konzentrationsfähigkeit hinweisen würden, da sie sich hierfür schämen oder es als schlichtweg normal, da im ganzen Leben vorhanden akzeptieren. ADHS-Betroffene sind schlechte Selbstbeobachter in dieser Hinsicht, d.h. geben häufig auch auf Nachfrage an, dass in der Kindheit keine entsprechenden Probleme bestanden. Dies steht dann aber im krassen Gegensatz zu Aussagen ihrer Eltern oder Zeugnisbewertungen der Lehrer, die häufig bereits eindrucksvoll das Vollbild der ADHS beschreiben können. Diese Patienten werden dann vielleicht wegen Suchterkrankungen, Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, Schlafstörungen, somatoformen Störungen oder andere Krankheitsbilder mehr oder weniger erfolglos behandelt. Hier lassen sich vielleicht am besten folgende Patientengruppen als prädisponiert für eine weiterführende ADHS-Diagnostik herausgreifen :

Patienten mit seit der Jugend auftretenden lang anhaltenden depressiven Störungen, die nicht wie erwartet auf Antidepressiva oder psychotherapeutische Massnahmen ansprechen.
Patienten mit starkem Drang zur Selbststimulation durch äussere Reize oder Tätigkeiten, Intoleranz von Langeweile oder Ruhe
Patienten mit sehr häufigem Wechsel der Arbeitsstätte und/ oder des Wohnortes oder Beziehungen (sog. „Hunter“)
Patienten, mit plötzlichen aggressiven oder verbalen Entgleisungen, Impulskontrollstörungen, „Adrenalin-Junkies“, Gewaltstraftäter (!)
Patienten mit chronischen Insomnien, d.h. Schlafstörungen, die nicht auf übliche verhaltensmedizinische Massnahmen bzw. Schlafmittel ansprechen.
Andererseits sollte aber ein chronisches Schlafdefizit als Ursache der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen ausgeschlossen werden. D.h. auch nach einer Phase ausreichenden Schlafes (am Wochenende, im Urlaub) müssen sich die gleichen Symptome wie im Alltag manifestieren.

Patienten mit exzessivem Coffeinkonsum, Schokoladenkonsum bzw. starke Raucher, die hierdurch eine Besserung ihrer Konzentrations- und Entspannungsfähigkeit angeben.
Patienten, die wiederholt zu spät oder immer mit Notizzetteln oder -büchern zur Therapie erscheinen
Patienten mit „paradoxen“ Medikamenteneffekten, d.h. ungewöhnlichen Reaktionen z.B. auf Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine oder Neuroleptika, Narkosemittel oder Schmerzmitteln.

Diagnostik warum?

Die Frage, welche Konsequenzen man aus der Diagnostik zieht, wird häufig vernachlässigt. ADHS eignet sich eben nicht als Label für allgemeine Antriebslosigkeit, Befindlichkeitsstörungen, beruflichen oder privaten Stress oder andere unspezifische Einordnungen. Definitionsgemäss müssen die Symptome und Auswirkungen in mehreren Lebensbereichen schwerwiegender und überdauernder sein als bei Menschen in vergleichbarer sozialer Lebenslage oder intellektueller Leistungsfähigkeit und nicht besser durch eine andere psychische / psychiatrische Diagnose erklärbar sein. Eine Diagnostik sollte nur dann veranlasst werden, wenn sich hieraus auch weiterführende Auswirkungen für den Betroffenen oder seine Angehörigen ergibt. Dabei muss man wissen, dass es keinen beweisenden Test für oder gegen die Diagnose ADHS gibt.

Auswirkungen könnten sich u.a. in folgenden Bereichen ergeben:

Abbau von gesundheitsbezogenen Ängsten (z.B. „ich werde verrückt“, oder „ich habe Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium“) und Neubewertung der eigenen Kompetenzen und Defizite, ggf. auch ohne weiterreichende therapeutische Schritte. Hierdurch könnte u.a. eine unnötige Diagnostik hinsichtlich anderer vermeintlicher Ursachen überflüssig gemacht werden. Dies kann im Einzelfall aber auch zur Korrektur von quasi automatisch ablaufenden Gedanken bzw. Selbstbewertungen („Aus Dir wird sowieso nie etwas“) führen und die Kontrollüberzeugung bzw. Erfolgserwartung hinsichtlich eigener Anstrengungen deutlich positiv verändern.
Anleitung zur Förderung bzw. Neuentwicklung von eigenen Kompensationsstrategien, wie. z.B. Coaching. Hierunter versteht man die ermunternde Kontrolle bzw. Erinnerung an vorher vereinbarte Ziele oder (lästige) Erledigungen durch einen guten Freund oder ggf. Therapeuten. Oder Aufbau von speziellen sozialen Kompetenzen im Rahmen einer Beratung oder Therapie, Vermittlung von Problemlösestrategien oder Organisations- und Selbstmanagmentstrategien, Stressbewältigungsstrategien, Entspannungsverfahren, jeweils sehr konkret am aktuellen Problemverhalten der Gegenwart orientiert.
Beendigung unnötiger Behandlungen bzw. Psychotherapien hinsichtlich vermeintlicher frühkindlichen oder unbewussten Konflikten (z.B. mit der Mutter oder Vater). Dies ist eine mehr oder weniger versteckte Kritik an analytisch ausgerichteten Therapieverfahren bei dieser Patientengruppe, die sicher bei der Grundproblematik der ADHS nicht greifen bzw. sich ins Unendliche erstrecken müssen. Für die verhaltenstherapeutische Psychotherapie gilt dies z.B. dann, wenn übliche Versuche über Expositionsbehandlungen (z.B. bei Angststörungen) oder auf Verstärkerprinzipien (Belohnungen) beruhende Interventionen nicht wie erwartet greifen.
Vermeidung inadäquater medikamentöser Behandlungsversuche, z.B. mit antriebsdämpfenden Medikamenten (z.B. Benzodiazepine, dämpfenden Antidepressiva oder Neuroleptika).
ADHS-Patienten weisen häufig scheinbar „paradoxe“ Medikamenteneffekte auf diese Substanzgruppen (aber z.B. auch Narkosen mit Neuroleptika, Betäubungsmittel beim Zahnarzt, Schmerzmittel etc.) auf. Merkt man, dass die Reaktionen auf diese Mittel ungewöhnlich ist, bzw. übliche Behandlungsversuche (etwa zur Behandlung einer „agitierten Depression“ ) nicht wirksam sind, sollte man unbedingt auch an ein bisher nicht bekanntes ADHS denken! Insbesondere bei Patienten mit unklaren psychiatrischen Beschwerdebildern bzw. chronifiziertem Verlauf seit der frühesten Kindheit sollte unbedingt eine entsprechende Diagnostik - möglichst unter Einschluss bildgebender Verfahren eines SPECT - erfolgen (siehe unten).

Nutzung sinnvoller, d.h. die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit verbessernder, pharmakologischer und psychotherapeutischer bzw. soziotherapeutischer Therapiemöglichkeiten. Aus unserer Erfahrung heraus bietet gerade die Kombination einer sinnvollen pharmakologischen Behandlung (z.B. mit Stimulanzien und / oder Antidepressiva) die Voraussetzung für die Wirksamkeit von psychotherapeutischen Interventionen. Dies ist z.T. auch neurobiologisch begründbar, da ein untererregtes Gehirn nicht die notwendigen Lernprozesse durchlaufen kann, bzw. andere Formen einer "Selbststimulation³ (z.B. durch Drogen, exzessive Reize, Provokation) unterbleiben können. Schon allein dies kann kurzfristig zu einer wirklich dramatischen Stabilisierung beitragen, die dann Voraussetzungen für die weitere Therapie - aber z.B. auch der Fortführung einer Ausbildung, beruflichen Tätigkeit oder aber familiären Rollenverpflichtungen (z.B. als Mutter) sein können.
Schliesslich und endlich müssen dabei jedoch auch ökonomische wie auch soziale Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Bedenkt man die wahrscheinlichen Auswirkungen eines nicht rechtzeitig diagnostizierten ADHS für Kinder- und Jugendlichen bis in das spätere Erwachsenenalter mit den z.T. katastrophalen Folgen für die spätere schulische, berufliche und auch private Lebensentwicklung und die bekannten Zusammenhänge zu Drogen- oder Gewaltproblematik, so ergibt sich hieraus die Forderung nach einer möglichst frühzeitigen und damit präventiv wirksamen Diagnostik einer ADHS. Dies umso mehr, da ja dann auch wiederum eigene Kinder betroffen sein können bzw. häufig Partnerschaften an einer ADHS zerbrechen. Hierbei ist erschreckend, dass z.B. das Risiko für Geschlechtskrankheiten (Hepatitis, AIDS) bei Jugendlichen mit ADHS extrem gegenüber Kontrollgruppen erhöht ist. Da ADHS in Verbindung mit sexuellen Störungen bzw. Auffälligkeiten (Hypersexualität) gebracht wird, können insbesondere auch in diesem Bereich erhebliche forensische Probleme resultieren. Ausserdem schätzt man für die USA, dass bis zu 2/3 aller Straftäter an einem ADD oder ADHS leiden, was jedoch nicht diagnostiziert bzw. therapiert worden ist. Ca. 25 % aller Drogenprobleme werden mit ADHS in Zusammenhang gebracht. Die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen der Diagnostik können also von erheblicher Relevanz sein.

Zusammengefasst sollte gerade bei den Patientengruppen, die ein Hochrisikoprofil für psychiatrische Störungen bzw. forensische Probleme aufweisen, unbedingt eine ADHS ausgeschlossen werden! Hieraus ergibt sich die Frage, wie man mit vertretbarem zeitlichen und apparativem (finanziellem) Aufwand ein Screening bzw. eine Diagnostik bei Erwachsenen gewährleisten kann.

Diagnostik von wem?

Bisher die am häufigsten an ADD-Online gestellte Frage ist die, wo man denn eine Diagnostik auf ADHS bei Erwachsenen durchführen lassen könne bzw. wer erfahren genug sei. Abgesehen davon, dass es bisher nur wenige Diagnostiker bzw. Therapeuten für dieses Syndrom gibt, können bzw. dürfen wir hierzu keine persönlichen Namen von Ärzten bzw. Therapeuten veröffentlichen.

**Grundsätzlich ist von einer Selbstdiagnose anhand von Büchern oder Screening-Listen zu warnen. Wenn man diese Sammlungen liest oder Online-Tests durchführt, wird man sich sehr leicht darin wiederfinden, dennoch muss noch keinesfalls ADHS vorliegen.
Die Symptome der ADHS, wie sie derzeit in den verschiedenen Medien verbreitet werden, sind zunächst sehr unspezifisch und könnten somit auf eine Vielzahl von Menschen zutreffen. Entscheidend ist dabei eben nicht nur das Vorhandensein sondern auch die Ausprägung (im Vergleich zu anderen Menschen) und die überdauernden Beeinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen. Häufig erklären kurzfristige Störungen bzw. Probleme die Symptomatik oder aber es liegen andere psychiatrische Erkrankungen vor (z.B. Generalisierte Angststörung oder Bipolare Störungen), die ganz anders therapiert werden sollten.

Daher sollte die Diagnostik in enger Zusammenarbeit des Patienten und seiner Umgebung (Lebenspartner, Eltern, Freunde) durch einen neurologisch und psychiatrisch erfahrenen Arzt und möglichst auch Psychologen erfolgen. Ideal ist, wenn diese für die Informationserhebung zur Verfügung stehen und auch Berichte / Zeugnisse aus der Kindheit und Jugend für die Diagnosestellung berücksichtigt werden können.**

Aus:

http://www.adhs.ch/add/diagnose.htm

1 „Gefällt mir“

ja ? :smile:
Moin Bettina,

Ich hab mal versucht diesen Test zu machen,

Warum? Denkst Du, Du hast eine ADS+/-H - Störung?

hey, ich liebe solche Test:
„Haben Sie das Zeug zum Popstar ?“
„Was ist der richtige Mann für sie?“
„Haben Sie eine ADS Störung?“
„Welches Auto passt zu ihrem Typ?“

usw.usw. Wesentlich unterhaltsamer als Horoskope weil irgendwie ja auch interaktiv :smile:

Aber mal ernsthaft, nein, ich denke nicht, dass ich eine ADS-Störung habe und hab das auch nie vermutet/befürchtet. Nach alldem was ich hier bislang gehört habe, bin ich dafür wohl zu glatt durch Schule, Hochschule etc. durchgekommen und auch noch beruflich erfolgreich. Allerdings ist ADS ja mittlerweile in aller Munde und insofern hat das Thema mein Interesse geweckt.

Ich könnte Dir ja nun so einiges zum Erwachsenen ADS
schreiben, aber ich denke, das wolltest Du mit Deinem Posting
gar nicht bezwecken, nicht wahr?

Nun, zumindest habe ich mit meinem Posting bewirkt, dass du einen für mich wirklich informativen Artikel hier reingesetzt hast, das ist doch schon was :smile: Allerdings werde ich eine Weile brauchen, bis ich mich da gescheit durchgekämpft hab. Vielen Dank trotzdem schonmal.

Desweiteren: Es gibt in den offiziellen Diagnosemanuals der
DSM-IV und ICD-10 kein beschriebenes Störungsbild für
ADS/Hyperaktivität für Erwachsene in dem Sinne, wie es eines
für Kiddis gibt.

Ok, so hatte ich Oliver Walter aber verstanden, zumal es sich beim Fragesteller ja auch um einen Erwachsenen handelt.

Trotzdem sollte man natürlich nicht wegwischen, dass
Verhaltensauffälligkeiten dieser Art auch bei erwachsenen
Menschen existieren.

Ich bezweifel ja gar nicht, dass es bestimmte Verhaltensauffälligkeiten gibt, ich bezweifle (noch), dass es sich dabei um eine Krankheit/Störung handelt, die völlig situationsunabhängig die gleichen Probleme aufwirft.

Lieben Gruss
Marion

Ich, ich, ich!
Hi Carsten,

ich hatte das, als ich noch total jung war, damals hieß das Zappelphilipp. Wahrscheinlich war ich hoch begabt - ist leider alles verkümmert, aber ich weiß definitief, wie doll begabt ich war. Meine überragende Intelligenz war schon rein äußerlich daran zu erkennen, dass ich schon im zarten Alter von drei Jahren immer intuitief wusste, wem ich mit meiner Zappelei am meisten auf den Senkel ging, also wo sich das Gehopse lohnte. Wenn das kein Zeichen von Problemlösungskompetenz ist! Geheilt wurde ich dann durch die Liebe meines Onkels Karlheinz, der mich freundlich anlächelte, wenn ich mit dem Stuhl auf Kipp stand, und dann, wenn ich rücklings auf den Boden geknallt war, niemals schimpfte, sondern in ein herzliches Lachen ausbrach. Jawollja, der hat mich ERNST genommen!

Inzwischen bin ich total alt. Scheint zu stimmen, dass der Mensch sich rückwärts entwickelt (für SozPäds: retardiert). Immer wenn ich von ADS höre, werde ich ganz hippelig. Wo soll datt allens noch ma enden!

Gruß Ralf

Hallo,
Hat einer von euch Erfahrungen mit ADS?
ich habe sehr viel im Internet rumgeforscht und bin zu der
Erkenntnis gekommen, das ich es (Sehr wahrscheinlich) habe.
Weiss zufällig jemand einen Guten Arzt im Ruhrgebiet, den ich
damit konfrontieren kann?

Versuch mach klug, kann aber auch ein Schuss in den Ofen sein. Wie alt bis Du?.

ADS ist u.a. eine Stoffwechselstörung, die überwiegend bei Kindern auftritt. Vor ca. 14 Jahren nannte man die betroffenen Kinder /Phospat-Kinder und die einzig Therapie bestand darin die Ernährung konsequent umzustellen, d.h. keine Farbstoffe, keine chemischen Konservierungsstoffe, vieles nur ganz reduziert (Ei, Nüsse, Schokolade) u.v.m… Mit meinem damals 12 jährigen Sohn habe ich das ca. 4 Jahre durchgezogen und oh Wunder es war mühsam aber sehr wirkungsvoll. Zwar gab es auch schon das Medikament Ritalin, aber damit waren die Ärzte zu dem Zeitpunkt noch sehr vorsichtig. Gottseidank. Nach der Pubertät war der Spuk vorbei (Stoffwechsel und Hormonumstellung?).Heute ist er 26 und vom Zappelphillip ist nix geblieben. Ergo: Besorge Dir in der Apotheke Streifen mit denen der Ph-Wert im Speichel gemessen werden kann. Liegt der Wert zu hoch, dann verzichte mal eine Weile auf solche Leckerlis wie: Cola, Chips und schau genau was Du isst und trinkst (siehe oben) und schau ob der Ph-Wert sinkt. Zum Doc kannst Du dann immer noch
Tschüss
Inge

Hallo Carsten

Hier eine interessanter link eines werweisswas Teilnehmers

Internationale Konsensus-Erklärung von führenden Wissenschaftlern zur ADS/ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)
http://www.opti-mind.de/news/konsensus_09_12_02.html

Dazu meine Meinung und Erfahrung:
Möchte daraus nur drei Sachen erwähnen:

  1. Erziehung, Schule etc haben keinen Einfluss
  2. Genetisch hat es einen Zusammenhang (meiner Meinung nach, wie bnbei einer anfälligkeit auf Krebs)
    Daraus schliesse ich dass die Ursache körperlich zu finden ist.
    Punkt 3 bestätigt dies
  3. Zitat: „Zudem gibt es Studien mit bildgebenden Verfahren, die zeigen, dass ADS/ADHS-Betroffene etwas andere und niedrigere Stoffwechseltätigkeit aufweisen, als dies bei Kontrollgruppen gefunden“

Aufgrund eines betroffenen Vaters und aufgrund meiner Erfahrung und Erfahrung anderer Bekannten kann ADS, ADHD oder wie auch immer das Etikett genannt werden soll, durch das Finden des Auslösers der entsprechenden Stoffwechsel/Immunstörung mit entsprechender medizinischer Therapie weitgehend behoben werden!!!
Der entgültige Wissenschaftliche Beweis (teure Doppelblindstudien etc) steht zwar noch aus 8und wird da komerzell nicht verwertbar nioch lange ausstehend bleiben) aber wissenschaftliche teilbeweise und viele wissenschaftliche Erkenntnisse und vor allen entsprechende Behandlungen haben die Wirksamkeit dieses Ansatzes mehrfach bestätigt!
Als Beispiel verweise ich nur auf folgende page:
www.greatplainslaboratory.com/german/Aachen_ADHD%202…

Da ich entsprechende Unterlagen während Monaten gesammelt habe, kann ich Dir auch anderes Informationsmaterial zukommen lassen, schick einfach ein mail

Das Problem ist, das im deutschsprachigen Raum diese Erkenntnisse noch nicht oder kaum bekannt sind.

Aber aufgrund meiner Erfahrung als Betroffener und Amateurforscher und zusammen mit dem erwähnten Labor denke ich dass es Dir sehr helfen wird

Gruss
Beat

Hallo Inge

Stimme Dir dabei völlig zu. Es gibt in der Zwischenzeit sogar weitere Forschungserkenntnisse, schaue dazu den Beitrag und die erwähnte page, die ich oben erwähnte.
Die schnellste vollständige Heilung auf diesem Weg die ich bisher bei einem Bekannten den ich darauf hinwies kenne, war 2 Monate! Ist aber eine Ausnahme, war selber erstaunt dabei

Gruss
Beat

Hallo KH

Leider hast Du recht, ausgenommen sdie Ritalinanwendung. Aber es gibt Forscher und praktrizierende Ärzte ausserhalb des deutschsprachigen Raumes, die helfen können. Weiteres siehe meine obigen Beiträge, oder schreib mir ein mail

Gruss
Beat

Hallo

Besten Dank für den Beitrag betreffend diagnose

Da ich aus neueresn wissenschaftlichen Forschungen und aus Erfahrungen (auch eigenen) weiss, dass die Ursache von ADS, oder AD(H)D organisch ist und entsprechend wirkungsvoll ohne persönlichkeitsveränderung behandelt werden kann, scheint mir das Problem der Diagnostik logisch zu sein.
Nicht alle Leute reagieren auf ein organisches Defizit oder auf eine „Schadstoffvelastung“ gleich und schon gar nicht gleich heftig. Bsp Alkohol, bei dem einen sieht man die Auswirkungen schnell , beim anderen spät, einer spürst schon bei einer kleiner Dosis, der anderen erst nach einer grossen.
Der eine wird ausserdem dadurch Müde, der andere Agressiv oder aufgedreht, etc.
Also ist die Diagnostik im Sinne der Einordung auch schwierig, schwierig das Ettikett jemanden anzubringen der vielleicht relativ leicht daran leidet.
Aber die organischen Ursachen kann man heute durch entsprechende wenn auch grösstenteils unbekannte Labortests zweifelsfrei feststellen und ntsprechendne Persönlichkeit zu verändern). Der Betroffene fühlt sich danach besser und dabei ist es dann unwichtig ob er nuter deas ettikett ADS gehört oder eben nicht. Die unerwünschten Symptone sind mit der dahinterliegenden Ursache ganz oder grösstenteils weg und das ist ja das wichtigste, oder?

Gruss
Beat

Hallo Silvia

Beachte doch meine obigen Beiträge insbesondere den an Carsten, als betroffener Vater und Bekannter anderer Familien rate ich Dir die Ursache zu beheben

Gruss
Beat

Hallo Maja

Bis heute wurde das ADS Problem gewaltig unterschätzt. Jetzt nachdem es langsam bekannt wird, wird oft jedem sehr aktiven und lebhaften Kind ADSH angehängt, wie Du an Deinem Kind zb erfahren hast. Aber vergiss nicht, dass trotzdem viele darunter leiden, auch wenn einige nicht ADSH Kinder leider Ritalin bekommen.
Du kennst meine Meinung und Erfahrung. zB labormässig können auch im Zweifelsfall die organischen Ursachen abgeklärt werden. Ist nichts positiv ist kein ADS da. Ist was positiv, ist es gut das man es organisch behandelt. Da dieser positive Befund in den allermeisten Fällen die Ursache von ADS ist, verschwinden auch die Symptome. So oder so wird mit der entsprechenden Behandlung nebenbei medizinische Defizite bzw Belastungen wieder in Ordnung gebracht, was immer positiv ist.

Liebe grüsse
Beat