Hallo Thomas,
vielleicht war in dem Spiegel-Artikel der perzeptuell-kognitive Erklärungsansatz des Psychiaters Ivar Lovaas gemeint. Lovaas meint, daß der Autismus auf einer Stimulusüberselektivität beruhe, was die Bezeichnung dafür ist, daß Aufmerksamkeit nur für eine Dimension eines Reizes bestünde. Eine Zitrone ist z.B. durch Form, Farbe, Oberflächenbeschaffenheit, Geruch und Geschmack identifizierbar. Autisten sollen nach Lovaas nur auf eine Dimension achten, z.B die Farbe, wodurch sie Schwierigkeiten haben, die Zitrone von einer Banane, der Sonne oder anderen gelben Gegenständen zu unterscheiden. Durch diese Stimulusüberselektivität sollen Autisten Schwierigkeiten haben, Menschen mit allen ihren Eigenschaften zu verbunden und daher keine angemessene Bindung und keinen Wunsch nach sozialen Interaktionen entwickeln.
Literatur:
Lovaas, O.I., Koegel, R.L. & Schreibman, L. (1979). Stimulus overselectivity in autism: a review of research. Psychological Bulletin, 86(6), 1236-1254.
Lovaas, O.I., Schreibman, L., Koegel, R.L. & Rehm, R. (1971). Selective responding by autistic children to multiple sensory input. Journal of Abnormal Psychology, 77, 211-222.
Bei den Journals handelt es sich um seriöse psychologische Fachzeitschriften.
Lovaas´ Therapieansatz ist verhaltenstherapeutisch. Sein Therapieansatz scheint recht große positive Effekte zu haben, wie ein Blick in google zeigt:
http://www.verhalten.org/autismus.html
http://www.earlyautismprojekt.de/Forschung/forschung…
Wegen neuerer Literatur zu dem Thema mußt Du selbst suchen bzw. findest Du auf den verlinkten Seiten etwas.
Gruß,
Oliver Walter