Hallo Oliver,
zunächst mal möchte ich Dir sagen, dass ich Deine Beiträge hier sehr schätze und fast immer Deinen Aussagen zustimme. Was mich jetzt hier bei Deinen div. Antworten ein wenig stört, ist, dass was viele Fachleute (wenn man sie dann konsultiert) gerne tun. Sie legen sich nicht fest. Es kann so sein, es kann aber auch anders sein, es muss nicht, aber es ist nicht weit verbreitet und so fort.
Ein immer wierder gern genannter Grund, warum die Menschen nicht mehr gerne den Fachmann (Psychologen, Therapeuten)aufsuchen, ist: „Jetzt bin ich genau so schlau wie vorher“
Meiner Ansicht nach, sollte es hier im Forum doch nicht darum gehen, wer etwas wie richtig „diagnostiziert“ Warum tun wir uns so schwer?
Warum sagst Du nicht was es DEINER ANSICHT nach, mit diesem Verhalten auf sich hat. Damit tust Du doch niemandem weh!
Angst vor einer falschen Diagnose? Angst vor der Wahrheit?
Immer schön vorsichtig sein? Ina sucht sich aus, was sie darüber denkt und davon hält. Von dem was Du schreibst, oder Andere.
Die Tatsache ist FÜR MICH, dass hier eine Essstörung vorliegt. Dieses Verhalten, was Inas Freundin an den Tag legt, ist nicht das, vieler anderer Menschen. Es handelt sich nicht um das übliche Essverhalten und damit kann es doch gut sein. Wie wir das nun nennen wollen (Bulimie hin oder her) ist doch Wurst. Ich verstehe diese ganze übertriebene Vorsicht nicht! Was passiert denn, wenn wir das Kind beim Namen nennen? In der Form, dass wir sagen: Dein Essverhalten besorgt mich, Dein Essverhalten befremdet mich usw.
Ich denke, daß Du
Deiner Freundin klar machen solltest, daß es Dir so keinen
Spaß macht, für Euch zu kochen bzw. mit ihr zu essen. Das
sollte sie so akzeptieren, denn die gemeinsam verbrachte Zeit
sollte beiden Spaß bereiten. Euere Freundschaft muß daran
nicht zerbrechen. Ihr könnt auch etwas anderes unternehmen.
Freundschaft besteht ja nicht nur aus dem gemeinsamen Essen.
Es ist besser, wenn man bestimmte Bereiche aus der
Freundschaft ausklammert, wenn man merkt, daß es dort
miteinander nicht klappt, als daß einer der Freunde sich
Lieber Oliver, Freundschaft bedeutet für mich, dass ich Schwierigkeiten (Probleme)in jedem Fall gezielt anspreche und nicht ausweiche, indem ich etwas anderes mit meinem Freund/in mache. Entschuldigung, aber für mich liest sich das wie: Mit Essen hat sie ein Problem, also machen wir was anderes. Aus den Augen, aus dem Sinn. Das ist nicht etwas, was eine Freundschaft weiter bestehen lässt, sondern etwas was ME eine Freundschaft belastet!
Da es sich hier nicht nur um ein gestörtes Essverhalten, sondern auch um ein Alkoholproblem zu handeln scheint, (Ina schreibt das ja, weil es auffällig ist!)ist ein Wegschauen, nicht hinsehen, oder etwas anderes machen, meiner Ansicht nach, vollkommen fehl am Platz! Das kommt ja einer stillen Duldung nahe.
In diesem Falle, sage ich als Laie, Ina deckt eine Suchtproblematik, wenn sie diesen Bereich einfach ausklammert!
Das bedeutet für Inas Freundin, sie kann Ihrer Sucht problemlos weiterfrönen!
Nun wird der Ein oder Andere denken, da schreibt mal wieder jemand, der hinter jedem auffälligen Verhalten, sofort ein Suchtproblem vermutet. Darf er das hier einfach so schreiben?
Ich halte mich an das, was Ina hier schreibt und meine laienhafte Antwort ist: Ja, hier handelt es sich (auch) um eine Suchtproblematik!
Darf er das einfach so sagen? Ist mir egal, ich tue es einfach!
Es ist nicht üblich und das sage ich hier jetzt ganz klar, dass jemand in sich reinschaufelt, um dann zu erbrechen. Es ist auch bei Weitem nicht üblich, dass jemand Alkohol trinkt und nicht mehr aufhören kann.
Für dieses Verhalten, was hier ganz klar von Ina geschildert wird, brauche ich KEINE DIAGNOSE, kein Fremdwort und keinen Fachausdruck. Für mich ist es „süchtiges Verhalten“. Punkt. Es ist doch ganz egal wie Du es nennen willst- Tatsache ist, dass Ina (als Freundin) damit nicht glücklich ist. Und ich wette auf Teufel komm raus auch, dass Ihre Freundin damit nicht glücklich ist!
Dahinter steckt eine Ursache und der sollte sie auf den Grund gehen. Auch wenn es sie angeblich nicht belastet und sie es nicht verheimlicht, heißt dass für mich noch lang nicht, dass es deshalb kein Problem gibt.
Ein Alkoholiker der aufhört zu trinken, hat erst ein Problem wenn er aufhört. Er kennt nur das Trinken, aber nicht das Trocken sein. Ähnlich geht es Menschen, die aus welchen Gründen auch immer, jahrelang etwas auf eine bestimmte Art und Weise tun. Natürlich haben sie kein Problem, weil sie gar nicht wissen können, wie es ist, wenn man es anders handhabt!
@Ina: Ein Termin in einer Suchtberatung könnte aufschlußreich für Dich sein. Das hier geschilderte und vielleicht ein wenig mehr, was Du sonst von Deiner Freundin wahrnimmst, erzählen- und nach den geeigneten Umgangsformen erkundigen. Dafür brauchst Du nun wahrlich nicht genau zu wissen, wie man diese Verhalten nun tituliert.
Ein Verdacht, eine Vermutung, eine Ahnung, eine Befürchtung, reichen aus.
Euch Beiden ein lieber Gruß
Frank