essgestörte Freundin

Hallo liebe Expertinnen,

ich habe schon seit über 10 Jahren eine Freundin, die mich mehrmals im Jahr für ein paar Tage besucht.
Unsere Freundschaft wird dadurch belastet, dass sie bei fast jeder Mahlzeit so vies isst, dass ihr danach schlecht ist. Sie verschwindet dann sehr lange zur Toilette, wo sie sich nach eigenen Angaben manchmal übergibt, manchmal auch nicht. Sie versucht nicht, das zu verheimlichen.

Dazu kommt, dass es so wirkt, als sei Essen für sie eine lästige Pflicht oder fast schon eine Gewalttat gegen sich selbst. Sie setzt sich mit einem Stöhnen an den Tisch und isst dann unter Seufzen, Stöhnen und Schweiß von der Stirn wischen (nicht nur jetzt bei der Hitze).

Bei Alkohol ist es ähnlich: Wenn niemand sie bremst, trinkt sie bis zum Blackout und ist dann am nächsten Tag krank.

Mich stört das aus folgenden Gründen:

Ich freue mich wenn wir uns sehen und finde es schade, wenn sie stundenlang auf dem Klo verschwindet oder „krank“ ist.

Wenn ich gekocht habe, ärgert es mich zu sehen, wie das Essen lieblos eingeschaufelt und danach wieder ausgekotzt wird.

Als Gastgeberin möchte ich großzügig sein. Jetzt fange ich schon an, keinen Alkohol mehr zu besorgen und das Essen zu „rationieren“ . Dabei fühle ich mich kleinlich und geizig.

Ich habe schon versucht, mit meiner Freundin darüber zu reden. sie sagt, sie sehe kein Problem und fühle sich wohl mit ihrem Essverhalten. Sie habe das schon immer so gemacht.

Ich muss dazu sagen, dass wir beide über 30 sind (also kein pubertärer Schlankheitswahn) Meine Freundin ist nicht übermäßig figurfixiert, und ich auch nicht. Sie hat etwas Übergewicht, aber nur wenig.

Haltet ihr so ein Essverhalten für normal?
Bei Bulimie finden Fressanfälle und Kotzattacken doch heimlich statt, oder? Kann ich meiner Freundin irgendwie helfen, obwohl sie sagt, sie leide nicht?
Was kann ich tun, damit unsere Freundschaft nicht leidet?

Danke für Eure Tipps!

Hallo liebe Expertinnen,

Hallo lieber Fragesteller,

das Eßverhalten Deiner Freundin halte ich nicht für sehr verbreitet. Das heißt aber nicht, daß es im klinische Sinne als „gestört“ gelten muß. Der Verdacht auf Bulimie liegt natürlich nahe, aber Freßattacken treten ja nicht nur bei dieser Störung auf (sondern z.B. auch bei Anorexia, Binge-Eating/Purging-Typus, oder Adipositas). Zwar stimmt es, daß Freßattacken bei Bulimikerinnen meistens im geheimen statt finden, allerdings muß es nicht so sein. Jedenfalls ist das Verheimlichen kein Kriterium. Leidensdruck ist bei Anorexia bzw. Bulimia ebenfalls kein Kriterium. Viele Anorektikerinnen und Bulimikerinnen geben an, nicht zu leiden. Daß Deine Freundin sich anfangs mit dem Essen schwer zu tun scheint, ist ebenfalls eine Auffälligkeit, die man auch bei den bekannten Eßstörungen findet, aber kein hinreichendes Kriterium. Zusammengefaßt meine ich, daß das Eßverhalten Deiner Freundin - nach dem, was Du schreibst, - auffällig ist, aber gründlich exploriert werden müßte, wenn man Genaueres sagen wollte.

Was Deine Freundschaft zu ihr angeht - und das scheint mir in dieser Situation wichtiger -, so denke ich, daß die Freundschaft bereits jetzt mit Blick auf das Eßverhalten Deiner Freundin - ob im klinischen Sinn gestört, ob auffällig oder nicht - belastet ist, weil es DIR unangenehm auffällt und weil DU Dich daran störst. Ich denke, daß Du auch ein Recht dazu hast, wenn es so ist, wie Du schreibst. Ich denke, daß Du Deiner Freundin klar machen solltest, daß es Dir so keinen Spaß macht, für Euch zu kochen bzw. mit ihr zu essen. Das sollte sie so akzeptieren, denn die gemeinsam verbrachte Zeit sollte beiden Spaß bereiten. Euere Freundschaft muß daran nicht zerbrechen. Ihr könnt auch etwas anderes unternehmen. Freundschaft besteht ja nicht nur aus dem gemeinsamen Essen. Es ist besser, wenn man bestimmte Bereiche aus der Freundschaft ausklammert, wenn man merkt, daß es dort miteinander nicht klappt, als daß einer der Freunde sich „verbiegt“ und dabei unglücklich ist. Andernfalls staut sich auf die Dauer zu viel an, überträgt sich irgendwann auf andere Bereiche und dann geht die Freundschaft meistens ganz kaputt.

Grüße,

Oliver Walter

HaLLO Oliver,

das sind nützliche Hinweise, danke.
Das Problem „gemeinsam Essen“ besteht aber deshalb, weil mich die Freundin ja für mehrer Tage besucht. Es ist kaum möglich, da nicht auch mal gemeinsam zu essen …

Gruß Ina

Hi ina,

informier dich im netz mal über dieses Phänomen:
such mal nach Kontaktadressen von anonymus overeaters

kannst du z.T. unter http://www.hilfeatlas.de finden

gruss
winkel

Wichtiger?
Hallo Oliver,

Deinen obigen Beitrag finde ich sehr hilfreich und will ergänzend aus „eigener Erfahrung“ noch ein paar Bemerkungen machen.

Meine Freundin litt 10 Jahre an Bulimie, ohne dass es jemand bemerkte, auch ich nicht. Als ich es erfuhr, machte ich mir schwere Vorwürfe. War ich so mit Blindheit geschlagen? Hätte ich es nicht sehen, fühlen oder irgendwie mitbekommen müssen??

Was Deine Freundschaft zu ihr angeht - und das scheint mir in
dieser Situation wichtiger …

Das ist der einzige Satz, den ich nicht so unterschreiben kann. Die Freundschaft ist wichtig, keine Frage. Aber noch wichtiger ist das Überleben der Freundin.
Als meine Freundin eine Ärztin aufsuchte, um wegen eines ganz anderen Problems eine Gesprächstherapie anzufangen, förderte diese Ärztin die Bulimie zu Tage und sie wurde gründlich untersucht. Dabei zeigte sich, dass z. B. der Magen und die Speiseröhre, am meisten aber wohl das Herz zwischenzeitlich in Mitleidenschaft gezogen waren und der Körper kurz vor dem „Aus“ stand. Möglicherweise hat meine Freundin das auch mir gegenüber etwas drastisch formuliert, aber jedenfalls schloss sich eine dreimonatige Kur und einiges mehr in der Folgezeit an.

Ich denke, dass Ina ihrer Freundin einen Arztbesuch nahelegen sollte, evtl. unter Hinweis auf die drastischen Folgen dieser Krankheit.

Ich glaube nicht, dass das „Ausklammern“ bestimmter Tätigkeiten (wie eben das Essen) der Freundschaft gut tun wird. Auch etwas nicht zu tun, nicht tun zu können, kann eine Belastung sein.

Nun bin ich kein Psychologe und kein Arzt, aber das wollte ich hierzu loswerden.

Liebe Grüße
Birgit

@ina: Ergänzung physische Spätfolgen
Hallo Ina, hallo Birgit,

Ich denke, dass Ina ihrer Freundin einen Arztbesuch nahelegen sollte, evtl. unter Hinweis auf die drastischen Folgen dieser Krankheit.

das sehe ich ähnlich - gib Deiner Sorge um ihren Gesundheitszustand ruhig Ausdruck (aber verurteile nicht ihr Verhalten, sonst wird sie sich zurückziehen): Die Folgen anhaltender Freß-Brech-Sucht sind neben den genannten allgemeine Mangelerscheinungen, gestörtes Hautbild, angegriffener Zahnschmelz (wegen des ständigen Säureregens), Nierenschädigungen etc.

Eine detaillierte Auflistung der Spätfolgen findet man hier: http://www.bulimie-online.de/dossiers/folgen/schaede…

Hier findest Du Infos für Angehörige & Freunde von Betroffenen: http://www.bulimie-online.de/angehoerige/index.htm

Alles Gute!
Diana

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Hallo ihr beiden,

@Birgit: Mit „in dieser Situation“ war die Situation gemeint, in der wir nicht wissen, ob und was Inas Freundin „hat“. In dieser Situation finde ich es wichtiger, wenn Ina ihren Standpunkt ihrer Freundin bzw. deren Eßverhalten gegenüber klärt als daß wir uns um eine Diagnose bemühen.

@Diana: Es ist bislang Spekulation, daß Inas Freundin Bulimie oder eine andere Eßstörung hat, weil bisher nur Verdachtsmomente vorliegen. In diesem Fall Infos über die physiologischen Konsequenzen von Bulimie zu posten, impliziert bereits eine Diagnose, die wir hier im Forum aus guten Gründen nicht stellen sollten (u.a. auch um keine Panik zu verbreiten). Im übrigen bin ich über die Symptomatik von Eßstörungen und ihre Todesraten informiert. Trotzdem danke für den Hinweis.

Gruß,

Oliver Walter

Naja, aber eindeutiger geht´s ja wohl kaum,Oliver.
Ausserdem ist dies ein Laienforum, und keine psychologische Praxis, und sich auf den von Diana angegebenen Seiten zu informieren, kann eigentlich nur nützlich sein, um die Lage als Freundin besser einzuschätzen.
Ein bisschen mehr Hausverstand und weniger kühle Wissenschaftlichkeit wirken im zwischenmenschlichen Bereich manchmal Wunder …das kann man freilich nirgends lernen, sondern es ist eine Frage des Herzens…

Gruß,Flora

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Naja, aber eindeutiger geht´s ja wohl kaum,Oliver.

Hi
hatte auch über ein Jahr spontanes kotzen nach Nahrungsaufnahme.
Streß, wählerischer Magen…? keine Ahnung. irgendwann ging es vorbei und ich konnte wieder alles essen. Bulimie wars sicher nicht. Ev. späte Folgen eines 12-Fingerdarmgeschwürs (medikamentös beseitigt)? Oder Reaktionen des Magens auf die Behandlung? lag aber lange zurück.
Konnte Essen was ich wollte, manchmal hatte es geklappt und blieb drin, manchmal nicht, dann kkam’s aber auch innerhalb 5 Minuten wieder raus.
HH

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Naja, aber eindeutiger geht´s ja wohl kaum,Oliver.

Dann bräuchte man keine Ärzte mehr, wenn jeder locker aus der Hüfte diagnostizieren könnte.

Ausserdem ist dies ein Laienforum, und keine psychologische
Praxis,

Deshalb sollte man hier auch nicht diagnostizieren. Siehe Brettbeschreibung.

und sich auf den von Diana angegebenen Seiten zu
informieren, kann eigentlich nur nützlich sein, um die Lage
als Freundin besser einzuschätzen.

Solche Infos können den Blick auch vernebeln. Was glaubst Du, wie viele Leute bei sich und anderen psychische Störungen „diagnostizieren“, nachdem sie ein Psychobuch in der Hand hatten.

Ein bisschen mehr Hausverstand und weniger kühle
Wissenschaftlichkeit wirken im zwischenmenschlichen Bereich
manchmal Wunder …das kann man freilich nirgends lernen,
sondern es ist eine Frage des Herzens…

  1. Soziale Kompetenz kann man lernen. Siehe [FAQ:1079]
  2. Die Funktion des Herzens ist die des Blutpumpens.

Gruß,

Oliver Walter

Ratgeber
Hi (Link-)Jägerin

Unter der Riesenmenge von Webinfos zu diesem Thema ist das von dir gefundene

http://www.bulimie-online.de/dossiers/folgen/schaede…
http://www.bulimie-online.de/angehoerige/index.htm

eine ganz hervorragende Empfehlung - sowohl

für nichteindeutig Betroffene (zur ersten Orientierung), als auch
für eindeutig (wie in Inas Fall) Betroffene, als auch
für von Betroffenen Betroffene

Grüße

Metapher

Hallo Ina,

Dazu kommt, dass es so wirkt, als sei Essen für sie eine
lästige Pflicht oder fast schon eine Gewalttat gegen sich
selbst. Sie setzt sich mit einem Stöhnen an den Tisch und isst
dann unter Seufzen, Stöhnen und Schweiß von der Stirn wischen
(nicht nur jetzt bei der Hitze).

Ich kann verstehen, daß Dich das Eßverhalten Deiner Freundin abstößt. Denkst Du, Du könntest es trotzdem schaffen, die Esserei beiseite zu schieben, ich meine nicht vorrangig zum Thema machen? Oftmals stecken hinter ‚Freßorgien‘ ganz andere Probleme. Sprichwörtlich ein ‚in sich hinein fressen‘. Wie sieht denn ihr sonstiges Umfeld aus? Ich würde die Themen so eher auf Partnerschaft, Beruf, Freundschaften usw. lenken, und das besonders beim Esssen, weil dann sicherlich deutlich werden kann, wo das Problem gelagert sein könnte.
Abgesehen davon gibt es noch eine Menge physische Erkrankungen, die an dem ungezügelten Eßverhalten beteidigt oder gar auslösend sein können. Angefangen vom Magengeschwür, bis hin zur Schilddrüsenunterfunktion, über schwankenden Blutzuckerspiegel, der zum niedrigen Blutzucker tendiert, bis hin zum Darmverschluß, können organische Leiden Ursache sein. Das sind jetzt nur Erkrankungen, die mir spontan einfallen. Ein Check beim Doc würde da mit Sicherheit noch ganz andere Richtungen aufbröseln.
Auch fände ich es wert, abzuklären, ob ev. Medikamente im Spiel sind. Manche Medikamente (z.B. Pille) lösen einen ‚Heißhunger‘ (appetitanregend) aus. Schließlich rebelliert der Magen.

Ich habe schon versucht, mit meiner Freundin darüber zu reden.
sie sagt, sie sehe kein Problem und fühle sich wohl mit ihrem
Essverhalten. Sie habe das schon immer so gemacht.

Tatsächlich gibt es ungewöhnliche Eßverhalten, die von Kindesbeinen auf anerzogen wurden. Was mich wundert ist, daß es Dir erst jetzt, nach 10 Jahren auffällt.
Was hat sie schon immer so gemacht? Probleme auf die Art gelöst, oder schlicht nur so gegessen? Es gibt viele Menschen, die z. b. einen Liebesmangel derart komprimieren (sehr bekannt und beliebt sind da wohl die Schokoorgien). Sicherlich tut es gut, sich mit Essen zu beschäftigen, wenn da ein Defizit ist, welches als unlösbar gesehen wird.

Was kann ich tun, damit unsere Freundschaft nicht leidet?

Ich kann Dir nur erzählen, was ich tun würde. Und das wäre völlige Offenheit. Ich würde ihr sagen, wie ihr Verhalten auf mich wirkt, was ich dabei empfinde, und in welche Richtungen meine Besorgnis geht. Ich denke nicht, daß Ehrlichkeit eine Freundschaft ernsthaft gefährden kann.

lieben Gruß,
fionny

btw …

Ein bisschen mehr Hausverstand und weniger kühle
Wissenschaftlichkeit wirken im zwischenmenschlichen Bereich
manchmal Wunder …das kann man freilich nirgends lernen,
sondern es ist eine Frage des Herzens…

  1. Soziale Kompetenz kann man lernen. Siehe [FAQ:1079]

Aber sicher doch! Und es ist gut, daß wir jetzt:

  1. Die Funktion des Herzens ist die des Blutpumpens.

ein anschauliches Beispiel dafür haben, was damit gemeint ist.
Jede speziell von Eßstörungen betroffene Person und jeder, der mit der Psychologie derselben gut vertraut ist, wird dieses Statement mit höchster Aufmerksamkeit dankbar introjizieren.

Kompliment!

Metapher

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harghmbomah

Ein bisschen mehr Hausverstand und weniger kühle
Wissenschaftlichkeit wirken im zwischenmenschlichen Bereich
manchmal Wunder …das kann man freilich nirgends lernen,
sondern es ist eine Frage des Herzens…

  1. Soziale Kompetenz kann man lernen. Siehe [FAQ:1079]

Aber sicher doch! Und es ist gut, daß wir jetzt:

  1. Die Funktion des Herzens ist die des Blutpumpens.

ein anschauliches Beispiel dafür haben, was damit gemeint ist.
Jede speziell von Eßstörungen betroffene Person und jeder, der
mit der Psychologie derselben gut vertraut ist, wird dieses
Statement mit höchster Aufmerksamkeit dankbar introjizieren.

Kompliment!

Spiegelalarm!

Olivers Rumgezicke in Antwort auf Floras Rumgezicke nun wieder selbst mit Rumgezicke zu kommentieren ist auch nicht gerade sozialkompetent.

Denn in der Sache des Beitrages, den Oliver auf Flora und auf den Flora von Oliver geantwortet hat, stimmt er imho mit dem überein, was Du ja selbst auch stets propagierst.

Gruß,

Malte.

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Hallo Oliver,

zunächst mal möchte ich Dir sagen, dass ich Deine Beiträge hier sehr schätze und fast immer Deinen Aussagen zustimme. Was mich jetzt hier bei Deinen div. Antworten ein wenig stört, ist, dass was viele Fachleute (wenn man sie dann konsultiert) gerne tun. Sie legen sich nicht fest. Es kann so sein, es kann aber auch anders sein, es muss nicht, aber es ist nicht weit verbreitet und so fort.
Ein immer wierder gern genannter Grund, warum die Menschen nicht mehr gerne den Fachmann (Psychologen, Therapeuten)aufsuchen, ist: „Jetzt bin ich genau so schlau wie vorher“

Meiner Ansicht nach, sollte es hier im Forum doch nicht darum gehen, wer etwas wie richtig „diagnostiziert“ Warum tun wir uns so schwer?
Warum sagst Du nicht was es DEINER ANSICHT nach, mit diesem Verhalten auf sich hat. Damit tust Du doch niemandem weh!
Angst vor einer falschen Diagnose? Angst vor der Wahrheit?
Immer schön vorsichtig sein? Ina sucht sich aus, was sie darüber denkt und davon hält. Von dem was Du schreibst, oder Andere.

Die Tatsache ist FÜR MICH, dass hier eine Essstörung vorliegt. Dieses Verhalten, was Inas Freundin an den Tag legt, ist nicht das, vieler anderer Menschen. Es handelt sich nicht um das übliche Essverhalten und damit kann es doch gut sein. Wie wir das nun nennen wollen (Bulimie hin oder her) ist doch Wurst. Ich verstehe diese ganze übertriebene Vorsicht nicht! Was passiert denn, wenn wir das Kind beim Namen nennen? In der Form, dass wir sagen: Dein Essverhalten besorgt mich, Dein Essverhalten befremdet mich usw.

Ich denke, daß Du

Deiner Freundin klar machen solltest, daß es Dir so keinen
Spaß macht, für Euch zu kochen bzw. mit ihr zu essen. Das
sollte sie so akzeptieren, denn die gemeinsam verbrachte Zeit
sollte beiden Spaß bereiten. Euere Freundschaft muß daran
nicht zerbrechen. Ihr könnt auch etwas anderes unternehmen.
Freundschaft besteht ja nicht nur aus dem gemeinsamen Essen.
Es ist besser, wenn man bestimmte Bereiche aus der
Freundschaft ausklammert, wenn man merkt, daß es dort
miteinander nicht klappt, als daß einer der Freunde sich

Lieber Oliver, Freundschaft bedeutet für mich, dass ich Schwierigkeiten (Probleme)in jedem Fall gezielt anspreche und nicht ausweiche, indem ich etwas anderes mit meinem Freund/in mache. Entschuldigung, aber für mich liest sich das wie: Mit Essen hat sie ein Problem, also machen wir was anderes. Aus den Augen, aus dem Sinn. Das ist nicht etwas, was eine Freundschaft weiter bestehen lässt, sondern etwas was ME eine Freundschaft belastet!

Da es sich hier nicht nur um ein gestörtes Essverhalten, sondern auch um ein Alkoholproblem zu handeln scheint, (Ina schreibt das ja, weil es auffällig ist!)ist ein Wegschauen, nicht hinsehen, oder etwas anderes machen, meiner Ansicht nach, vollkommen fehl am Platz! Das kommt ja einer stillen Duldung nahe.
In diesem Falle, sage ich als Laie, Ina deckt eine Suchtproblematik, wenn sie diesen Bereich einfach ausklammert!
Das bedeutet für Inas Freundin, sie kann Ihrer Sucht problemlos weiterfrönen!

Nun wird der Ein oder Andere denken, da schreibt mal wieder jemand, der hinter jedem auffälligen Verhalten, sofort ein Suchtproblem vermutet. Darf er das hier einfach so schreiben?
Ich halte mich an das, was Ina hier schreibt und meine laienhafte Antwort ist: Ja, hier handelt es sich (auch) um eine Suchtproblematik!

Darf er das einfach so sagen? Ist mir egal, ich tue es einfach!

Es ist nicht üblich und das sage ich hier jetzt ganz klar, dass jemand in sich reinschaufelt, um dann zu erbrechen. Es ist auch bei Weitem nicht üblich, dass jemand Alkohol trinkt und nicht mehr aufhören kann.
Für dieses Verhalten, was hier ganz klar von Ina geschildert wird, brauche ich KEINE DIAGNOSE, kein Fremdwort und keinen Fachausdruck. Für mich ist es „süchtiges Verhalten“. Punkt. Es ist doch ganz egal wie Du es nennen willst- Tatsache ist, dass Ina (als Freundin) damit nicht glücklich ist. Und ich wette auf Teufel komm raus auch, dass Ihre Freundin damit nicht glücklich ist!

Dahinter steckt eine Ursache und der sollte sie auf den Grund gehen. Auch wenn es sie angeblich nicht belastet und sie es nicht verheimlicht, heißt dass für mich noch lang nicht, dass es deshalb kein Problem gibt.
Ein Alkoholiker der aufhört zu trinken, hat erst ein Problem wenn er aufhört. Er kennt nur das Trinken, aber nicht das Trocken sein. Ähnlich geht es Menschen, die aus welchen Gründen auch immer, jahrelang etwas auf eine bestimmte Art und Weise tun. Natürlich haben sie kein Problem, weil sie gar nicht wissen können, wie es ist, wenn man es anders handhabt!

@Ina: Ein Termin in einer Suchtberatung könnte aufschlußreich für Dich sein. Das hier geschilderte und vielleicht ein wenig mehr, was Du sonst von Deiner Freundin wahrnimmst, erzählen- und nach den geeigneten Umgangsformen erkundigen. Dafür brauchst Du nun wahrlich nicht genau zu wissen, wie man diese Verhalten nun tituliert.
Ein Verdacht, eine Vermutung, eine Ahnung, eine Befürchtung, reichen aus.

Euch Beiden ein lieber Gruß

Frank

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Ein bisschen mehr Hausverstand und weniger kühle
Wissenschaftlichkeit wirken im zwischenmenschlichen Bereich
manchmal Wunder …das kann man freilich nirgends lernen,
sondern es ist eine Frage des Herzens…

Gruß,Flora

und Du sprichst mir aus dem Herzen!
Klasse!!
Genau das ist es, was mich hier gestört hat und dafür brauchst Du nur ein paar Zeilen!
Gruß
Frank

[Info]: Fortführung der Diskussion per Mail
Hallo liebe Kritiker,

Einwände, Proteste, Boykottaufrufe, Rücktrittsforderungen und Morddrohungen (Name und Anschrift nicht vergessen!!) mit Bezug zu diesem Posting bitte per Mail an mich senden. Ich werde sie nach und nach gewissenhaft abarbeiten. Danke.

Gruß,

Oliver Walter

übel
Hallo Ina,

plötzliche blutdruckabfälle sind stress. bis zur übelkeit. auslöser dafür gibt es viele: wärme und nähe statt flucht bei situativer angst zum beispiel. blau ist gut. so viel blau wie möglich. dazu ein bißchen lila und viel raum. wenn das was du anbietest dann auch noch orange-rot also kalorienarm ist und irgendwo lakrize steht, isst sie vielleicht entspannter. eistee & joghurt anreich.

alles gute & let´s schmeck you :smile:

  1. Die Funktion des Herzens ist die des Blutpumpens.

Und vor solchen Aussagen aus dem Mund eines „Psychologen“ graut es mir, und ich kann daraus nur schliessen, dass das Studium möglicherweise wissenschaftlich qualifiziert, aber nicht menschlich.
Angesichts dessen, dass Psychologen dennoch mit lächerlich geringer Zusatzausbildung therapieren dürfen beängstigend…

Gruss,Flora

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Hallo Flora,

  1. Die Funktion des Herzens ist die des Blutpumpens.

Und vor solchen Aussagen aus dem Mund eines „Psychologen“
graut es mir, und ich kann daraus nur schliessen, dass das
Studium möglicherweise wissenschaftlich qualifiziert, aber
nicht menschlich.

mir graut es vielmehr davor, daß im Zweifelsfall auf eine flasche Diagnose hin übereifrig in die falsche Richtung „therapiert“ wird, und das auch noch von Leuten, die keine Ahnung haben (zu denen ich zweifellos auch zähle).

Daß ein Psychologiestudium grundsätzlich rein wissenschaftlich ist und nichts mit menschlicher/charakterlicher Eignung zum Therapeuten zu tun hat, ist eine Binsenweisheit - wer je was anderes geglaubt hat, scheint mir etwas naiv.

Angesichts dessen, dass Psychologen dennoch mit lächerlich
geringer Zusatzausbildung therapieren dürfen beängstigend…

Was genau findest Du an http://www.datenschutz-berlin.de/recht/de/rv/arbeit/… (§5ff.) lächerlich?

Gruß,

Malte.