'Freundschaftsdienst?'

Hallo Brett,
ich habe da ein Problem. Nein, eigentlich habe ich „nur“ meinen besten Freund, der ein Problem hat… er trennt sich gerade nach zwanzig Jahren von seiner Frau. Sie war 14 Jahre auch meine beste Freundin, also kenne ich sie sehr gut. Sie gehört zu der Sorte von Menschen, die, wenn sie etwas wollen, „keine Gefangenen“ machen. Ihre Fähigkeiten als Mutter stelle ich in Frage, wie gesagt kenne ich sie sehr gut und weiß, daß sie eher unzuverlässig ist. Sie ist wohl am ehesten als Hysterikerin zu bezeichnen, unzuverlässig und nutzt die Kinder wann immer sie es will als Druckmittel, sei es bei ihren Eltern, ihren Schwiegereltern… Mein bester Freund sitzt jetzt da wie ein hypniótisiertes Kaninchen und scheint regungslos jeden neuen Schlag von ihr abzuwarten. Zunächst einmal ihre Unterhaltsforderungen, die Forderung, sein, oder ihr gemeinsames Haus zu verlassen (sie hat einen 15 Jahre jüngeren freund, dem er untersagt hat, im Haus zu übernachten, also will sie ihn raus haben) und dann die Aussage, daß sie ihn fertig machen will und ihm die Kinder wegnimmt. Er hängt sehr an seinen kindern und war in der Vergangenheit für sie eher der „ruhende Pol“. Die Situation erinnert mich an den kaukasischen Kreidekreis, er würde niemals die Kinder vors Jugendgericht bringen, also überläßt er sie der Mutter auf die Gefahr hin, sie zu verlieren.
Wir (seine Freunde) versuchen ihm seit Wochen zu helfen, indem wir ihm Wege aus diesem Chaos aufzuzeigen versuchen. Wir wollen mit ihm zum Anwalt, stützen und akzeptieren ihn in seiner Angst. Das resultat: nichts. Er steckt den Kopf in den Sand, jammert, er sei wohl ein Versager und tut nichts. Wie können wir, oder können wir ihm überhaupt helfen? Der Mann wird gerade ruiniert!
Ach ja, und gleich für die Frauen, die schreiben, er habe ja wohl an der Trennung auch Schuld, sicher gehören immer zwei dazu, aber während sie extrovertiert ist und ihn seit Jharen betrügt, ist er sehr introvertiert, menschenscheu und neigt eben dazu, Dienge „auszusitzen“, ein Umstand, der sie seit Jahren auf die palme gebracht hat. Übrigens, ert ist beruflich ein unglaublich harter und straighter verhandlungspartner!

Ratlos
Jutta

Hallo Jutta,

Dein Freund ist in seiner Ehe seit Jahren, wenn nicht sogar seit dem Anfang dieser Beziehung in der Büßerrolle.

Er wird Eure Hilfe brauchen, will er sich nicht total ausnehmen lassen von seiner Frau. Setzt Euch mit ihm zusammen und fragt ihn, was er will und was er dafür zu tun bereit ist (Mit seiner Frau zu streiten dürfte ihm ziemlich schwer fallen, es sieht aus, als habe in Konflikten immer er nachgegeben). Unterstützt ihn und überzeugt ihn von der Zweckmäßigkeit eines Anwaltes. Eines dürft Ihr auf gar keinen Fall tun: Ihn überreden versuchen. Legt ihm in aller Ruhe seine Möglichkeiten vor, sagt ihm, was er dafür tun muss und lasst ihn selbst seine Ziele stecken. Tut Ihr es für ihn, wird er sich nicht damit identifizieren und er wird bald einen Rückzieher machen. Bei den Zielen, die er sich selbst gesteckt hat, unterstützt ihn nach Kräften.
In größeren Städten gibt es sicher auch Beratungsstellen, an die er sich wenden kann, die ihn über seine rechtlichen Möglichkeiten aufklären.

Ich wünsche ihm alles Gute, seid ihm treue Freunde, er wird Euch brauchen!

Liebe Grüße

Hanna

Hallo Jutta,

wirklich eine Frau hinterm Posting?

Hm. Tja, Du hast an der Frau kein gutes Haar gelassen. Und irgendwas muß sie ja auch Positives an sich haben, sonst wäre er mit ihr nicht zusammen gewesen, wäre sie nicht 14 Jahre eine Freundin für Dich gewesen und hätte sie nun nicht schon wieder einen und dazu noch viel jüngeren Freund. Also, irgendwas muß die Frau ja ansich haben.

Und das könnte doch auch ein Ansatzpunkt sein.

Was sind denn ihre guten Seiten? Wo und inwieweit ist sie bereit, daß ihre Kinder die bestmöglichen Voraussetzungen für eine gesunde und glückliche Zukunft bekommen? Ist sie bereit sich mit einem Eheberater und ihrem Mann zusammen zu setzen und einfach klar zu machen, ob die Partnerschaft noch eine Chance auf Zukunft hat und wie man sich, falls nicht, am besten für beide Seiten, trennen kann und wie mit den Kindern in solch einer Trennungssituation umgegangen wird.

Wenn Dein Freund die Probleme aussitzt bzw. jetzt nicht in die Hufe kommt, welche Vorbildfunktion hat er denn dann für die Kinder? Welches Männerbild prägt sich hier? Wie geht er mit der Verantwortung seinen Kindern gegenüber um?

Ich denke, als außenstehender Mensch ist es sicherlich schwer hier Tipps zu geben. Es fühlt sich für mich nur so an als wäre da mehr im negativen als im positiven Bereich. Von daher wäre es vielleicht auch mal grundsätzlich ein Thema, eine Therapie anzustreben. Empfehlenswert fände ich eine systemische Familientherapie. Jede Krise birgt ihre Chance, heißt ein Psycho-Spruch. Wie wäre es, würde Dein Freund für sich als Mensch, Mann und Vater eine Therapie beginnen. Vielleicht macht ja seine (Noch-)Partnerin mit.

Du wirfst ihr vor, sie würde die Kinder anderen gegenüber ausspielen, doch wenn er nun nur selbstanklagend, passiv rumhängt, ist er scheinbar ebenso wenig für die Kids da. Das hört sich für die Kinder nicht gerade positiv an.

Sicherlich ist es in solch einer verfahrenen Situation wichtig, sich schützen zu lassen, wenn man scheinbar wie er kaum noch in der Lage dazu ist. Sprich Therapie und Rechtsanwalt. Denn sonst kann er sich vielleicht hinterher weiter beklagen, daß er total ausgenutzt worden ist, doch hier würden auch zwei dazu gehören.

Tja, und noch etwas Hartes. Du schreibst, er würde sich ruinieren. Wenn er weiterhin passiv bleibt und es somit bergab mit ihm geht, weil er sich nicht helfen will oder nicht helfen lassen kann, so wäre dann früher oder später womöglich als lebenserhaltende Maßnahme auch die Frage nach einer Zwangseinweisung. Denn das steht am Ende, wenn er nicht aktiv wird.

Konkret ansetzen kann man bei so einer Ferndiagnose nicht. Manche müssen z.B. auch alleine gelassen werden, damit sie eben ihre Ängste wieder spüren. Scheinbar war auch die Partnerin immer der aktivere, der lebendigere Teil und nun seid Ihr es. Vielleicht braucht er eben mal die Möglichkeit, zwangsläufig aktiv-er werden zu müssen.

Aber bei Menschen die man nicht kennt, läßt sich viel theoretisch philosophieren. Wie gesagt, Rechtsanwalt und Therapie scheint eine sehr gute Empfehlung zu sein.

Es ist schön, daß Menschen noch Freunde haben, die sich für sie einsetzen. Alles Gute Euch und Eurem Freund mit seiner Familie.

Ciao,
Romana

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Nachwort:

So sehr es auch wichtig für ihn ist und so sehr es auch gut tun mag, Freunde zu haben, doch ich finde hier bedarf es einer Hilfe, die neutral und somit nicht in die Situaiton involviert ist. Sprich TherapeutIn.

Mit sonnigem Gruß,
Romana

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moment mal…
Hallo!

Das klingt ja fast wie die Lebensgeschichte meines Lebensgefährten…
Ich denke durchaus, daß die Schreiberin weiblich ist, da auch ich es bin!!!- und die Ex meines Freundes nicht ertragen kann, was sie (welch ein Zufall) 20 Jahre zusammengeschweißt hat wissen die Götter, zum größten Teil sicher die Kinder! Ich kann die Dame (Dame kommt bekanntlich von dämlich) nur als asozial und primtiv bezeichnen. Doch das dürfte hier aber wohl kaum zur Debatte stehen, wie die eingefleischten Psychologen dennoch feststellen werden schwillt mir so ziemlich der Kamm bei diesem Thema.
Nun aber zum eigentlichen Posting:
Was Du für Deinen Freund tun kann, ist für ihn da zu sein, wann immer er sprechen will. Bohre ruhrig auch nach, auch wenn Männer das an uns Frauen hassen so denke ich, daß gerade introvertierte Typen es brauchen, sie sind einfach nicht so kommunikativ, frei-raus wie wir Frauen.
Beleuchte noch mal so objektiv wie möglich (schließlich warst auch DU einmal mit ihr befreundet) ob sie wirklich eine solche Rabenmutter ist, bzw. durch die neue Verbindung dazu wurde. Falls Deine Antwort ein Ja ist, dann nimm für ihn die Zügel in die Hand, er soll für seine Kinder, deren Zukunft kämpfen. Deine Beschreibung dieser Person, die sich Mutter schimpft klingt nach einer Person, die nur sich selbst kennt, der ihre Kinder und deren gesunde Entwicklung gleich sind!
Sucht nach einem Anwalt, einem sehr guten! Denn soweit ich mich im Recht auskenne hat die Mutter (z.T. leider) einfach bessere Chancen das Sorgerecht zu bekommen als der Vater.
Mein Posting ist sicherlich alles andere als objektiv, wie eingangs gesagt kenne ich die Situation leider viel zu gut, dennoch hoffe ich Dir irgendwie geholfen zu haben, kann es ihn trösten nicht der einzig Betroffene zu sein?!
Gruß
Gina

Von Profi zu Profi
Hallo Jutta!

Von Profi zu Profi: Zieht einen Profi (Rechtsanwalt, Therapeut) zu rate. Und in dem besagten Fall heißt der oder die ganz gewiss nicht Jutta. Die ist hier nämlich persönlich betroffen und somit ein Teil dieser unglücklichen Beziehungsgeschichte.

Sieh’s so,wie mit Qualitätsmanagement: Warum sollte eine lernende Organisation bezüglich ihrer eigenen Entwicklung stets dem Rat Aussenstehender mehr Gewicht beimessen, als den Rezepten der eigenen, im Betriebssystem involvierten - und daher nicht objektiven Mitarbeiter?
Eben weil mensch bestimmte Dinge besser überblicken kann, wenn man sich auf eine mindest-notwendige Distanz begibt.
Hast du die, in dem Fall?

Ich weiß: Harte Bandagen. Ein Rosenkrieg ist immer eine schmutzige Sache. Aber du bist kein Wäschermädel…

Viel Mut und Kraft
Ich wünsche allen solche Freunde, wie du es bist.

Christian

Vielen Dank!
*Abgrundtiefer Seufzer*

Ach, Ihr seid echt toll!
All die Dinge, die ihr geschrieben habt, sind wahr und richtig. Hanna hat recht, wenn sie von eioner „Büßerrolle“ spricht, es klingt für einen aktiven Menschen wie mich auch völlig abwegig, sich in einer exsitenziellen Situation wie dieser so passiv zu verhalten und da kostet es mich sicherlich Mühe, ihn bei meinen Bemühungen, ihm zu helfen, nicht unter Druck zu setzen (das hatte er in seiner Ehe zur Genüge). Die Beziehung war von Beginn an extrem schwierig, ich bin allerdings dann irgendwann zu dem Schluß gelangt, daß seine Partnerin das einzige „Risko“ im Leben ist, das er sich leistet (versteht ihr, was ich meine?) Wir sind an dem Punkt angelangt, wo wir sagen, am Wochenende machen wir den letzten Versuch und dann ist Schluß, den zwingen können und wollen wir nicht, da habt ihr völlig Recht. Was den Tip mit der Eheberatung angeht, in „Eingreiftruppe“ befindet sich ein Psychiater (wohl dem, der einen guten kennt) und der hat im Laufe der Freundschaft schon so manchen Versuch unternommen, hinter diese vertrackte Beziehung und den Charakter dieser Frau zu steigen. Seine Diagnose: Borderline. Das klingt hart, aber ich kann sicher behaupten, daß der Psychiater in diesem Fall mit der gebotenen Distanz zu Werke gegangen ist. Die Diagnose ist alt, entstand also nicht im Zusammenhang mit dem derzeitigen Konflikt und resultiert aus diversen Gesprächen mit ihr, zu denen sie bereit war, als sie mal „ganz schlecht drauf“ war. Ich glaube, ich kann von mir behaupten, daß ich ein wenig über Psychologie weiß, inzwischen glaube ich fast, daß der Punkt gekommen ist, an dem ich diejenige bin, die „loslassen“ muß. Ich weiß noch nicht, wie ich mit meiner Hilflosigkeit fertig werden soll und kann, aber das wird wohl mein Job sein. Und ihm nach wie vor eine gute Freundin sein, Kaffee kochen, Tränchen trocknen… es wird mir halt nur schlecht bei dem Gedanken, so gar nichts tun zu können…
Ach ja, was den Anwalt angeht. Natürlich haben wir ihn zum Anwalt geschickt, eine Frau, die einen sehr guten Ruf hat. Aber hier schlug seine „Schwäche“ (nicht böse gemeint) wieder unbarmherzig zu. Er war nicht im Stande, ihr zu erklären, mit wem sie es zu tun hat. Dann lies er die Adresse zu Hause liegen und sie hat die Chance sofort genutzt, hat bei der Anwältin angerufen und die „mater Dolorosa“ gegeben, hat ihr was von der völlig zerrütteten Frau erzählt, der doch sooo sehr an einer gütlichen Einigung gelegen ist, *schnief* zum Wohle der Kinder… dreht sich um und sagt ihm „ich mach Dich fertig und zieh Dich aus bis aufs Hemd!“
Seine Anwältin sagte dann bei seinem nächsten Besuch: „Ach wissen Sie, die ist doch gar nicht so schlimm…“

Verzweifelte Grüße

Jutta

Hallo Jutta,

als Frau (unverheiratet und somit ungeschieden, aber mit etlichen Scheidungsgeschichten aus dem Freundeskreis im Rat&Tat Rucksack) kann ich nur sagen:

Das ist die ewige Story. Sie will Krieg. Er nicht. Mein Lebensgefährte leidet unter so einer Situation seit vier Jahren (wir sind seit drei Jahren zusammen).

Daß er keinen Krieg, schon gar nicht auf Kosten der Kinder will, ist löblich. Aber dumm. Denn, wie gesagt: Sie will Krieg. Sie bekommt ihn so oder so.

Frauen können sooo manipulativ sein. Also: Sie bekommt ihren Krieg. Dein Freund kann nur eines tun: Raus aus der Büßerrolle. Und einen guten Anwalt suchen. Der Scheidungskrieg, da brauch er sich nichts vorzumachen, wird schmutzig und für die Kinder schmerzhaft. Aber, gerade für die Kinder: Je eher er vorbei ist, desto eher können die Wunden wieder heilen. Mein Freund hat, weil er keinen Krieg wollte, seine Ex alles fürchterlich in die Länge ziehen lassen. Das hieß für seine Tochter, daß die Unsicherheit und die Widerwärtigkeiten sich über etliche Jahre zogen (und noch ziehen). Mittlerweile wünscht er sich, er hätte gleich ernst gemacht. Dann wäre es schneller vorbei gewesen.

Haltet zu Eurem Freund, gebt ihm Rückendeckung. Aufwachen und sich nicht zum Idioten machen lassen! Wenn sie Krieg will, dann soll sie ihn haben.

Lieben Gruß, Nike

Haltet zu Eurem Freund, gebt ihm
Rückendeckung. Aufwachen und sich nicht
zum Idioten machen lassen! Wenn sie Krieg
will, dann soll sie ihn haben.

Hallo Nike,

am Wochenende haben wir unseren letzten Versuch unternommen, ihm die Situation begreiflich zu machen. Dieses Mal hatten wir auch „unseren“ Psychiater mit an Bord. Die Situation ist, daß er vor der Wahrheit (nämlich, daß er ohne schmutzigen Krieg seine Kinder wahrscheinlich nie mehr sehen wird)so große Angst hat, daß der Verdrängungsmechanismus voll zugescvhlagen hat. Das sah dann so aus, daß er aufgesetzt fröhlich wirkte und verbreitete, jetzt sei für ihn finanziell alles geklärt, da könne nichts passieren und ansonsten würde wohl alles nicht so schlimm. Kam mir vor wie ein Kind, das pfeifend durch den Wald geht, weil es sich so fürchtet.
Wir haben ihm gesagt, daß wir für ihn da sein werden, wenn er uns braucht (und wir, zumindest wir wissen, daß es so kommen wird) und haben uns von dieser Sache verabschiedet. Wir können und wollen ihn nicht mehr zwingen, darüber zu reden, schon jetzt hatte es den Anschein, daß er nur „uns zuliebe“ mit uns darüber spricht, läuft er doch Gefahr, daß wir ihm sein mühsam erbautes Konstrukt zerschießen. Für ihn ist es am WE gutgegangen, mit unseren Sorgen müssen wir fertig werden.
Was mich persönlich am schlimmsten trifft ist die Tatsache, daß ich nicht akzeptieren kann, daß er seine Kinder (in meinen Augen) im Stich läßt. Würde ich so einen Menschen kennenlernen, würde ich ihn nicht zum Freund haben wollen und jetzt? Ich kenne die Hintergründe seines Handelns, aber ich tue mich schwer, gerade sein Verhalten gegenüber den Kindern immer mit seiner ach so großen Angst zu entschuldigen. Wir haben doch alle Angst vor dem ein oder anderen, oder?
Ich kann und darf mich auch nicht immer verstecken… es fällt mir unendlich schwer, weiterhin sein „Freund“ zu sein.

Gruß
Jutta

Hallo Jutta,

ich kann Dich gut verstehen. Mein Freund ist zweieinhalb Jahre lang pfeifend durch den Wald gewandert, um mal Deine Metapher zu benutzen. Daß ich nun auch noch mit ihm zusammen war, machte es für mich umso schwerer. Ich weiß, es ist ein schwacher Trost, aber das Verhalten Deines Freundes ist sooo weit verbreitet in dieser Situation. Es scheint, als könnt ihr nicht mehr viel tun. Er will es nicht sehen, weil er Angst hat.

Aber wenn ich mal auf meinen Freund schaue: Früher oder später wird er’s merken. Das wird eher später als früher sein, schätze ich, und umso schmerzhafter für ihn und vor allem die Kinder. Aber anscheinend gibt es keinen anderen Weg. Gebt ihm Zeit.

Bei meinem Freund habe ich gemerkt, daß er nach einer Weile besonders dann auf stur schaltete, wenn ich versuchte, ihn zu „überzeugen“. Nach dem Motto „schließlich war ich mit der Frau verheiratet, ich kann das besser beurteilen als Du, und so schlecht ist sie nicht“. Das hat schon weh getan. Aber ich habe mich dann einfach aus der Diskussion zurückgezogen und ihm Zeit gelassen. Ich wollte nicht auch noch an ihm zerren, nachdem ich merkte, daß er Argumente aus Angst nicht annehmen wollte. Das scheint mir bei Deinem Freund auch der leider einzige, wenn auch nicht beste Weg zu sein.

versucht, trotzdem weiter zu ihm zu halten. Das ist schwer, ich weiß. Aber eine solche Scheidungssituation bringt in allen Beteiligten immer das Schlimmste zutage. Bei deines Freundes Ex die berechnende Boshaftigkeit. Und bei Deinem Freund die Feigheit. Irgendwann wird er aufwachen, und dann wird er Euch brauchen. Dann solltet Ihr da sein.
Und glaube mir: Wenn alles vorbei, wirklich vorbei ist, wird er wieder der sein, den Ihr alle so gern hattet.

Mit mutmachendem Gruß,
Nike

Ich kann Nike nur zustimmen, wenn sie sagt, daß fordern nichts nutzt. Er reagiert nur mit Rückzug.

Tja, die Kinder sind nun von Vater und Mutter nicht sonderlich unterstützt. Ich denke, ein Freundschaftsdienst könnte sein, würdet Ihr ihn einfach sein lassen und eine Weile mit den Kids was unternehmen. Verbringt mit ihnen mal das Wochenende, wenn das Euch möglich ist. Kümmert Euch etwas um die Kids, denn deren leiblichen Eltern können das anscheinend nicht so wie sie es wohl gerne wollten.

Ciao,
Romana

Ich denke, ein Freundschaftsdienst könnte

sein, würdet Ihr ihn einfach sein lassen
und eine Weile mit den Kids was
unternehmen.

Hallo Romana,
schön wärs!
Zu dem älteren der beiden Söhne (9+13) habe ich ein besonderes Verhältnis, weil ich in den ersten 7 Jahren seines Lebens fast täglich mit ihm zusammen war. Er mag mich auch und ich weiß, daß er meine Tochter (jetzt 10) wie eine Schwester betrachtet. Leider ist es eben so, daß die besagte „Mutter“ jetzt dazu übergegangen ist (wie befürchtet), nicht nur die Wohnung auszuräumen (Hau-Ruck-Aktion am WE, mal eben die Küche demontieren), sondern auch die Kinder als Druckmittel einzusetzen. Das bedeutet, daß dem Vater die Kinder vorenthalten werden, ich bekomme sie schon gar nicht zu sehen. Für die (noch) Ehefrau bin ich der Antichrist, weil ich in diesem Konflikt in erster Linie zu den Kindern, dann zum Vater und recht wenig zu ihr halte. Ich glaube, ich könnte noch nicht einmal mit einer Verfügung an die Kinder kommen. Sie ist jetzt mit Sack und Pack zu ihren Eltern gezogen (ich gehe zurück zu meiner Mutter, wenns nicht so traurig wäre, könnte ich lachen)und öffnet ihm nicht mal mehr die Tür, wenn sie ihm sagt, daß er die Kinder nicht sehen darf.
Glaub mir, ich habe sogar schon daran gedacht, wie es wohl machbar wäre, die Kinder bei mir aufzunehmen, zumindest, bis alles wieder in geregelten Bahnen läuft, aber diese Gedanken passen nicht in diesen „Rosenkrieg“. Es bricht mir das herz, wenn ich an die beiden denke. Das es ihnen nicht gut geht sieht man daran, daß der 13jährige mit schöner Regelmäßigkeit noch (oder wieder) in die Hose macht und gleichzeitig nächtliche Aktionen mit 0190-er Nummern treibt, die dann 2200Dm teure Telefonrechnungen produzieren. Er schreit förmlich nach Aufmerksamkeit, aber wie schon gesagt, das ist ja der Hauptgrund für mein Engagement… niemand hört ihn.

Gruß
Jutta
*die sehr, sehr traurig und hilflos ist*

Hi Jutta,

diese Problematik ist mir nicht so vertraut. Von daher kann ich nicht so zielsicher mögliche Wege empfehlen.

Hm. Ich würde vielleicht mal sämtlichen Verwandten, Bekannten, Freunde der Mutter auf den Hals hetzen, die mit den Kindern was unternehmen wollen. Und wenn es ihr um das Wohl der Kinder geht, so haben ja auch die Großeltern, seine Eltern, das Recht auf ihre Enkel bzw. sie das Recht auf ihre Großeltern. Und wenn alles nix nützt, so ist bei einer etwaigen Gerichtsverhandlung Beweismaterial da, daß sie die Kinder abgeschottet hat. Und Kinder haben ein Recht darauf Kind sein zu dürfen. Die können ja nix für den Krieg der Alten. Tja, und last but not least: Jugendamt. Dann müßten ihr die Kinder einfach weggenommen werden, bis die Situation geklärt ist, damit sie vor größerem Schaden bewahrt bleiben.

Mich ärgert einfach, wenn Menschen anderen Menschen, vor allem wenn es um die wehrlosen Kinder geht, als Druckmittel verwendet. Naja, im Krieg und in der Liebe seien alle Mittel erlaubt - tja, traurige Interpretation.

Ciao,
Romana

Liebe Jutta,

wenn die Kinder solch extreme Reaktionen zeigen, solltet Ihr vielleicht das Jugendamt einschalten…
allerdings würde ich mich vorher umhören, wie die bei Euch so drauf sind. Es gibt sehr gute Jugendamtsmitarbeiter… und sehr schlechte. Falls in Eurer Gegend gute tätig sind, wäre das meines Erachtens eine Überlegung wert.
Denn was der ältere da an den Tag legt, ist mit Sicherheit auffälliges Verhalten…

Ohje. Ich wünschte, ich könnte Dir da mehr helfen…

*hug*
Nike

Ohje. Ich wünschte, ich könnte Dir da
mehr helfen…

Morgen Nike,
Du hilfst mir schon mehr, als Du ahnst! :smile:)

Danke, auch an all die anderen!
Jutta