Was ist Toleranz / wo beginnt Anpassung?

Hi,

die Tage hatte ich ein für mich recht interessantes Gespräch über die Thematik Tolerieren / Akezptieren bzw. Anpassung.

Wie seht Ihr das?

In meiner Herkunftsfamilie ging es recht wortgewaltig mit deftigen Kraftausdrücken zur Sache, wenn Ärger und Groll ausgetragen wurden. Davon habe ich vieles abgelegt. Wenn ich mich auch noch so verletzt fühle, ich möchte von dem her was mir bewußt ist, fair bleiben. Im Streit kann man Dinge sagen, aus Verletztheit, die man eben nur sagt, weil man selbst verletzt ist, die man im Grunde gar nicht so in der Tragweite meint.

Bei immer noch ungelösten Themen kann es durchaus sein, daß ich sehr selten, doch recht heftig hochkoche und fluche. Es regt mich dann z.B. auf, wenn jemand in epischer Breite erzählt und ich meine, ich wisse schon was komme, unterbrechen möchte, und jemand wirklich eine halbe Stunde (eher untertrieben) mir einen Monolog hält. Tja, ich erlaube mir dann zu fluchen. Die Reaktion war: der Schuß könne nach hinten losgehen. Würde ich mein Fluchen nicht unterlassen, könnte er den Kontakt abbrechen.

Wir redeten darüber, was ist nun tolerierbar, akzeptabel bzw. wo beginnt die Anpassung? Natürlich kann ich mir sagen, manche Menschen passen einfach kontaktmäßig nicht zusammen. Manchmal ist ein Stein einfach aber nur ein Stein. Doch so einfach möchte ich mir die Sache nicht machen.

Also, ich finde nichts dabei, mal zu fluchen. Vor allem ich staue nichts an, und darüberhinaus lasse ich keine kleinen subtilen Giftpfeile ab, die wesentlich mehr verletzen könnten, denke ich.

Also, wer hat das Problem? Der der Flucht und eventuell verlassen wird. Oder hat der das Problem, der mit fluchenden Menschen nicht umgehen kann und verläßt? Beide. Doch wo sind hier Lösungsansätze? Jeder hat doch so seine Marotten? Ist es denn manchmal nicht zu einfach gesagt, manche zwischenmenschlichen Kontakte passen einfach nicht?

Und ob Fluchen oder nicht, das ist für mich auch nicht das Thema. Er reagierte so, daß er meinte, er würde mir dann einfach den Hörer auflegen. Sowas empfinde ich als bequem um es mal noch freundlich zu formulieren (wenn ich wütend bin, finde ich es feige). Er meinte, das würde mich nur verletzen, weil er nicht meine Spielchen mitmache. Hm. Zum Spielen gehören immer 2 Menschen - mindestens. Und das Spiel kann ja auch verändert werden, anstatt nur abgebrochen zu werden. Wirklich, mein Spie?

Es geht jedenfalls nicht um Fluchen Ja oder Nein. Denn es ist ja im Vorfeld etwas geschehen, daß es zu dieser meiner Reaktion kam und hier sehe ich den Ansatzpunkt zur Lösung, nicht beim Fluchen.

Tja, das Thema ging dann weiter. Sitze ich am Tisch, muß ich mir dann den Gestank einer Zigarre antun, muß sich ein Vegetarier den Geruch meines Putenrollbratens antun?..

Woher wißt Ihr, daß es sich um Toleranz / Akezptanz handelt bzw. oder ob Ihr Euch z.B. aus Verlustangst nicht nur angepaßt habt?

Mit sonnigem Gruß,
Romana

Hallo, Romana,
für jemand, der gewohnt ist, Probleme durch eher sachliche Diskussionen zu lösen, ist laut werden und fluchen gewöhnungsbedürftig. Ich kann natürlich nachvollziehen, dass es verschiedene Verhaltensweisen gibt. Aber rumschreien kann ich z. B. immer noch nicht akzeptieren, obwohl ich mich mit den „Lauten“ drüber unterhalten habe. Man setzt dann wohl laut mit intolerant gleich.

Rauchen in einer Kneipe halte ich für akzeptabel, rauchen bei Leuten zuhause, die das hassen, sollte man bleiben lassen.

Der Vegatarier hat meiner Meinung nach GELITTEN! Er/sie muss es ja nicht essen, nur riechen. Mich ekelt z. B. der Anblick von Tofu und ich halte es auch aus.

Toleranz ist etwas herrliches, aber man muss schon drum kämpfen! Und hilfreich ist auch ein wenig Humor, auch sollte es andere Themen geben als die ausgeleierte Arie mit den Raucher/Nichtrauchern, und wenn man sich sonst nichts zu sagen hat, sollte man die Freunde wechseln…
ciao timmi

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Hi Timmi,

ich werde nicht wirklich laut, eher ziemlich giftig, mag sein, daß ich teils dabei auch die Stimme erhebe. Aber egal was und wie, jeder Mensch hat seine Macken und Marotten. Die Frage ist nur der Umgang.

Wie gesagt ich frage mich einfach was ist Toleranz / Akzeptanz bzw. wo beginnt Anpassung? Ich dachte, dieser Mensch und ich haben uns sonst was zu sagen, zumindest hatten wir exzessive Telefonate. Tja, und dann wird hier ein Spielchen gespielt, weil ich zu laut sei… Aber darum denke ich, geht es gar nicht. Denn im Vorfeld liegt schon das Problem. Ich habe ja einen Grund so zu reagieren, und der ist darin begründet, daß er einfach wirklich ohne Punkt un Komma locker eine halbe Stunden durchreden kann. Das kann ich auch. Doch manchmal nervt es einfach, wenn ich weiß, jetzt kommt die gleiche Erklärung in der vierten Variante. :smile:) Doch er läßt sich dann einfach nicht unterbrechen. Und da sollte man ansetzen. Das habe ich ihm auch gesagt, doch seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört.

Er kündigte mir einfach nur an, der Schuß könne nach hinten losgehen, sprich er knallt mir den Hörer auf, was ich einfach arschlochmäßig finde. Das macht mich sauer. Tja, er hat den Hörer nicht aufgeknallt, sich jedoch seit dem nicht mehr gemeldet. Ich würde mir wünschen, daß er dann einfach anruft und daß wir darüber sprechen und uns um eine Lösung bemühen.

Klar, ich kann auch anrufen. Grummel, grummel. Naja, ich habe meinen Sturschädel schon aufgegebn und heute eine kurze E-mail geschickt. :smile:

Tja, und jetzt ist es an ihm. Wenn er nicht darauf eingehen wird - wie ich das von vielen unterschiedlichen Kontakten und Situationen kenne - gut, dann kann ich auch nichts machen. Aber ich finde nichts dabei, einfach mal „Scheiße“ zu sagen. Im Fernsehen läuft gerade „Lämmle live“ und die Frau ist teils auch deftig in ihren Ausdrücken. Und Gefühle sind nun nicht mal immer gut und schön und rosig. Dann will ich auch mal fluchen. Das ist meine Form, daß sich nix bzw. nicht noch mehr anstaut.

Ich weiß, das alles ist kein leichtes Thema. Na gut, dann gehe ich mal Psycho schauen. :smile:)

Ciao,
Romana

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Hi Romana :wink:

wie war das mit dem Spiegel? *grins*. Wenn er so heftig darauf reagiert, dann hat er ein Problem damit. Jemand hat mir vor kurzem zu einer Situation aus meinem Leben einen guten Satz gesagt, der hier auch paßt. :wink: Und was mir außerdem noch dazu einfällt, ist daß Du nicht viel an ihm verloren hast, wenn er nicht in der Lage ist, Dich anzunehmen, wie Du bist. Es muß ihm ja nicht gefallen, er kann Dir sagen, daß er damit nicht umgehen kann, daß es ihn ärgert oder wie auch immer. Aber wenn er einfach einhängt und nichts mehr hören läßt, dann hat das wenig mit Freundschaft zu tun.

Liebe Grüße, Nena

Hallöle Nena,

es ist doch eigenartig wie viel man teils bei anderen Menschen die man gar nicht mal kennt sehen kann und wie blind man oft in seinen eigenen Belangen ist. :smile:) Ja, natürlich hat er auch ein Problem damit und natürlich hat jeder Mensch ein Problem, wenn er in Situaitonen nicht ruhig und gelassen reagieren kann, sondern z.B. aufbrausend werden muß, sich innerlich oder äußerlich zurückziehen muß, lügen muß, krankhaft zu lachen anfangen muß…

Doch wenn ich mir sage, jemand muß mich so nehmen wie ich bin, dann stimme ich dem schon zu. Doch genau dieses ist ja auch das Allerschwerste für uns alle. Doch ich möchte mich dahin entwickeln, alle Menschen so nehmen zu können wie sie sind. Mich regt manches einfach auch (noch) auf.

Jetzt habe ich den Faden gefunden… bin erst aufgestanden und schon wieder Nachmittag… seufz…

Ich habe zwei Möglichkeiten. Wenn er sich nicht mehr meldet, melde ich mich auch nicht mehr. Oder meine andere Möglichkeit ist, ich schreibe ihm eine E-Mail und frage einfach mal nach, was los ist? Das habe ich bereits getan. Keine Reaktion bislang. Und wenn in den nächsten Tagen oder Wochen immer noch keine Reaktion kommen sollte, habe ich wieder die Wahl, ihn einfach bleiben zu lassen, weii er sich mit etwas nicht auseinandersetzen möchte. Oder ich habe auch die Möglichkeit ihm nochmal meinen Standpunkt zu vermitteln in der Hoffnung er sieht auch eigene Anteile bei sich die zu der Situation geführt haben. Und verdammt noch mal, ich finde nix dabei, wenn jemand mal Scheiße oder Mist oder sonstwas sagt. Wenn er ein Problem damit hat, nun, ich kann teils schon mich bemühen, doch verbiegen werde ich mich nicht.

In diesem Sinne,
Romana

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