Seit 3 Jahren nehme ich regelmäßig Psychopharmaka. Ich konnte erfolgreich alle Medikamente absetzen bis auf Seroxat.
Seit ca. 1/2 Jahr nehme ich nur noch 1/2 Tablette täglich. Wenn ich die jedoch weglasse, bekomme ich Angstzustände, Schweißausbrüche, Schwindelgefühle, fühle mich benommen.
Ich habe diesen Zustand auch schon mal 2 Wochen ausgehalten, aber als das dann nicht besser wurde, wieder angefangen. Die Ärzte wissen keinen Rat, tun das Problem mit einem „Das gibt es nicht“ ab.
Auch die Herstellerfirma äußert sich nicht konkret.
Nun möchte ich jedoch schwanger werden und undbedingt tablettenfrei werden.
Weiß jemand Rat?
Ich danke im voraus.
Sonja
Liebe Sonja,
leider bin ich keine Ärztin und kenne das Medikament nicht, ich hoffe, daß ein Mediziner Dein Posting liest und Dir mehr helfen kann.
Bei den Symptomen, die Du schilderst, und weil Du dieses Medikament schon seit längerem nimmst, will ich Dir raten, es keinesfalls ohne medizinische Hilfe abzusetzen! Medikamente wie diese müssen professionell von einem Arzt ausgeschlichen werden.
Wenn Dein Arzt sagt, deine Symptome gäbe es nicht und da könne man nichts machen, dann ist er ein schlechter Arzt. Begib Dich auf die Suche nach einem neuen. Wenn Du ihm erzählst, daß Du schwanger werden willst und bis dahin weg sein willst von den Medikamenten, sollte er erigentlich alles tun, um Dir zu helfen.
Viel Erfolg wünscht
Nike
Leider fehlt mir der Hintergrund in Pharmakologie und deswegen kann ich nur hoffen, daß sich hier noch jemand mit Fachkompetenz meldet (hatten wir nicht mal einen echten Psychiater in diesem Brett?).
Die Ärzte wissen keinen Rat, tun das
Problem mit einem „Das gibt es nicht“ ab.
Auch die Herstellerfirma äußert sich
nicht konkret.
Die Ratlosigkeit Deiner Ärzte bezieht sich auf die Symptomatik beim Absetzen? Scheint auch nicht gerade typisch für Paroxetin zu sein. Allerdings wird Seroxat sowohl bei Depression als auch bei Angststörungen verschrieben, und so erscheint es mir - als Laie - nicht weiter verwunderlich, daß es beim Absetzen zu einer verstärkten Angstsymptomatik kommt. Falls Du bisher nur bei Allgemein-Medizinern in Behandlung gewesen sein solltest, würde ich zum Besuch eines Psychiaters raten. Unter Umständen wäre jetzt auch der Zeitpunkt für eine psychotherapeutische Behandlung der Angst.
Gruß
Michael
Hallo Sonja,
schau doch mal auf diser Seite nach:
http://www.surfertreff.de/psycho/
da gibts jede Menge zum Thema, und auch ein Forum in dem sich jede Menge „gleichgesinnte“ treffen, da kann Dir bestimmt jemand helfen.
viel glück
tina
Seit 3 Jahren nehme ich regelmäßig
Psychopharmaka.
Warum? Ich meine welche Diagnose liegt vor? Endogene Depression, reaktive Depression oder was? Ist ziemlich wichtig beim Absetzen.
Ich konnte erfolgreich
alle Medikamente absetzen bis auf
Seroxat.
Was waren das für welche und wer hat das Absetzen wie kontrolliert?
Seit ca. 1/2 Jahr nehme ich nur noch 1/2
Tablette täglich. Wenn ich die jedoch
weglasse, bekomme ich Angstzustände,
Schweißausbrüche, Schwindelgefühle, fühle
mich benommen.
Ich habe diesen Zustand auch schon mal 2
Wochen ausgehalten, aber als das dann
nicht besser wurde, wieder angefangen.
Die Ärzte wissen keinen Rat, tun das
Problem mit einem „Das gibt es nicht“ ab.
Welche Ärzte? Hautärzte? Tierärzte? Oder, Gott bewahre, gar Hausärzte?
Auch die Herstellerfirma äußert sich
nicht konkret.
Die wird sich hüten
Nun möchte ich jedoch schwanger werden
und und bedingt tablettenfrei werden.
Weiß jemand Rat?
Ich danke im voraus.
Liebe Sonja
Fargen über Fragen. Fragen, die dir eigentlich dein Psychiater stellen muß. Nur aufrund eines klinisch-anamnestischen Gespräches kann eine Diagnose und damit verbunden eine Therapie veranschlagt (oder abgesetzt) werden. Via Mail gehts nicht.
Aber nur soviel: Wenn jemand eine psychische Erkrankung hat muß dies mehrdimensional abgeklärt werden und mehrdimensional behandelt werden. In der Regel läuft dies auf drei Schienen: Pharmakotherapie, Psychotherapie und Soziotherapie. Fährt man nur auf einer dieser Schienen bringts nicht wirklich was, außer das gewisse, im Vordergrund stehende Symptome unterdrückt werden. Die wirkliche Ursache,- insbesondere bei Angsterkrankungen, wird verdrängt, verdeckt und vergessen. Das kann nicht Sinn der Übung sein. Such dir also einen Psychiater (keinen „normalen“ praktischen Arzt), der von seiner Kunst auch tatsächlich was versteht und weiß, daß Menschen, die zu ihm kommen Hilfe brauchen und nicht Tabletten.
Was deinen Kinderwunsch betrifft finde ich (als psych. Fachpfleger) das prinzipiell gut. Die klinische Praxis hat oft gezeigt, daß Frauen mit Angsterkrankungen auf (auch sozial) positiv verlaufende Schwangerschaften sehr gut reagieren. Nichts destotrotz solltest du vorher, während dieser und auch noch danach psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.
Anders wirst du weder von den Tabletten noch von deinen Angstzuständen loskommen.
Auf alle Fälle wünsche ich dir viel Glück
Christian
Liebe Sonja,
als ich Michaels und Christians Antworten las, fiel mir noch etwas ein.
Eine Therapie gegen Deine Ängste mit dem Absetzen der Medikamente zu koppeln, halte ich für eine gute Idee. Und für wichtig.
Denn: Du willst jetzt ein Kind bekommen. Das ist natürlich wundervoll. Aber ich denke, Du bist es Euch beiden schuldig, daß Du das, was zu Deinen Ängsten führte, bekämpfst. Dann werdet Ihr sicherlich (noch) glücklicher zusammen.
Ja, das nur als Ergänzung.
Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Absetzen der Medikamente und beim Besiegen Deiner Probleme. Und viel Glück für Deine (hoffentlich bald wachsende) Familie. 
Nike
Vielen Dank für die Ratschläge. Fühlt sich gut an, wenn man ernst genommen wird. Leider ist das beim Hausarzt (gibt es nicht) und beim Psychiater (ab in die Psychiatrie) nicht so.
Ich bin auch noch in psychotherapeutischer Behandlung, der Psychologe ist ok. Er kennt sich mit der Medikation halt nicht so gut aus. Tja - und die anderen Ärzte (s.o.)
Übrigens liegt keine Angsterkrankung zugrunde, sondern Depressionen und Suizidalität. Es gibt deshalb auch immer wieder Personen (Ärzte sowie Bekannte), die mir aus diesem Grund von einer erneuten Schwangerschaft abraten (ich habe bereits einen 8jährigen Sohn). Aber im Grunde genommen bin ich ja selbst dafür verantwortlich. Ich werde jetzt wohl in erster Linie auf mich selbst bauen.
Vielen Dank für die Antworten, aus denen ich ersehen konnte, daß sich der/die Betreffende durchaus seine Gedanken gemacht hat. Wer noch was weiß …
Sonja
Hi Sonja,
Deine angedeutete Reaktion von Arzt und Psychiater läßt mich Dir nochmal außerhalb der E-Mail schreiben. Ich empfehle Dir darüber nachzudenken einen ganz anderen, ganzheitlichen, Behandlungsweg einzuschlagen.
Offenbar kam in den Postings hier ja raus, daß eine Therapie angesagt ist. Und wieso dann nicht gleich etwas, daß Körper, Geist und Seele in die Behandlung miteinbezieht.
Wenn Du über das Gespräch alleine nicht an die Punkte herankommst, die Du gerne verändern möchtest, dann kann ich einfach nur Homöopathie empfehlen.
Schulmediziner denken da einfach ganz anders. Nichts gegen die Schulmedizin, doch es ist Dein Wunsch ein Baby zu bekommen und dazu sollte Dir auch verholfen werden. Und anscheinend kommst Du mit der Schulmedizin so nicht weiter.
Ich für meinen Teil würde erst versuchen alles Möglich auszuprobieren bevor ich Psychopharmaka schlucken würde. Doch alles ist eine Glaubens- und Einstellungssache.
Dein Fazit stimmt: höre auf Dich selbst, Du kannst Dir ja Feedback bei Dir lieben Menschen immer wieder einholen bzw. Dein Partner wird ja auch merken, wenn es Dir z.B. schlechter gehen sollte. Oder? Und er wird Dich sicherlich auch unterstützen.
Alles Gute,
Romana
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Liebe Sonja,
konnte es denn Dein Sohn bislang nicht schaffen, Dich aus den Depressionen zu „holen“? Kinder sind doch eigentlich so frisch und fröhlich! Wenn er das „einfach so“ schafft, warum dann nicht ein 2.Kind?
G.B.
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