Alk-probleme

hallo w-w-w-gemeinde!
nun, wie geht ihr um mit den „alk-problemen“
eurer lieben? …mir ist einfach nur nach
„zum davonlaufen“ zu mute. gehen zu den selbsthilfegruppen der „anonymen“ auch die angehörigen hin? wer sonst könnte die probleme, wenn man mit alkoholikern lebt, nur annähernd verstehen?
annablume

ich würde wegrennen!!!
es gibt die al anon, das sind die angehörigen von den anonymen … schau mal im branchenbuch nach …
alles gute!

ich würde wegrennen!!!
es gibt die al anon, das sind die
angehörigen von den anonymen … schau
mal im branchenbuch nach …
alles gute!

Du kannst auch bei den AA selbst anrufen, die nennen Dir bestimmt Einrichtungen für Co-Abhängige.

Den ersten Schritt zur Veränderung hast Du ja bereits getan. :smile:

Ciao,
Romana

Al-Anon
Hi Anna,

nicht jeder, der ab und an mal zu viel trinkt ist Alkoholiker. Wenn jemand in Deinem Umkreis aber tatsächlich Alkoholiker ist, dann handelt es sich um ein schwerwiegendes Problem, das sich jedoch nicht nur auf den Alki begrenzt. Die ganze Familie und Freundeskreis ist davon betroffen.

Jemand hat gesagt, davon laufen. Dieser Tip ist zwar sehr pauschal und undifferenziert, trifft es aber schon recht gut - vorausgesetzt der Alkoholiker ist naß und tut nichts dagegen. Da Du aber die AA erwähnst, gehe ich davon aus, daß Dein Mann oder wer auch immer der Betroffene sein mag, bereits an seiner Sucht etwas tut. Und dann muß die Sucht nicht unbedingt zum Ende der Beziehung führen. Erfahrungsgemäß haben Leute, die sich auf das Programm der AA einlassen, eine sehr gute Chance, dauerhaft abstinent/„trocken“ leben zu können. Ein Freund von mir, der in AA seit vielen Jahren trocken ist, sagt immer „Ich habe noch nie jemanden scheitern sehen, der nur lange genug immer wieder gekommen ist“.

Aber wie schon erwähnt ist Alkoholismus nicht nur auf den Süchtigen begrenzt sondern eine Familien-Krankheit. Das Wort Co-Abhängigkeit ist bereits gefallen, das ist der Fachbegriff dafür. Tatsächlich verhält es sich so, daß auch der Angehörige „erkrankt“ ist. Nur daß er nicht selbst säuft, sondern sich vom Hilfebedürftigen Kranken (=Alki) abhängig macht, mehr und mehr die Fähigkeit verliert, für sich selbst zu sorgen, auf eigene Bedürfnisse zu achten, Grenzen zu setzen - und damit mithilft, die Krankheit des Süchtigen aufrecht zu erhalten. Und auch dagegen ist ein „Kraut gewachsen“, die Angehörigen-Gruppen, sprich Al-Anon und Al-Ateen (für die Kinder).

Du findest Infos und Meetingsdaten unter http://al-anon-alateen.org/de/index.htm.

Greetings, Nena

Nachtrag
Hi Anna,

Ich habe gerade noch mal Dein Posting gelesen und dabei ist mir aufgefallen, daß es eigentlcih gar nichts darüber aussagt, daß Dein Angehöriger zu AA geht. Sorry. Eine Brille würde manchmal Wunder helfen :wink:

Nun ja. Für den Fall doch noch ein paar Anmerkungen.

Wenn Dein Mann/Angehöriger noch trinkt und auch nicht ernsthaft zu einer Veränderung bereit ist, dann ist es am besten für Euch beide , wenn Du Deinem Impuls, davon zu laufen, tatsächlich folgst. Denn das Leben mit einem „nassen“ Alkoholiker ist die Hölle - und es wird voraussichtlich auch so bleiben, bzw. immer schlimmer werden. Solange alles wunderbar funktioniert und kein echter Leidensdruck beim Süchtigen vorhanden ist, so lange wird er nichts verändern. Erst wenn die Scheiße (sorry) um ihn rum so schlimm geworden ist, daß er es nicht mehr aushalten kann, dann wird er bereit, alles zu tun, was notwendig ist, damit es aufhört. Früher nicht.

Angehörige neigen dazu, zu denken, daß alles wunderbar wäre, wenn der Angehörige nur nicht saufen würde. Dem ist aber nicht so. Wenn alles in Ordnung wäre, würde er nicht saufen. Das ist kein Vorwurf gegen Dich oder irgend jemanden sonst, aber ich will Dir damit sagen, daß Du nicht ihn oder die Verhältnisse ändern kannst (Du kannst ihn nicht zwingen zu AA zu gehen, wenn er es nicht freiwillig tut, dann bringts ihm auch nichts!), sondern nur Dich selbst.

Wenn Du Dich aber änderst, dann kommt das bisherige „Gleichgewicht“ ins Schwanken. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Eure Ehe/Freundschaft/Gemeinschaft geht kaputt oder er fängt an, sich auch zu verändern. In ersterem Fall geht es zumindest Dir besser, im zweiterem Euch beide. Und in dem Fall hat Eure Beziehung die Chance, besser und schöner zu werden, als sie es jemals war.

Viel Glück Euch beiden.
Nena

Hallo Annablume,

im Großen und Ganze stimme ich Nena zu, bin allerdings ebenso nüchtern zu sagen, daß es nicht unbedingt mit Euch viel schöner, besser… werden muß, doch es klärt die Situation. Das bedeutet im Extremfall auch, die Trennung für immer vom Parnter. Du hast keine näheren Angaben zum Alkoholiker selbst gemacht. Gessteht er sich seine Sucht überhaupt ein, ist er in einer AA-Gruppe? Falls er sich nicht mal seine Sucht bislang eingestanden hat, gilt es mal eine Familienkonferenz einzuberufen, alle Familienmitglieder sitzen zusammen und konfrontieren den Alkoholiker mit seiner Sucht, die zumeist geleugnet oder wenigstens runtergespielt wird. Es wäre dann angesagt, ihm / ihr zu sagen, daß Ihr es bemerkt, bei welcher Gelgenheit ihr es bemerkt und was das mit Euch macht. Sprecht über Eure Gefühle und Eure Gedanken, allerdings ohne Vorwurfshaltung. Bleibt bei Euch. Vielleicht wollt Ihr das zusammen vorab üben, eventuell auch bei einer Therapeutin, bei einer Beratungsstelle oder mit einer neutralen Person, die Eure Familie gut kennt.

Nach was sucht dieser Süchtige?

Alles Gute,
Romana

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Hi Ihr beiden :wink:

im Großen und Ganze stimme ich Nena zu,
bin allerdings ebenso nüchtern zu sagen,
daß es nicht unbedingt mit Euch viel
schöner, besser… werden muß, doch es
klärt die Situation. Das bedeutet im
Extremfall auch, die Trennung für immer
vom Parnter.

Stimmt. Das mit dem schöner und besser werden muß nicht passieren, kann aber. Und zwar wenn beide an sich arbeiten und sich verändern. Wobei diese Veränderung ein zueinander hin und auch ein von einander weg sein kann.

ein, ist er in einer AA-Gruppe? Falls er
sich nicht mal seine Sucht bislang
eingestanden hat, gilt es mal eine
Familienkonferenz einzuberufen, alle
Familienmitglieder sitzen zusammen und
konfrontieren den Alkoholiker mit seiner
Sucht, die zumeist geleugnet oder
wenigstens runtergespielt wird.

Konfrontation ist sicher notwendig. Aber seid Euch darüber im Klaren, daß der Alkoholiker, der sich selbst seine Sucht noch nicht eingestanden hat, zuweilen ganz schön massiv reagieren kann. Entweder mit Aggression oder mit Rückzug. Oder beidem. Ich habe es schon mal erlebt bei einem Menschen, von dem ich denke, daß er ein Alk-Problem hat und den ich darauf hin ansprach. Er ist sehr wütend geworden und hat mich verbal angegriffen, daß mir die Luft weg geblieben ist.

Ich möchte Euch damit den Mut nicht nehmen, das Notwendige zu tun, aber bereitet Euch innerlich darauf vor. Und auch darauf, daß er innerlich zusammenklappt, wenn er die Wahrheit über sich erkennt. Die Erkenntnis, süchtig zu sein und sein Leben ohne fremde Hilfe nicht mehr in den Griff kriegen zu können, die kann einem ganz schön an die Substanz gehen. Vor allem bei Menschen, die ohnehin wenig Selbstwertgefühl haben und dies überdecken, in dem sie nach Außen die „Starken“ und „Unfehlbaren“ spielen.

greetings, Nena

du gehst allerdings die ganze zeit davon aus, dass es sich um ihren lebenspartner handelt. das weisst du doch gar nicht!

ich war 4 jahre mit jemandem zusammen, der ein heftiges alkoholproblem hatte, aber das hab ich erst viel später begriffen! … wenn ich das schon während der beziehung realisiert hätte, wäre ich gelaufen!!! ich hasse diese ex-beziehung und IHN noch heute, viele jahre danach.

hallo!

danke für eure meinungen und ratschläge,
irgendwie steckt in jedem posting ein fünkchen wahrheit! ihr erwatet wohl doch keine ausführliche stellungnahme von mir, oder?!
nur so viel: es handelt sich um einen mann -ja- und zum glück nicht um meinen!
sucht auf suchen zurückzuführen ist sicher nicht ganz abwägig, aber ich glaube es ist so umstritten wie „beruf-berufung“.
nun zu „ihm“.
nein, er gesteht sich seine sucht nicht ein,
obwohl er das klassische versteckspiel eines
spiegeltrinkers abgelegt hat. wird er auf seine sucht angesprochen, so erwidert er, daß er ganz einfach krank sei…und noch schönere „ausreden“.
mit dem diskutieren sieht es auch nicht so rosig aus! der rest der betroffenen hat es aufgegeben und mein letzter versuch endete damit, daß er mich darauf aufmerksam gemacht hat, daß ich mich in seinem haus befinde und
wenn ich schon solche flausen im kopf habe, doch besser auf der uni bleiben sollte…
im übrigen durchlebt er bereits die hölle und ich bin schon froh, wenn er tagsüber
mal aufsteht und der körperhygiene nachkommt.
wenn ich ehrlich bin, dann geht es mir eigentlich mehr um uns „mitbetroffenen“! und
irgenwie erleichtert mich schon der gedanke,
daß es eine eigene beratung für die involvierten gibt!
annablume

liebe anna,
da es sich (zum glück) um einen angehörigen oder so zu handeln scheint, kannst und mußt du also gar nicht weglaufen. versuch das auf jeden fall mit den al-anon, die gibt es ja nicht umsonst! … ich wünsch dir (euch) alles gute

hallo anna

die bezeichnung eines beantworters deines briefes: nur angehöriger!!
ist keines falls angemessen. der angehörige leidet massiv. der abhängige säuft sich seinen frust oder was auch immer, weg.
der angehörige dagegen ist manchmal kurz vor dem selbstmord, weil er es nicht mehr aushält.

man muß sich einfach entscheiden: will man so weiterleben, oder will man was ändern. man kann nur für sich etwas ändern. der betroffene muß es selbst auch tun.
ich kann nur jedem angehörigen raten zu selbsthilfegruppen zu gehen. die gibt es für angehörige inzwischen genauso, wie für abhängige. im internet findet man unter sucht auchso einiges.
ich selbst habe lange gebraucht, diesen schritt zu gehen, heute, nach 14 jahren abstinenz meines partners, bin ich froh,das ich es geschafft habe.
ich drück dir die daumen
elke

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