Zusätzlich zu dem, was Malte schrieb: Es ist eher so, daß man
von zu wenig Sauerstoff high werden kann. Davon berichten z.B.
Bergsteiger, die ohne Sauerstoffgerät auf sehr hohe Berge
steigen. Bei zu wenig Sauerstoff sollen sogenannte Endorphine,
"Glückshormone", die chemisch mit Opiaten verwandt sind,
vermehrt ausgeschüttet werden.
Einige quantitative Angaben zur Sauerstoff und seiner Giftigkeit:
Die atmosphärische Luft enthält unter normalen Bedingungen 21 Vol.% Sauerstoff. Diesem Volumenanteil entspricht ein Partialdruck von 213 mbar. Der Organismus kann sich an erhöhten oder erniedrigten Sauerstoffpartialdruck nur in begrenztem Umfang anpassen. Sinkt der Sauerstoffpartialdruck ab, so tritt Sauerstoffmangel (Hypoxie) ein. Wird der Sauerstoffpartialdruck erhöht, so wirkt der Sauerstoff ab etwa 0,5 bar als Gift mit Zeit- und Konzentrationswirkung. Sauerstoff darf also unter erhöhtem Partialdruck nur innerhalb bestimmter Grenzbereiche geatmet werden. Werden die Grenzbereiche überschritten, treten Zell- Stoffwechselstörungen ein, die zu schwersten Krankheitsbildern und zum Tode führen können. Eine langsame Verminderung der normalen Sauerstoffspannung kann durch Anpassungsreaktionen bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen werden . Durch Vertiefung und Beschleunigung der Atmung, durch Zunahme des Hämoglobingehalts der roten Blutkörperchen, durch Vermehrung der Blutkörperchenzahl und der Gesamtblutmenge erfolgt eine Anpassung an erniedrigte
O2-Partialdruck. Derartige Vorgänge spielen sich dann ab, wenn sich beispielsweise Menschen bei langdauernden Hochgebirgsexpeditionen allmählich, über Tage und Wochen, an den Aufenthalt in immer größeren Höhen gewöhnen. In etwa 5500 m Höhe liegt die Anpassungsgrenze für menschlichen Daueraufenthalt.
Wird der O2-Partialdruck rasch erniedrigt, z. B. bei Höhenflügen, bei Ballonfahrten oder bei Aufstiegen mit Seilbahnen, stellt sich mit großer individueller Schwankungsbreite in Höhen ab 3000 m die sogenannte Höhenkrankheit ein. Die Symptome der Höhenkrankheit, anfangs ein Gefühl großen Wohlbefindens (Euphorie), Konzentrations- und Koordinationsstörungen, später Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bewußtlosigkeit und Krampfanfälle, sprechen dafür, daß die gegen Sauerstoffmangel besonders empfindlich en Zellen des Gehirns am stärksten betroffen werden
Unter einem Partialdruck von 0,5 bar kann Sauerstoff unbegrenzt lange ohne Schäden geatmet werden.
Wird der Partialdruck des Sauerstoffs auf 0,8 bar erhöht, kann man 42 h ohne schädliche Folgen atmen. Das Atmen reinen Sauerstoffs unter normalen atmosphärischen Druck wird 24 h schadlos ertragen. Wird unter diesen Bedingungen reiner Sauerstoff länger als 24 h geatmet, treten Hustenreiz, Schmerzen hinter dem Brustbein und Atemnot auf. Nach 40 h reiner Sauerstoffatmung bei 1 bar kommt es zur Bronchitis, zur Lungenentzündung und zum Lungenödem (Flüssigkeitsansammlung in den Lungenbläschen). Das Krankheitsbild kann lebensbedrohliche Formen annehmen.
Gruss
Armin