Soziale Phobie

hi daniel!

ich hab eine freundin, mit der ist das so ähnlich. sie ist auch total zurückhaltend und schüchtern, kein bisschen spontan (ich bin auch kein draufgänger, aber ihr gegenüber fühl ich mich irgendwie fast als rebell!). meiner meinung nach wäre es gut für dich, wenn du eine absolute vertrauensperson hättest, der du alles erzählen kannst, sozusagen dein rückrat. dann such dir doch mal jemanden, der etwas aktiver ist, und derjenige soll dich dann mal bewusst etwas mehr ins leben hineinschubsen, z.b. bei plauderrunden öfters mal das wort an dich richten. oder bleib erstmal außen vor, überleg dir was du sagen bzw. tun willst, und dann atme gründlich durch und tus.
hoffe es klappt!
liebe grüße
yv

Hallo Daniel,

ich habe hier im Forum ja erst vor kurzem aufgrund mangelnden Selbstvertrauens um Rat gefragt, allerdings ist es bei mir bei weitem nicht so stark ausgeprägt wie bei Dir. Dennoch glaube ich, Deine Situation zum Teil gut nachvollziehen zu können, da es mir noch vor 5-6 Jahren selbst ähnlich ging (zwar auch nicht konkret so, aber es gibt bestimmte Parallelen).

Damals habe ich viel über meine Situation nachgedacht und auch versucht, mein Verhalten von außen zu beurteilen, es also aus der Sicht meiner Gesprächspartner zu sehen. Dabei wurde mir klar, warum ich uninteressant oder teilweise sogar etwas unsympathisch auf sie wirkte.
Meine nächste Frage an mich selbst war, wovor ich denn dabei eigentlich Angst habe. Dazu fallen einem zuerst einmal recht oberflächliche Antworten ein, die allerdings Anhaltspunkte sein können, um die Spur weiterzuverfolgen. Hast Du Angst davor, ausgelacht zu werden? Etwas „Falsches“ zu sagen? Oder wovor hast Du ganz konkret Angst? Versuche, das herauszufinden.
Ist diese Frage erst einmal hinreichend überlegt, könntest Du Dir jeden einzelnen Grund für Deine Angst genauer ansehen. Du wirst merken, dass diese Gründe ineinander übergehen und in dieser Zeit fällt Dir vielleicht irgendein konkretes Erlebnis ein, dass Dir damals ganz viel Angst in einer Gesprächssituation eingejagt hat und seitdem Du Angst hast. Denn ich nehme an, Du warst nicht schon im Kindergarten so ängstlich, was Kontakt zu anderen angeht, oder? Überleg mal - wann hat es angefangen und was war der Auslöser? Hast Du diesen erst einmal identifiziert, verstehst Du Dein eigenes Verhalten viel besser und hörst auf, Dir evtl. selbst Vorwürfe zu machen, Dich in einer bestimmten Situation ängstlich verhalten zu haben. Außerdem wird Dir klar, dass diese Angst in der gegenwärtigen Situation völlig unangebracht ist. Hast Du den „Feind“ erst einmal identifiziert, wird es einfacher, ihn zu „bekämpfen“.

Parallel zur Strategie der Ursachensuche und „Feindidentifizierung“ ist es aber auch wichtig, dass Du Dich dafür nicht noch mehr zurückziehst, sondern Dich selbst dazu ermunterst, aktiv zu werden, Dich in Gespräche einzubringen etc. Ich weiß, das klingt jetzt supereinfach, wenn ich Dir sage - Du musst über Deinen eigenen Schatten springen. Das ist in der Praxis alles andere als einfach. Mir hat es damals geholfen, mich in irgendein sich unterhaltendes Grüppchen einzuklinken, dann zu überlegen, ob ich selbst bereits Erfahrungen gemacht habe mit dem diskutierten Thema oder eine eigene Meinung dazu habe. Dann, wusste ich erstmal, was ich überhaupt in dieser Situation sagen KÖNNTE, kam der schwierigste Teil - es auch tatsächlich zu sagen. Um mich selbst dazu zu bringen, stellte ich mir - ganz ernsthaft - die Frage: Werden mich diese Leute hier umbringen, sobald ich es gesagt habe? Werden die mich zusammenschlagen? Wird es mir in irgendeiner Weise weh tun? Oder was wird denn jetzt Schreckliches passieren, wenn ich etwas sage? Wurde mir erstmal klar, dass eben rein gar nichts passieren wird, gab ich mir einen Ruck und entschloss mich doch noch dazu, die eben vorbereitete Phrase ins Gespräch einzuwerfen. Das kostete mich zwar auch noch eine ganze Menge Überwindung und ich traute es mich auch nicht immer - aber hey, mit jedem Mal wurde es einfacher! Und es war jedes Mal ein richtiges Erfolgserlebnis, das mich ermutigte, es beim nächsten Mal wieder zu versuchen. Ich klopfte mir innerlich auf die Schulter und fühlte mich so richtig mutig. :wink:
Nachdem ich diese Strategie konsequent eine Weile lang dazu gezwungen hatte, mich ins Gespräch einzubringen, ging dies irgendwann fast schon automatisch und - oh Wunder! - ich konnte mich schon unterhalten, ohne vorher solch eine lange Gedankenkette zu durchleben.

Ich weiß nicht, ob Dir diese Strategie hilft, bei mir hat es jedenfalls auf diese Weise bis zu einem gewissen Grad (siehe meinen Thread) geklappt. Wenn Du weitere Fragen dazu hast, kannst Du Dich gern auch per Email an mich wenden.

Was mir übrigens noch aufgefallen ist - ein Psychologe, der Dich nicht ernst nimmt, auf dessen Urteil würde ich mich auch nicht verlassen. Wenn Du der Meinung bist, ärztliche Hilfe zu benötigen (und das liest sich bei Deinem Posting schon danach), dann gib nicht auf und suche weiter nach einem Arzt, der Dich für voll nimmt und dem Du außerdem (auch nicht ganz unwichtig!) vertrauen kannst.

Ansonsten kann ich noch sagen - verliere nie den Mut daran, dass sich etwas ändern wird. Verlass Dich aber auch nicht allein auf irgendwelche Behandlungsmethoden, sondern sei Dir dessen bewusst, dass letztendlich eine Verhaltensänderung nur von Dir selbst ausgehen kann, diese Hürde wird Dir auch kein Arzt nehmen können. Das heißt - DU kannst auf jeden Fall etwas ändern, u.U. mit ärztlicher Hilfe. Du musst nur fest daran glauben, dass Du es kannst und es Dir selbst zutrauen.

Auf jeden Fall wünsche ich Dir noch viel Glück dabei, Deine Unsicherheit zu bekämpfen!

Viele Grüße,
Anja

Hallo Daniel.

Bei mir war das nicht so ausgeprägt und ich hatte in diesem Alter auch eine enge Freundin, mit der ich reden konnte. Aber ich kann mir das Gefühl ganz gut vorstellen.
Wenn es so extrem ist, wie du beschreibst, ist es vielleicht wirklich am sinnvollsten, eine Gruppentherapie zu suchen. Dort lernst du nicht nur, über dein Problem zu reden, sondern du lernst auch, mit einer Gruppe umzugehen.
Ich weiß nicht, wie du deine Freizeit verbringst, aber vielleicht sind auch Vereine (Sport, Chor, Schach o.ä.) hilfreich, etwas freier zu werden.
Dass du über eine Änderung nachdenkst, ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

Gruß
T

Hallo Daniel,

zum Thema „Soziale Kompetenzen“ habe ich in meinem Posting --> [FAQ:1079] eine Menge gesagt, das ich deshalb nicht wiederholen möchte. Kürzlich hatten wir das Thema auch, als Anja fragte, wie sie ihr Selbstvertrauen steigern könne (http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…). Dennoch ein paar wichtige Dinge, die einige Aussagen, die Du gemacht hast, in ein anderes Licht rücken werden:

Bei Sozialer Phobie muß man zwei Dinge unterscheiden:

  1. die soziale Angst,
  2. die defizitären sozialen Kompetenzen.

Die Therapie der Sozialen Phobie kann nicht erfolgreich sein, wenn sie nur beim 2. Aspekt ansetzt. Daher könnten die Meinungen der Leute herrühren, die Dir sagten, daß eine „Gruppentherapie nichts bringe“, womit dann ein Training Sozialer Kompetenzen allein gemeint sein wird. Man muß wissen, daß bei Sozialer Phobie eine kombinierte Therapie mit kognitiven und klassisch-verhaltenstherapeutischen Elementen angezeigt ist, eben eine moderne Therapie, in der mehrere Komponenten zum Tragen kommen.

Günstig ist es, wenn in einer solchen Therapie die irrationalen Überzeugungen und sogenannten Denkfehler angegangen werden. Dazu gehören solche Denkweisen wie „Ich muß von jeder wichtigen Person geliebt oder gelobt werden“ oder „Mein Wert im allgemeinen und meine Selbstannahme hängen von der Güte meiner Leistungen und davon ab, wie sehr andere mich schätzen.“ Besonders die kognitiven Therapien von Beck und Ellis haben sich darauf spezialisiert, zusammen mit dem Betroffenen ihre Denkweisen regelrecht und systematisch zu untersuchen, welche irrational sind und einer Sichtweise der Angst entsprechen.

Allein reicht die Analyse irrationaler Denkweisen aber wiederum nicht aus, denn soziale Angst hat in den meisten Fällen etwas mit defizitären sozialen Kompetenzen zu tun. Das kann man sich leicht plausibel machen, wenn man überlegt, daß

a) die Angst wegen der mangelnden Kompetenzen besteht oder
b) aufgrund der Angst der Kontakt zu anderen Menschen zurückgeht und daher die Kompetenzen brachliegen und „man einrostet“.

Daher ist es sinnvoll, die kognitiven Komponenten mit einem Training Sozialer Kompetenzen zu verknüpfen, v.a. derart, daß im ersten Schritt die irrationalen Denkweisen analysiert und verändert werden und schließlich ein TSK dazu kommt.

Dann noch etwas sehr wichtiges: Soziale Phobie tritt häufig in Kombination mit Depression auf. Gerade bei Dir scheint es so zu sein, als seist Du von beiden Problematiken betroffen. Denn Du schreibst:

Weitere Symptome dich ich meiner „sozialen Phobie“ zuordne:
chronische Müdigkeit (vorallem in der Arbeit), Depressionen,
Konzentration fällt mir ziemlich schwer, verminderte
Auffassungsgabe, weitere psychosomatische Symptome usw.

Das sind eindeutig depressive Symptome und keine Symptome einer Sozialen Phobie, so daß abzuklären ist, welche Zusammenhänge bei Dir konkret vorliegen.

Ob Deine Schwierigkeiten so schwer sind, als daß Depression oder Soziale Phobie oder beides diagnostiziert werden müsse, weiß ich nicht. Das kann nur eine ausführliche psychiatrische oder psychologische Untersuchung zeigen. Ich kann Dir nur dringendst empfehlen, einen Psychiater aufzusuchen (nach Überweisung vom Hausarzt) und explizit und nachdrücklich auf Deine depressive Stimmung und Deine sozialen Ängste hinzuweisen. Ich vermute, daß es nicht leicht für Dich sein wird, weil Du Dich dann wieder aufraffen mußt und die Gefahr eines erneuten Mißerfolges fürchtest. Wenn Du zu Hause bleibst, tut sich aber gar nichts, sondern es wird tendenziell immer schlimmer bzw. schwieriger, aus dem Loch herauszukommen, in dem Du momentan steckst.

Ich wünsche Dir Kraft für den weiteren Weg.

Dipl. Psych. Oliver Walter

Hallo.
Ich hatte meine Antwort, dass ich das Problem kenne und das mir einfach der Gedanke: ‚Warum sollte ich scheisse sein‘ und die nicht wirklich haltbaren Gründe die sich aus der Frage ergaben, geholfen hat gelöscht, aus Gründen die mir in diesem Forum nahegelegt wurden. Diese sollten wohl etwas mit der Komplexität der zu Grunde liegenden Strukturen und der Unmöglichkeit einfacher Lösungen zu tun haben. Kurz ich hab mich jetzt im nachhinein geärgert, dass ichs gelöscht habe, weil es definitiv so ist, dass ich über diesen Weg mein Selbstbewußtsein gestärkt habe, bzw. die Selbstbewußtsein einschränkenden Strukturen in mir durchbrochen habe. Ich persönlich sehe es so, dass die soziale Kompetenz auch eine Ganze Menge mit dem Selbstbild zu tun hat. Wenn ich mich ausgegrenzt fühle, werde ich eher zu aggressiven und unsozialen Mitteln greifen und anders beleuchtet, wenn ich mich nichtig oder als nicht kompetent genug fühle, blockiere ich mich selbst. Den letzten Punkt zumindest habe ich komplett selbst in der Hand und somit kann mein Gedanke auch hilfreich sein. Zudem kommt hinzu, dass ein gewichtiges Regelwerk das andere Leute zur Ausgrenzung benutzen könnten erstmal kaum existiert und wenn doch, dies nichtige Werte sind, die mehr negatives über die Leute aussagen die sie haben als über einen selbst. In diesem Fall sollte man sich überlegen ob man den Kontakt mit diesen ‚Zwergen‘ wirklich braucht (meine Meinung) und sich seines Selbst bewußt werden und auch ein wenig mehr Respekt vor sich Selbst errichten. Aber diese Abgrenzung ist wirklich nur in Ausnahmen notwendig, was einem da entgegen tritt ist meißt nur Unsicherheit die durch Aufgemotztes überkompensiert wird. Die Normalen haben diese Problem im Allgemeinen nicht und auch ein frisch aufgemachtes Selbst wird da nur als normaler Kommunikationspartner gewertet, man hört zu und wird dich akzeptieren wie du bist.

Grüße
Stefan

Hallo Daniel,

danke erst einmal für das nette Feedback. :smile: Viele der Fragen, die Du mir stellst, erfordern vor einer Beantwortung eine diagnostische Untersuchung, in der Informationen zusammengetragen werden müssen, auf deren Grundlage eine sinnvolle Empfehlung gegeben kann. So etwas kostet Zeit. Weil wir beide nicht zusammen im Detail besprechen können, was bei Dir los ist, kann ich Dir nicht sagen, welche Maßnahmen aus meiner Sicht ganz konkret für Dich empfehlenswert sind.

Ich will aber trotzdem versuchen, Dir ein paar Deiner Fragen auf allgemeiner Ebene zu beantworten.

Sollte ich zuerst eine kombinierte Therapie mit kognitiven und
verhaltenstherapeutischen Elementen machen und danach ein TSK oder
sogar beides parallel?

Die Trainings Sozialer Kompetenzen oder Selbstsicherheitstrainings stellen ein Verfahren innerhalb der kognitiven Verhaltenstherapie dar. Die kognitive Verhaltenstherapie darfst Du Dir nicht als etwas vorstellen, das man nur im ganzen Stück benutzen kann, sondern als Oberbegriff für eine ganze Reihe von Einzelverfahren, von denen man je nach Bedarf des Patienten verschiedene auswählen kann. Bei Sozialen Phobien werden TSKs in der Regel kombiniert mit anderen Therapieelementen (z.B. kognitiven, aber auch anderen klassisch-verhaltenstherapeutischen) angewendet.

Habe heut mal in den Gelben Seiten nachgeschaut, es gibt
Psychologen, Psychiater, Verhaltenstherapeuten,
Psychotherapeuten… wie finde ich denn den richtigen der für mich
geeignet ist?

Das ist die schwierigste aller Fragen. Es gibt kein Patentrezept. Ich würde sagen: Wenn Du Vertrauen zu einem Psychotherapeuten gewonnen hast und das, was ihr zusammen in der Therapie macht, in Dir die Überzeugung wachsen läßt, daß Du auf dem richtigen Weg bist, daß Du wirklich Fortschritte gemessen an realen (nicht nur gefühlte) Ergebnissen machst, dann hast Du einen guten Therapeuten gefunden. Für den Erfolg spielen nicht nur die Verfahren, die ihr anwendet, eine Rolle, sondern auch die Person des Therapeuten.

Als ersten Schritt würde ich persönlich einen Besuch bei einem Psychiater (ich glaube, daß eine Überweisung von einem Allgemeinmediziner notwendig ist, weiß das aber nicht genau) oder in der Ambulanz einer psychiatrischen Klinik in Erwägung ziehen. Dabei würde ich dann dem Arzt sagen, nachdem Du Deine Probleme und Schwierigkeiten geschildert hast, daß Du über eine Psychotherapie nachdenkst und ob er Tipps hat, an wen Du Dich wenden solltest. Bei den Menschen, die ich kenne, hat es so jedenfalls funktioniert.

Werden TSK auch von Psychologen/Psychiatern gemacht

Ja. Ich habe selbst ca. ein halbes Jahr lang solche Trainingssitzungen geleitet.

genau das trifft auch mich zu, ich fühle mich irgendwo so, als
würde ich alle Kompetenzen (wobei man sagen muss dass ich schon
immer schüchtern war), die ich mit der Zeit „erlernt“ habe
plötzlich wieder vergessen habe bzw. ich mich
irgendwie „zurückentwickle“. Das macht mir ziemlich Angst…

Und Du hast eine gute Beschreibung gegeben. Solch differenzierte Beobachtungen solltest Du auch beschreiben, wenn Du Dich mit einem Arzt oder einem Psycho/Verhaltenstherapeuten unterhältst.

Ja, wie es scheint bin ich wirklich von beiden Problematiken
betroffen, das macht die Sache natürlich nicht gerade leichter ;-((

Vermutlich. Eine gut durchgeführte Untersuchung wird Aufschluß darüber geben, inwieweit depressive und sozialängstliche Probleme zusammenhängen und wie schwer Deine Probleme sind. Vielleicht ist es gar nicht so schlimm.

Wie hoch sind die Chancen eine soz.Phobie mit Hilfe einer
Verhaltenstherapie und Training sozialer Kompetenzen
zu „beseitigen“?

Ziemlich gut. Selbstverständlich gibt es keine Garantie, aber im allgemeinen sind die Erfolgschancen gut. Der Erfolg hat natürlich viele Väter und der Mißerfolg auch: die Fähigkeiten des Therapeuten, die angewendeten Verfahren, die Schwere des Problems, die Mitarbeit des Patienten.

Was ist von Hypnose zur Behandlung der soz.Phobie zu halten?
Ich denk mal da werden nur die Symptome beseitigt aber die Ursache
der Angst bleibt weiterhin bestehen oder?

Hypnose ist ein Verfahren, bei dem Du eigentlich nichts lernst. Du lernst zumindest keine sozialen Fertigkeiten. Verhaltenstherapeutische Verfahren zielen darauf ab, daß Du aktiv neue positive Erfahrungen machst und dadurch lernst, daß Du aktiv erfolgreich handeln kannst. Eine Kritik an der Hypnose ist, daß sie das nicht tut, sondern daß dem Hypnotisierten etwas eingeredet (suggeriert) wird, z.B. daß er keine Angst hat und erfolgreich ist. Ich präferiere den Weg, erst einmal selbst aktiv erfolgreich zu sein, dann kann ich mir selbst offen sagen, daß ich aktiv erfolgreich bin, und brauche keinen, der mir das einredet.

Ich haben nun auf jeden Fall beschlossen etwas zu tun und nicht
weiterhin zu Hause rumzusitzen. Ich weiß dass es nicht leicht
werden wird, es wird mich sehr viel Mut und Kraft kosten, aber ich
versuchs!! :wink:

Das ist eine gute Entscheidung und der erste wichtige Schritt. Ich wünsche Dir Erfolg dabei.

Gruß,

Oliver Walter

Hallo!

Erstmal bin ich ja wahnsinnig begeistert von Anja´s Text.
Ich würde mich den Empfehlungen völlig anschließen, könnte
dies aber nie so gut niederschreiben, wie sie es getan hat,
Respekt und das in dem Alter…

Also Daniel, versuche es doch mal mit den Vorschlägen und
einen Arzt kannst du ja trotzdem noch zu Rate ziehen. Ich
war früher sowas von schüchtern und kriege heute manchmal
meine Klappe gar nicht mehr zu. In der Grundschule hatte ich
wahnsinnige Angst vor meinen Mitschülern und bin vor ihnen
immer weggerannt, wenn sie mal wieder mit mir spielen wollten.
Ich konnte bis zu meinem 16. Lebensjahr nicht im Beisein anderer
Menschen als meiner Family essen, was bei Geburtstagsfeiern und
Klassenfahrten zu vielen komischen Blicken und peinlichen
Situationen geführt hat. Zum Glück ist diese Zeit vorbei.
Irgendwann hat sich das Problem wohl in Luft ausgelöst…ich
bin zwar immer noch zurückhaltend und spreche sehr leise, was
wiederrum zu Problemen führt, aber ich spreche schon mal mit
Kollegen und im Gespräch mit meinen liebsten Freundinnen bin
ich, wie gesagt, kaum noch zu bremsen.

Also, wünsche ich dir viel Erfolg! Es kann vermutlich nur besser
werden und die Erkenntnis, dass du ein Problem hast, ist wohl
ein guter Schritt, aber mach dir vielleicht doch nicht zu viele
Sorgen, sondern versuch auch, zunächst mal bei Freunden, drauflos
zu reden, denn was kann schon passieren???

Ciao,

Kerstin!

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hi!

Außerdem will ich niemanden mit meinen Problemen belasten oder
nerven.

genau das sagt besagte freundin meinerseits auch immer („Wenn du jetzt nicht gesteigerten wert auf meine abwesenheit legst, würde ich dich gern noch nach hause begleiten.“) hast du auch schon mal drangedacht, dass dein gegenüber das gar nicht als belastung auffasst, sondern dir zuhört und helfen will, um dir was gutes zu tun?

Aber du hast schon recht, mit einer solchen
„Vertrauensperson“, die mich mehr ins Leben hineinschubst
würde es mir mit Sicherheit leichter fallen.

es müssen ja nicht gleich ne masse freunde sein…wie wärs denn mit eltern, (ich weiß ja nicht wie alt du bist). wo könntest du denn jemand finden, an den du dich ranhängen könntest? einfach mal so fiktiv! ich kann mir nicht vorstellen, dass du noch nie jemanden hattest zum probleme besprechen, und seiens nur mutti oder vati.
oder such dir nen andern außenseiter oder schüchternen.
gruß
yv