Klassentreffen

Von: , Frage gestellt am Mi, 28. Jan 2004

Hallo,

vorab entschuldige ich mich für ein zumindest-beinahe Dreifachposting
(in Literatur, Kino und Fernsehen, und Psychologie), dessen Verwendung ich aber im Zweifel rechtfertigen könnte! :-)

Ich habe gerade den Fernsehfilm "Klassentreffen" gesehen, und das weckte in mir alte Frage (der ich allerdings lange nicht nicht nachgegeben habe) nach der wirklichen Befindlichkeit der Teilnehmer an solchen Veranstaltungen.

Ich suche Berichte (auch spontane) von Menschen, die an Klassentreffen teilgenommen haben. Unter Umständen würden mir auch ganz spontane Äußerungen zum Thema sehr weiterhelfen. Und es muss auch nicht jeder selbst hier zum Thema posten, aber es wäre nett, wenn er seine (oder sie ihre) Einschätzungen zum Thema mir mitteilen könnte. Ich bin an Einschätzungen von allen Seiten interessiert. Wer das nicht posten möchte: Emails behandele ich sehr diskret.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

16 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 10 Stunden 1 hilfreich
    Re: Klassentreffen

    Hallo -

    wir hatten unser erstes Klassentreffen nach dem Abi nach 25 Jahren. Reine Mädchenschule damals, noch Klassenverband. Ich bin da ziemlich mißmutig hingegangen, weil ich bis auf fünf oder sechs Kontakte, die ich auch heute noch habe, mit dem Rest der Klasse nie viel anfangen konnte. Eine richtige "Klassengemeinschaft" hatten wir damals eigentlich nicht. Und nach so langer Zeit fragt man sich natürlich auch, ob man sich überhaupt wiedererkennt, sich was zu sagen hat, ob Konkurrenzdenken eine Rolle spielen wird. Kurz und gut, ich bin mit SEHR mulmigem Bauchgefühl hingefahren und war vollkommen überrascht. Die Atmosphäre war überaus herzlich, jede war interessiert an allem, was es zu erzählen gab, die meisten hatten sich auch optisch zu ihrem Vorteil entwickelt - einen solche Ansammlung attraktiver Mittvierzigerinnen habe ich selten gesehen. Es wurde viel gelacht an dem Abend, ein paar Lehrer waren auch da, man bekam nachträglich ein paar Einschätzungen zu hören, die richtig gut taten, und wir saßen bis in die frühen Morgenstunden zusammen und hatten immer noch was zu fragen und zu erzählen. Mit einigen habe ich an dem Abend mehr geredet als in den 9 Jahren, die wir in dieselbe Klasse gingen.

    Es war ein großartiger ABend.

    Gruß
    Aia

    • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
      Danke, davon wünsche ich mir mehr!

      Hallo Aia,

      vielen Dank für deinen Bericht. An genau solche Berichte habe ich gedacht.

      Herzliche Grüße

      Thomas Miller

  2. Antwort von nach 11 Stunden 1 hilfreich
    Re: Klassentreffen

    Hallo,
    unsere zehnte Klasse (danach bestand kein Klassenverband mehr) trifft sich im 2-3 Jahres Abstand. Das erste Treffen war bereits 5 Jahre nach dem Abi. Ich habe die Treffen immer als sehr angenehm empfunden, zudem ich zu einigen noch permanten Kontakt habe und die teilweise schon aus dem Kindergarten kenne. Keiner hat sich in seiner Persöhnlichkeit gravierend verändert und gewisse Vorurteile wurden bestätigt (der "Klassenstreber" ist z.B. bei Arthur Anderson gelandet *g*). Interessant war allerdings, daß einige von mir zu Schulzeiten als "graue Mäuschen" eingestufte Weibchen zu sehr hübschen Frauen "mutiert" sind. Irgendwie stellen diese Treffen und diese Menschen neben der Familie einen Ruhepol resp. eine Invariante in meinen Leben dar - etwas das trotz eigener Veränderungen diegleiche Qualität beibehält.

    Gruss
    Enno

  3. Antwort von nach 11 Stunden 1 hilfreich
    Leider keine Klassentreffen

    Lieber Thomas,
    bedingt durch sehr häufige Schulwechsel habe ich leider nie eine dauerhafte Anbindung an einen sog. Klassenverband entwickeln können, daher wurde ich bisher auch noch nie zu einem Klassentreffen eingeladen.
    Ich persönlich bedauere dies, da mir dadurch ein Stück Bezug zu einem doch nicht unwichtigen Stück Vergangenheit genommen ist und ich nie die Chance haben werde, durch Wiederbegegnung und Erinnern ein Stück Vergangenheit wieder lebendig werden zu lassen.
    LG,
    Anja

  4. Antwort von nach 11 Stunden 1 hilfreich
    Re: Klassentreffen

    Hallo Thomas,
    Das erste Klassentreffen fanden im Grunde gar nicht statt, weil von 19 Abschlussschülerinnen gerade einmal 4 kamen. Die anderen entschuldigten sich nicht einmal, ließen nichts von sich hören.
    Deshalb dauerte es viele, viele Jahre bis wieder jemand etwas organisierte - genau gesagt 20 Jahre.

    Es waren auch einige alte Lehrkräfte dabei. Es kamen übrigens nicht alle 19 aber beinahe alle.

    Kaum saßen wir um den Tisch herum im Kreise unserer ehemaligen Lehrer benahmen wir uns wie vor 20 Jahren. Lauter erwachsene Frauen, die plötzlich total das Schüler-Lehrer-Spiel spielten. Und zwar genau so wie es damals in der Klasse war. Die Frechen waren frech, die Ruhigen ruhig, die Gehemmten gehemmt.

    Natürlich wurde jeder nach seinem Werdegang gefragt, Beruf, Familie etc. und ich hatte das Gefühl, dass jeder sich so eine kleine Rede eingeübt hatte, um möglichst "gut auszusteigen".
    Man spürte so ein Konkurrenzgehabe beinahe körperlich.

    Außerdem hatte ich den Eindruck, dass viele einfach nichts erzählen wollten, private Dinge nicht Preis geben wollten - es gab einige peinliche Momente.

    Es war eine gut inszenierte Show und ein totaler Spiegel unserer ehemaligen Klassengemeinschaft.
    Es gab damals Grüppchen und genau diese Grüppchen fanden dann im Laufe des Abends zusammen und in 3er oder 4er Gesprächen kam dann schon etwas Atmosphäre rein, aber alles in allem war es eine "Pflichtveranstaltung", die wir bis jetzt nicht wiederholt haben.
    (heuer hätten wir 30jähriges Jubiläum).

    Grüße
    Irene

  5. Antwort von nach 12 Stunden 1 hilfreich
    Re: Klassentreffen

    Hallo Thomas,

    mit den Leuten aus der SChule hab ich mich nie mehr getroffen, nur einige wenige 'private' Kontakte sind übriggeblieben.

    Allerdings treffen ich mich jedes Jahr mit ex Studienkollegen, die ursprünglich aus dem Dunstkreis des Fachschaftrates stammten. Inzwischen kommen aber auch 'normale' Exer.
    Dazu mieten wir eine Haus (bisher immer das gleiche) und verbringen ein langes Wochenende.
    Es kommen nicht alle jedes Jahr, aber ein harter Kern ist immer dabei. Insgesamt sind das zwischen 15 und 30 Leutchen.
    Es geht völlig ohne 'offizielles' Programm, man sitzt zusammen, klönt, spielt, trinkt, läßt den Herrgott einen guten Mann sein.

    Inzwischen toben dort ettliche Kinder mit rum und das ganze wandelt sich mehr und mehr zu einem Familientreffen.

    Das Treffen ist, nicht nur für mich, inzwischen zu einem festen Termin geworden, den ich nur ungern aufgeben wollte.
    Es werden Informationen ausgetauscht, die auch beruflich relevant sind, aber das ist mehr oder weniger ein schönes Abfallprodukt. Man kennt sich und wenn man sich helfen kann, tut man es eben. Aber völlig ungezwungen.

    Gandalf

  6. Antwort von nach 12 Stunden 1 hilfreich
    Re: Klassentreffen

    Hallo Thomas

    bei mir gibts so mehr oder weniger 2 Arten von Klassentreffen, einmal mit den
    Leuten vom Gymnasium, wo unsere Klasse bis auf 2 ausnahmen eigentlich auch mein
    Freundeskreis war, und die Klasse von der FOS mit denen ich nie warm geworden
    bin.
    Bei den ersteren gibts mehr oder weniger inoffizielle Klassentreffen, weil
    Weihnachten und Pfingsten eh fast alle iins KAff nach HAuse kommen, und wir uns
    da immer in einem Club treffen,( es gibt nur einen). NAtürlich versteh ich mich
    nicht mehr mit allen so gut wie früher, klar, nach 2 JAhren leben im Ausland sind
    die Oberflächlichen Freundschaften nicht mehr da.

    Bei den anderen gabs bis jetzt zum Glück kein Wiedersehen, also ich wurde auf
    jeden Fall noch nicht auf eins eingelanden, sollte es eins geben, würde ich wohl
    einiges an Vorbereitungen treffen, also Stylisten beauftagen, das er mir ein
    Chanel-Kostüm besorgt, oder ähnliches, hoffen das ich bis dahin genügend
    abgenommen habe und warscheinlich meine besten Freund fragen, ob er sich als mein
    Freund ausgegen würde.
    Warum ? In der Schulzeit mit denen haben sie mich immer wie den letzen Dreck
    behandelt, und jetzt würde ich ihnen gerne zeigen, das was aus mir geworden ist,
    damit diese aroganten Tussen mal denken müssen.

    Julia

  7. Antwort von nach 12 Stunden 1 hilfreich
    Re: Klassentreffen

    Lieber Thomas Miller,
    von allen Klassentreffen sind mir zwei in den letzten 10 Jahren besonders in Erinnerung: Das (schwer arrangierbare) Treffen mit der Grundschulklasse nach 40 Jahren und das 30-Jahre-Abiturtreffen. Schon zahlenmässig verliefen beide sehr unterschiedlich. Aus der Grundschulzeit kamen 7 Menschen zusammen, darunter leider nur 2 Frauen, weil es -durch Heirat Veränderung des Nachnamens- eben schwer war, die Leute aufzufinden. Einer davo ist nach wie vor ein guter Freund von mir (seit Ostern 1956), obwohl er in Westdeutschland lebt seit Jahrzehnten.
    Das 30jährige Abi-Treffen war amüsanter, weil sehr lebendig und gut besucht. Fast alle ca. 20 Leute kamen, sogar der inzwischen noch mehr verfettete und damals das Abi nicht geschafft habende Mann stieß trotz Terminschwierigkeiten schließlich dazu und wurde mit ernsthaft frenetischem Applaus begrüßt.
    Interessantester Aspekt vielleicht, dass die Persönlichkeiten sich nicht so sehr verändert hatten. Manche haben sicherlich eher Karriere gemacht als andere (bei manchen war man darüber mehr erstaunt als bei anderen), aber die Typen waren großenteils erhalten gebliueben und man verstand sich überwiegend gut und lachte viel.
    Soweit dazu -es grüßt Dich:
    Branden

  8. Antwort von nach 12 Stunden 1 hilfreich
    Re: Klassentreffen

    Hallo Thomas, Ich habe gerade den Fernsehfilm "Klassentreffen" gesehen, und
    das weckte in mir alte Frage (der ich allerdings lange nicht
    nicht nachgegeben habe) nach der wirklichen Befindlichkeit der
    Teilnehmer an solchen Veranstaltungen.
    Nun ja, ich hatte vor etwas über 1 Jahr das 10 jährige Abitur.

    Meine Befindlichkeit vorher: Freude über das Treffen mit an sich verloren geglaubten. Neugier, was bei den mich interessierenden in der Zwischenzeit passiert ist und wie sie aussehen. Neugier, wer alles (und mit wem) in die Fortpflanzung eingetreten ist.

    Meine Befindlichkeit während: Zumeist Kontakt mit Leuten, mit denen ich eh' Kontakt habe. Einige Schwanzvergleiche, die eigentlich ungemein langweilig waren. Ein paar negative Überraschungen von Leuten, die sich in meinen Augen sehr zu ihrem Nachteil entwickelt haben und viele positive Überraschungen von wirklich positiven Entwicklungen.
    Ein wenig Enttäuschung bei der Feststellung, dass ich kaum mehr Berührungspunkte mit eigentlich ganz guten, ehemaligen Freunden hatte...
    Ein wenig Verwunderung, wie viele ihre "Ideale" mittlerweile aufgegeben haben (gerade in der ehemaligen Ökotanten-Fraktion waren interessant viele Ausreisser in die Richtung stilvolle Karrieristinnen, was aber eher eine positive Entwicklung für mich ist;-))

    Meine Befindlichkeit danach: Nun ja, einmal alle paar Jahre auszuhalten, muß aber sicher nicht jährlich stattfinden. Dazu waren, sind und bleiben mir die meisten doch zu fremd...

    Grüße
    Jürgen



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