Depressiver Partner

Von: , Frage gestellt am Di, 3. Feb 2004

Hallo!

Leidet Ihr selbst unter Depressionen oder habt Ihr einen Partner der depressiv ist, dann könnt Ihr mir vielleicht weiterhelfen...

Ich kenne mich noch zu wenig mit dem typischen Verhalten bei Depressionen aus, bin mit meinem Freund auch noch nicht so lange zusammen, so dass ich womöglich aus früheren Erfahrungen im Umgang mit ihm sprechen könnte, als er noch keine Depressionen hatte, also einen wirklichen Vergleich hätte... und frage mich immer wieder, ob sein Verhalten mir gegenüber von seinen Depressionen herrührt oder damit womöglich gar nichts zu tun hat.

Wie hat sich eine Depression auf Euren partnerschaftlichen Umgang miteinander ausgewirkt?

Greetings,
Marla

15 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Depressiver Partner

    Hallo Marla,

    ich suche selber noch nach vernünftiger Literatur über dieses Thema. Als Laie auf dem Gebiet ist gerade das Thema Depressionen sehr schwer zu erschließen. Zum Einstieg würde ich die beiden Bücher "Wenn ein naher Mensch depressiv ist" von Jean-Marie Vanelle und "Das seelische Tief überwinden" von Rudolf Köster empfehlen. Dann hast Du beide Seiten mal gelesen. Sind auch dünne Büchlein, so 120 bis 130 Seiten.

    Problem bei Dir wird allerdings sein, daß der Mensch dir nicht so nah ist wie es erforderlich wäre und wie man einem solchen Menschen nah kommt, erklärt am Besten "Der kleine Prinz". Und das meine ich nicht ironisch, sondern ganz ernst.

    Soweit meine Prosa-Literaturauswahl zum Thema.

    Denmächst findet übrigens ein Chat über "Messies" hier im Forum statt, wenn ich das richtig gelesen habe. Da ich da viele Parallelen sehe (aus meiner laienhaften Sicht) könnte ich mir den Chat interessant für Dich vorstellen.

    Gruß, AndyM

    • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Depressiver Partner

      Hallo Andy! ich suche selber noch nach vernünftiger Literatur über dieses
      Thema. Als Laie auf dem Gebiet ist gerade das Thema
      Depressionen sehr schwer zu erschließen. Zum Einstieg würde
      ich die beiden Bücher "Wenn ein naher Mensch depressiv ist"
      von Jean-Marie Vanelle und "Das seelische Tief überwinden" von
      Rudolf Köster empfehlen. Dann hast Du beide Seiten mal
      gelesen. Sind auch dünne Büchlein, so 120 bis 130 Seiten.
      Ich habe begonnen in dem Buch "wenn der Mensch, den du liebst, depressiv ist" zu lesen... darin finde ich bereits etliche der Verhaltensmuster wieder, aber normalerweise geht man eben immer davon aus, dass man einen Vergleich zwischen vorher-nachher hat und dann plötzlich Veränderungen am Partner wahrnimmt... aber diesen Vergleich habe ich ja im Prinzip nicht, denn er war bereits depressiv als wir uns wieder getroffen haben und das hat sich nun immer mehr gesteigert.
      Als ich ihn vor 14 Jahren kennenlernte war er noch sehr viel aufgeschlossener und empfänglicher, aber ob es an den Depressionen liegt, dass er sich verändert hat, kann ich nur vermuten.

      Dass er sich immer mehr zurückzieht von mir, scheint demnach völlig normal zu sein bei einer Depression, aber ist es denn auch so, dass man dann nicht mehr weiss, ob man einen Menschen wirklich liebt oder was man sonst für ihn empfindet? Kann man dann seine eigenen Gefühle nicht mehr einordnen?
      Es wird empfohlen, offen zu sagen, wie man sich fühlt und sich dabei auf sich selbst zu beziehen, nicht zu sagen: du hast dies oder jenes gemacht... sondern zu sagen: ich habe mich so oder so gefühlt... aber wenn ich das mache, dann hat er gleich ein schlechtes Gewissen und fühlt sich dafür verantwortlich, auch wenn ich dabei sagen, dass ich sein Verhalten verstehe... Problem bei Dir wird allerdings sein, daß der Mensch dir nicht
      so nah ist wie es erforderlich wäre und wie man einem solchen
      Menschen nah kommt, erklärt am Besten "Der kleine Prinz". Und
      das meine ich nicht ironisch, sondern ganz ernst.
      Ja, ich sollte ihn mal wieder lesen. Soweit meine Prosa-Literaturauswahl zum Thema.

      Denmächst findet übrigens ein Chat über "Messies" hier im
      Forum statt, wenn ich das richtig gelesen habe. Da ich da
      viele Parallelen sehe (aus meiner laienhaften Sicht) könnte
      ich mir den Chat interessant für Dich vorstellen.
      Was denn für Parallelen? Da bin ich aber jetzt echt gespannt.

      Greetings,
      Marla

  2. Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
    Re: Depressiver Partner

    Liebe Marla,
    das beste für Laien verständliche Buch, das ich als Betroffene kenne ist:
    Daniel Hell
    "Welchen Sinn macht Depression"
    Rowohlt Taschenbuch € 8,90.
    Da ist auch Kapitel speziell für Angehörige zum besseren Verständnis/Umgang drin.
    LG,
    Anja

    • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Depressiver Partner

      Hallo Anja! das beste für Laien verständliche Buch, das ich als Betroffene
      kenne ist:
      Daniel Hell
      "Welchen Sinn macht Depression"
      Rowohlt Taschenbuch € 8,90.
      Da ist auch Kapitel speziell für Angehörige zum besseren
      Verständnis/Umgang drin.
      Wenn ich nach der Literatur gehe, die ich bisher gelesen habe, ist es eine ganz klare Sache, sein Verhalten passt genau in das Bild einer Depression, ich kann es seither auch besser nachvollziehen und bin dabei zu lernen, besser damit umzugehen, aber es sind dennoch viele Fragen offen. Ich hatte gehofft, dass sich manche dieser Fragen klären, wenn ich von anderen Betroffenen ihre subjektiven Erfahrungen berichtet bekomme.

      Greetings,
      Marla

  3. Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
    Re: Depressiver Partner

    Hi,

    nur eine kurze Bemerkung, bei Depressionen solltest du darauf hinwirken, daß sich dein Lebensgefährte in ärztliche Behandlung begibt, also erstmal zum Hausarzt (geh mit, wenn dein Freund nichts dagegen hat), Überweisung zum Facharzt holen oder, falls es der Hausarzt empfielt, teilstationäre/stationäre Behandlung in einer Klinik.

    Gruß


    Yoyi [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Depressiver Partner

      Hi Yoyi! nur eine kurze Bemerkung, bei Depressionen solltest du darauf
      hinwirken, daß sich dein Lebensgefährte in ärztliche
      Behandlung begibt, also erstmal zum Hausarzt (geh mit, wenn
      dein Freund nichts dagegen hat), Überweisung zum Facharzt
      holen oder, falls es der Hausarzt empfielt,
      teilstationäre/stationäre Behandlung in einer Klinik.
      Er geht normalerweise gar nicht gern zum Arzt, sei vor drei Jahren zuletzt dort gewesen. Als er vor 2 Wochen wegen heftigen Magen-Koliken einen Arzt aufgesucht hat, hat er zum Glück auch seine Depressionen angesprochen, und der sagte ebenfalls, dass diese unbedingt behandelt werden müssten.
      Da mein Freund zu dem Zeitpunkt Angst vor sich selbst bekommen hatte, wollte er den nächstmöglichen Termin Mitte Februar nicht abwarten und notfalls eine lange Wartezeit im Vorzimmer in Kauf nehmen, Hauptsache, er käme baldmöglichst dran...
      dann folgten aber etliche Tage zwecks Behandlung der Magenprobleme, es ging ihm mental besser und der Gedanke an ärztliche Behandlung rückte wieder weiter in den Hintergrund. Da aber die Magenprobleme trotz Medikamenten nicht besser geworden sind, war er gestern erneut bei seinem Hausarzt, der ihm erneut empfahl zum Psychoanalytiker zu gehen, da er bei psychosomatischen Ursachen bei den Magenproblemen nicht wirklich helfen könne. Der Arzt hätte ihm gesagt, er solle seine Vorurteile abbauen und sich zu einer Behandlung überwinden.

      Ja, es wäre sicher das beste, er würde eine Therapie machen und ich würde ihn auch sofort begleiten, wenn er es wollte, aber er wehrt sich innerlich noch viel zu sehr dagegen. Wenn ich auch nur Andeutungen mache, die in diese Richtung gehen, blockt er total ab. Habe die Befürchtung, ich erreiche damit das Gegenteil von dem, was ich möchte.

      Greetings,
      Marla

      • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Depressiver Partner

        Hi,

        Depressive bekommen oft "den Arsch nicht hoch", das ist ja Teil der Krankheit, also mach ruhig Druck, deswegen sage ich auch, geh mit! ihm erneut empfahl zum Psychoanalytiker zu gehen, da er bei
        Mit Depressionen sollte er nicht zum Psychoanalytiker gehen, sondern zum Psychiater, denn Depressionen haben eine somatische (körperliche) Komponente. Das macht es vielleicht auch leichter. Er muss nicht gleich sein Innerstes offenbaren, falls es das ist, vor dem er Angst hat. Erstmal hilft ihm der Psychiater medikamentös, in der weiteren Folge kommen ergänzend andere Therapieformen dazu.

        Gruß

        Yoyi

        • Antwort von nach 8 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Depressiver Partner

          Hi yoyi... Depressive bekommen oft "den Arsch nicht hoch", das ist ja
          Teil der Krankheit, also mach ruhig Druck,
          Damit erreichst Du genau das Gegenteil - ein weiteres Zurückziehen des "Probanden"...
          Gruß,
          Anja

          • Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
            Re^5: Depressiver Partner

            Hi,

            insbesondere der fördernde Einfluss des Ehe- bzw. Lebenspartners ist nicht zu unterschätzen. Aus meiner Erfahrung kann ich berichten, daß immer dann, wenn aktive, sich kümmernde Lebenspartner da waren, das eine sehr förderliche Wirkung auf den Verlauf hatte.

            "Druck" heisst motivieren, anschieben, helfen, nicht moralisch verurteilen.

            Gruß


            Yoyi (der eigentlich nur einen beiläufigen Rat geben wollte) [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]



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