Hallo Metapher,
vielen Dank für Deine Antwort.
Du sagst, daß du trauerst um einen geliebten Menschen.
Ehrlich gesagt geht es hier um meinen Hund. Ich habe
"Wesen" geschrieben weil viele Menschen es nicht ver-
stehen daß ein Tier einem genauso nahe und wichtig sein
kann wie ein Mensch und ich wollte nicht, daß mein Bei-
trag von vornerein nicht ernst genommen wird...
Man kann nicht bewußt "verdrängen". Und wenn du bemerkst, daß
du, wie du schreibst, "einfach nur verdrängt" hast, dann ist
es nicht verdrängt, denn das würdest du gar nicht bemerken.
Vermutlich versuchst du einfach, dir selbst gegenüber zu
ignorieren, also so zu tun als ob es nicht eine Tatsache wäre
(in der Psychoanalyse gibt es dafür den Ausdruck "leugnen").
Ja, vielleicht ist leugnen wirklich besser. Ich versuche
einfach nicht über den Verlust nachzudenken weil es mir dann
schlecht geht, das habe ich dann für mich "verdrängen" genannt.
Das aber könnte dein Ziel sein: Der sogenannten Realität mit
voller Klarheit ins Auge blicken. Such dir einen
Gesprächspartner, der dir dabei eine Hand reicht. Erst in
unserem Denken wird das Vergangene unsterblich. Oder, wie
Hegel sagt: "Die Zeit ist das Grab dessen, was war, aber der
Geist bewahrt das Vergangene auf und macht es unsterblich".
Ich habe schon stundenlang mit Freunden und Verwandten darüber
gesprochen aber ich habe das Gefühl, daß keiner wirklich nach-
vollziehen kann wie schwer dieser Verlust für mich ist; er war
ja eben "nur ein Hund" (für andere) Hinzu kommt noch, daß ich
mich (ob begründet oder nicht, ich bin mir selbst nicht sicher)
ein bisschen für seinen Tod verantwortlich fühle. Alle sagen
mir "Du hast alles was Du konntest für ihn getan" aber ich bin
mir nicht sicher ob ich wirklich ALLES getan habe.
Vielleicht ist es auch einfach noch zu früh um von mir selbst
zu erwarten daß ich darüber hinweg bin und eigentlich möchte
ich auch gar nicht darüber hinweg sein.
Vielen Dank noch mal!
Sandra