Therapieeinrichtungen für depressive Menschen

Hi,

vielleicht kann mir ja jemand Auskunft geben, eine Art Auflistung von Einrichtungen, sie sich auch die psychologische Betreuung und Heilung von depressiven Menschen spezialisiert haben.
Wichtig wäre mir, dass diese Einrichtungen einen sehr warmen, freundlichen Touch haben.
Wo man sich sehr viel mit den Patienten beschäftigt, sich Zeit nimmt etc.
Kann mir da jemand den ein oder anderen Tip geben?
Sollte auch nicht zu weit weg sein. Sind in Bayern lokalisiert.

Danke
Danny

Hi Danny,

sag mal, um wen gehts hier eigentlich? Um Dich selbst oder um die Oma? Deine Entscheidungsprobleme lassen vermuten, daß nicht nur Deine Oma ein Depressions-Problem hat, sondern Du auch. Kann das sein?

Ich bin nicht im Psycho-Sektor beruflich tätig, deshalb kann ich Dir eine vollständige Liste natürlich nicht geben. Und um entscheiden zu können, welche Klinik gut ist, müßte man viel mehr wissen. Was ist Sinn und Zweck des Klinik-Aufenthalts? Lebenserhaltung bei akuter Suizidalität? Dann gibts nur wenig Auswahl, solche Patienten nehmen nämlich die meisten Kliniken nicht. Erstens müßte so jemand unter ständiger Überwachung stehen, zweitens ist er/sie nicht therapiefähig. Eine Therapie hat nur Sinn, wenn sich der Patient entschieden hat, leben zu WOLLEN. Denn jede Therapie setzt sehr viel Mut, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, voraus. Sehr viel Entschlossenheit, sich und sein Leben zu verändern. Und nicht, es einfach weg zu werfen, nur weil es im Moment etwas schwierig ist. Nur wenn dieses „Ja zum Leben“ wirklich steht, dann macht eine Therapie Sinn, sonst nicht.

Und einen Therapieplatz, wo das Personal Zeit hat, sich nur mit einem Patienten andauernd zu beschäftigen, wirds wohl (vermute ich zumindest) auch nicht geben. Bedauert und gehätschelt zu werden ist zwar subjektiv recht angenehm, wenn man in einem Depressionsloch hängt, aber raus helfen tut es in aller Regel nicht. Die anderen können Dir nur Hilfestellungen geben, Dir sagen WIE es geht, tun, machen, den Weg gehen, das mußt Du selbst. Eine sehr gute Klinik soll übrigens die Adula-Klinik in Oberstdorf (Allgäu) sein.

Ich hoffe, ich war nicht zu schroff. Das ist nicht meine Absicht. Ich neige selbst zu Depressionen und weiß deshalb, was es heißt. Und aus eigener Erfahrung, daß Mitleid und Hände-tätscheln nichts helfen.

greetings, Nena

…zwei verschiedene Themen !!!

Hi Danny,

sag mal, um wen gehts hier eigentlich? Um
Dich selbst oder um die Oma? Deine
Entscheidungsprobleme lassen vermuten,
daß nicht nur Deine Oma ein
Depressions-Problem hat, sondern Du auch.
Kann das sein?

Hi

HALT STOP!
Du verstehst das falsch.
Die beiden Postings sind ganz unabhängig voneinander. Vielleicht hätte ich das etwas deutlicher machen sollen. Sorry.
Was meine Oma betrifft möchte ich einfach helfen, für sie da sein. Und da ich sicherlich besser verschiedene Einrichtungen vergleichen kann (hinfahren, mit den Therapeuten reden etc), möchte ich eben einfach hilfreiche Tipps bekommen, die mit dem Aussuchen einer geeigneten Klinik zu tun haben.

Was mich betrifft, ich bin sicherlich nicht depressionsgefährdet. Glaub mir. Was das Entscheidungen treffen angeht, tue ich mir aber schon seit jeher schwer.
Statt einfach einen Weg einzuschlagen, frage ich mich immer erst langezeit diese blöden „was wäre wenn“ Fragen, und komme nicht auf eine Entscheidung, hinter der ich 100 % stehe.
Und da ich der Meinung bin, dass man Ziele erst dann erfolgreich verfolgen kann, wenn man 100% davon überzeugt ist, würde ich gerne etwas ändern. Das ist alles.

Ich finde es aber dennoch sehr nett, dass du dir soviele Gedanken gemacht hast.

liebe Grüße
Danny

Hi Danny,

HALT STOP!
Du verstehst das falsch.
Die beiden Postings sind ganz unabhängig
voneinander.

okay okay, bin ja schon ruhig :wink:)). Ich habe weder Psychologie bzw. ähnliche Fächer studiert noch habe ich sonst irgendwie zu tun. Alles was ich sagen kann, ist das was ich aus eigener Erfahrung kenne oder aus Erfahrungen in meinem Umfeld. Und aus den vielen vielen Psychobüchern, die ich schon verschlungen habe in der Hoffnung, daß es irgendwie einen „leichten“ Weg geben würde. Irgend jemand oder irgend etwas, der einen Knopf bei mir drückt, und dann ist alles wunderbar. Ich mußte irgendwann einsehen, daß es den nicht gibt, daß der „einfachste“ und kürzeste Weg der „mitten durch die Sch…“ ist. Aber ich komme vom Thema ab. Dzdzdzdz ich rede immer zuviel *gg*.

Zurück zu der Vermanschelung von Depri und Entscheidungsschwäche. Meine Erfahrung ist halt die, daß das bei mir eng zusammen hängt (und auch bei einigen anderen Depris die ich kenne. Gehts mir gut, bin ich depressionsfrei, dann kann ich auch Entscheidungen treffen, je tiefer ich in der Depression sitze, desto unmöglicher wird es, Entscheidungen zu treffen. Und weil ich das von mir so gut kenne, habe ich es bei Dir auch in einen Topf geworfen, muß aber nicht so sein. Sorry.

Zu den Entscheidungen bleibt eigentlich nur zu sagen, daß es nie einfach ist, Entscheidungen zu treffen, wenn man Angst davor hat, eine falsche Entscheidung zu treffen. Aber ich für mich kann sagen, daß es - meistens - die falscheste aller Entscheidungen war, keine Entscheidung zu treffen… auf irgendwelche eingebildeten oder tatsächlichen zukünftigen Ereignisse zu warten, ehe ich eine Entscheidung treffe. Ich habe nicht entschieden, ich wurde entschieden. Weil es irgendwann einfach zu spät war, selbst eine Entscheidung zu treffen. Bin selten gut mit gefahren. Und wenn man das für sich mal festgestellt hat, dann kann man einfach nur trainieren, üben, trainieren, üben. Auch wenn man eine „falsche“ Entscheidung getroffen hat, irgendwann gibt es irgendwo sicher noch mal eine Möglichkeit, den Weg, den man dadurch eingeschlagen hat, auch wieder zu verlassen und sich neu zu entscheiden.

greetings, Nena

Hi Nena,

hast Du meine E-Mail erhalten, ich finde Deine letzte Mail gerade nicht. :smile:

Hi Danny,

Entscheidungen treffen bzw. Wahlmöglichkeiten zu haben, ist doch auch Leben. Und Du triffst ständig Deine Wahl: Du atmest, ißt, gehst auf die Toilette, kaufst Klamotten, CD’s, machst Urlaub… Es stellt sich also erstmal die Frage, wo es Dir denn schwer fällt, Entscheidungen zu treffen.

Und wie Du siehst, ist es scheinbar nicht so einfach, ohne professionelle Hilfe damit weiter zu kommen. Du kannst es ja noch gerne eine Weile probieren. Es ist Dein Leben.

Allerdings, wenn Du Entscheidungen treffen vermeidest, kann es Dir passieren, daß Du irgendwann resigniert und frustriert auf eine Menge an Lebenszeit zurückblickst und Dich bemitleidest und beklagst, wenn Du doch mehr einfach entschieden, einfach gewagt hättest.

Nena hat vollkommen Recht, keine Entscheidung zu treffen, ist die schlechteste Wahl. Und Depressive können oft schlecht versorgen und sich um ihre Bedürfnisse kümmern, wozu eben Entscheidungen treffen auch gehört.

Du bist der ideale Trockenschwimmer. Was wäre wenn… das wirst Du nie erfahren, wenn Du es nicht einfach ausprobierst. Und selbst wenn Du danach feststellst, Du hättest lieber Lammbraten als Langusten bestellen sollen, so weißt Du es für das nächste Mal. Der Mensch lernt aus seinen Erfahrungen und das gehört zu jeder Entwicklung.

Du kannst überspitzt mal ausgedrückt, ja Dein Leben mal theoretisch in verschiedenen Modellen durchplanen. Und dann? Was nutzt es Dir, wenn Du es nicht lebst, nicht erlebst? Nichts!!! Fang’ einfach an Entscheidungen zu treffen. In gewisser Weise gibt es keine falsche Entscheidung, denn selbst wenn sie im Moment falsch war, so hatte sie letztendlich sicherich auch ihren Sinn. So, und jetzt entscheide, ob Du weiter von außen Tipps haben möchtest, die Dir nichts nutzen werden, so lange Du Dein Entscheidungsschwäche nicht anpackst oder ob Du Deine Entscheidungsschwäche weiter hinnimmst. Was ist denn Dein Vorteil, entscheidungsschwach zu sein? Immer alle Möglichkeiten offen zu haben, auch wenn man sie nicht nutzt? Mitleid von anderen zu bekommen? Es allen recht machen zu wollen? … Egal was für Dich dahinter steckt, es hilft nichts, außer Du hilfst Dir selbst.

So, ich bin bei Dir jetzt nicht gerade freundlich gewesen. Doch ich habe das Gefühl einfach, es ist nicht gut, Dich mit Samthandschuhen anzufassen. Sorry, sollte es unangenehm gewesen sein.

Du kannst nur selbst erfahren, was die richtigen Entscheidungen in Deinem Leben sind, indem Du anfängst welche zu treffen.

Ciao,
Romana

huuuhuuuu :smile:)
Hi Romana :smile:)

wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum suchen *lol*

Meine neue mailadresse siehst Du oben.

greetings, Nena

Hallo Danny,
ich kann Dir empfehlen im Netz nach Kliniken zu suchen, die nach dem Bad Herrenalber Modell arbeiten.
Es gibt eine in Bad Herrenalb, eine in Grönenbach und auch drei oder vier andere. Um Dich davon zu überzeugen, musst du dich mit dem Konzept beschäftigen. Ich kann jedem nur dazu raten. Auch wenn man nicht depressiv ist. In Herrenalb war ich selber letzes Jahr und ich denke noch gerne zurück. Ich habe dort viel mitnehmen können und das Konzept ist sehr modern und aufgeschlossen… (familienaufstellung etc.)
gruß
sarah

Hi Sarah,

danke für den tipp. Habe schon Suchmaschinen mit dem Stoff gefüttert.
Muss das ganz nun noch für mich erschliessen. Klingt aber mal interessant.

Gruß Dany

Hallo nochmal,

Was das Entscheidungen treffen angeht,
tue ich mir aber schon seit jeher schwer.
Statt einfach einen Weg einzuschlagen,
frage ich mich immer erst langezeit diese
blöden „was wäre wenn“ Fragen, und komme
nicht auf eine Entscheidung, hinter der
ich 100 % stehe.
Und da ich der Meinung bin, dass man
Ziele erst dann erfolgreich verfolgen
kann, wenn man 100% davon überzeugt ist,
würde ich gerne etwas ändern. Das ist
alles.

Auch in dieser Beziehung sind Klinken, die nach dem Herrenalber Modell arbeiten geeignet. Du lernst dort wahnsinnig viel und nimmst viel mit.
Ich hatte die Diskussion um Deine Oma nicht mitbekommen. Denn diese Kliniken sind für ältere Menschen nur bedingt geeignet. Es waren zwar auch einige über 50 da und einer über 60, aber bei dem war es ein Versehen. Ich denke ältere Menschen fühlen sich dort nicht wohl.
Falls Du eine Adresse brauchst kann ich sie dir raussuchen

gruß
sarah

Hallo,
also da muss ich mal heftig widersprechen…

Nena hat vollkommen Recht, keine
Entscheidung zu treffen, ist die
schlechteste Wahl. Und Depressive können
oft schlecht versorgen und sich um ihre
Bedürfnisse kümmern, wozu eben
Entscheidungen treffen auch gehört.

Depression und keine Entscheidungen treffen zu können sind zwei paar Stiefel. Ich hatte mal eine, aus meiner Sicht heftige, aus ärztlicher Sicht, leichte bis mittlere…

Das ist dann mehr Antriebsschwäche, bzw. die Unfähigkeit mich zu etwas aufzuraffen incl. irgendwelcher Entscheidungen. Aber das hat auch nichts mit Faulheit zu tun, so könnte man das jetzt verstehen. Ich hatte einfach nicht die Kraft. Es ging nicht.

Nachdem ich diese Phase längst überwunden habe wundere ich mich schon manchmal darüber, wie es mir damals ging. Aber ich kann das sehr gut verstehen.

gruss

sarah

Hi Sarah,

denke ja und nein. Das soll heißen, das meines Erachtens beides gut zusammen vorkommen kann. Denn mit einer Depression, mit einer Niedergestimmtheit, mit einer Traurigkeit, mit einer Lustlosigkeit geht ja oft einher, daß man a, einerseits nicht die Kraft hat, Dinge zu tun, die man tun möchte oder tun sollte und meines Erachtens auch b, daß man oft gar nicht so genau weiß was man will bzw. wie man das Gewünschte bekommen kann? Denn würde man das für einen Nötige bekommen, würde ja auch kein Grund für eine Depression vorliegen.

Doch Du hast sicherlich recht, daß beide nicht unbedingt zusammen auftreten müssen. Darf ich mal rein interessehalber fragen, wie lange Du in Behandlung warst und wie der Behandlungsverlauf für Dich war, so mit seinen Höhen und Tiefen? Du kannst mir gerne mailen, wenn Du das magst. Leider kenne ich wenige Menschen nur, die mit ihrer Therapie zufrieden waren. Und sogesehen scheinst Du jemand zu sein, bei dem ich gerne nachfragen möchte, wenn ich darf. Natürlich glaube ich daran, daß bei Therapie sehr viel sich verändern kann, doch ich weiß auch, daß die Chemie zwischen Therapeut und KlientIn stimmen muß, sowie die Bereitschaft zur Veränderung da sein muß. Dann ist die Methode selbst eher sekundär.

Ciao,
Romana

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hallo ramona,
also es scheint so zu funktionieren, wie ich grade mal ausprobiert habe… dann geht gleich ne mail an dich…
ansonsten hängt hier ne ewig lange pm…
gruß
sarah