Anstieg von Wut mit Symptomen

Kenn ich, das dauert noch bis es nicht mehr so emotional ist. Ich hab nach diversen Ungereimtheiten und Misslichkeiten (Vernietlichung) auch einige Jahre gebraucht, am besten nicht drinrumbohren, nützt nix wenn man nicht selbst der Verursacher war oder ist und konstruktiv was anderes machen, und vor allem nicht saufen. Helfen tut natürlich einfach die Abwesenheit von ähnlichen Vorfällen und Leben. Ach ja, vergessen sollte man’s trotzdem nicht (klappt wahrscheinlich eh nicht) und aufpassen das es nicht nochmal passiert ist anzuraten…
T.

Hallo Susanne,
das kenne ich auch, allerdings versuche ich meine Wut zu kanalisieren, indem ich mir Rachepläne auszudenken versuche und ansonsten nach außen apathisch zu wirken. Außerdem warne ich andere Menschen, damit jenen nicht das Gleiche passiert.
Grüße und viel Erfolg
Franz

hallo susanne,

ich komme nicht dahinter, ob du immer noch über den vorfall von vor 2 jahren nachdenkst oder ob du (seitdem) über aktuelle situationen grübelst.

zum ersten fall kann ich dir nichts weiter sagen, als daß ich glaube, du solltest professionelle hilfe in anspruch nehmen (kann es eine posttraumatische belastungstörung sein?).

zum dauernden grübeln über aktuelle situationen gebe ich dir aus eigener erfahrung folgenden tipp: denke einen schritt weiter!

meiner erfahrung nach ist es ein fehler, immer wieder die situation zu wiederholen und sich zu überlegen, was man anders machen hätte können: das ist ein kreisen, das nirgends anders hinführt, als sich selbst als dumm/ unfähig zu halten.

überlege dir stattdessen:

  1. habe ich mich tatsächlich so blöd verhalten, wie das ständige suchen nach alternativen handlungsmöglichkeiten impliziert?

ich weiß ja nicht, was vor 2 jahren passiert ist, oder über welche anderen situationen du nachdenkst, aber man kann eine „blöde“ handlung bzw. unterlassung auch anders sehen. man kann überrascht/ schockiert gewesen sein und deshalb nicht „richtig“ oder „besser“ reagiert haben, als man es gemacht hat. überrascht/ schockiert ungleich blöd!

oder hast du dich irgendwie „daneben“ benommen? bist laut/ aggressiv geworden? das passiert einem und auch anderen leuten ja eher ausnahmsweise. aber: es passiert! und deswegen haben leute verständnis für solche aussetzer, oder sollten es zumindest haben.

  1. was will ich erreichen, welche reaktion vom gegenüber erwarte ich mir?

wenn ich mir vorstelle, wie die person auf das, was ich sagen oder tun hätte wollen, reagiert, komme ich meist zu dem schluß, daß auch das geänderte verhalten nichts beim gegenüber bewirkt hätte. oder daß ich auf eine entschuldigung von dem anderen gar keinen wert lege. oder daß mein geändertes verhalten eben andere verwicklungen nach sich gezogen hätte.

das hilft mir dann meistens, die sache zu beenden.

Was Du Wutanfälle nennst, ist wahrscheinlich nichts anderes als Ärger in einer heftigen Form.

Sowas erfordert ein jahrelanges Ansicharbeiten. Aber lies mal diesen Artikel dazu:

http://www.rolf-helmecke.privat.t-online.de/literatu…

mfg
rolf

Und ärgern kannst nur Du Dich selbst.
Du kannst es auch lassen.
Wer kann Dich dann noch ärgern, wenn Du es selbst nicht tust ??

Gruß
Merkur

Sicher, nur was man in sich selbst bemeistert hat, kann man auch in anderen meistern. Leider ist nun mal jede Schwingung ansteckend, so erweist sich das tägliche Leben als Übungsfeld.

rolf

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Hallo ihr alle,

zunächst mal kurz etwas allgemeines von mir: ich hatte in der Vergangenheit recht wenig Zeit und kam kaum dazu, mitzulesen, geschweige denn zu schreiben. Wenn sich doch ab und zu die Gelegenheit ergibt, lese und antworte ich dafür um so lieber hier im Psychologie Forum mit.

Liebe Susanne,

an den Antworten kannst Du schon erkennen, wie unterschiedlich Menschen damit umgehen, wenn sie eine langgezogene Enttäuschungsphase aufarbeiten möchten. Ich bin kein Psychologe aber vielleicht hilft Dir meine Meinung ein wenig weiter.

Wenn man sich über einen längeren Zeitraum benachteiligt fühlt, liegt es ausnahmsweise mal nicht an einem selber, d.h. die sost übliche Methode, hilf Dir selber, dann hilft Dir Gott, ist hier wenig hilfreich. Bevor Du „professionelle“ Hilfe annimmst, ist es also sicherlich hilfreich zu wissen, daß Dir diese nicht helfen kann, die Situation oder die anderen Menschen zu ändern, sondern Du kannst angeleitet werden, dich seber emotional besser zu schützen. Salopp hat es Merkur schön auf den Punkt gebracht: Wer kann Dich dann noch ärgern, wenn Du es selbst nicht tust.

Du bist nach wie vor der Meinung, du hättest früher Einfluß ausüben müssen, und zwar in anderer, geeigneterer Form, um den Benachteiligungen, die Dich gedemütigt haben, zu entgehen. Das ist aber nicht erforderlich, denn es hat vielleicht nicht an Deinem Verhalten gelegen, sondern möglicherweise daran, daß man Dir keine Chance geben wollte. Das Grübeln richtet sich insofern eher danach aus, warum man Dir keine Chance geben wollte. Das findest Du aber nur heraus, wenn Du mit möglichst vielen Leuten redest und ein Vertrauensverhältnis aufbaust, die mit Deiner Vergangenheit zu tun haben oder beteiligten Personen nah stehen. Allerdings it das äußerst unergiebig, fordert sehr viel Diplomatie und niemand kann Dir sagen wann und ob überhaupt Du erfolgreich sein wirst und ob es jemals ein Ergebnis geben wird, mit dem Du zufrieden sein wirst.

Ich könnte mir einen anderen Weg vorstellen, indem Du nach vorne schaust, nicht zurück. Dein Gefühlsleben hat gelernt, emotional zu reagieren, das kanntest Du vorher nicht. Du siehst das als Deinen Feind an, obwohl es nicht feindlich ist. Emotionale Reaktionen kann man hervorragen einsetzen, um Mitgefühl oder Angst zu erzeugen.

Hast Du Dich mal versucht, mit deinen neuen Gefühlsäußerungen anzufreunden? Sie sind ja nun eingezogen in deine Seele, also sozusagen neue Nachbarn Deiner bisherigen Sachlichkeit. Vielleicht können die beiden ja Freunde werden? Der Löwe in Dir ist nun geweckt.

Im übrigen hast Du viel gelernt aus der Vergangenheit, was Du in Zukunft immer wieder einsetzen kannst. Auch wenn Du es jetzt noch nicht selber beschreiben kannst, was Du gelernt hast, so setzt Du die Erfahrung trotzdem in ähnlichen Situationen um, um nicht erneut in so ein Dilemma zu stürzen.

Zuletzt noch der Hinweis, daß Du die Vergangenheit nicht ändern kannst. Wenn es nochmal so weit kommt, wirst Du wütend, d.h. Du hast jetzt Methoden der Früherkennung, die Dich davor warnen, wenn es mal wieder kritisch für Dich wird. Dann versuch dich einer Konfrontation zu entziehen, entweder indem Du ein anderes Thema ansprichst, Dir eine Pause verschaffst, oder dich komplet aus dem Thema rausziehst, indem Du Dich für nicht mehr zuständig erklärst.

Das sind meine etwas unausgegorenen Gedanken. Manchze Dinge mögen nicht zutreffen, aber das zeigt dir dann, an welchen Stellen Du nicht mit dir haderst und hilft beim Eingrenzen.

Gruß und viel Glück,

AndyM

Nicht immer leider !!!

Oft auch Gott sei Dank.
Vorallem wenn man es fertig bringt , sich selbst an den " Hebel"
zu setzen. Natürlich nur im positiven Sinn.
Gott sei Dank auch , gehen solche Fähigkeiten meist mit gewissen
Charakterqualitäten konform.

Gruß
Merkur