Nachdenklich?

Hi,

ich hab rein sachlich gesehen manchmal auch solche Gedanken, allerdings beschäftigen mich diese nicht so.
Im Gegenteil: Ich bin eigentlich froh, kein Instinktautomat zu sein, dessen Leben in engen Bahnen verläuft.
Instinktautomat mag hart klingen, aber für die von dir genannten Tiere trifft das meinen Beobachtungen und Erfahrungen nach zu.
Gruss,

Hallo Jonnie,

vor kurzem zog ich das Buch von H.Hesse „Siddhartha“ aus meinem Regal, nach langer Zeit mal wieder. Siddharta bemühte sich als Asket das Denken-Fasten-Warten zu erlernen, mit der Absicht sein Lebensziel zu erreichen wie ein Stein, der ungehindert durchs Wasser zum Boden sinkt.
An seinem Lebensende kommt er zu der Erkenntnis, dass er viele Gedanken mitteilen kann, aber nicht sein Wissen, weil es wie eine Narrheit klingen würde.
Diese philosophische Sichtweisen beeindruckt mich sehr. Denken ist ein Mittel und Weg um Wissen oder gar Weisheit zu erlangen. Aber es gibt noch andere Möglichkeiten, denn der Geist (Gehirn, Gedanke) vermag nicht alles.

Kenn ihr auch solche Gedanken? Das euch das Denken in gewisser Weise schwer
fällt, zuviel wird?

es kann richtig lästig werden, vorallem wenn sich die Gedanken im Kreis drehen und unproduktiv werden, ich zu keinem Schluß kommen kann.

Ist sowas ungewöhnlich oder sind manche Menschen eben einfach so nachdenklich?

Ich stelle mir vor, dass Nachdenklichkeit für manche Menschen ein probates Mittel geworden ist mit schwierigen Situationen umzugehen. Zuviel Nachdenklichkeit kann richtig belastend werden - nennt man das dann Grübeln?, weiß ich jetzt nicht.

viele Grüße
claren

hallo

irgendwann haben wir uns vom tierreich gelöst und sind menschen geworden. aus der unwissenheit und dem instikthaften leben wurden wesen, die sich selber und die welt hinterfragen können. wir haben ein bewusstsein und die idee, wir könnten selbst unser schicksal bestimmen, wir hätten einen freien willen.

die bibel umschreibt das mit der vertreibung aus dem paradies. die menschheit fing an zwischen gut und böse zu unterscheiden, zu polarisieren.

eine ente hat kein solches bewusstsein, sie tut nur das, was ihre instinkte vorschreiben. ob sie dabei glücklicher ist als wir, das bleibt dahingestellt.

gruss
coco

hallo!

mir fällt manchmal auf, dass ich mir wünsche, dass dinge/begegnungen mit menschen, die ich sehr gern habe/ereignisse nie geschehen wären, obwohl ich aus heutiger sicht nicht wüsste, was ich ohne sie machen würde…warum ist das so? ich mein, das ist doch komisch, wenn man etwas an dem man sehr hängt am liebsten nie gehabt hätte!
gruß
yvi

Hallo Jonnie

Das Denken ist zuweilen eine SUCHT.
Bei der Meditation in der Art des Zazen (japanische
Richtung) oder Vipassanah (indische Richtung) geht es darum,
der Denksucht zu entrinnen, um innerlich zu einer Ruhe zu
kommen, die sich in mancherlei Hinsicht segensreich auswirkt.
Es heisst, die grossen Geheimnisse des Lebens liessen sich
nur in diesem Nicht-denken erfahren.
Aber es ist schwierig – ich hab mir jahrelang daran die Zähne
ausgebissen. Nach einer Pause habe ich jetzt neu damit
begonnen … drückst du mir die Daumen?

Rolf

Ich danke euch sehr für eure Antworten. Vielleicht hat es doch sein gutes, kein
Instinktautomat zu sein :wink:

Jonnie