Hallo !
Nun, kurzfristig ist ja bei einer Entlassung eines seit Februar 2004 stationär behandelten Patienten eine relative Sache. Ich hätte zu recht „Prügel“ bezogen, wenn ich bei einem solchen Patienten keine vernünftige Entlassungsplanung gemacht hätte. Notfalls muss man halt eine weitere stationäre Therapie durchsetzen, bis zumindest dieser Behandlungsauftrag geklärt ist (also ggf. noch 7 bis 14 Tage länger).
Einige der Dinge wären innerhalb eines Telefonanrufs zu klären, andere brauchen mehr Zeit.
Sehr kurzfristig (sofort) müssen Psychiatrische Institutsambulanz, psychosozialer Dienst bzw. ambulanter Psychiater in das Betreuungsnetz eingebunden werden. Ich weiss, damit ist überhaupt noch nicht die Frage geklärt, wo der Sohn denn schläft. Und die Wahrscheinlichkeit das es nicht klappt ist auch gross. Also muss dies auch thematisiert werden. Sprich : Vorbereitendes Entlassungsgespräch mit Patient, Eltern, ggf. Freund und Arzt der Station (ggf. mit Oberarzt) ansetzen lassen. Am besten unter Beteiligung der nachbetreuenden Einrichtungen.
Das ist zwar schwer zu organisieren, geht aber auch innerhalb einer Woche. Sollen sich ruhig mal ein wenig anstrengen, wenn sie es vorher nicht bedacht haben.
Tageskliniken brauchen meist eine gewisse Vorlaufzeit, bzw. sind manchmal schlicht für diese Patientengruppe nicht gedacht / geeignet (wir hatten eine für eher psychotherapeutisch orientierte Behandlungen und eine für Psychosen etc).
Eine Betreuung einzurichten ist sicher nicht mehr sofort möglich, muss aber ja auch nicht sein.
Ich sehe übrigens auch nicht, dass die Klinik mit der EKT eine Erpressung ausübt, wobei man ich in diesem Fall zur Sinnhaftigkeit bzw. speziellen Indikation der Methode keine Aussage machen kann oder will. Aber es muss eine ambulante weitere Lösung gefunden werden, bzw. die stationäre Behandlung wohl beendet werden. Das ist nicht schön, aber Realität (und eine der Folgen der Psychiatriereformen, die genau eine längere Psychiatriebehandlung solcher Patienten mit chronischer Schizophrenie verhindern wollte). Aus meiner Erfahrung brauchen gerade aber diese jungen Patienten viel Zeit und Unterstützung. Das hat nichts mit Verwahren oder Einschliessen zu tun. Aber allein bis man verschiedene Behandlungsmöglichkeiten sinnvoll getestet und kombiniert hat und eine Stabilisierung eingetreten ist, vergehen doch häufig mehrere Wochen. Leider wird dann erst ganz am Ende geschaut, was denn nun ausserhalb der Klinik passieren soll.
Martin
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