Auswirkung von Wortschatzverkleinerung auf Gefühle

Hi!

Ich habe gehört, dass eine Änderung der Sprache (wie z. B. Verkleinerung des Wortschatzes) Auswirkungen auf Gefühle und deren Ausprägung sowie generell auf das Verhalten des Betreffenden haben kann. Die Nazis sollen dies auch genutzt haben um den Widerstand in der Bevölkerung zu brechen (zumindest wurde das mir erzählt)!
Ich wollte jetzt mal fragen ob dies wirklich so ist und wenn ja dann warum?

Ich hoffe jemand kann mir helfen!!!

Vince

Hi Vince,

da gibt es doch den „Kaspar Hauser“.

Ich empfehle Dir das Buch „Dummheit ist lernbar“. Geschrieben hat es ein Lehrer, der intelligente Kinder unterrichtete, die jedoch notenmäßig teils weit unter dem Durchschnitt lagen. Dafür gab es viele Gründe: teils zogen die Eltern der Kids immer wieder um, sodaß die Kinder keine sozialen Bindungen längerfristig aufbauen konnten. Teils war die Sprache so minimiert, z.B. auf „Bier holen“, sodaß die Kids nicht gelernt haben, das was sie denken und fühlen zu artikulieren. Teils waren die Familienverhältnisse so, daß die Kids viele Aggressionen ansammelten, mit denen sie natürlich nicht adäquat umgehen konnten, diese dann prügelnderweise an ihren Mitschülern ausliesen, weil sie eben nicht gelernt hatten, sich auszudrücken. So wurden sie aus der Gemeinschaft ausgegrenzt, was noch mehr Aggression förderte und noch weniger Chancen auf Integration, Kommunikation bot.

Ist es das, was Dich interessiert?

Ciao,

Romana

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Ich habe gehört, dass eine Änderung der
Sprache (wie z. B. Verkleinerung des
Wortschatzes) Auswirkungen auf Gefühle
und deren Ausprägung sowie generell auf
das Verhalten des Betreffenden haben
kann.

Ich denke mir (ohne da jetzt Ahnung zu haben *g*), daß da sicher etwas dran ist. Denn wenige Wörter zu kennen, schränkt die Kommunikation ja ein, und entsprechend schwindet das Feedback, das man von anderen bekommt. Man denke z.B. an Hörgeschädigte, die deswegen oft für zurückgeblieben gehalten werden.

Mal ganz einfach ausgedrückt: Wenn ich immer nur „Laufen“ sage und „gehen, schlendern, bummeln, rennen, flitzen, trödeln, wandern“ usw. nicht kenne, dann werde ich einfach unpräziser und vermutlich häufiger mißverstanden.

Hi,

Hitler soll u.a. Versuche haben machen lassen, bei denen Kinder nur Nahrung bekommen haben sollen, jedoch keine emotionale Zuwendung. Sie sollen gestorben sein.

Ich denke, ein Baby braucht besonders viel emotionale Fürsorge und Wärme. Es muß sich immer noch angenommen fühlen können, auch wenn es gerade zahnt und sich nicht abgelehnt fühlen müssen, weil es mal unleidig ist. Das hätte sonst zur möglichen Folge, daß es sich später nie unleidig zeigen wollte / könnte, weil es wieder Angst vor Verlust von Bezugspersonen hätte.

Es stellt sich vielleicht erstmal die Frage, was sind unsere Gefühle, wofür sind sie gut, was bringen sie im Leben? Ich denke, sie haben sehr viel mit Selbstausdruck, mit LEBENdigkeit zu tun.

Verena Kast schreibt hierzu, weil ich es gerade lese :smile:) „…Emotionen und das Äußern von Emotionen stehen also im Zusammenhang mit Entwicklung und Wachstum, aber auch mit Entwicklung von Beziehung, mit Entwicklung von Kommunikation.“ Und ansich ist es auch hinreichend bekannt, daß nicht ausgedrückte, sprich unterdrückte Gefühle, früher oder später zu psychosomatischen Störungen führen und die Lebensqualität sowie die Lebensquantität beeinträchtigen: siehe Migräne, Magengeschwüre, Rückenbeschwerden, Krebs… Letztendlich ist alles miteinander in Wechselwirkung.

Ciao,
Romana