Scheidungskinder

Hi Ihr!

Es heißt doch, Scheidungskinder haben später Probleme eine normale Beziehung zu ihrem Partner aufzubauen, stimmt das?
Entweder sie lassen sich auf keine Beziehung ein, oder sie klammern.
Sind das Gerüchte, oder ist da was wahres dran?

Gruß Lena

Hi Lena…

Ich weiß es nicht, ich kann nur von mir erzählen, da ich ein Scheidungskind bin. Nur ob sich das dann mit Klischees erklären und analysieren lässt ist fraglich… Mein Vater hat vor 10 Jahren die Familie verlassen. Tja, und ich habe tatsächlich eine extreme Bindungsangst… Wenn ich es dann wage mich doch mal auf jemanden einzulassen, dann bin ich tatsächlich auch oft eine Klammer… Interessant dabei ist, das mein Bruder genauso reagiert hat, aber noch viel interessanter finde ich, daß mein Bruder und ich auch Erfahrungen mit dem eigenen Geschlecht gemacht haben, mehr als mit dem anderen. Nun gibt es jede Menge Leute, die behaupten, daß mein Bruder sich auf Männer eingelassen hat, weil er zu wenig Liebe von meinem Vater bekommen hat, und ich mich lieber an Frauen halte, weil ich so schwer enttäuscht wurde, möglich st es, allerdings finde ich, könnte man es genauso umgekehrt betrachten, und dann müssten wir beide megahetero sein, schließlich habe ich auch zuwenig Liebe bekommen und mein Bruder ist genauso enttäuscht…
Was sicher ist, ist, daß eine Scheidung niemals an Kindern spurlos vorrüber geht. Und sie sind oftmals kritikempfindlicher als andere… aber letztlich kommt es meiner Meinung nach auch darauf an, warum und wie sich die Eltern haben scheiden lassen und wie alt die Kinder da waren…

Lieben gruß,
Juliane

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ich kenne einige scheidungskinder, die seit langem in festen bindungen leben bzw. verheiratet sind und kinder von intakten ehen, die geschieden sind oder ständig wechselnde partner haben.
ich glaube, dass es keine allgemeine regel gibt, sondern davon abhängt, wie die trennung gelaufen ist und die zeit davor und vor allem, wie das kind damit umgeht.
vielleicht will es dann erst recht eine dauerhafte bindung?!
gott sei dank ist das individuum über allgemeine regeln weitestgehend erhaben.

gruß
cordula

Hallo Lena,

also ich bin auch ein Scheidungskind. Ich denke aber, dass ich recht „normal“ bin, soweit man so etwas von sich behaupten kann.
Ich denke, dass die Entwicklung eines Menschen zwar von seiner Umgebung geprägt wird, aber nicht nur…

Grüße Sylvia

hallo lena,
also ich bin auch ein scheidungskind, bin zwar zur zeit nicht in einer beziehung, habe aber eine längere beziehung hinter mir, die eigentlich so ziemlich normal war. was man darunter auch immer verstehen mag, soll eigentlich heissen ich habe nicht geklammert, wir konnten über alles reden halt alles was zu einer beziehung gehört. vielleicht liegt es aber an jedem einzelnen selbst wie er die scheidung miterlebt hat und verarbeitet hat. was er daraus gelernt hat. ich muss dazu sagen das meine eltern eine relativ gute scheidung hinter sich gebracht haben, kein großer streit, jetzt verstehen sie sich auch wieder, vielleicht sind das auch einflussfaktoren. gruss nicole

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Hi Lena,

der WDR hat im Februar eine Sendung zum Thema Patchworkfamilie gemacht. Das ist vielleicht schon einen Schritt weiter, aber da hieß es was von 140.000 Kindern pro Jahr, die betroffen wären. Wenn die alle krasse Beziehungsprobleme hätten, könnten wir wahrscheinlich bald den Laden zumachen (Deutschland mein ich) oder eine neue Schule der Psychologie gründen: Patchwork-Psychologie.

Das dürfte auf keinen Fall stimmen, dass
* egal in welchem Alter des Kindes die Scheidung ist,
* egal wie sich die Eltern nach der Scheidung verhalten,
* egal wie sich die Situation nach der Scheidung verändert
Scheidungskinder Beziehungsprobleme haben.
Und selbst wenn sie solche haben, es gibt Menschen, deren Beruf es ist, ihnen zu helfen. Manchmal schaffen sie das.

Außerdem: was ist schon eine „normale Beziehung“? Gibt es das im Jahr 2000? Frag mal im Brett und du wirst ein erstaunliches Spektrum an Normalität finden (hoffe ich?).

hier ist ein link zu der erwähnten Sendung mit Literaturtipps, vielleicht taugt das ja was?
http://www01.wdr.de/tv/kindkegel/inhalte/000220_2.html

Viel Gruß
S_

hallo,

meine eltern trennten sich als ich sechs war und führten den scheidungskrieg mit uns kindern als „waffen“. ich kann von mir sagen daß ich angst vor zuviel nähe habe (vermutlich lasse ich das nicht zu um die eventuelle spätere enttäuschung schon im vorherein auszuschließen ).

soviel zu meiner erfahrung,

gruß…michael