Ich kenne jemanden (weiblich), die immer
bevor sie durch irgendeine Tür, egal ob
Klassenraumtür oder S-Bahn-Tür, sich erst
einmal um 180° dreht - aber wirklich jedesmal!!!
Kann mir einer von euch vielleicht sagen,
woran dies liegen kann oder für was das ein
Symptom ist? Ich fände das sehr nett!!!
ob es da eine offizielle bezeichnung für gibt, weiss ich nicht.
ich hatte das vor jahren auch mal. bei mir war es wie eine art zwang. ich versuchs dir mal mit einem autobeispiel zu erklären:
du fährst erst eine rechtskurvve, dann eine linkskurve = die balance ist wieder hergestellt
du fährst zwei linkskurven = der schwerpunkt ist einseitig
beim bewegen im alltäglichen leben macht man ja auch so seine drehungen und kurven. hierbei wurde ich von dem zwang beherrscht immer wieder ein gleichgewicht der richtungen herzustellen. wenn das aus bestimmten gründen nicht ging, weil z.b. zu viele leute dabei waren und ich nicht hätte erklären können warum ich mich jetzt 2-mal um die eigene achse drehe, dann stand ich total unter spannung und kam mir völlig verknotet vor. manchmal bin ich dann aufs klo gegangen, um mich zu entwirren.
ich weiss, hört sich ziemlich konfus an, ich kann auch nicht erklären wie es gekommen ist und warum es alleine wieder verschwunden ist.
zusätzlich dazu habe ich ein leben im „vierer-takt“ geführt, d.h. alles was ich getan habe musste durch 4 teilbar sein: bei nahrungsmitteln, habe ich mir z.b. 2 scheiben brot so aufgeschnitten, dass sie durch 4 teilbar waren, beim laufen habe ich meine schritte immer innerlich bis 4 abgezählt usw.
wenn ich das jetzt so schreibe hört sich das für mich auch total durchgeknallt an, war aber während dieser zeit ein grosses problem, dass mich sehr belastet hat und mir ein grosses stück freiheit geraubt hat. ich hatte angst mit jemanden darüber zu reden, weil ich es peinlich fand und dachte, dass das eh niemand versteht und man mich nur auslacht.
ich hoffe, dass ich dir etwas helfen konnte und dass du es ansatzweise verstanden hast.
wenn du noch fragen hast, kannst du dich gerne bei mir melden.
Erst mal vielen Dank für dein Posting!!!
(Denke ich hab?s verstandenJ)
Ich fand es sehr interessant, denn ich
konnte mir das Verhalten der von mir
beschriebenen Person eigentlich nur mit
Verfolgungswahn erklären. Du hast mir jetzt
aber auch eine Erklärung geliefert die ich
gut nachvollziehen kann!
PS: So wie es klingt hast du dein Problem
bereits überstanden, das freut mich für dich!!!
Außerdem finde ich es überhaupt nicht
peinlich über so etwas zu reden. Ich kann
jedoch verstehen, dass, wenn man weiß, dass
bei sich selbst was nicht stimmt, man meint
bei anderen den Eindruck zu hinterlassen man
wäre nicht mehr ganz normal! Das andere ganz
anders denken und meistens sehr einfühlsam
sein können kann man in dieser Situation
nicht begreifen. Geht mir genauso!
schön, dass du es verstanden hast, ich dachte schon es wäre zu konfus, aber ist auch nicht so einfach zu erklären.
heute hätte ich weniger probleme damit mich jemandem anzuvertrauen, da ich im gegensatz zu damals von sehr lieben menschen umgeben bin. ich denke, das ist in so einer situation auch ein wichtiger faktor.
Hallo Vincent,
Die Beschreibung von Ines fand ich auch ganz toll und interessant.
Ich kenne das von einer Freundin, nur dass sie dann nicht durch die Türen geht.
Ganz grob gesagt nennt man das „Schwellenangst“ Deine Bekannte hat dies vielleicht, aber solange sie durch die Türen geht, ist es in Ordnung, aber es kann ein Zeichen beginnender Verunsicherung sein, die mit sozialen Ängsten oder Abneigung gegen Menschenansammlungen gekoppelt ist. so jedenfalls sah es bei meiner Freundin aus. Wäre bestimmt eine Hilfe, wenn Du mal mit Ihr drüber zu reden versuchst, oder es weiter beobachtest.
Hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen.
Gruß, Christin.
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Hallo allerseits!
Es ist durchaus eine harmlosere Begründung denkbar und somit wird das anscheinend abnormale Verhalten sogar legitim:
Es gibt Menschen, die sich stark akkustisch orientieren, andere orientieren sich per Assoziationen (z.B. Zahlen), und andere wieder sind eben stark visuell veranlagt (es gibt - so glaub ich - auch mediz. Fachausdrücke dafür). Dies spielt sich unbewußt ab. Vielen ist unbekannt, welches Sinnesorgan am stärksten ihre Orientierung beeinflußt.
Somit erklärt sich auch die angesprochenen „Drehung“ vor einem Raumwechsel (Durchqueren einer Tür): Es ist einfach ein kurzer Orientierungsrückblick, den das Gehirn abfordert - wofür auch immer (ob Sicherheit, Abschied o.a., hängt vom Betreffenden und seiner Psyche ab).
Auch andere scheinbar zwanghafte Verhaltensmodelle (z.B. Leben im „vierer-takt“) beruhen auf unbewußte „Programme“ im Gehirn, die abgefordert werden, weil irgendwann mal die Richtigkeit und Effektivität für den eigenen Körper festgeschrieben wurde.
Ein „Umprogrammieren“ ist immer schwierig und mitunter nicht notwendig, da das Verhalten für den einen gerade richtig ist (typisches Bsp. Linkshänder). Es spielt keine Rolle, ob die lieben Mitmenschen dies als Zwangsneuerose o.a. betrachten. Lieber seine Energie im Austüffeln der Notwendigkeit (oder auch nicht!) dieses Verhalten investieren und über die anderen lachen, die das nicht verstehen (nicht verstehen können!). Nur wenn Gefahr für Leib und Seele auftreten, dann muß der Onkel Doktor …
Nun ist dieser Text doch etwas lang geworden. Aber mit der lieben Angst muß man nicht hausieren gehen. Dazu habt Ihr alle gar keinen Grund. Auch mit einer „180/360°-Drehung“ oder „4-Takter“ ist das Leben klasse. Herzlichst! Petra (mit all ihren un-normalen Eckchen - hahah)