Habt ihr manchmal auch das Gefühl

Hallo Athene,

hm, also, das mit Deiner Wohnsituation sagt mir nun nix, aber ich kann ja auch nicht alle Bretter lesen. Vielleicht gehts ja auch so :wink:

Wenn ich Dein Posting so lese, habe ich den Eindruck, dass Du Dir zuviele Probleme von Deinem Freund aufladen läßt.

Verstehe mich nicht falsch, für mich gehört Geben und Nehmen auch zu einer funktionierenden Partnerschaft. Und nirgends scheint immer die Sonne.

Finanzielle Probleme? Liegt es daran, weil er während seines Studiums eine - wie auch immer geartete - Unterstützung von jemand benötigt? Und dieser Jemand bist Du? Das geht, solange es befristet und überschaubar ist, und ihr beide das in Ordnung findet. Wenn es aber so ist, dass er mit Geld einfach nicht umgehen kann, dann wird er DEIN Geld immer und immer wieder dankend annehmen. In diesem Fall MUSS er lernen, damit umzugehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man Leuten, die Geldsorgen haben, am allerwenigsten mit Geld helfen kann.

Persönliche Probleme (jaja, die gabs auch noch) - habe versucht, immer für ihn da zu sein.

Immer für den anderen da sein geht nur solange gut, wie man selbst die Kraft dazu hat. Wenn es bis zur Selbstaufgabe geht, funktioniert es nicht.

Es ist schon ewig her, dass ich mal dachte: „Ja, das Leben ist schön.“ Es hört einfach nie auf.

Ich kenne das auch. Es hört auf, irgendwann. Nicht unterkriegen lassen. Gehe einen Schritt zur Seite und betrachte die Situation so gut es geht, neutral : Wer bin ich? Was habe ich? Bin ich im Beruf/im Studium zufrieden? Bin ich in der Familie zufrieden? Bin ich in der Partnerschaft zufrieden?

Wenn ich das mit den Finanzen und der Jobsuche Deines Freundes lese, dann habe ich den Eindruck, er ist ein Vampir, der Dich aussaugt. Geht es Dir gut in der Beziehung? Ich meine, freust Du Dich darauf, nachhause zu kommen?

Vor allem in Bezug auf meinen Freund weiß ich nicht, was ich tun soll.

Vor allem? Gibt es noch andere Dinge?

Es sieht jetzt so aus, dass er sich Mitte nächsten Jahres eine neue
Stelle suchen muss (Aktuell FH-Studium), aber ich nicht weiß, wie ich
da halefen kann.

Warum mußt Du ihm helfen? Er studiert gerade, also ist er - zumindest auf dem Papier - auch erwachsen. Wie soll/kann denn Deine Hilfe aussehen?

Kenne mich mit Bewerbungen nicht wirklich aus und immer und immer
wieder zu motivieren?

Er muß sich damit auskennen. Ist SEIN Job.

Liebe Athene, ich habe Dein Posting nun 25mal kreuz-und-quer gelesen. Ich habe meinen eigenen Tip befolgt, und bin einen Schritt zur Seite gegangen um es zu betrachten. Ich werde den Eindruck nicht los, dass Dich Dein Freund mehr Kraft kostet als er Dir gibt. Das funktioniert nicht auf Dauer. Partnerschaft bedeutet Ausgewogenheit.

Wenn es mir schlecht geht, bin ich froh, dass meine Partnerin da ist, und mich auffängt, mich aufbaut, mir hilft, mir Tips gibt, neutral kommentiert, etc, etc, etc. Dafür liebe ich sie. Und wenn es ihr schlecht geht helfe ihr, fange sie auf, baue sie auf, gebe ihr Tips, etc, etc, etc.

Liebe Grüße
Bonsai

Hallo,

kümmer dich um deine Probleme und lass ihn sein Leben selber sortieren…
Warum mußt du dich verbiegen um ihm zu helfen??

liebe Grüße
Minnie

Hallo,

dein Freund ist doch sicher erwachsen und kann selber für sich sorgen. Du bist doch nicht dazu verpflichtet, ihm Bewerbungen zu schreiben etc.

Wie schon gesagt wurde, kümmere dich um dich selber und darum, dass du deine Probleme bewältigt bekommst. Klar solltest du auch für deinen Freund da sein, wenn er Probleme hat und ihm zuhören. Aber opfere dich nicht selber auf, um ihm sein Leben und euer gemeinsames Leben leichter zu machen. Er muss selber sehen, dass er sein Leben organisiert.

Denke an dich.

Viele Grüße

Phoebe

Probleme kann man nicht wiegen und messen…
Hallo Athene,

Ich will doch da sein für ihn, er hat erst vor gut einem Jahr seinen wichtigsten Ansprechpartner, seine Mutter, verloren.

Verloren? Durch Tod? Das tut mir leid für euch beide. Meine Ex-Frau und ich waren ungefähr so alt wie ihr beide, als sie ihren Vater verloren hat. Verarbeitet das! Vor allem natürlich er. Aber auch ihr zusammen. Das kann über Jahre noch zu Blockaden und Störungen führen. Hat er sich in seinem Verhalten - speziell was seine Motivation, seinen Antrieb betrifft - im letzten Jahr verändert?

Und nirgends scheint immer die Sonne.

Den Eindruck bekomme ich aber oft genug, wenn ich anderen Paaren so zuhöre!

Regen gehört ebenso zu einer funktionierenden Partnerschaft. Und die, die es wissen, freuen sich über einen Regentag so sehr, dass gleich wieder die Sonne scheint. Soll heißen: Ich kann wochenlang mit einem Problem rumlaufen oder meine Partnerin direkt, mit den richtigen Worten, ansprechen. Und sie wird mit den richtigen Worten antworten. Ich kann mir dann überlegen, ob ich mit der Antwort zufrieden bin oder nicht. Aber…ich bin in diesem Moment erstmal froh, dass wir über das Problem gesprochen haben. Wir haben damit beide den gleichen Wissensstand und wieder etwas Gemeinsames :wink:

Er bekommt von seinem Vater minimale Unterstützung, von der FH etwas Geld, aber leider gab es in der Vergangenheit einige finanzielle Rückschläge, für die er nichts konnte. Ja, die Geldleiherei war befristet und schließlich brauch ich auch etwas…
Den Umgang mit Geld beherrscht er schon, soweit ich das beurteilen kann. War eben eine üble Phase, in der alles schlecht lief.

Na gut…Es kommen auch wieder bessere Phasen. Es geht nicht immer nur bergab. :smile:

Ich habe manchmal das Gefühl, dass er beleidigt ist, wenn ich „abblocke“, wie er das so schön zu bezeichnen weiß.

Das ist aber nicht schön von ihm. Sprecht darüber mal. Warum Du „abblockst“. Und warum er es als „abblocken“ sieht. Schließlich bist Du keine Müllkippe und keine Beichtmutter und keine Frau Dr. Sommer. Sondern seine Partnerin. Es muß auch erlaubt sein, dass man seinem Partner einfach mal nicht helfen kann. Oder vielleicht auch nicht direkt helfen, sondern indirekt. Auch einfach mal zuhören ohne ständig Lösungsvorschläge präsentieren zu müssen, kann schon sehr helfen. Derjenige, der über sein Problem spricht, verarbeitet in diesem Moment ja schon wieder ein Stück.

Es ist nicht leicht, neutral zu bleiben, wenn man mittendrin steckt…

Klar, aber dafür machst Du das hier schon ganz gut :smile:

Mit dem Studium ist auch so ne Sache. Bei mir steht nächstes Semester ein Uniwechsel vor der Tür, aber viel darüber geredet haben wir noch nicht. Ich frage mich, ob er überhaupt weiß, was das für mich bedeutet… Meine Familie ist super. Vom Grundtenor her bin ich auch in der Partnerschaft zufrieden, allerdings gibt es da manche Spitzen, mit denen ich nicht klarkomme und auch wenn ich ihn drauf anspreche, nicht das Gefühl habe, er versteht mich zu 100%.

Für mich sieht es aus wie ein normales Leben. Vielleicht momentan ein bisserl auf die eine Seite hängend, aber doch nicht unlösbar?

Ich freue mich schon, ihn zu sehen (ist momentan nur eine WE-und -Vieltelefonierer-Beziehung wegen des Studiums), aber ich weiß genau, dass es, je nach Geschehnissen in der WOche, sehr anstrengend sein kann.

Was ist anstrengend? Sich pfundweise die Probleme der Woche anzuhören? Dann vereinbart feste Regeln: Zuerst lädt er eine Stunde ab, dann Du. Dann wird gekuschelt und genossen.

Ja, sicher… Gibt doch immer genug Zeug, was nach einem schreit, wenn man es nicht brauchen kann. Oder bin ich da ein Einzelfall?

Nö, bist kein Einzelfall. Auch hier solltest Du bewerten und dann priorisieren: Zuerst kommst Du, dann Dein Freund, dann alles andere. Sind es freiwillige Verpflichtungen? Weg damit, zumindest eine Zeit lang.

Er hat mir natürlich auch in schwereren Lagen geholfen, allerdings habe ich das Gefühl, dass seine großen Probleme meine - meiner Ansicht nach - unwichtigen Probleme verdrängen. Dass ich erst mal sehen will, dass die groben Probleme weg sein.

Probleme kann man nicht messen und nicht wiegen. Menschen sind unterschiedlich. Der eine redet nur über seine grossen Probleme und löst die kleinen ganz für sich allein. Der andere hat nur kleine und muß sich bei denen auch noch helfen lassen. Deine Probleme sind, wenn sie auftauchen, Probleme, die gelöst sein müssen. Und das solltest Du tun. Ein bisschen Egoismus würde Dir - glaube ich - wirklich nicht schaden.

Klar, er sagt, er habe immer ein offenes Ohr für mich, wenn was wäre, solle ich es ihm sagen, etc. Aber ich bin von seinen Problemen, die mich als seine Partnerin logischerweise auch betreffen, eingenommen.
Ich liebe ihn nun mal, ich will ihn nicht vor den Kopf stoßen, wenn ich sage, er soll seinen Mist selbst lösen…

Naja, mir fällt grade nix ein :smile: Aber, ein bisserl diplomatischer wirds sicher helfen. :wink:

lg
Bonsai

PS: Entschuldige bitte, wenn ich manchmal in eine Dr. Sommer-Ton verfallen bin. Ist alles nicht oberschlau-und-ganz-toll-abgeklärt gemeint.

Huhu,

die Überschrift könnte ja von mir sein nur würde bei wohl der Server ein Problem mit der Datenflut bekommen, sollte ich anfangen zu schreiben. Anyway, für mich klingt es so als wärest du reif für die Insel, die Akkus leer und kurz vor einer Winterdepression. Was also tun, wenn die Zeit nicht da, die Kohle zu knapp und der Partner auch keine echte Hilfe ist… schwere Frage. Im kleinen würde ich mit frischen Blumen, einen neuen Bild im Wohnzimmer, einen Besuch beim Friseur oder einen verlängertem Wochenende bei der besten Freundin anfange. Wenn alles nichts nützt eine Urlaubsreise nach Südfrankreich planen, mir einen neuen Freund suchen und in eine reine Frauen WG einziehen in der Platz genug für ein eigenes Solarium ist.

Kopf Hoch … alles wird GUT und du wirst sehen bis zum ersten Tag in 2005 an dem die 20°C Marke überschritten wird sieht alles schon viel besser aus.

liebe Grüsse
Me