Meine Hilfe an einen Leidensgenossen
Hallo,
wenn du dir selbst für deine Zukunft einen Gefallen tun willst, dann geh durch diese Zeit durch und bekämpf die Angst, stell dich ihr.
Denn wenn du nun anfängst, eine Vermeidungshaltung/-taktik an den Tag zu legen, dann manifestiert sich die Angst, und du kannst gar nicht mehr ins Wasser - womöglich macht dir dann irgendwann die Badewanne Angst. Unsere Psyche ist halt nun mal so gestrickt.
Deshalb gründet ja auch die Verhaltenstherapie darauf, dass sich die Patienten unbedingt der Angst stellen müssen. DU sollst der Herr über dich selbst sein, niemals die Angst! DU sollst bestimmten, was du tust und lässt, niemals die Angst!
Denn verdrängte Angst, unbewältigte Angst sucht sich noch ganz andere Ventile - das entzieht sich deinem Bewusstsein. Will heißen, vor lauter Vermeidungstaktiken aufgrund von Angst, schränkst du dich und dein Leben immer mehr ein.
Ich weiß, grau ist alle Theorie … aber es ist der einzige Weg.
Mich hatte ein ähnliches Schicksal wie dich ereilt:
Freitag, der 13. Febr. 1998!
Da hatte mich auf der Autobahn ein irrer Raser von hinten mit meinem kleinen Corsa „abgeschossen“, weil er dachte, ich schere gleich wieder rechts ein, als ich zwei Sattelschlepper überholt hatte. Trotz Vollgas bringts halt der Corsa dann nur auf ca. 120 km damals. Und ich war eben erst am 1. Sattelzug vorbei. Da die beiden keinen Abstand ließen, blieb nur Vollgas und den zweiten auch noch packen. Wie auch immer, ist ja egal, jedenfalls hat mich der Jüngling mit seiner aufgemotzten Karre frontal hinten abgeschossen.
Ich bin erst nach links gegen die Mittelleitplanke geknallt, dann hat es mich nach vorne katapultiert und mit einer Irrsinnsgeschwindigkeit bin ich VOR dem zweiten Sattelzug nach rechts rüber an die rechte Leitplanke gedonnert.
Insofern müsste ich dem Irren dankbar sein: hätte er nicht so ein Affentempo drauf gehabt, mit dem er mich abgeschossen hat, dann hätte es mich nicht VOR den Sattelzügen nach vorne gedreht, sondern direkt unter einen von ihnen drunter. Dann säße ich jetzt nicht hier.
Mein Auto war Matsch, klar, der Corsa bestand irgendwie nur noch aus Fahrer- und Beifahrersitz - alles andere war zusammengeschrumpft.
Einer der Sattelzugfahrer hat mich dann aus dem Wrack gezogen: nicht eine Blessur hatte ich, wohl etwas Kopf- und Rückenweh, aber im Krankenhaus haben sie alles durchgecheckt, nix, alles heile.
Zwar hatte ich einen Schock, ich jammerte angeblich (ich weiß es nicht mehr) nach Aussage meines damaligen Freundes, der zur Unfallstelle kam, dauernd „mein Auto, mein Auto“ … also ob das noch wichtig wäre
… aber ansonsten hatte ich eine ganze Armee von Schutzengeln.
Warum ich dir das erzähle?
Naja, ich denke, da sind Parallelen zu dir zu sehen und vielleicht kann ich dir Mut machen, an dein Problem ähnlich ranzugehen.
Ich hätte jetzt sagen können: das war Freitag, der 13.!
Soll ich mich jetzt jeden Freitag, den 13., daheim vergraben, nur weil das damals da passiert ist?
NEIN!
ICH bestimme, was ich tue, nicht meine Angst, meine Sorge, dass sowas wieder passieren könnte! ICH will Herr der Lage sein, und nicht meine Panikgedanken, die mir mein Unbewusstes aufdrängen will.
Ich hätte jetzt sagen können: nie mehr auf die Autobahn!
Oder: nie mehr LKWs überholen!
Oder: nie wieder in ein Auto setzen!
Merkst du, wie ich mein Leben eingeschränkt hätte, wenn ich dem nachgegeben hätte, mich von meiner Angst hätte terrorisieren lassen?
Ich würde heute alles nur zu Fuß machen „dürfen“!
Ich würde nie wieder in Urlaub fahren können, denn man müsste ja mal eine LKW überholen!
Soweit, glaube ich, ist es dir ja auch schon selbst ein bisserl klar: man MUSS sich der Angst stellen, man MUSS Herr über die Angst sein, nicht die Angst Herr über dich! NUR SO kannst du in Zukunft unbeschwert leben - und auch schwimmen gehen!
Jetzt fragst du, wie man das macht …
Tja, dass da erstmal eine schwere Zeit losgeht, dürfte jedem klar sein.
Nach so einem Schockerlebnis wie meinem Unfall oder deinem im Wasser kann die „Therapie“ kein Larifari sein, das ist klar. Die Therapie dafür wird genauso hart sein, wie das Schockerlebnis als solches.
Ganz einfach, weil sich solche Ängste, die ja in der Situation damals das Leben bedrohten, sich tief eingraben.
Aber wir wollen ja da alle zwei als Sieger hervorgehen, nicht?
Also, was tun?
Ich hab mir das eben Gesagte tagtäglich verinnerlicht: ICH will mein Leben bestimmen, nicht irgendwelche Ängste! Das ist das eine.
Das andere ist, relativ „rational“ sich mal vor Augen halten:
es WAR ein Unfall.
Überlege dir mal zum ersten Antworten auf die folgenden Fragen:
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sowas wieder passiert?
Wann WÜRDE es wieder passieren?
Was kann ICH dafür tun, dass „es“ nicht wieder passiert?
Zu Frage 1: die Wahrscheinlichkeit dürfte gering sein, dass es wieder passiert, wenn du (Frage 2) im Wasser nicht leichtsinnig bist, also nicht über deine Kräfte weit hinaus schwimmst, nicht mit vollem Magen schwimmst, dich nicht unter Sprungtürmen aufhältst, wo dir jemand ins Rückgrat springen könnte usw.
Zu Frage 3: was kannst DU dafür tun, dass „es“ nicht wieder passiert?
Ich weiß ja nicht, warum dir damals der Unfall passiert ist, drum kannst du dir die Antwort sicherlich besser geben …
Beantworte dir LAUT und DEUTLICH, nicht nur in Gedanken die Frage: was kann ich dafür tun, dass „es“ nicht wieder passiert, also z.B., in welche Gewässer begebe ich mich, wo mir kein Schaden droht, wie weit schwimme ich raus, was mute ich mir zu, was meiner Statur und meinen Kräften gut tut usw.
Irgendwo in meiner „Angst-Karriere“ hab ich mal den Satz gelesen:
Angst ist oft nichts anderes als ein MANGEL AN INFORMATION
Und da ist was dran:
stell dich deiner Angst, indem du soviel wie möglich an weitgehend objektiven Informationen zu deinem „Fall“ holst - wo immer auch her.
Benutze hierfür die oben genannten Fragen!
Gehe ganz un-emotional an diese Fragen ran, und beantworte sie dir, wie wenn du diese Tips einem Freund geben würdest, dem sowas wie dir passiert wäre.
Koppel deine Angst los von Emotionen!
Sammel ganz nüchtern Infos.
Wenn du das getan hast, dann gehts von der „grauen Theorie“ an die Praxis!
Die MUSS sein!
Da MUSST du durch!
Nicht weil ich es sage, nicht weil ein Arzt oder Therapeut das sagt, nicht weil gute Freunde das sagen, sondern weil DU ES WILLST!
Weil DU der HERR über DICH sein willst, weil DU DEIN Leben in der Hand haben willst, und niemand anderes dich in der Hand haben soll, darf, kann - auch keine Angst! Lass ruhig den Trotz in dir zu: DU willst alles in der Hand haben! Versuch, das Gefühl zu erspüren: „jetzt erst recht“!!!
Dann fang wieder an, wie ein kleines Kind, zu lernen: ins Wasser gehen, schwimmen gehen!
Du bist doch schon so toll, so grandios, dass du dir, wie ich es rausgelesen habe, prof. Hilfe geholt hast!
Super!!!
Du hast schon die richtige Einstellung dazu, wie es für dich gut weitergehen kann, gut ausgehen kann!
Einfach klasse!!!
Bleib am Ball!!!
Du bist auch, wenn ich das richtig verstanden hab, wieder ins Wasser gegangen, hast ein, zwei Bahnen geschwommen!
Klasse! Du bist so toll, was du da schon geschafft hast!!!
Mach weiter! Du bist auf dem besten Weg!
Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden! Ein, zwei Bahnen sind riesig klasse, für das, was du hinter dir hast!
Das ist ein Anfang! Ein GUTER Anfang!
Setz dich nicht unter Druck! Du hast ein schlimmes Erlebnis gehabt, das „merkt“ sich die Seele erstmal.
Die Seele will aber nicht unter Druck gesetzt sein!
Gib ihr und dir Zeit!
Erst eine Bahn, dann zwei Bahnen - und in ein paar Wochen drei Bahnen.
Verlang nicht gleich wieder deine alte Form zurück!
Stell nicht gleich so hohe Anforderungen an dich!
Mach’s wie kleine Kinder, die anfangen, etwas zu lernen: schwimmen, radfahren usw.
Wie machen die das?
Sie können es auch nicht gleich auf Anhieb, sie ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN und haben ihren Spaß dabei.
Versuch dich, in so eine Haltung zu „beamen“: übe! Mit Spaß! Erst ein, zwei Bahnen, beim nächsten Mal nur drei!
Versuch nicht, dich unter Druck zu setzen, Mensch, jetzt muss ich aber wieder in meiner alten Form zehn Bahnen schwimmen!
Deine Seele mag von dir ernst genommen werden und nicht unter Druck gesetzt werden.
Sie mag, dass du ihr und dir Zeit gibst, wieder VERTRAUEN zu fassen.
VERTRAUEN muss WACHSEN!
Erst recht, nach einem neg. Erlebnis!
ES WÄCHST!
Aber alles WACHSTUM braucht ZEIT!
Setz dir ganz rational Aufgaben, aber bitte nur kleine:
Beim nächsten Mal schwimmst du nur 2 Bahnen!
Beim übernächsten Mal nur drei!
Und keine mehr!
Schwimm ruhig mal ein paar Wochen nur drei Bahnen!
Denk nicht dran, wieviel du früher geschafft hast und jetzt hättest schaffen können oder wieviel du schaffen musst.
Denk NICHT an deine Angst!
Schieb den Gedanken, so gut es geht, beiseite.
Kleine Schritte, heißt hier das Zauberwort!
Geh, aber mit kleinen Schritten!
Hauptsache du „gehst“!!!
Rein pragmatisch hieß das damals für mich:
rein in das neue Auto, rauf auf die Autobahn, rauf auf die Überholspur, und LKWs überholen, einen nach dem anderen - immer wieder!
Mann, was hab ich geschwitzt! Ich hab geschlottert vor Angst, als ich wieder so einen Koloss überholen musste, und hab panisch in den Rückspiegel gelinst, ob da nicht schon wieder ein Raser von hinten angedonnert kommt!
Wichtig ist mir hier - auch für dich -, übe möglichst am Anfang nicht alleine!
_Es ist wie bei den Kindern: Kinder wachsen über sich selbst hinaus, wenn sie was üben, lernen, wenn jemand da ist, der sie bestärkt, der sie lobt! Das schafft Zutrauen, Vertrauen, auch in sich selbst! Das macht stark! Das macht Mut!!
Also hab ich mir einen guten Freund mitgenommen und wir haben immer wieder geübt, nicht jeden Tag, aber oft.
Und wenn im Auto die Panik kam, hat er mich beruhigt, mir gut zugeredet, dass ich stark bin, dass ich das schaffe, dass gar nichts passieren kann, solange ich vorsichtig bin, solange ich nicht leichtsinnig bin, solange ich eben all das tue, was in meiner Macht steht, Hauptsache ich TUE WAS!
Und diese ÜBUNG war Gold wert, sag ich dir!
Ich wurde immer sicherer, immer stärker, immer glücklicher, weil ich merkte, ICH BESTIMME hier, was ich tue und was nicht. ICH BESTIMME über mich, nicht meine Angst! Meine Angst mag da sein, aber sie beherrscht mich nicht so, dass sie mich daran hindert, Dinge zu tun, die ich aber gerne machen würde, weil sie eigentlich nicht schlimm sind.
Angst per se ist ja mal was ganz Normales, Menschliches.
Es bewahrt den Menschen vor Gefahrensituationen, vor unüberlegten Dingen.
„Krankhaft“ wird Angst erst dann, wenn sie unangemessen ist, wenn sie uns am Leben hindert, wenn sie uns einschränkt, wenn sie nur noch im Kopf existiert, aber nicht mehr real in unserer Umwelt.
Siehe meine drei Fragen oben!
Und heute kann ich problemlos auf die Autobahn, auch alleine, ich überhole LKWs!
Zwar schaue ich dreimal hin, bevor ich wieder einen überhole und geb Vollgas, wenn ich überhole - mulmig ist mir auch, wenn ich an der Ampel neben einem LKW stehe, mein Kopf in meinem Auto auf Höhe seines Unterbodens (damals beim Unfall wäre ich im wahresten Sinne des Wortes einen Kopf kürzer gewesen, wenn mein Schutzengel nicht gewesen wäre!) … aber ich dränge die Angst dann bewusst zur Seite, indem ich mir sage: gut, damals ist was Schlimmes passiert! Aber ich tue HEUTE alles, um mich nicht unnötig in Gefahr zu begeben, ich versuche nicht leichtsinnig zu sein, was ich tun kann, das tue ich. Aber ich lasse nicht zu, dass meine Angst verhindert, dass ich quietschfidel mit meinem Auto alleine in den Urlaub fahre!
Wenn ich meine „Übungen“ auf deinen Fall übertrage, könnte ich dir aus eigener guten Erfahrung für die Praxis empfehlen:
-
nimm einen Kumpel mit zum Schwimmen. Zu zweit macht es doch eh mehr Spaß! Am besten einen guten Freund, der deine Angst kennt, der dir dann beim Schwimmen im wahresten Sinne des Wortes „den Rücken stärkt“, ja, sag ihm, er soll dich ruhig loben, dir gut zureden, wenn du wieder eine (!) Bahn gut geschafft hast.
-
Er soll neben dir herschwimmen, das gibt dir Sicherheit, das für den „Notfall“ jemand gleich neben dir ist. Das beruhigt doch ungemein, oder?
-
Erst wenn du das einige (!) Male so praktiziert hast, wird dein Unbewusstes, deine Seele wieder „lernen“, dass es doch nicht so schlimm ist, wenn du ins Wasser gehst, das ein einmaliger Unfall nicht heißt, dass das wieder passiert, denn du bist vorsichtig, nicht leichtsinnig, machst nichts, was die Kräfte deines Körpers überfordert, du hast einfach Spaß im Wasser!
-
Das Zauberwort heißt einfach nur „üben“!
Üben, üben, üben!
Man „lernt“ Zeit seines Lebens nur durch ÜBEN!
Das war bei uns als kleinen Kindern so, und es ist heute als Erwachsener noch so: was man können will, soll, muss, das muss, soll, kann man ÜBEN!
Ob ich jetzt mir ein neues Programm kaufe, und damit umgehen will, ob ich jetzt Schlittschuhlaufen anfangen will … man kann es nicht von heute auf morgen. Man muss üben!
Seit deinem Unfall hat deine Seele Angst vor dem Wasser!
Sie muss also wieder neu „lernen“, dass das Wasser nichts Schlimmes ist, dass sich dein Unfall nicht wiederholt!
Hab Vertrauen in dich, in deine eigene Seele: durch Üben wirst du wieder so stark wie vorher und - das Wichtigste: dein eigener Herr , nicht die Angst!
Also, nimm deinen besten Freund/Freundin mit zum Schwimmen.
Das gibt dir Sicherheit, es ist jemand da - für alle Fälle. Sei es, dass die Angst wiederkommt oder einfach nur zur Beruhigung.
Und: „lauere“ bloß nicht auf die Angst!
Denn die KOMMT wieder, wenn du im Wasser bist.
Aber mach dir bewusst: das ist ganz normal am Anfang!
Stell dich ihr, indem du dir innerlich sagst: „Hallo Angst! Na, da bist du ja wieder! Von mir aus! Aber weißt du was? Ich werde dir schon zeigen, wer hier der Herr im Tempel ist … ich GEHE JETZT INS WASSER … und du kannst mich mal!“
Ja, lach nicht!
Du wirst staunen, was das für Wunder wirkt!
Denn damit verteufelst du nicht deine Angst, deine Panik, sondern du akzeptierst sie, dass sie nunmal NOCH da ist! Sie wird schwinden, glaub mir!!
Wenn du vehement gegen sie ankämpfst, als koste es dich das Leben, dann wird das ein harter Kampf gegen Windmühlen.
Will heißen: lass sie zu! Sie ist da und sie wird auch noch eine Weile da sein.
Währenddessen sie sich allerdings noch in deinem Kopf „vergnügt“, arbeitest du schon „heimlich“ an Plan B:
Also, schnapp dir einen guten Freund, der um deine Angst weiß, geh mit ihm/ihr schwimmen, er/sie soll neben dir herschwimmen, ganz relaxed …
Dann macht nach jeder Bahn schön lässig eine Pause!
Lästert schön über die Ommas oder die Tussis im Bad ab … das entspannt dich
) Das lenkt dich ab!
Dann die nächste Bahn!
Und ich würde empfehlen: schwimm doch am Anfang, ca. 1, 2 Armlängen vom Beckenrand weg, nicht mitten im Becken, wo das „Ufer“ so weit weg ist!
Dann hast du doppelten Boden quasi: dein Freund schwimmt neben dir her und der Beckenrand ist nur zwei Armlängen von dir weg.
Viellicht mag dir das lächerlich vorkommen. Es tut aber Wunder. Nicht offensichtlich, unterschätz das nicht! Sondern unbewusst tut diese „Selbsttherapie“ ihre Wunder: deine Seele lernt wieder das Vertrauen! Wie wenn du ganz neu schwimmen lernen würdest!
Du hast es doch als kleines Kind auch gelernt, nicht?
Und so ist es jetzt wieder: der Unfall hat dich erstmal zurückgeworfen, jetzt lern wieder neu!
Und setz dich bitte nicht unter Druck, dass du bis da und da hin so und so viel Bahnen schwimmen können must.
Und setz dich nicht unter Druck, dass dir ab heute das Wasser keine Angst mehr machen DARF.
Das ist Blödsinn. Eile mit Weile!
Geduld und Übung ist das Stichwort!
Dein Posting machte auf mich den Eindruck, dass du dich sehr unter Druck setzt bzgl. deiner Angst.
Ha, du schaffst das irgendwann wieder wie früher!
Aber gib dir Zeit! Was hetzt dich so?
Nimm die Angst an als was ganz Normales nach so einem Schicksalsschlag.
Ich weiß ja nicht, ob du an Gott glaubst wie ich. Aber ich finde es genial, wie „er da oben“ mir einen ganzen Heer von Schutzengeln aufs Auto gesetzt hat.
Und bei dir eine ganze Schwimmerstaffel an Schutzengeln, dass du noch lebst! Ist das nicht klasse?
Hey! Du hast noch eine Chance! Und was für eine!
Also, heute nachmittag gehen wir schimmen!
Richtig genüsslich in einen großen Badetempel mit Bistro und schönen Mädeln und so … das lenkt herrlich ab von deinem Plan B!
Und ab ins Wasser! Du hast soviel Unterstützung durch deinen Freund, der neben dir herschwimmt, durch den Beckenrand, der nur 2 Armlängen weit weg ist, wo du JEDERZEIT stoppen kannst.
Vielleicht willst du auch erstmal in nicht so tiefem Wasser schwimmen? Why not?
Und laaaaangsam wieder anfangen. Zwei Bahnen und dann erstmal am Beckenrand die Tussis in ihren knappen Bikinis bestaunen …
Es soll dir eine Lust sein, wieder ins „Wasser-Leben“ zurückzukehren!
Es soll dir Ansporn sein, die Angst, die ein Teil ist wie sie ein Teil jedes Menschen ist, zu akzeptieren: hallo Angst, du bist da, du gehörst zu mir wie zu jedem Mensch-Sein, aber du bestimmst nicht über mich!
Und zum Schluss empfehle ich dir ein Buch, das mir in diese schweren Zeit des „Übens“ sehr viel geholfen hat:
„Warum immer das Schlimmste befürchten“ von Dr. Wolfang Rost
1994, Südwest Verlag München
ISBN 3-517-01428-1 Buch anschauen
Da sind sehr schöne Strategien beschrieben.
Die Angst ist nicht dein FEIND!
Sie gehört zu dir, wie zu mir, wie zu jedem.
Aber sie hat „die Schnauze zu halten“, wenn sie uns bevormunden will.
Denn WIR bestimmen, was wir tun und was nicht. Und wenn sie uns einschränken will, hauen wir sie aus dem „Tempel“.
Gell?
Also, wenn du magst, du kannst mir gerne auch eine Mail schreiben. Ich kenne diese Angst, die du auch hast aus der eben beschriebenen ähnlichen Erfahrung.
Lass dich bloß nicht unterkriegen! Du bist klasse, du bist stark, du packst das 100%ig - wetten dass???
Alles Gute für dich,
Christina
P.S.: wenn du mal eine Tiefpunkt hast, kannst du auch mal hier in dem Forum nachlesen oder schreiben, das hat mir auch viel geholfen:
http://www.angst-und-panik.de_