Hallo Timid,
es geht nicht darum, Deinem Freund eine Therapie aufzuzwingen. Ich weiß selbst, daß niemand gegen seinen Willen dazu gezwungen werden kann. Ich habe auch nicht davon gesprochen.
Worum es geht, ist, daß es im Fall akuter Suizidgefahr keine Rolle spielt, was Dein Freund will oder was er nicht will. In dem Fall muß gehandelt werden. Wenn die Suizidgefahr vorüber ist, kann er wieder nach Hause gehen.
Stichwort „Vertrauensbruch“: Weil ich das Argument kenne, habe ich den letzten Absatz in meinem Posting geschrieben. Im Fall von Lebensgefahr werte ich (und der Gesetzgeber) das Leben höher als einen vermeintlichen „Vertrauensbruch“.
Stichwort „Therapiegeschwafel“: Eine gute Therapie ist kein Geschwafel, sondern kann bei Depression sehr gute Verbesserungen bis zur völligen Beschwerdefreiheit bringen.
Dein Einwand: „Er soll nicht mit Medikamenten vollgepumpt werden, weil die nur die Suizidgedanken unterdrücken“
Was heißt „nur“?! Wenn es sich um eine andere lebensgefährliche Krankheit mit großen Schmerzen (z.B. KREBS) handeln würde, dann kommt keiner damit, daß man mit „Medikamenten vollgepumpt“ wird, sondern ist froh, daß man sie bekommt.
„Ich möchte eben eher wissen wie ich ihm klarmachen kann, dass es sich lohnt für sein Leben und seine Gesundheit zu kämpfen, s dass er eben freiwillig eine Therapie macht.“
Sucht euch GUTE Informationen über die Krankheit Depression und ihre GUTEN Behandlungsmöglichkeiten. Die Psychiatrie ist schon lange keine Horroranstalt mehr, mit Medikamenten wird man nicht ruhiggestellt und Therapie ist kein Geschwafel. Solange ihr noch etwas anderes denkt, ist es Zufall, ob die Krankheit verschwindet und die Wahrscheinlichkeit hoch, daß Dein Freund sich tötet. Eure Einstellung muß sich drastisch ändern, sonst gute Nacht.
Entweder Vorurteile und ggf. ein früher Tod oder die Chance auf ein besseres Leben. Überlegt es euch gut.
Grüße,
Oliver Walter