Was geht in dem kleinen Kopf bloß vor?(sehr lang)

Von: , Frage gestellt am Mi, 5. Jan 2005
Hallo liebe Hobby- oder vielleicht auch hauptamtliche Psychologen.
Ich schreib mein Problem bewusst nicht im Eltern und Kinder Brett da ich denke das hier vielleicht eher die Antworten bekomme die ich suche.
Wir haben ein Problem mit unserem Junior. Der kleine ist 7 Jahre alt. Ich hol mal ein bisschen weiter aus um vielleicht den Umfang des Problems ein bisschen besser zu verdeutlichen.
Angefangen hat alles als er ca. ein halbes Jahr alt war. Damals „durfte“ er ein paar Tage bei Mama und Papa im Bett schlafen weil wir sein Zimmer renoviert hatten.
Nach ca. einer Woche waren wir mit dem renovieren fertig und er sollte wieder alleine in seinem Bett schlafen. Aber der kleine war mit seinen 6 Monaten der Meinung bei Mama und Papa ist’s irgendwie gemütlicher und schrie wie am Spieß sobald wir nur mit ihm in die nähe seines Bettes kamen.
Das Resultat war, das er bis zu seinem 5.!!!! Lebensjahr bei uns im Bett schlief. Wir haben zwar zwischendurch immer wieder versucht ihn an sein Bett zu gewöhnen aber es half nichts. Sobald er alleine in sein Bett lag schrie er das ganze Haus zusammen. Manchmal so das die Nachbarn schon dachten wir würden ihm was antun. Dabei würden meine Frau und ich NIEMALS körperliche Gewalt als Problemlösung sehen und dies auch noch nie praktiziert haben.
Als er dann so ca. 5 Jahre alt war und auch soviel Verständnis besaß das man mit ihm auch mal ein „richtiges“ Gespräch führen konnte haben wir dann „weichgekocht“ und er schlief ab und zu mal in seinem eigenem Bett. Wobei das meistens darin endete das er Nachts, so gegen 3 oder 4 Uhr doch zu uns ins Schlafzimmer kam und sch heimlich zwischen uns legte.
Mit 6 Jahren hatten wir ihn dann soweit das er wirklich in seinem Bett durchgeschlafen hat.
Die einzige Ausnahme die wir erlaubten war am Wochenende. Da durfte er bei seiner 4 Jahre älteren Schwester schlafen oder sie bei ihm, wenn beide wollten Was aber immer der Fall war.
Nun ist der Zwerg 7 und die ganze Geschichte scheint von vorn los zu gehen. Der Grund war das wir vor 2 Monaten sein Zimmer renoviert haben. Nachdem das Zimmer fertig war (ist wirklich gut gelungen) fand unsere Tochter es dort so schön und Gemütlich das sie lieber bei ihrem Bruder schlafen wollte. Ok, dachten wir uns, es ist was neues das Zimmer ist schick also werden wir unsere Wochenendausnahmen mal ein wenig ausdehnen und lassen beide Kinder, wenn sie das wollen in einem Zimmer Schlafen.
Mittlerweile ist der Zauber des neuen Zimmers verflogen und unserer Tochter zieht es vor wieder alleine in ihrem Bett zu schlafen, was auch völlig verständlich ist für uns.
Nachdem ich nun soviel Vorgeschichte erzählt habe, nun aber unser eigentliches Problem:
Seit mehreren Tagen, also seit dem er wieder alleine schlafen soll macht er ein Riesen Theater.
Wir haben mit ihm mehrfach in aller Ruhe geredet. Das Resultat ist, das er ganz „mutig „ alleine in sein Bett geht, so ca. um 19:30 Uhr. Dann darf er noch ein bisschen Fern sehen und spätestens um 20:15 Uhr ist Zapfenstreich. Das geht dann bis ca. 22/23 Uhr gut. Dann wird er wach und fängt fürchterlich an zu weinen. Dann die üblichen Betteleien : „Darf ich bei euch schlafen...“ „Ich hab Angst...“ usw. Wir haben uns jetzt vorgenommen das konsequent durchzuziehen und schicken ihn jedes Mal zurück wenn er neben unserem Bett steht.
Gestern aber verhielt er sich wirklich merkwürdig. So das wir echt Angst bekamen.
Um 22 Uhr hörten wir wie er plötzlich aus seinem Bett aufsprang und zu uns ins Schlafzimmer gerannt kam. Er rannte als ob er um sein Leben rennen würde. Dann stand er total zitternd und apathisch da und stammelte wirres Zeug zusammen. Er stand total verkrampft und halb zusammengekauert da. Als ich ihn fragte was denn los sei drehte er sich um, ging wieder in sein Bett legte sich hin, zitterte am ganzen Körper und stammelte nur „Ich hab Angst!!!“
Da bekamen wir dann schon ein komisches Gefühl.
Wenn man ihn fragt warum oder wovor er denn Angst habe, sagt er, her hat Angst das einer in unsere Wohnung einbricht und zu ihm ins Zimmer kommt.
Wir haben keine Idee wie er darauf kommt. So etwas ist bei uns noch nie passiert und wir wohnen auch in einer sehr ruhigen Gegend wo es, soweit ich weiß, seit 100 Jahren keine Einbrüche gegeben hat.
Sein sonstiges Verhalten tagsüber ist eher als Mobil zu beschreiben. Also er ist kein Einzelgänger oder ähnliches. Er ist sehr kontaktfreudig und auch an allem Interessiert. Auch aus der Schule höre ich keine Auffälligkeiten. Manchmal ist er dort ein wenig zu Mobil aber laut der Lehrerin ist das alles im Rahmen.

Meine oder besser unsere Frage ist nun: Was geht in seinem kleinen Kopf nur vor, das er solch panische Angst hat alleine in einem Bett zu schlafen? Wo liegen die Ursachen dafür.
Und wie kann man ihm die Angst nehmen? Wir haben schon alles versucht.
Wäre schön wenn mir jemand von euch einen Tipp geben könnte, denn ich denke so geht’s auf Dauer nicht weiter.

Danke
Der Ronny

37 Antworten zu dieser Frage

  1. (abgemeldet) nach 35 Minuten 0 hilfreich
    Sicherheit und Geborgenheit contra Veränderungen
    Hallo Ronny,

    ich bin kein Psychologe, aber ich möchte einen kleinen Impuls dazu geben. Als ich deinen Beitrag gelesen hab, bin ich ganz spontan und gefühlsmäßig an den "Renovierungen" immer hängengeblieben.

    Wenn ich an meine eigene Kindheit zurückdenke und mich jetzt in die Lage eines Kleinen versetze, dann kommen mir Dinge in den Sinn, wie "Sicherheit", "Geborgenheit".

    Beides ist für kleine Kinder, die ihr Vertrauen ins Leben, die Welt erst aufbauen möchte, immens wichtig.
    Vielleicht, ja, ich glaube schon fast, ganz sicher gehört dazu auch ein häusliches Umfeld, das ihm auch äußerlich eine "Insel" bietet, Sicherheit, Geborgenheit.

    Etwas, was sich ständig ändert (wie ständige Wohnungsrenovierungen), machen Angst, da ist was Unbeständiges, was Unkalkulierbares, was Unsicheres - nichts, was immer gleich bleibt zuhause, das macht kleinen Kindern (und übrigens auch vielen Erwachsenen!) Angst.

    Gerade zuhause braucht ein Kind seine "Insel", sein Bettchen, sein Zimmer, das möglichst immer gleich aussieht, gleich "riecht" - was Bekanntes, was Vertrautes - gerade in der Nacht, die die Kleinen vielleicht ängstigt.

    Ein renoviertes oder umgeräumtes Zimmer, neue Tapeten, neue Vorhänge suggerieren ihm ja, da ist was neu, was ist das, das macht mir Angst, da ändert sich ständig was, auf was kann ich mich noch verlassen ...

    Das elterliche Bett, die Nähe der Eltern - das ist Sicherheit, Geborgenheit, da hat man schon die körperliche Sicherheit der Eltern.

    Aber im eigenen Bett, das dann auf einmal anders aussieht, anders riecht, sich anders anfühlt - das macht erstmal Angst.

    Und ich könne mir - als Laie - vorstellen, je mehr ein Kind mit ständigen Veränderungen zu tun hat, umso schwerer tut es sich mit Vertrauen fassen in seine Umgebung.

    Ich weiß nicht, wie man das jetzt dann bei euch "auffangen" kann - aber ist das Kinderzimmer direkt neben dem Schlafzimmer?
    Könnte man dem Kleinen anbieten, als "Sicherheit" die Tür zum Schlafzimmer offen lassen?
    Und wenn das Kinderzimmer woanders in der Wohnung ist, ihm zeigen: alle Türen sind nachts bis zum Schlafzimmer offen, wir hören dich und du kannst jederzeit kommen, wenn du Angst hast.

    Hat er nicht ein Kuscheltier, immer dasselbe, das nachts bei ihm ist?

    Wie wär's mit einem Walkie-Talkie neben seinem Bett, auch wenn er schon "groß" ist?
    Sowas macht doch "Eindruck" auf kleine Kinder, wenn er sowas neben dem Bett hat und wenn man ihm vielleicht sagt, wenn du nachts Angst kriegst, kannst du durch das Ding Mama und Papa "anrufen" - dann hat man ihn vielleicht durch diese (spannend-schmackhaft gemachte Technik) soweit, dass er wenigstens in seinem Zimmer bleibt, anstatt gleich ins elterliche Bett zu schleichen.

    Und bei aller Renovierlust: sein Zinmer vielleicht mal eine ganze Zeitlang davon ausnehmen, bis er seine Sicherheit, seine Geborgenheit in seinem eigenen Bett gefunden hat.

    Unbekanntes, Neues, Unbeständiges, Veränderliches ist für ein kleines Kind nicht "kalkulierbar" und macht damit immer Angst.

    Und dann ist es dem Kind nicht zu verdenken, wenn es zur Mama flüchtet.

    Alles Gute und viel Erfolg in kleinen SChritten für euch,
    Christina [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    • nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re: Sicherheit und Geborgenheit contra Veränderung
      Hallo Christina,

      Hmm, dann hab ich mich bei dem ganzen vielen Text den ich aufgeschrieben hatte wareinlich doch nicht richtig ausgedrückt. Etwas, was sich ständig ändert (wie ständige
      Wohnungsrenovierungen)...
      Wir haben sein Zimmer das erste mal renoviert als er 6 Monate alt war und dann wieder als er jetzt in die Schule kam. Also 6,5 Jahre später.
      Ich denke mal da kann man nicht von ständigem renovieren reden.
      Unter uns, dazu bin ich auch viel zu faul. ;-)))

      Wir haben jetzt beim letzten Renovieren, da wir auch ähnliche Gedankengänge hatten wie du, extra drauf geachtet das wir ihm voll mit einbeziehen. Das heißt es ist nichts in dem Zimmer gemacht worden was er sich nicht selber so gewünscht oder ausgesucht hätte.
      Als wir fertig waren war er total begeistert und doch ab da tatsächlich auch Nachmittags in seinem Zimmer gespielt weil er es dort so schön fand und nicht mehr unser Wohnzimmer verwüstet. Gerade zuhause braucht ein Kind seine "Insel", sein Bettchen,...
      Sein Bett ist das einzige was wir vom alten Zimmer behalten haben. Das ist erst 2 Jahre alt und noch super in Schuss. Klar, er hat ja auch selten drin geschlafen. ...aber ist das Kinderzimmer direkt neben dem
      Schlafzimmer?...
      Es ist genau gegenüber. Zwischen unserem Schlafzimmer und seinem Kinderzimmer sind gerademal 2 Meter Flur und die Türen stehen bei uns immer alle offen. Er kann von seinem Bett aus auch direkt auf unseres sehen. (Was manchmal auch kreativität unsererseits verlangt ;-)))) Könnte man dem Kleinen anbieten, als "Sicherheit" die Tür zum
      Schlafzimmer offen lassen?
      Ist ja, wie gesagt. Hat er nicht ein Kuscheltier, immer dasselbe, das nachts bei
      ihm ist?
      Hat er auch. Ist für ihm aber irgendwie kein Ersatz für körperliche näche zu einem anderen Menschen. Alles Gute und viel Erfolg in kleinen SChritten für euch,
      Danke.


      Ronny
  2. (abgemeldet) nach einer Stunde 5 hilfreich
    Re: Was geht in dem kleinen Kopf bloß vor?(sehr l
    Um 22 Uhr hörten wir wie er plötzlich aus seinem Bett
    aufsprang und zu uns ins Schlafzimmer gerannt kam. Er rannte
    als ob er um sein Leben rennen würde. Dann stand er total
    zitternd und apathisch da und stammelte wirres Zeug zusammen.
    Er stand total verkrampft und halb zusammengekauert da. Als
    ich ihn fragte was denn los sei drehte er sich um, ging wieder
    in sein Bett legte sich hin, zitterte am ganzen Körper und
    stammelte nur „Ich hab Angst!!!“
    Hallo Ronny,
    speziell dieser Absatz deines postings lässt mich an etwas Bestimmtes denken. Hier ein link, den du dir durchlesen könntest. Unter dem Stichwort "pavor nocturnus" findest du sicherlich noch mehr. Einen handfesten "Rat" habe ich leider auf die Schnelle nicht parat, aber vielleicht hilft dir das einmal weiter.
    Alles Gute und liebe Grüße
    Irene

    http://www.medizinfo.de/kopfundseele/schlafen/schpav...
    • nach 4 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Was geht in dem kleinen Kopf bloß vor?(sehr
      Hallo Irene,

      Super! Vielen Dank für den Link. Ich hab mir das gerade mal durchgelesen und es sind genau die Syntome (schreibt man das so?) die er gestern Abend gezeigt hat.
      Vom Prinzip passt alles was die da geschrieben haben super zusammen. Schule - Stress - Weihnachten gerade hinter sich - Urlaub vor sich (in 2 Wochen, und ne riesen Freude drauf)
      Also denk ich, werden wir mal den Rat befolgen und einfach mal abwarten.

      Danke für den Hinweis
      Ronny
      • (abgemeldet) nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Was geht in dem kleinen Kopf bloß vor?(sehr
        Hallo Ronny,

        auch wenn die im Artikel beschriebenen Symptome passen, so steht da drin auch, dass andere Ursachen ausgeschlossen werden sollten.
        Niemand von den Ratgebenden hat Deinen Jungen persönlich kennengelernt. Wenn Du wirklich sicher gehen möchtest das richtige zu tun, schließe ich mich Brandens Meinung weiter oben an. Lasst Euch mal "durchchecken", immerhin geht das ja jetzt schon lange genug.

        Gruß

        Gruß
        Morrighan [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
  3. (abgemeldet) nach 2 Stunden 8 hilfreich
    Re: Was geht in dem kleinen Kopf bloß vor?(sehr l
    Moin, Das Resultat
    ist, das er ganz „mutig „ alleine in sein Bett geht, so ca. um
    19:30 Uhr. Dann darf er noch ein bisschen Fern sehen und
    spätestens um 20:15 Uhr ist Zapfenstreich.
    Soll das heißen, dass er in seinem Zimmer einen Fernseher hat, in dem er allein jeden Abend ab 19:30 bis mindestens 20:15 Fernsehn schaut ? Was kommen denn da so für Programme, die für 7-jährige geeignet sind ? Die Nachrichten sicher nicht, oder ? Wenn man ihn fragt warum oder wovor er denn Angst habe, sagt
    er, her hat Angst das einer in unsere Wohnung einbricht und zu
    ihm ins Zimmer kommt.
    Wir haben keine Idee wie er darauf kommt.
    Ich hätte da schon eine Idee.

    Gruß
    Marion
    • nach 4 Stunden 2 hilfreich
      Re^2: Was geht in dem kleinen Kopf bloß vor?(sehr
      Selber Moin, Soll das heißen, dass er in seinem Zimmer einen Fernseher hat,
      Ja natürlich und ich weis auch nicht wo da jetzt das Problem sein soll. in dem er allein jeden Abend ab 19:30 bis mindestens 20:15
      Fernsehn schaut ?
      Hmm, wie war das jetzt? Lesen bildet (mehr als Fernsehen)?
      Ich zitire mal mich selbst in meinem Ursprünglichem Post: Dann darf er noch ein bisschen Fern sehen und spätestens um 20:15
      Uhr ist Zapfenstreich
      Also für mich ist zwischen den Wörtern mindestens und spätestens doch ein ziemlich großer Unterschied. Was kommen denn da so für Programme, die für
      7-jährige geeignet sind ? Die Nachrichten sicher nicht, oder ?
      Na z.B. "Spongebob Schwamkopf" "Disneys große Pause" "Jim Knopf" oder, und du wirst es nicht glauben : "logo" - Das Kinder-Narichtenmagazin!!! :-O)) Ich hätte da schon eine Idee.
      Na her mit deiner Idee!!! Darum hab ich mich ja so ausführlich ausgelassen. Gruß
      Marion
      Gruß Ronny

      PS: Ich weis ehrlich nicht wer hier für was Sterne verteilt. *mitdemkopfschüttel
      • (abgemeldet) nach 4 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: Was geht in dem kleinen Kopf bloß vor?(sehr
        Moin, Soll das heißen, dass er in seinem Zimmer einen Fernseher hat,
        Ja natürlich und ich weis auch nicht wo da jetzt das Problem
        sein soll.
        Siehe Posting von Gnlwth weiter oben.

        Gruß
        Marion
        • (abgemeldet) nach 9 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Seriöse Quellen
          Moin,
          Moin Marion Soll das heißen, dass er in seinem Zimmer einen Fernseher hat,
          Ja natürlich und ich weis auch nicht wo da jetzt das Problem
          sein soll.
          Siehe Posting von Gnlwth weiter oben.
          Ahhhhjaa

          Gruß
          Kerbi


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