Hallo Joanne!
Nur wie kann ich ihm da helfen? Ich kann ich ja nicht quasi
sagen:"das ist dein Problem, ich hab da nichts mit zu tun!"
Wie strubbel schon schreibt: Du kannst ihn unterstützen, aber du kannst ihm nicht helfen im Sinne von "ihm etwas abnehmen" oder "seine Probleme direkt beeinflussen". Unterstützen heißt z.B. für ihn da sein, gesprächsbereit zu sein, generell Zuwendung zu signalisieren etc., es heißt aber auch: auf sich selbst und die eigenen Bedürfnisse achten und sie auch respektieren, Grenzen setzen, aufpassen, nicht seine Verantwortungen zu übernehmen. Damit ist ihm nämlich nicht geholfen. Du bist ja seine Partnerin und willst es vermutlich auch bleiben und nicht in eine Mutter- oder Laientherapeutinnenrolle "abrutschen". Dann ist die Partnerschaft nämlich auf die eine oder andere Weise früher oder später garantiert flöten.
Abgesehen davon kannst du die Therapeutinnenrolle gar nicht effektiv erfüllen, da du a) Teil des "Systems" und somit persönlich betroffen und nicht neutral und außenstehend bist und b) es dir an entsprechender professioneller Erfahrung und Wissen mangelt.
Am effektivsten und schnellsten kommt er seinen Ängsten wahrscheinlich wirklich auf die Spur, wenn er sich professionelle Unterstützung bei einem Therapeuten holt. Wozu bezahlt man schließlich seine KK-Beiträge? ;-)
Diesen Mangel, den er anscheinend
in sich spürt, von außen "stopfen" zu wollen, kommt vermutlich
einem Fass ohne Boden gleich.
Nur diesen Satz verstehe ich nicht ganz, was du damit meinst
"von außen zu stopfen" - Vielleicht kannst du darauf nochmal
eingehen.
Ich meine damit so etwas in der Art: Wenn jemand keine (oder nur geringe) Liebe zu sich selbst verspürt, so kann sie ihm nicht von außen gegeben werden. Wenn er sich selbst nicht für liebenswert hält, findet Liebe, die ihm von jemand anderem (also von außen) entgegengebracht wird, keinen Widerhall in seinem Innern und "versickert".
Sagen wir mal sein Bild von sich selbst ist, dass er nicht liebenswert ist und es deswegen sowieso gerechtfertigt und "normal" wäre, ihn plötzlich für jemanden anderen (der halt im Gegensatz zu ihm selbst von ihm als liebenswert gesehen wird) zu verlassen, dann ist dieses Bild erst einmal so stark, das es sozusagen den Raum einnimmt, den eigentlich seine Liebe zu sich selbst einnehmen sollte. Diese Selbstzweifel und Selbstherabwürdigungen müssen erst einmal "abgebaut" werden, bevor überhaupt "Platz" da ist, sich selbst zu mögen und Liebe von jemand anderem tatsächlich auch annehmen zu können.
Sorry, das klingt jetzt ein bisschen holprig und ist auch nicht ganz stimmig, aber ich bekomme es gerade nicht besser formuliert.
Schönen Gruß,
Christiane