Generationenkonflikt

Hi Hanna!

Einerseits wollte sich deine Tochter von der Abhängikeit vom Elternhaus lösen, andererseits hat sie sich aber zu diesem Zwecke in eine andere Abhängigkeit begeben! Das ging schief und nun ist das Dilemma vollkommen, weil sich die Scham des Versagens wider besseren Wissens und Belehrens, gepaart mit der erniedrigenden Erkenntnis, dass die Mutter auch noch recht behalten hat, realisierte. Zu allem Überfluss auch noch die Verantwortung für ein Kind, wo sie schon nicht einmal in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen!
Deine Tochter kann einem leid tun!
Den erniedrigenden Gang zur Mutter um dort bitten zu müssen, kompensiert sie mit ein wenig Kritik (gegen deine Zeitschriften etc.), um nicht völlig blöd dazustehen.
Versetze dich einmal in ihre Lage!
Es ist nicht einfach, das Erwachsenwerden und oft tut es weh!
Aber grad dieses „weh tun“ erlöst einem von der kindlichen Naivität!
Arbeitslosigkeit ist kein Einzelfall, deinen Schwiegersohn als Versager zu bezeichnen halte ich für etwas übertrieben. Wir hätten in diesem Fall in D 5 Millionen Versager!
Deinen Ärger allerdings kann ich verstehen! Im Leben wird einem nichts geschenkt, warum solltest du das tun? Deine Tochter ist selbstständig und für sich selbst verantwortlich, mach ihr das klar! Das wird nicht schwer sein, weil ihr genau, wie allen anderen dieses Ziel vorschwebt! Und verlange für deine Unterstützung eine Gegenleistung, du kriegst dein Geld auch nicht geschenkt. Erst wenn die kritische Masse erreicht ist, ist man zum Sprung bereit. Deine Tochter nebst Gatten haben zwei Variablen:
In diesem erniedrigenden Zustand der Abhängigkeit weiter zu machen oder aber eine Möglichkeit zur Selbstversorgung zu finden!
Wenn sie dies ersteinmal getan hat, wird ihr Verhältnis zu dir auch wieder normalisiert, bzw. so, wie zu deinen anderen Töchtern!
Wer keine Arbeit findet, der muß sich selbst welche schaffen!
Das hört sich vielleicht einfach an, trifft die Sache aber genau auf dem Punkt! Arbeit ist keine begrenzte Ressource, sondern eine in jedem Menschen innewohnende Fähigkeit.
Vielleicht kannst du den beiden dabei helfen? Und damit dir selbst!
Wer geboren wird, hat eine Suppe auszulöffeln, das Leben ist nicht einfach, sonst wäre es wertlos! Erst wenn man mit etwas Mühe hatte, kann man dessen Wert auch schätzen lernen! Ich würde mir an deiner Stelle keine Vorwürfe machen, weil du keine Schuld trägst. Du bist nicht verantwortlich für wirtschaftliche oder sonstige Entwicklungen. Aber in deinem Mikrokosmos kannst du kausale Ursachen setzen!
Und wenn du Wut und Ärger hast, dann lass es raus, aber das tust du ja bereits, indem du hier schreibst! Was soll man dir denn raten? Eigentlich machst du ja alles gut, für die Schwierigkeiten kannst du nix! Weshalb schreibe ich dir überhaupt? Soll ich das jetzt wirklich abschicken?
Nun gut, es wird nicht gespeichert das Ding!

Viel Glück
Panrilk

Hallo Hanna!
Spontan kann ich Dir nur raten, Dich nicht ständig zur Verfügung zu halten für das junge Paar. :wink:
Du bist anscheinend immer noch „die Mutter vons Janze und fürt Janze“, wie der Berliner zu sagen pflegt.
Ich würde ich mal schön rar machen und abwarten, ob die junge Familie so richtig uf dem „Zahnfleisch geht“.
Gut, wenn sie sonntags mal nach Anmeldung kommen, können sie einen Teller warme Suppe mitessen, aber wir wollen es nicht übetreiben! Die Kirche im Dorf lassen.
Es grüßt Dich
Branden

Hallo Hanna,

der Wunsch zu heiraten und für Mann und Kinder da zu sein ist zwar selten in der heutigen Zeit, aber positiv. Dein Töchterchen hat ihre Familie als Vorbild, da hat das funktioniert, du bist ihr Vorbild und Papa wird es schon richten. :wink:
Kinder denken nicht so viel über die Leistung der Eltern nach, vieles ist selbstverständlich und wie hart das Leben sein kann, muss erst durchgemacht und am eigenen Leib erlebt werden.
Deine Tochter ist seit 14 Tagen Mutter, der Traum von dem schönen Familienleben ist durch die Arbeitslosigkeit ihres Mannes zerplatzt, eine schwere Zeit für sie. Wenn sie dir nicht ihren Respekt zeigt, könnte es daran liegen, dass sie deinen Unmut spürt und wie wenig es dir recht ist, wie dein Mann, ihr Vater sie und ihre Familie unterstützt.
Du nennst es „durchfüttern“ und sagst damit aus, dass du die Trennung zwischen deiner Familie und die deiner Tochter vollzogen/geschafft hast. Deine Tochter hat ihr ganzes Leben
unter eurer Obhut und Fürsorge verbracht, für sie ist es nicht undenkbar so viel wie möglich eure Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Ob es ein guter Zeitpunkt ist, sie jetzt endgültig aus dem Nest zu schupsen kann ich nicht beurteilen, aber wie wütend und verzweifelt du bist.

Überlege dir in Ruhe, zu wie viel Hilfe du für eines deiner Kinder gerne bereit wärst. (wenn sie Arbeit haben/wenn sie keine Arbeit haben)
Besprich das mit deinem Mann, wie viel Hilfe für ihn akzeptabel ist und wo seine Hilfsbereitschaft aufhört.
Ihr seid Großeltern geworden, das sollte Anlass zur Freude sein.
Ich könnte mir vorstellen, dass man da gerne ein Kinderbett mit dem Auto befördert oder die junge Familie am Sonntag zu einem guten Essen einladen möchte, wenn alles nach Plan läuft.
Wenn ihr für euch festgelegt habt, welche Hilfe für euch tragbar ist und ihr gerne tut, solltet ihr das deiner Tochter und Schwiegersohn klar und deutlich sagen, bis da her und nicht weiter!
Alles was ihr als zuviel empfindet, bringt ein Gefühl ausgenützt zu werden und macht wütend.

Wenn dein Mann sehr gut verdient und er kein Problem sieht finanziell zu helfen, sollte das für dich ok sein, gezwungen kann er dazu nicht werden.
Wenn du der Meinung bist, du oder eure Kinder kommen durch die Hilfe zu kurz, dann solltest du mit deinem Mann darüber reden.
Laut Vika habt ihr 6 Kinder, es ist nicht eure Aufgabe, für die Familie deiner Tochter zu sorgen, sie sind für sich und ihr Kind verantwortlich, das müssen die Beiden lernen auch wenn es schmerzhaft ist.
Für Notlagen gibt es Sozialhilfe, verhungern muss niemand auch dein Enkelkind nicht.
Um nicht wütend oder ärgerlich zu werden, musst du für dich deine Grenzen der Hilfeleistung setzen, soweit fühlst du dich gut und hilfsbereit, ab da fühlst du dich ausgenützt und nicht respektiert. Dein Ärger liegt nicht an den zurückgewiesenen Zeitungen, du bist dir unsicher wie du dich verhalten sollst. Du klingst nicht nach Selbstbestimmung sondern nach Zugzwang, also lege den Zwang ab.
Dein Enkelkind, ist es ein Bub oder ein Mädchen?
Ich wünsche dir viel Freude mit dem neuen Erdenbürger :smile:
Gruß
Zorra

Hallo Fraukenstein,

ich hab mich rausgehalten, weil ich diese Art
von Problemen nicht kenne.

Deine Parteinahme fuer die Tochter in Ehren,
aber irgendwie verstehe ich Hannas Seite:
Natuerlich darf sie Hilfe ablehnen.
Aber wenn sie Hilfe einfordert, dann muss sie
die nehmen, so wie sie sie kriegt und keine
Auflagen machen.
Sie darf ja die alten Zeitschriften ablehnen,
aber nicht um ein Abo fuer eine aktuelle
Zeitschrift bitten. (ich habe das eher fuer ein
Beispiel gehalten, als ein Verrennen in eine Sache).

Was das Herablassende in Hannas Posting geht -
vielleicht sehe ich das falsch, aber ich interpretiere
natuerlich auch daher, wie ich Hanna bisher im
Forum kennengelernt habe, so lese ich da eher eine
leicht selbstironische Darstellung der eigenen
(vielleicht unsicheren?) Gefuehle gegenueber der
Situation raus.
Ich erinnere mich an das Geburtsposting im PB-Brett
und die folgende Diskussion des Namens der Kleinen -
und Hannas Mann kommentierte etwas resigniert: Wir
werden ja nicht gefragt.

Die Erklaerungen, dass Hannas Tochter eher aus diesem
Gefuehl der Abhaengigkeit (sie IST im Moment auf die
Hilfe der Eltern angewiesen, nachdem sie dachte, sie
sei nun unabhaengig) heraus eher negativ reagiert,
haben mich mehr ueberzeugt.

Gruesse
Elke

Hallo Hanna,

ich kann deine Wut, deinen Frust und dein Angst verstehen aber im Interesse aller solltest Ihr diese Probleme als zeitlich begrenzt ansehen und einfach nur Mutter und Oma, Vater und Opa sein.

Es klingt jetzt vielleicht abstrus aber ich glaube es steckt viel Wahrheit in diesem Satz, denn ich glaube einfach bei allen sind die Gemüter überhitzt. Hinterher zu sagen es war ein Fehler ist das eine, ändern kann man es doch aber eh nicht und willst du den Kontakt wirklich verlieren ? Ich denke nicht. Was bei euch, so glaube ich, fehlt, ist ein ruhender Pol der zeigt… Alles wird Gut… und am besten versuchst du dieser Pol zu sein. Ich kann mir gut vorstellen das sich deine „Kinder“ selbst schon genug Vorwürfe machen (so nach dem Motto, hatte Mama doch recht, oder hätte ich bloss auf sie gehört). Dieses zuzugeben ist aber soooooo schwer.

Viele Grüße
Me

Hallo Hanna!

Das scheint mir ein übertragener Konflikt zu sein. Auf jeden Fall kann ich Dir in diesem Falle eine Familienaufstellung empfehlen (wenn Du dich das traust und die WIRKLICHE(n) Ursache(n) zu ergründen willst). Ich habe damit nur sehr gute Erfahrungen gemacht, auch wenn´s für ein Wochenende so um die 100€ kostet, hab ich bei ca. 20 mitgemacht (unter zwei verschiedenen „Leitern“: zum Einen bei einer Psychologin, zum Anderen bei einer Schamanin). Geh alleine hin, denn Du hast ja ein Problem. Wenn Du es löst, wird sich auch für EUCH und Deine Tochter was verändern.
Wenn Du mehr Infos brauchst, mail mich mal an!

Kopf hoch,

Andi

offtopic zu unterhaltspflichtig
hallo an alle

ich möchte mich zu der lage von hanna nicht äussern, es sind ja schon sehr viele liebe postings eingegangen.

ich habe eine rechtliche frage:
anscheinend ist hanna unterhaltspflichtig. warum? weil die tochter keine erstausbildung hat? und ab welchem alter gilt das nicht mehr? könnte man da nicht auf eigenes verschulden der tochter pochen, weil sie sich geweigert hat, was zu lernen?

merci

corinne

hallo an alle

ich habe zu dem ganzen eine rechtliche frage:

warum ist die mutter in diesem fall noch unterhaltspflichtig? die tochter hat doch aus eigenem verschulden die aussbildung verplämpert. und abgesehen davon gibt es ja auch arbeitsstellen, für die man keine ausbildung braucht (fabrik, gastronomie etc.)

liebe grüssli
coco