Mindestens eine Nacht drüber schlafen
Hallo!
erstmal im normalen sachlichen ton - schliesslich geht es hier
um die leistung oder nichtleistung und nicht um die person
selbst.
Genau, die Emotionen müssen außenvor bleiben. Das Kritikgespräch kann in den meisten Fällen noch etwas warten. Es soll zwar zeitnah, aber nicht am gleichen Tag stattfinden.
Es gilt die Regel: Mindestens eine Nacht darüber schlafen.
nie in mieser laune kritisieren oder wenn man auf 180 ist -
deine gefühle sind dein problem und die muss man erstmal
ablassen bevor man kritisiert.
klare kurze ansagen: das lief falsch, das war ein fehler
weil....
führte deshalb zu ..... ergebnissen/folgen.
Ich hab mal in einem Training für Kritikgespräche gelernt: Keine Predigt halten, sondern den Mitarbeiter sprechen lassen. Das Gespräch so leiten, dass der Mitarbeiter selbst die Fehlleistung rausarbeitet. Dass er selbst formuliert, was falsch gelaufen ist. Dann ist die Hoffnung auf Verhaltensänderung am aussichtsreichsten, denn es wurde ihm nicht vorgekaut, sondern er hat es selbst erarbeitet. Nebenbei fühlt er sich trotz allem anerkannt und nicht von oben herab behandelt. Vorausgesetzt es gab keinen Vorsatz sonst muss man eher die Richtung der Abmahnung einschlagen.
eine wir-basis zu schaffen im ziel der arbeit, das finde ich
eine gute botschaft - es wirkt weniger "feindlich" - wie eben
auch das angebot, dass sich jemand erklären darf - sofern es
sachlich ist und keine ausreden.
nochmal deutlich klarmachen was erwartet wird.. wie man sich
das ergebnis vorgestellt hat und evtl sogar ein angebot für
Das kommt an den Anfang. Was war das gemeinsame Ziel? Wie waren die Vereinbarungen? Das soll der Mitarbeiter selbst formulieren. Sonst ist die Gefahr, dass keine reale Einsicht entsteht zu groß.
Das ist auch der gerechteste Weg. Und was der Mitarbeiter am wenigsten will, ist, sich ungerecht behandelt zu fühlen. Das wäre das demotivierendste was passieren könnte. Der Effekt des Kritikgesprächs wäre sinnverkehrt, der Schuß würde nach hinten losgehen. Sollte nämlich der Vorgesetzte selbst Dreck am Stecken haben, weil dies alles gar nicht so genau klar war, dann würde dies hier zutage kommen. ;-) Dann müssen neue Vereinbarungen getroffen werden und der Mitarbeiter geht sogar motivierter als zuvor aus dem Kritikgespräch heraus.
Damit den Mitarbeitern klar ist wo sie stehen, was der Vorgesetzte von ihnen hält, wo er zufrieden ist und wo nicht, um die Basis für zukünftige Kritikgespräche zu haben, dafür ist es sinnvoll jährliche Beurteilungsgespräche zu führen.
Das ist zwar Aufwand, aber einer der sich lohnt.
Übrigens: Literatur zu diesem Thema ist gut und schön, aber ein "Training" finde ich effektiver. Unser Seminarleiter hat den beschuldigten Mitarbeiter gespielt. Mal war er ein Einsichtiger, mal war er ein bockiger und mal ein aalglatter (fast schon Politiker) Mitarbeiter. Da konnte man ein Konzept haben wie man wollte, das half dann kaum noch. Man mußte in dem Moment sehr spontan reagieren können. Das war spannender wie ein Krimi, so wie das reale Leben eben.
Gruß
Forrest