Leider wurde meine Partnerin vergewaltigt, was entsprechende Verhaltensweisen wie totale Ablehnung aller Männer, einschl. meiner Person zur Folge hat. Logischer Weise wird jeglicher physischer Kontakt, wie anfassen, streicheln, in den Arm nehmen u.s.w. abgelehnt. Ich darf zur Zeit auch nicht mit Ihr in einem Bett schlafen.Es geht hier auch nicht um SEX Darauf kann ich in Ihrem Interesse gerne eine Weile verzichten !
Wie kann ich mich korrekt verhalten damit aber unsere Beziehung deswegen nicht auseinander bricht?? Gibt es im Web dazu Artikel ?
Diese Situation überfordert mich einigermassen.
Danke auch für die Anteilnahme.
Leider (aus fachlicher Perspektive) oder glücklicherweise (aus privater Perspektive) habe ich keine Erfahrungen mit dieser Situation. Falls Deine Partnerin dies bisher noch nicht gemacht hat, sollte sie sich jetzt an eine Institution oder Gruppe wenden, die Erfahrung mit der Betreuung von Frauen nach einer Vergewaltigung hat. Was in den ersten Tagen und Wochen eine „normale“ Reaktion auf das Vergewaltigungstrauma ist, ist es nach Monaten möglicherweise nicht mehr und macht dann zusätzliche (therapeutische) Maßnahmen notwendig. Zunächst mal ist es wahrscheinlich (für begrenzte Zeit) wichtig, daß Du den Wunsch Deiner Partnerin nach (körperlicher) Distanz respektierst, ohne Dich deswegen emotional zurückzuziehen.
Gruß
Michael
Hallo,
vielleicht kann Dir folgendes Buch ein bißchen weiterhelfen:
„Verbündete“ aus dem Orlanda Frauenverlag.
Im Untertitel steht zwar, daß es ein Buch über Partner und Partnerinnen von Überlebenden sexuellen Mißbrauchs ist, aber der muß sich ja nicht nur auf die Kindheit beziehen. Vieles ist parallel.
Viele Grüße,
Fabienne
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Das ist ja fast zu schlimm um wahr zu sein!
Mit dieser Situation wäre wohl jeder hier „einigermassen überfordert“ - bitte bitte bitte (!!!) nehmt sofort beide einen absoluten Profi zur Hilfe !!!
Glaube mir, das schafft ihr alleine nicht - eine einzige falsche Interpretation Deines/ihres Verhaltens kann hier eine Katastrophe implizieren!
Als spontanen Rat - lass die Initiative erst mal 2-3 Wochen vollständig bei Deiner Partnerin, und beschränke Dich auf’s „Vorschläge machen“. Nur wenn Du merkst, dass sie sich verkriechen oder „Dummheiten“ machen möchte, dränge sie ein bisschen auf andere Gedanken - rausgehen, shoppen, Sport treiben, mit oder ohne Dich ist dabei egal.
Dass Ihr das gut übersteht wünscht sich
Ulli
Hi Wendi,
ich weiß nicht so recht, was ich sagen soll. Da gibt es irgendwie keinen Trost. Deiner Freundin ist das Schlimmste zugestoßen, das einer Frau nur passieren kann. Es gibt nichts Schlimmeres. (Sexueller) Mißbrauch/Gewalt ist m.E. schlimmer als Mord. Denn auch bei Mißbrauch stirbt die Seele, nur muß der Körper weiter leben…
Es wurde zwar schon gesagt, aber nochmal ganz ganz wichtig: Keiner von Euch beiden kann mit dieser Situation ohne fachliche Hilfe fertig werden. Deine Freundin sowieso nicht. Aber höchstwahrscheinlich Du auch nicht, wenn Du Deine Freundin wirklich liebst und zu ihr stehen möchtest. Denn für Dich werden die kommenden Monate eine schwere Zeit, in der Du sehr viel Zurückweisung und Männerhaß abbekommen wirst. Deine Freundin weiß verstandesmäßig durchaus, daß nicht DU der Täter bist und daß Du nichts dafür kannst, aber sie kann nicht anders. Für sie wird jegliche Form der körperlichen Nähe das Trauma wieder wachrufen und es wird eine ganze Weile dauern, bis sie überhaupt wieder in der Lage sein kann , sich wieder berühren zu lassen. Bis sie das auch wieder unbeschwert genießen kann, noch länger, wenn das überhaupt je wieder der Fall sein wird. Das kommt auch sehr darauf an, ob und wie gut sie es in einer Therapie (ggf. auch stationär in einer guten psychosomatischen Klinik) aufarbeiten kann.
Ergänzend zu Fabiennes Tip mit dem Angehörigen-Buch aus dem Orlando-Verlag: Aus dem selben Verlag und von der selben Autorin gibt es auch für die Überlebende selbst ein Buch (Titel: Trotz allem), das sich vordergründig ebenfalls um die Opfer von Kindesmißbrauch dreht, aber ebenso für Opfer anwenden läßt, denen „es“ erst im Erwachsenenalter passiert ist.
Und was ich auch für wichtig halte, daß sowohl Du als auch Deine Freundin in Selbsthilfegruppen geht, um mit anderen Betroffenen reden zu können. Therapie ist enorm wichtig, aber oftmals hilft - vor allem zu Zeiten, wo der Therapeut einfach nicht erreichbar ist - auch das Gespräch mit Menschen, die wissen wovon Du redest, weil sie es selbst erlebt haben. Denn auch wenn ein Nicht-Betroffener sich vorstellen kann, daß das keine schöne Situation ist, und irgendwie versteht, wirklich verstehen kann nur jemand, der durch diesselbe Hölle gegangen ist.
Ich wünsche Euch beiden alles alles Liebe, und Dir und vor allem Deiner Freundin viel Kraft, Mut und Lebenswillen, um diese Situation zu überleben und irgendwann vielleicht auch wieder leben zu lernen.
Liebe Grüße, Nena
Hallo!
Schau’ am Besten mal auf die Seite http://www.verbuendete.de/
Dort findest Du Informationen und Kontakte mit Leuten in gleicher Situation.
Viel Glück, Stefanie