Befindlichkeiten
Von: , Frage gestellt am So, 26. Jun 2005
Hallo erstmal
Ich hab kurz überlegt, ob ich dies hier im Brett "deutsche Sprache" schreibe, aber es ging mir nicht um sprachlich-formale oder etymologische Begriffsbestimmung, sondern um Inhaltliches dabei.
Mir fällt in letzter Zeit auf, dass das Wort "BEFINDLICHKEITEN"
1. öfter gebraucht wird (auch von Politikern) und
2. immer polemisch, also im Sinne einer negativen Bedeutungs-Veränderung; so nach dem Motto: "Da stellt sich jemand an, weil ihm ein Furz quer sitzt" oder "Die sind da so verwöhnt, denen geht es nur um ihre Befindlichkeiten, die sollen doch mal in der Sahil-Zone tagelang nach Wasser suchen" o.ä.
Ich habe also den Eindruck, dass es sich mit dem polemischen Gebrauch von "Befindlichkeiten" um eine Abqualifizierung des subjektiven menschlichen Empfindens handelt, insbesondere, was die seelischen Empfindungen betrifft.
Und hier sitzt meines Erachtens der Stachel: Der "kleine Mann" soll (weiter) verunsichert werden, was seine Gefühle und seine Bedürfnisse betrifft. Er soll sich "nicht so anstellen", soll Verzicht leisten.
Die ganze Geschichte hat also eine psychisch-politische Dimension, nach meinem Dafürhalten.
Was denkt Ihr arüber?
fragt
Branden
