Psychopharmaka - Antidepressiva

Von: , Frage gestellt am Fr, 22. Jul 2005

Kürzlich ist eine Frage in einer Diskussionsrunde aufgetaucht,
nämlich, ob bei medikamentöser Behandlung von Angst+Depression
Antidepressiva den Benzodiazepinem in der Wirkung überlegen seien.
Ich verneinte, meinte sogar, Benzos hätten weniger Nebenwirkungen,
wenngleich natürlich das Suchtpotential ein erhebliches Risiko darstelle.
Was meinen die Experten? Sind Antidepressiva den Bezos in ihrer
therapeutischen Wirkungsweise überlegen??

Gruß
Adriana

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden 3 hilfreich
    Re: Angst & Depression: Benzodiazepine

    Hallo Adriana, Was meinen die Experten? Sind Antidepressiva den Bezos in
    ihrer therapeutischen Wirkungsweise überlegen??
    Benzodiazepine wirken in der Tat schneller und haben weniger belastende Nebenwirkungen als Antidepressiva, weshalb die Abbrecherrate unter Benzodiazepinen geringer ist als unter Antidepressiva (ca. 13% vs. ca. 18% unter SSRI vs. ca. 25% unter TZA bei Panikstörung mit Agoraphobie; zum Vergleich: nur ca. 6% unter kognitiver Verhaltenstherapie). Das Problem der Benzodiazepine ist - wie Du schon sagtest - ihr großes Suchtpotential und die komplizierten Langzeitentzüge, die unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden müssen (Entzugsdelir!). Daher sollten Benzodiazepine nur kurzzeitig gegen akute Symptomexzerbationen eingesetzt werden und gelten nicht als Mittel der 1. Wahl.

    Grüße,

    Oliver Walter

    • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Angst & Depression: Benzodiazepine

      Hallo Oliver, danke für Deine Antwort.
      Gut, sie gelten nicht als Mittel der 1. Wahl, wohl also deshalb,
      weil das Suchtrisiko groß ist und offenbar nur deshalb. Ich sehe jetzt
      keinen anderen Grund!?

      Adriana [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 9 Stunden 2 hilfreich
        Re^3: Angst & Depression: Benzodiazepine

        Hallo Adriana, Gut, sie gelten nicht als Mittel der 1. Wahl, wohl also
        deshalb, weil das Suchtrisiko groß ist und offenbar nur deshalb. Ich
        sehe jetzt keinen anderen Grund!?
        und wegen der Absetzproblematik (Rebound, Langzeitentzug, Gefahr eines Entzugsdelirs).

        Kurzfristig ist eine Medikation mit Benzodiazepinen sicherlich vertretbar, längerfristig wird eine Therapie mit Antidepressiva oder eine wirksame Psychotherapie eingesetzt werden. Generell ist der psychotherapeutischen Behandlung der Angststörungen der Vorzug vor einer reinen Pharmakotherapie zu geben.

        Grüße,

        Oliver Walter

        • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Angst & Depression: Benzodiazepine

          Hallo,
          ich bin kein Experte, nehme aber seit ca 1 1/2 Monaten ein Antidepressivum. (Paroxetin) Ich nehme das wegen einer Angststörung, wegen der ich auch eine Therapie mache seit einem halben Jahr.
          Ich habe eine ziemlich niedrige Dosierung und hatte die ersten 4 Wochen gar nicht das Gefühl, dass das Mittel wirkt, aber im Moment geht es mir echt gut, ich habe keine Angstanfälle mehr, zumindest keine die ich nicht aushalten könnte und hoffe, dass das auch so bleibt:-)
          Ich hatte und habe auch keine einzige Nebenwirkung.
          schneehase

          • Antwort von nach 23 Stunden 1 hilfreich
            Re^5: Angst & Depression: Benzodiazepine

            Hallo schneehase, ich bin kein Experte,
            muß man Experte sein, um ein Antidepressivum zu nehmen? Ich hoffe nicht. ;-) Ich habe eine ziemlich niedrige Dosierung und hatte die ersten
            4 Wochen gar nicht das Gefühl, dass das Mittel wirkt,
            Das ist meistens so. Bis Antidepressiva ihre Wirkung zeigen, dauert es ein paar Wochen. Das liegt daran, daß die Nervenzellen sich erst langsam "umstellen". aber im
            Moment geht es mir echt gut, ich habe keine Angstanfälle mehr,
            zumindest keine die ich nicht aushalten könnte und hoffe, dass
            das auch so bleibt:-)
            Wunderbar! :-) Ich hatte und habe auch keine einzige Nebenwirkung.
            Mit den Nebenwirkungen ist es so: Sie können auftreten, müssen aber nicht. Manche haben sie, manche haben sie nicht. Dennoch muß man auf die möglichen Nebenwirkungen aufmerksam machen, weil sie ja doch hin und wieder auftreten.

            Beste Grüße,

            Oliver Walter

Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!