Psychatrie-ein Skandal!
Von: , Frage gestellt am Sa, 29. Jul 2000
Ich selbst bin ein Betroffener der Psychatrie, d.h. ich war insgesamt dreimal in meinem Leben eingeliefert, und bei anderen Gelegenheiten wäre ich wohl eingeliefert worden, hätte ich mich nicht zu verbergen gewußt. Man sieht schon, ich bin nicht gerade ein Fan dieser Einrichtung.
Meiner Beobachtung nach wird die Psychatrie der Öffentlichkeit gegenüber auf zwei völlig unterschiedliche Weisen dargestellt:
Die Medien berichten eigentlich immer politisch korrekt, daß Psychosen zwar eine schlimme Sache seien und ,ja, die Nebenwirkungen der verabreichten Psychopharmaka sei zwar zugegebenermaßen in der Vergangenheit und vielleicht in Einzelfällen noch Heute kaum zu ertragen, doch mit den neuesten Medikamenten sei es möglich ganz erstaunliche Heilungsergebnisse zu erzielen.
In der Kunst scheint mir das genaue Gegenteil der Fall zu sein. Wenn ich mein Gedächtnis durchforste, so fällt mir einfach kein Film oder Buch ein, das die herausragende Leistung eines Psychaters feiert.
Meine persönliche Erfahrung ist: Die Psychatrie ist weniger eine medizinische als eine sozialhygienische Einrichtung. Es wird erst gar nicht der Versuch gemacht, auf die Anliegen der Patienten einzugehen. Alles, was zählt, ist die Bearbeitung der Insassen dahingehend, daß die Umgebung draußen diese wieder akzeptiern kann- umbringen darf man sie seit Weltkrieg II nicht mehr, also betreibt man Lobotomie: früher mittels Skalpell, heutzutage mit Hilfe der Chemie.
Ich würde mich freuen, wenn ein paar Meinungen zu diesem Thema zusammenkommen würden.
Vielen Dank im Voraus, Karl
