Re^2: Wie entstehen Gedanken?
Danke für diese ausführliche Interpretation, die schon die nächste Frage aufwirft:
Wenn die Schnittmenge so groß ist, tun dann auch alle das Gleiche ?
Wie wird die Entscheidung getroffen, ja oder nein ( bei vielen auch vielleicht) zu sagen ?
Beispiel: Ich bekomme ein Signal, dass ich austreten muss....da gehe ich doch nicht immer sofort, oder?
oder: Ich habe Hunger... selbst unter der Vorraussetzung, dass ich einen vollen Kühlschrank habe, werden doch von vielen verschiedenen Menschen unterschiedlichste Entscheidungen getroffen, ob gegessen wird oder nicht.
Warum bedeutet also Hunger nicht gleich immer Essen und Harndrang nicht Austreten.
Es sind doch grundlegende Bedürfnisse, die nicht befriedigt werden, aber immerhin eine gewisse Zeit ohne Mangelerscheinung.
Vielen Dank fürs "Gedankenmachen"
Greeting Exn.
Hallo exnunc,
Du stellst vielleicht schwere Fragen ... mein alter
Mathelehrer hat
immer gesagt, es ist mathematisch ausgeschlossen, dass wir
Menschen
unser Gehirn jemals voll und ganz verstehen: man kann aus
einer
Teilmenge nicht die Gesamtmenge abbilden!
Aber ich will mal versuchen, was ich noch an Wissen aus meinem
Grundstudium zusammenkratzen kann.
Gedanken entstehen, wenn im Gehirn ein Neuron nach dem anderen
feuert
... Dabei sind die Verbindungen zwischen den einzelnen
Neuronen umso
stärker, je öfter sie benutzt werden. Deswegen ist es wohl so
schwierig, ausserhalb der "bekannten Pfade" zu denken ...
Auslöser
kann dabei vieles sein: etwas, das man sieht / hört / riecht /
schmeckt / fühlt, oder ein anderer Gedanke, oder ein Signal
aus
unserem Inneren (Schmerz, Hunger, Blase voll etc.). Frag mich
jetzt
nicht, warum wir träumen ...
Zu den Emotionen muss erst mal geklärt werden: was ist eine
Emotion
eigentlich? Früher dachte man, "wir weinen, weil wir traurig
sind".
Bis ein kluger Kopf daherkam und frech behauptete "wir sind
traurig,
weil wir weinen!". Heute ist die allgemeine Auffassung, dass
Emotionen entstehen, weil zwei Faktoren zusammenkommen. Eine
bestimmte Situation (z.B. der Anblick eines geliebten
Menschen) läßt
unser Herz schneller klopfen, das Blut steigt in die Wangen.
Wir
nehmen diese körperlichen Veränderungen in uns wahr. Zusammen
mit der
Wahrnehmung der Situation (da vorne kommt Oma Liesl)
interpretieren
wir das nun als "Freude" und lächeln. Es ist übrigens so, dass
wir
ohne die körperliche Reaktion auch die Emotion nicht hätten -
hättest
Du das gedacht?
Warum sind nun manche Menschen emotionaler als andere? Da
könntest Du
genauso fragen, warum manche Menschen schlauer sind als andere
...
Vielleicht reagieren sie einfach nur sensibler auf die
Vorgänge in
ihrem Inneren? Denn, wie gesagt, wenn wir nicht wahrnehmen,
was in
uns vorgeht, dann reagieren wir auch nicht entsprechend ... So
kann
z.B. Neugierde die Angst "austricksen". Konzentriert man sich
stärker
auf das, was um einen herum passiert, dann sinkt auch die
Angst.
Die Schnittmenge unserer Gedanken ist, denke ich, größer als
uns lieb
ist. So arbeiten übrigens auch die sog. "Mental-Magier", die
"Gedanken lesen" können ... Woran denkt man so den Tag über?
Was
gibt's zu essen, ich muss mal, Mann bin ich müde, ich will
Sex, mir
ist kalt, wo habe ich die Fernbedienung hingelegt ... Ich
denke mal,
nur ein kleiner Teil ist wirklich individuell und
unterschiedlich.
Puh, das war anstrengend! Ich hoffe mal, ich habe nicht
totalen
Blödsinn verzapft ... aber das Vordiplom ist 'ne Weile her ...
Emotionsgeladene Grüße von
Sibylle aus M
Hallo,
mich interessiert brennend die Frage, wie Gedanken entstehen?
Sicher meist durch äußere Einflüsse, Emptionen etc. aber wo
kommen die her und warum sind manche Menschen emotionaler, als
andere?
Wie groß ist die Schnittmenge der Gedanken unserer
Bevölkerung?
Viele Grüße exn.