Verhaltenstherapie/Panik-Attacke

Von: , Frage gestellt am Mi, 9. Aug 2000

Hallo,
nach vielen Recherchen und Anfragen, scheint es so, als sei Verhaltenstherapie die bessere Therapieform bei Panik-Attacken. Stimmt das so? Und werden die Kosten von der Krankenkasse getragen, zumal ein vielwöchiger klinikaufenthalt (Psychatrie) vorangegangen ist?
Vielen dank für alle Tipps,
Ulli

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 18 Minuten hilfreich
    Re: Verhaltenstherapie/Panik-Attacke

    hi ulli,
    also, ich erlaube mir mal, da anderer meinung zu sein...
    ich halte verhaltenstherapie nicht unbedingt und immer für die methode der wahl.
    allerdings ist es ziemlich müssig, irgendeinen rat geben zu wollen, wenn man weder die betroffene person, noch die vorgeschichte, noch sonst irgendwas genaueres weiss.

    aber wenn du magst, dann mail mir doch mal etwas detaillierter.

    lieben gruss - k. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 50 Minuten hilfreich
    Re: Verhaltenstherapie/Panik-Attacke

    Der Streit über "bessere" Therapieformen ist ziemlich müßig (Psychologen können da ewig drüber streiten).

    In der Tat gibt es viele Untersuchungen, die verschiedene Therapieformen und deren "Effizienz" bei bestimmten Problemen mit einander vergleichen - hier schneidet die Verhaltenstherapie meistens ziemlich gut ab, vor allem bei klar definierter Zielsetzung ("Keine Panik-Attacken mehr beim Einsteigen in Busse" oder so) - das liegt aber auch daran, weil die Kriterien der VT entgegen kommen (eben klar definierte Problemstellungen in definierter Zeit "aufzulösen").

    Letztlich ist immer wichtig, was man selbst erreichen will (bei "Symptom schnell weg, es hält mich vom Leben ab" ist VT wahrscheinlich erst mal die beste Wahl).

    Sehr wichtig ist aber auch, ob man den/die Therapeuten/Therapeutin sympathisch findet! Das spielt nämlich ebenfalls eine ausschlaggebende Rolle beim Therapie-Erfolg.

    Ich würde also sagen: Hingehen, angucken und entscheiden. Bevor man sich für eine Therapie entscheidet stehen einem Probetermine zu, die von der Krankenkasse normalerweise umstandslos bezahlt werden.

    Bei VT müßten die Kosten ohnehin umstandslos übernommen werden (auch ohne Klinik-Aufenthalt).

    Als Buchtip: "Der Therapieführer. Die wichtigsten Formen und Methoden" von Bärbel Schwertfeger und Klaus Koch

    • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
      Kann ich nur zustimmen

      Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man die aktuellen Symptome mit VT ganz gut in den Griff bekommen kann, aber was tust du bei Syptomverschiebung?
      Ich will Dir jetzt keine Angst machen (das ist sicher nicht das, was Dir im Moment fehlt :-)), sondern das Posting von Knut unterstützen.
      Du solltest Dir in Ruhe die Möglichkeiten und T-Formen anschauen und auch die TherapeutInnen. Wenn Du das nicht kannst, ist vielleicht eine Therapie mit Medikamenten sinnvoll, damit Du wieder handlungsfähig wirst. (Natürlich darf es nicht dabei bleiben).
      Wenn Du möchtest, erzähle ich Dir (oder wer wissen will) auch mehr von meinen Erfahrungen, dann maile mich aber bitte privat an.

      Grüße
      Trilli

      (Und bitte keinen Unfug, ich hab in letzte Zeit ein paar "lustige" mails von verschiedenen Leuten bekommen, das muss ich nicht haben!)

  3. Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
    Re: Verhaltenstherapie/Panik-Attacke

    Hy Ulli

    Eine der Top-Adressen zur Bewältigung von Panik-Attacken ist die Christoph Dornier Stiftung (u.a. in Marburg). Dort arbeitet man mit der Konfrontationsmethode, d. h. du hast dich, unterstützt von einem Therapeuten / einer Therapeutin mit deinen Ängsten zu konfrontieren. Die komplette Therapie hier zu erklären, ginge etwas zu weit - ich möchte dir nur so viel sagen: Diese Therapie ist echte Schwerstarbeit aber ... alle Leute, die ich kenne und die eine solche Therapie gemacht haben, sind ihre Panik-Attacken heute los und können endlich wieder, z. T. nach viele Jahren der Hölle (und Durchtesten des gesamten therapeutischen Angebots), ein normales Leben führen.
    Abhängig von deiner Krankenkasse wird ggf. auch für die Kosten aufgekommen (in diesem Punkt bin ich leider nicht mehr auf dem neuesten Stand). Da die "Höchstverweildauer" in der Klinik aber bei 14 Tagen liegt, sind die Kosten zumindest auch dann überschaubar, wenn deine Kasse dir die rote Karte zeigt. In dem Fall ist die Christoph Dornier Stiftung aber durchaus bereit (zumindest weiss ich von einigen Fälen, in denen das so war) sich für dich stark zu machen und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

    Liebe Grüße, Frank

  4. Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
    Re: Verhaltenstherapie/Panik-Attacke

    habe letztens bei bbc exklusiv@vox eine reportage darüber gesehen.
    es wurde über das sogenannte fladding berichtet, d.h. reizüberflutung durch das panik auslösende moment.
    ein höhenängstiger wurde im rahmen dieser schocktherapie nacheinander auf den dom zu münster, einen fernsehturm und anschließende auf eine extralange feuerwehrleiter gejagt.
    schien sehr zu wirken, aber die absolute hölle.
    strubbel

  5. Antwort von nach 8 Tagen hilfreich
    Danke an alle!

    Hallo,

    Vielen dank für alle Tipps, ich habe meinem Freund die Infos weitergeleitet, da ich selber ja nicht betroffen bin, kann ich hier leider auch kein feedback geben, ich denke aber die Antworten werden ihm dabei helfen die richtige Entscheidung zu finden.
    Viele Grüße,
    Ulli

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