Hallo,
ich denke, Schadenfreude hat im ersten Moment etwas Befreiendes an sich. Wenn jemandem ein Missgeschick passiert, dem wir z.B. seinen Erfolg nicht gönnen, da wir meinen, er hat ihn sich mit ungerechten Mitteln verschafft, dann freuen wir uns natürlich. Schadenfreude kann also mit Neid zu tun haben. Wir sind neidisch, weil derjenige sich erfolgreich durchs Leben zu winden weiß. Je neidischer wir sind, desto mehr freuen wir uns dann auch, wenn demjenigen ein Missgeschick passiert.
Wir merken, dass es anderen Leuten schlechter geht, als uns selbst - zumindest für den Moment -, fühlen uns ihnen überlegen. Und ohne solche Gefühle würden wir wohl auf Dauer unseren Elan verlieren, oder gar in Depressivität hinübergleiten. Man kann einfach nicht ununterbrochen Mitgefühl empfinden bzw. Rücksicht nehmen. Schon gar nicht bezogen auf Personen, die es unserer Meinung nicht verdient haben.
Schadenfreude ist bis zu einem gewissen Punkt also nötig, um unsere geistige Gesundheit zu erhalten. Geht sie über diesen Punkt hinaus, zeugt das meiner Ansicht nach aber eher von einem schwach ausgeprägten Selbstwertgefühl.
Grüße,
Sharynn
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