Hi alle zusammen 
Manchmal frage ich mich schon, ob ne Beziehung zwangsläufig das Ende einer Freundschaft bedeuten muss bzw. ob man nur ‘paarweise’ befreundet sein kann, aber nicht Paar + Single.
Folgende Situation: Seit ca. 1 Jahr bin ich mit meinem Freund zusammen, seit 2 Monaten haben wir eine gemeinsame Wohnung. Alles läuft super und ich könnte nicht glücklicher sein. Das Einzige, was mir echt zu schaffen macht ist, daß langsam aber sicher wohl die Beziehung zu meiner besten Freundin in die Brüche geht.
Mit ihr bin ich seit Jahren sehr eng befreundet. Wir haben uns 3-4 mal die Woche gesehen, fast täglich telefoniert, alles mögliche miteinander durchgestanden, keine Geheimnisse voreinander gehabt - die klassische Frauenfreundschaft eben.
Dann kam mein Freund ins Spiel. Anfangs lief noch alles sehr gut. Die beiden haben sich verstanden, wir waren zu dritt unterwegs, mit nem weiteren befreundeten Paar, oder auch nur, wie früher, wir beide alleine.
Aber irgendwann ist das Ganze gekippt. Plötzlich hat sie sich zurückgezogen und fand alles nur noch dumm und langweilig. Und seit ich bei meinem Freund wohne, ist der Ofen so ziemlich aus. In den vergangenen 2 Monaten haben wir uns vielleicht 4 mal gesehen.
Und ich weiß nicht warum…
Naja, eigentlich weiß ich es schon, offensichtlich kommt sie mit der veränderten Situation nicht zurecht. Aber wieso kommt sie damit nicht zurecht? Natürlich hat sich einiges verändert, aber deswegen muss die Freundschaft doch nicht den Bach runtergehen…
Es ist auch nicht so, daß ich mich total zurückziehe und nur noch auf Wolke 7 schwebe. Ich bin nach wie vor für jeden Quatsch zu haben, nur eben jetzt mit ein paar Einschränkungen.
Wenn sie z.B. früher, in meiner Single-Zeit, zu einer beliebigen Zeit angerufen hat und was unternehmen wollte, dann hab ich alles liegen- und stehen lassen und mich mit ihr getroffen. Heute geht das eben nicht mehr so ohne Weiteres.
Ganz banales Beispiel: mein Freund und ich kommen beide völlig geschafft vom Büro nach Hause, nach ein paar Regenerations-Minuten stellen wir uns in die Küche und brutzeln was zu essen. Genau in dem Moment ruft meine Freundin an und will sich mit mir in nem Bistro treffen. Obwohl mein Freund wohl kaum was dagegen sagen würde, will ich jetzt aber auch nicht innerhalb von 5 Minuten alles stehen lassen, den Herd mit dem halbfertigen Zeug abschalten und aus dem Haus rennen. Also schlage ich ihr vor, daß wir uns in ner halben Stunde treffen. Nein, das wolle sie nicht, sie sei spontan und wolle jetzt auf der Stelle weggehen. Und wenn ich das nicht wolle, dann könne ich es gleich bleiben lassen. Worauf sie dann meist beleidigt auflegt und ein paar Tage schmollt.
(Davon, daß solch kurzfristige Aktionen um umgekehrten Fall nie und nimmer möglich wären, weil sie mindestens 2 Std. Vorlaufzeit braucht, davon will ich mal gar nicht reden, daran hab ich mich gewöhnt. Ist ja auch kein Problem, aber warum verlangt sie es von mir?)
Oder aber sie beschwert sich, daß sie nicht mehr aus dem Haus kommt, weil keiner mehr etwas mit ihr unternimmt. Aber jedesmal, wenn ich anrufe und mich mit ihr verabreden will, dann schmettert sie mich entweder gleich von vornherein ab oder sie sagt erst zu und dann unmittelbar vor unserem Treffen wieder ab. So in der letzten Woche 5 mal geschehen.
Will ich mich am selben Tag mit ihr verabreden, sagt sie, es sei ihr zu kurzfristig, will ich mich in ein paar Tagen mit ihr verabredet sagt sie, so weit könne sie nicht im Voraus planen, sie würde sowas lieber spontan machen. Sind wir dann endlich verabredet, scheint es mir so, als sei ihr alles andere wichtiger, als unsere Verabredung, die sie fast regelmäßig aus den seltsamsten Gründen absagt.
Gleichzeitig beschwert sie sich aber wie gesagt ständig darüber, daß ich nie Zeit hätte, daß alles so anders wäre als früher etc.
Sie ruft mich kaum mehr an, weil dann ja auch mein Freund rangehen könnte und wir angeblich eh nicht mehr so ungestört telefonieren könnten wie vorher und wenn wir sprechen, dann hat sie immer einen ziemlich agressiven, eingeschnappten Tonfall drauf.
Was soll ich tun? Ich will diese Freundschaft nicht verlieren und sehe auch keinen Grund dafür. Es muss doch nicht alles zuende sein, nur weil ich jetzt kein Single mehr bin.
Sogar mein Freund macht sich schon Vorwürfe und fragt sich ob er Schuld daran ist. Aber das ist völliger Quatsch.
Ich überlege jetzt schon Monate hin und her, was ich vielleicht falsch gemacht habe. Vielleicht bin ich auf dem Egotrip, ohne es zu merken?
Natürlich habe ich auch schon des Öfteren mit ihr darüber gesprochen, aber alles, was ich zu hören bekomme, sind Vorwürfe, daß ich mich verändert hätte. Dem will ich auch gar nicht unbedingt widersprechen, aber sie hat sich auch verändert, nur sieht sie das nicht so. Auf konkrete Beispiele angesprochen sagt sie nur, ‘ich weigere mich, das gelten zu lassen, Du bist diejenige, die Schuld hat’.
Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, daß wir beide keine 17 mehr sind, sondern erwachsene Frauen. Ich 34, sie 49. Es muss doch möglich sein, die Sache aus der Welt zu schaffen, aber langsam bin ich am Ende meiner Weisheit angelangt.
Habt Ihr nen Tip für mich??
Gudrun, die sich jetzt schon für das lange Posting entschuldigt
)))